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So,nun werde wir die interessierten unter euch an unserem Urlaub 2008 scheibchenweise teilhaben lassen. Ich will noch einmal betonen ,dass dieser bericht nicht extra für das Forum geschrieben wurde ,sondern als Erinnerung für uns selbst. Natürlich treten da dann Passagen auf die manchmal eher privater oder eben forumsinterner Natur sind. Man soll es gar nicht glauben, was man alles nach einem knapp sechswöchigen Urlaub schon vergessen hatt.
Urlaub Sommer 2008
Seit Tagen fiebern wir nun doch langsam unserem Schwedenurlaub entgegen. Im Vorfeld gab es Riesenprobleme. Ich bekomme nur Absagen zu Arbeitsplätzen und Gudrun hatte auch Probleme mit ihrer Arbeit, weiß immer noch nicht, an welcher Schule sie im kommenden Schuljahr arbeiten darf. Das ganze Jahr spart man, doch jeden Monat kommen Dinge, die bezahlt werden müssen und nicht vorauszusehen sind. Die fixen Kosten steigen und steigen, man weiß nicht mehr, wo man das Geld herholen soll. Solche Probleme hatte ich früher nicht. Im Grunde reicht ja das Geld, aber wenn es alle ist, ist noch soviel „Monat“ übrig. Dann auch noch der TÜV und die Werkstatt für Willi. Es würde hier Seiten füllen. Ein Glück, dass ich nur T-Shirt trage, an den Hemden wäre nirgends mehr ein Kragen dran, die wären alle weggeplatzt. Dann geht Gudruns Laptop noch kaputt und der Service ist wie zu besten DDR - Zeiten. „ Ob Sie sich aufregen oder nicht, das interessiert mich gar nicht!“, sagte doch so eine junge Kröte zu mir. Die wollte ich schon durchs Telefon ziehen. Na ja, vielleicht kommt er heute repariert zurück. Die Fliegenrute, die ich heimlich bestellt hatte, brachte der Lieferservice ausgerechnet genau in diesem Moment als Gudrun aus der Schule kam. Alles geht schief! Ihr Gesicht muss man gesehen haben, sagen tut sie ja nichts. Nun werden wir alle Lobbys in Schweden anlaufen, um eine Rolle zu kaufen, habe ich häufig dort gesehen. Will ich doch trotz meines Alters noch in diesem Jahr mit der Fliegenfischerei anfangen. Da soll man sich dann noch auf den Urlaub freuen. Aber es kommt langsam. Noch zweimal schlafen, dann geht es los. Die Konten haben wir schon geplündert, damit die uns sie nicht sperren können. Den Rest, der sich noch darauf befindet, lösen wir in Schweden ein, um Kronen zu bekommen.
1. Tag 16.07.08 - Mittwoch
11.15 Uhr. Alles soweit fertig, nur das Zubehör für die Laptops muss noch eingepackt werden. Ich überlege noch, ob ich ein oder zwei Aggregate mitnehme, eins steht schon in der Toilette, da wird das Pinkeln zum Acrobatenstück. Das GPS - Gerät spinnt auch, bekomme keinen Empfang. Hätte ich doch vorige Woche noch mal probieren sollen. Soviel Schlamassel vor dem Urlaub hatte ich nie. Na mal sehen, was passiert. Ich muss ja doch noch auf Gudrun warten, denn sie muss noch die Zeugnisse ausgeben und zur Dienstberatung. 11.23 Uhr. So nun haben wir auch Empfang, das Ding musste wohl erst aus dem Schlaf geholt werden. Gudrun kommt und sofort werden Fenster und Türen im Haus kontrolliert und dann wird sie sofort auch gleich ins Womo verfrachtet. Abfahrt: 14.50 Uhr ; Km – Stand 152276 15.07 Uhr- Brot geholt bei Netto Grünheide. Wir wollten es von unserem Bäcker Scharmer holen, aber vergessen. Mist! Dreifacher Mist. Er hat das beste Brot. Es regnet! Der „liebe Gott“ bereitet uns auf Skandinavien vor. Autobahn Erkner um 15.18 Uhr erreicht. 