Vergleiche D - S

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Sabine

Re: Arbeitsmoral

Beitragvon Sabine » 8. April 2008 07:14

Wahr geschrieben! :smt038
Zumal es immer wieder die gleichen Diskussionen nach sich zieht 8)

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janaquinn
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Re: Arbeitsmoral

Beitragvon janaquinn » 8. April 2008 07:19

Ich sage nur eines dazu:
Deutschland und Schweden miteinander zu vegleichen, ist wie Äpfel und Birnen zu vergleichen.
Oder wie sagt Miriam immer so schön: Es ist nichts besser oder schlechter in Schweden, es ist anders.
Ich denke, man muss schon dafür geboren sein und das Land sehr lieben, um hier zu leben.
Ich könnte mir z.B. kein Leben in Italien oder Spanien vorstellen, es würde einfach nicht in meine Mentalität passen. Ich bin glücklich hier, wußte worauf ich mich einlasse, wenn ich hierher ziehe und für unsere Familie, war es der richtige Schritt zur richtigen Zeit.
Und wir könnten uns z.B. auch kein Leben in Deutschland mehr vorstellen, auch wenn wir gerne rüberfliegen,u um Freunde zu besuchen.

LG JANA
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nysn

Re: Arbeitsmoral

Beitragvon nysn » 8. April 2008 08:05

Geschrieben ist geschrieben.
Gesagt ist gesagt.
Gemeint ist gemeint.
Oder?

S-nina hat noch keine Beweise geliefert was die Zitate unterstützt.
So einfach kan man sich die Sache nicht machen.

Was hast du eigentlich gemeint?
Sind wir in Schweden mehr "ausländerfeindlich" und weniger "offener".
Ich sehe einer Antwort in der Sache voller Erwartung entgen.


Hej Hans,
"Gemeint ist gemeint" - NATÜRLICH, sonst hätte ich es wohl nicht geschrieben, oder?
Beweise? Für was - eine Meinung, teilweise subjektive Erfahrungen? (Smaken är som baken, eller hur?)

Ich habe mich in diesem Thread/Strang geäussert, weil zu Beginn die Frage aufgetaucht ist, wie die Arbeitsbedingungen/Gehälter usw. für Leute aus dem IT-Bereich aussehen. Dazu habe ich die jeweiligen Quellen genannt.

Meine persönlichen Aussagen basieren auf persönlichen tatsächlichen und gefühlten Erfahrungen, dem Leben, das ich hier selbst führe und darauf, was ich erlebe, wenn ich über den "Tellerrand" hinausschaue. Dazu wurde ich erzogen, nämlich mein eigenes "warmes Nest" ab und zu zu verlassen, um zu sehen, wie es woanders ausschaut.

Ein "Forum" ist für mich eine Art "öffentlicher Platz", wo unterschiedliche Meinungen ausgetauscht werden dürfen, für "Beweise" müsste das dann doch der falsche Ort sein.

Herzlichst
S-nina

tilmann

Re: Arbeitsmoral

Beitragvon tilmann » 8. April 2008 08:37

Hej!
Warum sollte man Deutschland und Schweden nicht vergleichen können? Das heisst doch nicht, dass man nachher kein differenziertes Bild hat. Und Meinungen, warum sollte man die nicht beweisen oder begründen können?
Ich finde die Frage, welche Gesellschaft offener für AusländerInnen ist, interessant und würde gerne unterschiedliche Erfahrungen dazu hören.
Grüße,
Tilmann

nysn

Re: Arbeitsmoral

Beitragvon nysn » 8. April 2008 08:53

Und Meinungen, warum sollte man die nicht beweisen oder begründen können?


Begründen - ja, sicher.
Beweisen? Gibt es eine "absolute" Wahrheit?

In Schweden, so finde ich, liebt man Statistiken und Listen für alles mögliche - für alles wird irgendein "Beweis" gesucht. Daher empfehle ich zum Thema "Ausländer/invandrare" einen Blick in die Arbeitslosen-/Einkommens- oder Ausbildungsstatistik.

:)

tilmann

Re: Arbeitsmoral

Beitragvon tilmann » 8. April 2008 09:06


Begründen - ja, sicher.
Beweisen? Gibt es eine "absolute" Wahrheit?


Ich meine: ja. :wink:


Daher empfehle ich zum Thema "Ausländer/invandrare" einen Blick in die Arbeitslosen-/Einkommens- oder Ausbildungsstatistik.


Danke für den Tipp. :)

Ha det så bra,
Tilmann

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Aelve
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Re: Arbeitsmoral

Beitragvon Aelve » 8. April 2008 09:44

Hallo,

jetzt erst habe ich den gesamten Threat durchgelesen und möchte nun auch meine Meinung dazu kundtun.
Ich wohne seit 59 Jahren in Deutschland, allerdings auf dem entgegen gesetzten Ende von Bayern - nämlich Schleswig-Holstein. Und ich kann sagen, auch im Hinblick darauf, wie durchweg viele Menschen hier denken, dass sich das Leben in Deutschland radikal in den letzten Jahren verschlechtert hat. Es mag ja in Bayern noch in ländlichen Gegenden kleine Idyllen geben, so wie es auch die Schweden ein Unterschied sein mag ob ich in einer Großstadt wie Malmö, Stockholm oder Göteborg lebe oder in kleineren Ortschaften, ob in Süd- oder Nordschweden.

