Hallo,
Bunker hat geschrieben:
sie irgendwo auch mal richtig toben lassen, was sie zu gern tun. Dass sie sich dabei mal mehr als 10m von uns entfernen, liegt wohl auf der Hand, wobei sie absolut nicht jagen, sondern nur rennen und miteinander spielen. Sie hören natürlich auch, mal besser, mal schlechter

, nee im allgemeinen ganz gut.
In der Stadt und wo Menschen sind ist die Leine natürlich selbstverständlich, aber in der freien Natur?
10 Meter ist sicher nicht zuviel - nämlich "i marker där det finns vilt".
Auf Wiesen und Weiden gibt's aber meist kein Wild, das man nicht sofort sehen würde.
Also gibt's da kein Problem und das Gesetz lässt genug Spielraum.
Im Wald dagegen ist das anders. Da kann eben durchaus ein Hase, ein Birkhuhn oder ein Auerhahn auf dem Weg sitzen, weil dort seit 4 Wochen niemand mehr langgegangen ist.
Eine Bekannte wurde beim Langlaufen einmal von einer Gruppe von Birkhühnern von den Skiern geholt.
Die Tiere graben sich gerne im Schnee ein. Dies hatten sie in der Nacht leider direkt in und neben der Loipe gemacht.
Dann gewartet "bis auf den letzten Drücker" und schließlich im letzten Moment verstört aufgeflogen - leider in die falsche Richtung.
Schon hatte sie die Tiere im Gesicht.
Was machen Deine Hunde in so einem Fall?
Bunker hat geschrieben:
Daher meine Frage, ob die Schweden selbst das wirklich so eng sehen.
Soweit die Theorie. Was machen die Schweden selbst?
Nach meinen Beobachtungen hier oben etwas weiter nördlich gibt es zwei Typen:
1. "Stadt-Schweden": Führen ihren Dackel an der Leine aus, gehen ab und zu mal auf eine Wiese vor der Stadt und lassen ihn dort frei laufen (sofern er nicht zu fett ist und das noch mag).
Anders wäre wohl artegerechte Haltung auch nicht möglich.
In der Zeitung las ich einmal, dass bei der Gelegenheit ein angeleinter Dackel von einer Gruppe Staffordshire-terriern angefallen wurde. Große Aufregung in der Zeitung. Aber von Bußgeld stand da nichts. Es gab ja kein Wild dort. Der Dackel war ja zahm....
2. "Glesbygd-Schweden": Brauchen den Hund zur Jagd. Die haben kein Problem damit. Der Hund ist nämlich das ganze Jahr über im Zwinger, wird ab Mitte August vom Motorrad aus "ausgeführt" zum "Training", und darf im Herbst zur Jagdsaison frei laufen.
Das heißt dann Jagd, aber manchmal denke ich, das Spiel könnte auch heißen "Wer findet seinen Hund zuerst wieder". Wer nach einer Woche einen Anruf aus 100km Entfernung bekommt, er möchte bitte seinen Hund abholen, der hat verloren. Aber er ist froh, dass wenigstens sein teurer Peilsender nicht futsch ist.
Im Ernst: Seit 5 Jahren kommt regelmäßig im September/Oktober ein Hund zu uns, der sich immer riesig freut, weil er die Jagerei offenbar sowieso blöd findet und bei uns freundlich behandelt wird und etwas zu fressen bekommt.
Was ich damit sagen will ist: Das Problem ist der Mensch.
Es gibt zwar Hundeschulen und Hunde-Klubs, aber es hat sich noch nicht überall herumgesprochen, dass man die Tiere erziehen kann (und soll!).
Begegnet Dir ein Mensch, der seine Tiere nicht unter Kontrolle hat, hast Du ein Problem.
Begegnet Dir einer, der nicht weiß, dass
Du Deine Tiere unter Kontrolle hast, hast Du ein Problem.
Begegnet Dir keiner, machst Du, was Du willst.
Von uns ist die nächste Polizeistation 40km entfernt.
Hier oben brausen 8jährige mit dem Schneescooter herum.
Mit 16 dürfen sie den Führerschein machen.
Viele Grüße
Samweis