15.30 Uhr – 1. Stopp an der Seeberg-Tankstelle, sind schon müde. Nach einer halben Stunde! Wir legen uns hin. Das fängt ja heiter an, so kommen wir niemals nach Lappland. Abfahrt von Seeberg- 16.25 Uhr und Regen. Nur Mistwetter - das hatten wir noch nie bei der Abfahrt. Wir fahren jetzt auf die A 24 auf. Es ist inzwischen schon 17.05 Uhr. 17.50 Uhr – fahren jetzt auf die A 19. Der Regen ist fast weg, nur noch vereinzelt Tropfen. 18.50 Uhr. Wir erreichen die Tankstelle Recknitz- Km – Stand: 152510 und tanken 33,2 Liter für 50,63 € und kaufen eine O2 Karte für 15 €. Einfach aus Gewohnheit, ohne Überlegung! Haben das Gehirn wohl schon ausgeschaltet und nur mit Urlaubsgedanken gefüllt! Das kann doch niemals für 6 Wochen reichen!!! Ankunft Fährhafen: 19.40 Uhr. Polizeikontrolle! „Bundespolizei!“ „AHA – FBI !“ Wissen die Damen und Herren Beamten vom Zoll nicht mehr, was sie tun sollen? Jetzt haben die ehemaligen „Filzstifte“ nur einen anderen Namen. Bundespolizei oder Antiterroreinheit. Kontrolliert wird aber auch nur der Führerschein und die Zulassung. Die Beamten sind aber sehr nett, sogar für einen Spaß aufgelegt. Wir suchen uns einen Platz zwischen den Trucks, gehen mit den Hunden und hauen uns um 23.00 Uhr in die Falle. Km – Stand: 152550
2. Tag 17.07.08 - Donnerstag
Wir wachen um 5.00 Uhr auf, zu spät! So gibt es eben keinen Kaffee vorher. Wir bezahlen das Ticket - 308.00 € - am Durchlass und ab geht es, Abfahrt 6.00 Uhr. Ohne Frühstück! Wie fast immer mit der „Prinz Frederick“. Wir kommen in Gedser erst um 8.00 Uhr an – Verspätung, da es sehr windig draußen ist, wieder dunkle Wolken am Himmel. Hoffentlich geht es nicht so weiter! Auf der Fähre kaufte Gudrun eine zusätzliche Brille für 10 €, einen Becher Kaffee erhielt sie umsonst, da sie sich so „ dämlich“, natürlich nur lieb gemeint, beim Einfüllen anstellte und die Hälfte des Kaffees daneben lief. 17 Grad, die Sonne versucht zu blinzeln in Dänemark. Um 8.45 Uhr sind wir auf die E 47 rauf gefahren, haben also 45 Min. gebraucht!!! In Tappernoje kaufen wir 2 Weißbrote für 50 Kronen, später stellt sich heraus, dass das zweite zuviel war. In diesem Jahr gab es erstmals kein Angelzeug hier zu kaufen. Wir werden jetzt schon wieder müde, erreichen Karlslunde um 10.00 Uhr, Helsingør um Punkt 11 Uhr, wie immer 3 Stunden Fahrt. Gudrun lacht mich aus, da ich ständig behaupte, dass wir immer nur 2 Stunden durch Dänemark brauchen und sie hatte mal wieder Recht!! Unsere Fähre, namens Hamlet, legt um 11.10 Uhr ab. Kommen in Helsingborg um 11.27 Uhr, 20 Min. Fahrt, an. Unser erster Fahrerwechsel ist bei Getinge. Gudrun fährt ab 152858 km. 14.35 Uhr - Sie verfranst sich so richtig in Göteborg, eh sie mich versteht, ist die Möglichkeit des Spurwechseln vorbei, dann wird die falsche Abfahrt genommen, nun bring uns mal schön selber über eine große Runde durch Göteborg zurück zur E 6! Tja Mädchen, Vorwegweiser, Striche und Linien haben schon ihre Bedeutung! An einer Kreuzung steht sie auf der linken Geradeausspur, die Linksabbiegerampel leuchtet grün. „ Bei rot bleibe stehen, bei grün kannst du gehen!