Vattenfall fährt Windkraft zurück

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vinbergssnäcka
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Re: Vattenfall fährt Windkraft zurück

Beitragvon vinbergssnäcka » 20. März 2014 08:36

Ja, oder gibt ja heute schon Anlagen, die aus Mist Energie gewinnen, wo Bauernhöfe sich selber versorgen können, eventuell sogar noch andere mit.....auch das wäre meiner Meinung eine Förderung wert.

Gibt ja auch inzwischen Anlagen, die aus dem Meer Strom erzeugen....aber auch denen würde nicht unbedingt den Sigel Umweltfreundlich geben, solange man nicht weiss inwieweit die in die Umwelt eingreifen...
liebe Grüsse

Heike

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EuraGerhard
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Re: Vattenfall fährt Windkraft zurück

Beitragvon EuraGerhard » 20. März 2014 10:20

vibackup hat geschrieben:Doch, gerade Bergwärme (die ja wohl in D als Erdwärme gehandelt wird) funktioniert hier sehr gut.

"Bergwärme" ist aber keine Erdwärme! Auch wenn die Marketingstrategen der Wärmepumpenhersteller gelegentlich so tun als ob.

Wir haben auch eine "Bergvärmepump", und die funktioniert auch gut. Hat aber wie gesagt nichts mit Erdwärme im Sinne von Geothermie zu tun.

Geothermie bedeutet im Prinzip, dass man nur Wasser tief genug in die Erde pumpen muss, und es kommt mit ausreichend hoher Temperatur (70°C und mehr) wieder zurück. Erdwärme in diesem Sinne kann man nur dort gewinnen, wo - aufgrund vulkanischer Aktivität - ausreichend hohe Temperaturen in technisch erreichbaren Tiefen herrschen. In Island ist das möglich, auch an einigen auserwählten Standorten in Deutschland wie zum Beispiel im Oberrheingraben. Geothermie bringt aber ihre eigenen Risiken und Umweltgefahren mit sich, siehe den oben verlinkten Wikipedia-Artikel, Kapitel: Risiken. Diese Form der Erdwärme, und genau die meinte ich, kann man in Schweden tatsächlich vergessen.

Bei "Bergvärme" im schwedischen Sinne nutzt man im wesentlichen die im Laufe des Jahres eingestrahlte Sonnenwärme, plus einen geringen Anteil "echter" Erdwärme aus radioaktiven Zerfällen im Erdboden. Die dabei erreichbaren Temperaturen liegen unter 10°C, man benötigt also auf jeden Fall eine Wärmepumpe, um für Heizzwecke ausreichende Temperaturen zu erhalten. Wärmepumpen brauchen aber Strom, und zwar ziemlich viel. Ohne Ankopplung ans Stromnetz lässt sich eine Wärmepumpe nicht sicher betreiben.

Und solange man sich nicht völlig vom Stromnetz abkoppeln kann, ist alles nur eine Schein-Autarkie. Denn solange ein Netzanschluss besteht, kann es immer sein, dass dieser auch benutzt wird. Somit müssen Netz- und Kraftwerksbetreiber stets die nötigen Reserven vorhalten, und zwar immer, rund um die Uhr, und nicht nur dann, wenn der Wind weht.

Völlige energetische Autarkie, also die völlige Abtrennung vom Stromnetz, ist sicherlich auch in Schweden an einzelnen, privilegierten Standorten möglich. Insbesondere wenn man neben Sonne und Wind auch noch z.B. auf Brennholz aus eigenem Wald zurückgreifen kann. Aber für die breite Masse ist das völlig illusorisch. Und wenn man bei der Umweltbelastung durch Energienutzung wirksam etwas verändern will, dann muss man es für die breite Masse verändern.

MfG
Gerhard

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Re: Vattenfall fährt Windkraft zurück

Beitragvon Petergillarsverige » 20. März 2014 14:36

In Deutschland ist die Sprachregelung: Wir reden von oberflächennaher Geothermie wenn wir z.B. ein Erdwärmeregister nutzen. Hierbei wird der Boden des Vorgartens abgekühlt. Die Sonne ist hier die eigentliche Energiequelle. Durch Einstrahlung und Regen wird der Boden wieder aufgewärmt.
Tiefe Geothermie benötigt Bohrungen die durchaus weit mehr als 2000 m tief sein können. Hierbei wird wirklich durch Erdwärme Wasser erwärmt, was über 100° C sein kann. Quelle dieser Energie ist 30% Wärme der Erde aus der Erdentstehung und 70% Wärme durch Zerfall von Uran- und Thoriumkernen im Erdmantel. Die %-Zahlen sind umstritten.
Wenn wir Wasser aus einem Saugbrunnen entnehmen, abkühlen und in einen Schluchbrunnen ablassen, verwenden wir oberflächennahe Geothermie. Die Brunnen können auch tief sein, auch 100 m.
Tiefe Geothermie hat einen begrenzten Wärmestrom aus dem Erdinneren von nur etwa 60 mW/m². An Verwerfungen (Island) werden ganz andere Werte erreicht.
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Re: Vattenfall fährt Windkraft zurück

Beitragvon vibackup » 20. März 2014 19:58

EuraGerhard hat geschrieben:Völlige energetische Autarkie, also die völlige Abtrennung vom Stromnetz, ist sicherlich auch in Schweden an einzelnen, privilegierten Standorten möglich. Insbesondere wenn man neben Sonne und Wind auch noch z.B. auf Brennholz aus eigenem Wald zurückgreifen kann. Aber für die breite Masse ist das völlig illusorisch. Und wenn man bei der Umweltbelastung durch Energienutzung wirksam etwas verändern will, dann muss man es für die breite Masse verändern.


Dem kann man nur zustimmen.

@Peter: THX, wieder was dazugelernt.

//M

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Re: Vattenfall fährt Windkraft zurück

Beitragvon Petergillarsverige » 21. März 2014 09:33

Man kann aber Schritte in diese Richtung machen. Ich hab ein Ferienhaus in der Eifel. Dort installiere ich ein 12 V PV Modul aufs Dach. Dann ein Laderegler, 12 V Batterie. Alle Lampen erhalten 12V LED. Einige Verbraucher kann ich notfalls über 12VDC/230VAC Wechselrichter bedienen. Handy kannst du auch mit 12V/5V DC Wandler laden, 12W braucht das Teil! Fernseher mit Laptop und 12V Anschluss. Kochen könnte man mit Gas.
Bleibt noch die Waschmaschine, die auf 230V Netz laufen muss. Notfalls kann man dann bei langer Dunkelheit aus dem Netz nachladen. Ich könnte mir eine 12V Brennstoffzelle nehmen und die Batterie bei Netzausfall nachladen, wäre auch für Inselanlagen interessant.
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