Schweden ist, solange ich denken kann, als Vorreiter für das Moderne, für Gleichheit, für Soziale Errungenschaften anerkannt und ich selber konnte die Erfahrung über Jahre sammeln, dass es auch stimmt. Schweden ist Deutschland in vielen Bereichen voraus, dazu muß ich sagen, dass ich in der Großstadt Hamburg arbeite und mich viel aufhalte. Was ich in Schweden während unserer vielen Aufenthalte sehe, wird hier erst 3 oder 4 Monate später in Deutschland modern. Ich kenne mittlerweile mehrere deutsche Familien, die nach Schweden ausgewandert sind. Auch wenn sie dort andere Probleme als in D haben, obwohl der Alltag, der Arbeitstrott sie zu fassen hat, sind alle der Auffassung, dass es ihnen in S weitaus besser geht als vorher in D.
Finanziell genauso wie gesundheitlich oder wie in Familienangelegenheiten, Kinderbetreuung und Schule inbegriffen.
Uns geht es hier in D finanziell nicht so schlecht, da wir mehrere Jobs, teilweise in Anstellung teilweise selbständig haben, trotzdem würde ich, wenn ich könnte, sofort nach Schweden umziehen, aber aufgrund unseres Alters ist der Zug dafür abgefahren und wir müssen bis zum Rentenalter hier ausharren.
Meine Meinung resultiert natürlich auch daher, dass ich sehr für Gleichberechtigung bin, sehr dafür bin, dass Mann und Frau beide einer Berufstätigkeit nachgehen. Es liegt daher auch sehr an den eigenen Bedürfnissen und Anforderungen, die man an ein Land seiner Wahl stellt. Nur dadurch kommt es hier zu unterschiedlichen Auffassungen und Meinungen, es muß die eigene Situation berücksichtigt werden.
Wenn jemand aufgrund eines langen Studiums sehr viel und überdurchschnittlich verdienen will, wenn jemand dafür ist, dass ein Ehepartner jahrelang keiner Berufstätigkeit nachgeht und lieber seiner Hausfrauen-männer Funktion nachgeht, dann ist Schweden evtl. nicht geeignet, dort zu leben.
Darüber hinaus ist es erwiesen, dass der Mensch es immer gerne mal anders hätte, als es bisher so war. Man kann erst ermessen, was man hat, wenn man es dann wieder mal schlechter hat. Das muß man ausprobieren, um dann sagen zu können, in dem bestimmten Land ist es alles zusammen betrachtet, besser.


Grüße Aelve :flagge: :pokal:
Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.
( Goethe)
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nysn

Re: Arbeitsmoral

Beitragvon nysn » 8. April 2008 10:06

Und ich kann sagen, auch im Hinblick darauf, wie durchweg viele Menschen hier denken, dass sich das Leben in Deutschland radikal in den letzten Jahren verschlechtert hat. Es mag ja in Bayern noch in ländlichen Gegenden kleine Idyllen geben,


Hallo Aelve,

immer wieder liest man über diese "radikalen Verschlechterungen", aber was meinst du damit konkret?

Vor meiner Schweden-Zeit habe ich in München gewohnt und gearbeitet. Wenn ich heute regelmäßig dort hinfahre, merke ich keine großen Verschlechterungen - die Menschen, die ich vor 13 Jahren dort zurückgelassen habe, haben natürlich einen unterschiedlichen Alltag, defintiv aber nicht schlechter oder unmoderner als mein Leben hier in Göteborg. Im Gegenteil, wenn wir in München oder wie jetzt wieder vor zwei Wochen in Frankfurt am Flughafen landen, fühlen wir uns immer ein bisschen, wie die "armen Verwandten vom Lande."

Meine Eltern wohnen auf dem Land in der Nähe vom Bodensee - auch dort hat sich vieles gewandelt, aber verschlechtert, kann ich wirklich nicht sagen.