“, denkt sich Gudrun und gibt Fersengeld. Doch es sind doch nur die Linksabbieger gemeint! Ich schließe meine Augen, in der Hoffnung, diese Kreuzung heil zu überstehen, keiner weiß mehr, was er machen soll, alles an der Kreuzung steht! Keiner traut sich zu fahren! Gudrun blockiert die ganze Kreuzung! Nur „ein Intelligenter“ hupt und denkt, er könnte Gudrun damit den richtigen Weg sagen. Zu allem Überdruss will sie jetzt auch noch LINKS abbiegen und sich mit so einem 40 - Tonner ein Duell liefern, der aber traut ihr nicht übern den Weg und bleibt vorsichtshalber stehen. Ich brülle, was das Zeug hält. Sie gibt zurück: „ Die haben mir doch gezeigt, dass ich links abbiegen soll!“ Manch einer gewinnt eben seinen Führerschein in der Fernsehlotterie. Nirgends ist eine Chance zum Fahrerwechsel. Wie sie dann die Spuren immer gewechselt hat, oh Gott, mein Herz - und ich konnte nichts machen. Der Schutzengel hat diesmal wirklich nicht gepennt. Sie muss aber wenigstens zwei haben – mit GPS! Oder der Teufel hat diesmal ein Nickerchen gemacht. Man kennt doch den Spruch: „Der Teufel schläft nie, nur der Schutzengel macht ab und zu ein Nickerchen!“
Endlich nach Göteborg auf der 45 - Fahrerwechsel!!!! Kommen hinter Mellerud um 17.30 Uhr an. Notschlafplatz 30 m von der Straße weg, mit Schutzwall aus einer natürlichen Steinwand davor. 153135 km - Stand Gudrun haut Rührei in die Pfanne, das erste Essen heute und finito. Wenn ich aufwache, fahre ich weiter! Ein Glück, bald sind wir in Lappland…Dort wird es zeit- und endlos und wir brauchen die Minuten und Kilometer nicht mehr zu dokumentieren.
3. Tag 18.07.08 - Freitag
Ich fahre um 5.30 Uhr los, bei Sonnenschein, Gudrun macht um 7.30 Uhr Frühstück bei Km-Stand 153303, wollen heute noch Lappland erreichen.
Mc Willi hat 793 km mit dieser Tankfüllung geschafft. 10.20 Uhr – Tanken in Mora, bezahlen in € bei OK Q8, aber mit Umrechnungskurs 1: 8 110 Liter für 200 €. Der Verkäufer schlug kräftig auf. 13,87l pro 100 km, ganz schön deftig der Verbrauch von Willi! Hier beginnt Schweden für mich. Dann geht es weiter bis zur Högfors Kraftstation. Es ist ein schöner, ruhiger Platz am Wasser. Unterwegs sind wir die „Loppis“ angelaufen, um vielleicht eine gebrauchte Fliegenrolle zu erstehen, aber nichts da, allen Scheiß verkaufen sie, von 100 Jahre alten Sensenstielen, leeren Bierflaschen und was weiß ich noch alles. Jeder hat hier eine Angel, aber denkst du, man bekommt eine? Na morgen haben wir ja noch mal 350 km bis zu Zschirli, vielleicht klappt es da. Auf der Straße WOMOS über WOMOS. So viele habe ich noch nie gesehen hier oben. Die 45 war voll. Früher waren wir mutterseelenallein. Wir dachten auch, dass durch den hohen Dieselpreis der Tourismus abnimmt. Falsch gedacht, wobei es aber sein kann, dass die Schweden jetzt dadurch im eigenen Land bleiben, denn deutsche Womo und Wowa waren wenig zu sehen. Wir kommen in Högfors um 17.30 Uhr an, machen Abendbrot, gehen mit den Hunden raus und absolvieren noch eine kleine Wanderung hinter dem Kraftwerk. Ein Lachsangler steht mutterseelenallein am Horkan. Nichts ist mit Fliege, die gehen in die Vollen hier. Mit Z-Blinker oder Wurm auf Forellen. Zwei andere Angler, die ihr Fahrzeug auch bei uns geparkt haben, frage ich nach dem Erfolg. Nichts ! Wie soll auch bei so vielen Baustufen im Fluss da noch ein Lachs aufsteigen, um die Art zu erhalten. Bald werden nur noch eingesetzte Fische unsere Flüsse, Bäche und Seen bevölkern. Eine Schande, alle Flüsse sind verbaut, da steigt kein Lachs mehr auf. Von wegen Naturschutz!
Ein WOWA kommt und beide Hunde schießen kläffend aus dem WOMO raus und umkreisen das ankommende Auto und den Wohnwagen. Ehe ich die Leute ansprechen konnte, hatten sie auch schon umgedreht und Reißaus genommen. Wir stehen also wieder allein. Heute geht es wieder früh in den Alkoven, denn ich fahre nur 80 – 90 km/h, da kommt man auf ein Mittel von max. 50 km/ h, also für 100 km zwei Stunden, wenn man die Zeit für Frühstück und Loppibesuche mitrechnet.
Km - Stand 153822. Also knappe 700 km in rund 14 Stunden. Das Wetter wie die ganze Fahrt, mal Regen und mal Sonnenschein.
4. Tag 19.07.08 - Samstag
Habe eben ein paar Fotos vom Nebel über den (Hogfosenälv) gemacht. Hunde raus zur Geschäftsarbeit und ab geht es um 5.30 Uhr. Gudrun wie immer noch im Alkoven. Der Nachteil, kein Loppi hat zu dieser Zeit auf und um 9.30 Uhr machen wir Frühstück auf einem Polterplatz der Forstwirtschaft. Im Wald kann man ja nicht sagen, der wurde ja brutal und ohne Rücksicht auf die andere Vegetation mit ihren „ERNTEMASCHINEN“ abgeholzt. Von Naturschutz keine Spur. Ich sehe vor Storuman, wo wir noch mal Gudruns Konto belästigt haben, auf den Laptop. Doch was ist das? Dort wo Zschirlis Haus eingezeichnet ist, geht nicht mal ein Weg hin! Also Zschirli eine SMS geschickt, bloß der Akku ist gleich alle. Wir haben aber leider kein Aufladekabel für den Zigarettenanzünder bekommen. Können wir die Nachricht noch empfangen? Zschirli meldete sich dann auch schnellstens telefonisch und sendete uns die Wegbeschreibung per SMS. Ohne die hätten wir es nie gefunden. Das wäre eine Blamage. Nach der exakt militärischen Wegbeschreibung trafen wir punktgenau am Zielort ein. Wir wurden herzlichst begrüßt. Oh man, dachte ich. Hier sollst du stehen? Nee und noch mal nee! Aber wie sage ich es Zschirli? Die ist so nett und ihr Mann so hilfsbereit. Nur durch die Blume. Aber die Sache klärte sich von allein, wir sollten dort gar nicht stehen sondern wirklich nur ein paar Meter weiter mit Wasser, Toilette und Strom. Der Nachbar war in Urlaub und wir konnten die Hunde frei laufen lassen. Wir waren überglücklich über den tollen Platz. Matthias wies uns in allem ein und klärte mich auch über Boot und Anders, ein echter Naturfreak, auf. Wir begannen es uns häuslich zu machen. Willi wird elektrisch angeschlossen, Gas auf, Pavillon, so ein viereckiger ausklappbarer, aufgebaut und fertig waren wir. Heute Abend geht es noch angeln! Voller Freuden gehen wir zum See, was heißt See? Wir sind auf einer Insel, ringsherum Wasser. Na gut, wir gehen zum See und suchen das weiße Boot des Nachbarn von Nicole und Matthias. Nichts an der beschriebenen Stelle, weder weiß, noch Boot. Nur ein paar Spuren deuten darauf hin, dass da mal ein Boot am Strand gelegen haben könnte und vor ein paar Stunden in See gestochen ist. Na auch egal, die werden ja mal wiederkommen und dann geht es die Nacht durch Liebling! Hier bleibt es ja zu dieser Zeit immer hell. Es war aber nichts mit dem zurückkommenden Boot. Wir gehen zu Zschirli abends, um ihr die „Forum - DVD“, erster Teil, zu zeigen. Sie, Peter und Martina haben ja Mitspracherecht. So um halb zwei kam das jährliche Phänomen, ich bin ja schon langsam müde, aber es ist ja noch nicht dunkel…. Passiert uns jedes Jahr. Nun aber los! Bei den hundert Metern Nachhauseweg machten wir die Bekanntschaft von Anders durch Sarah. Diese alte 13-jährige Schnepfe rennt mit einem Mal dem jungen Rüden nach. Sterilisiert! Aber irgendwie gibt es da ein Haufen Gleichnisse für den Menschen. Sattelt die doch mit einem mal bei dem Rüden auf! Der wusste gar nicht wie im geschieht. Hoffentlich denkt der jetzt nicht, dass muss immer so sein. Jedenfalls verabredeten wir uns mit Anders für den nächsten Tag um zwölf Uhr mittags.
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