Gruß,
S-nina

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Re: Arbeitsmoral

Beitragvon janaquinn » 8. April 2008 10:19

Hej Nina,
ich möchte nicht über Deutschland herziehen, aber es hat sich schon vieles verschlechtert. In den letzten Jahren ist der gesunde Mittelstand beinahe komplett weggebrochen, der Euro hat viele Sachen so verteuert, dass es einem die Augen tränen lässt.
Allein wenn ich die Spritpreise in Deutschland sehe, die teilweise 0.20cent über Schweden liegen. Viele Menschen sind durch die Einführung von Hartz IV wirklich unter die Armutsgrenze gerutscht...wer kann denn bitte von 345,-€ im Monat leben??
Ich denke, wenn man nach Deutschland in den Urlaub fährt, sieht man die wirklichen Alltagsprobleme genauso wenig, wie wenn Deutsche nach Schweden in den Urlaub fahren. Man hat einfach einen ganz anderen Blick. Oder sieht man beim Urlaub in der Dominikanischen Republik wirklich REAL die Probleme der Menschen. Man nimmt sie wahr, aber genauso schnell vergisst man sie wieder.
Wir haben auch 7 Jahre in München gelebt, mein Mann ist dort aufgewachsen. Es ist eine wunderschöne Stadt, aber dort leben ist sehr sehr teuer. Die Mieten sind unglaublich teuer und immer noch am steigen, wir haben 2005 für eine 50qm "Wohnung" 750,-€ kaltmiete gezahlt+200 € Nebenkosten ect......
Warum wir diese Wohnung gemietet haben? Ganz einfach, wir hatten keine Wahl. Die andere Wohnung war zu klein und die andere Vermieter haben uns abgelehnt: Sie wollten keine junge Familie mit Kind haben. OBWOHL wir beide gearbeitet haben.
Es ist anders geworden in Deutschland, kälter und unfreundlicher.
Leider!

LG JANA
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Re: Arbeitsmoral

Beitragvon Aelve » 8. April 2008 10:34

Hallo Nina-S,

ich will Dir mal einige Dinge aufzählen, die sich gerade in den letzten Jahren sehr verschlechtert haben in D.
Durch den Euro ist alles beinahe doppelt so teuer geworden, ohne dass das Gehalt um mehr als ein paar lumpige Euros gestiegen wäre. In vielen Orten sind Leerstände in den Läden, laufend wechseln die Betreiber oder es stehen die Läden lange leer, da sehr viele Ladeninhaber es sich nicht mehr leisten können.
Der Mittelstand wird immer mehr abgeschafft, das hört man immer mehr, ob im Fernsehen, in den Zeitungen oder direkt von der mittleren Gesellschaft selbst.
Das Arbeitsklima ist in vielen Firmen grottenschlecht geworden, jeder gegen jeden, da jeder Angst um seinen Arbeitsplatz hat. (Ich rede nicht von meiner Arbeit, da unsere ganze Familie in sehr guten Firmen angestellt ist).
Die Bedingungen für Familien werden immer schlechter, dadurch auch immer weniger Bereitschaft junger Leute, sich Kinder anzuschaffen, da man es sich kaum noch leisten kann. Studiengebühren, Fahrkosten für Schulbusse, Beteiligung an Schulbüchern, sehr hohe Kindergartenkosten, das alles hat sich radikal verschlechtert. Hinzu kommt, dass die Betreuung aufgrund immer niedrigerer Betreuungskräfte immens schlechter geworden ist. Mein Mann hat beruflich viel mit Kindergärten der ev. Kirche zu tun, die Erzieher sind alle ausgelaugt, da auf 20 Kinder nur 1 oder 2 Kräfte kommen. Es ist keine qualitative Betreuung mehr möglich, die Kindergärten sind zu einer Aufbewahrungsstätte verkommen. Ganz schlimm steht es um die Bildung in Deutschland, friß oder stirb ist dort die Devise. Die Lehrer stöhnen, dass sie zuviel arbeiten müssen, Stundenausfälle sind an der Tagesordnung, Ausbildungsbetriebe deklarieren die schlechte Ausbildung der Schulabgänger. Es beißt sich die Katze in den Schwanz, da grottenschlechter Unterricht gepaart mit zuviel Ausfallstunden geliefert wird, kann die Schulbildung der Abgänger nicht besser sein, das liegt nicht an dem Unvermögen der Kinder.
Jeden Tag hört und liest man im Fernsehen oder in den Zeitungen, dass wieder große Firmenverlagerungen geplant sind und vorgenommen werden, auf Arbeitnehmer nehmen die globalisierten, großen Firmen keine Rücksicht mehr, auch wenn bisher Gewinne erwirtschaftet wurden.
Diese ganzen negativen Dinge schlagen überall durch, ob in der Bahn, im Bus, man sieht fast nur unzufriedene Mienen und Leute, die ausgelaugt sind.
Ich will gar nicht von uns sprechen, wir arbeiten gerne und wir haben Arbeit, deshalb geht es uns noch gut. Aber viele aus den Neuen Bundesländern müssen für einen Hungerlohn arbeiten und weite Fahrten in Kauf nehmen, das wissen wir, da wir viele Kontakte in die Neuen Bundesländer haben.
Meine Aufzählung ist nur ein Teilbereich und was mir spontan durch den Kopf geht.
Sicherlich könnten andere hier wieder andere Erfahrungen wiedergeben und es gibt auch bestimmt noch genügend Leute, die sich hier in D trotzdem soweit wohl fühlen oder sich einfach einigeln. Wenn wir hier mit Leuten sprechen, fällt mir immer mehr auf, dass viele dazu übergegangen sind, eine Auswanderung für sich abzuklopfen und sehr oft höre ich Schweden als Wunschland, das trägt auch dazu bei, dass ich froh bin, dass wir in Schweden uns schon eine Bleibe schaffen konnten, so dass wir hoffen, später etwas Abstand von D und den aufgezählten Problemen gewinnen zu können.
Grüße Dich Aelve
Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.
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