Urlaub 2008

Dein persönlicher Urlaubsbericht. Erzähle uns, was du Spannendes erlebt hast. Fotos willkommen.
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Fhre Schweden: Mit Stena Line nach Skandinavien: Sassnitz-Trelleborg

nobse

Urlaub 2008

Beitragvon nobse » 25. August 2008 14:11

So,nun werde wir die interessierten unter euch an unserem Urlaub 2008 scheibchenweise teilhaben lassen. Ich will noch einmal betonen ,dass dieser bericht nicht extra für das Forum geschrieben wurde ,sondern als Erinnerung für uns selbst. Natürlich treten da dann Passagen auf die manchmal eher privater oder eben forumsinterner Natur sind. Man soll es gar nicht glauben, was man alles nach einem knapp sechswöchigen Urlaub schon vergessen hatt.

Urlaub Sommer 2008

Seit Tagen fiebern wir nun doch langsam unserem Schwedenurlaub entgegen. Im Vorfeld gab es Riesenprobleme. Ich bekomme nur Absagen zu Arbeitsplätzen und Gudrun hatte auch Probleme mit ihrer Arbeit, weiß immer noch nicht, an welcher Schule sie im kommenden Schuljahr arbeiten darf.
Das ganze Jahr spart man, doch jeden Monat kommen Dinge, die bezahlt werden müssen und nicht vorauszusehen sind. Die fixen Kosten steigen und steigen, man weiß nicht mehr, wo man das Geld herholen soll. Solche Probleme hatte ich früher nicht. Im Grunde reicht ja das Geld, aber wenn es alle ist, ist noch soviel „Monat“ übrig. Dann auch noch der TÜV und die Werkstatt für Willi. Es würde hier Seiten füllen. Ein Glück, dass ich nur T-Shirt trage, an den Hemden wäre nirgends mehr ein Kragen dran, die wären alle weggeplatzt. Dann geht Gudruns Laptop noch kaputt und der Service ist wie zu besten DDR - Zeiten. „ Ob Sie sich aufregen oder nicht, das interessiert mich gar nicht!“, sagte doch so eine junge Kröte zu mir. Die wollte ich schon durchs Telefon ziehen. Na ja, vielleicht kommt er heute repariert zurück. Die Fliegenrute, die ich heimlich bestellt hatte, brachte der Lieferservice ausgerechnet genau in diesem Moment als Gudrun aus der Schule kam. Alles geht schief! Ihr Gesicht muss man gesehen haben, sagen tut sie ja nichts. Nun werden wir alle Lobbys in Schweden anlaufen, um eine Rolle zu kaufen, habe ich häufig dort gesehen. Will ich doch trotz meines Alters noch in diesem Jahr mit der Fliegenfischerei anfangen.
Da soll man sich dann noch auf den Urlaub freuen. Aber es kommt langsam. Noch zweimal schlafen, dann geht es los. Die Konten haben wir schon geplündert, damit die uns sie nicht sperren können. Den Rest, der sich noch darauf befindet, lösen wir in Schweden ein, um Kronen zu bekommen.


1. Tag
16.07.08 - Mittwoch

11.15 Uhr. Alles soweit fertig, nur das Zubehör für die Laptops muss noch eingepackt werden. Ich überlege noch, ob ich ein oder zwei Aggregate mitnehme, eins steht schon in der Toilette, da wird das Pinkeln zum Acrobatenstück.
Das GPS - Gerät spinnt auch, bekomme keinen Empfang. Hätte ich doch vorige Woche noch mal probieren sollen. Soviel Schlamassel vor dem Urlaub hatte ich nie.
Na mal sehen, was passiert. Ich muss ja doch noch auf Gudrun warten, denn sie muss noch die Zeugnisse ausgeben und zur Dienstberatung.
11.23 Uhr. So nun haben wir auch Empfang, das Ding musste wohl erst aus dem Schlaf geholt werden. Gudrun kommt und sofort werden Fenster und Türen im Haus kontrolliert und dann wird sie sofort auch gleich ins Womo verfrachtet.
Abfahrt: 14.50 Uhr ; Km – Stand 152276
15.07 Uhr- Brot geholt bei Netto Grünheide. Wir wollten es von unserem Bäcker Scharmer holen, aber vergessen. Mist! Dreifacher Mist. Er hat das beste Brot.
Es regnet! Der „liebe Gott“ bereitet uns auf Skandinavien vor. Autobahn Erkner um 15.18 Uhr erreicht.
15.30 Uhr – 1. Stopp an der Seeberg-Tankstelle, sind schon müde. Nach einer halben Stunde! Wir legen uns hin. Das fängt ja heiter an, so kommen wir niemals nach Lappland.
Abfahrt von Seeberg- 16.25 Uhr und Regen.
Nur Mistwetter - das hatten wir noch nie bei der Abfahrt.
Wir fahren jetzt auf die A 24 auf. Es ist inzwischen schon 17.05 Uhr.
17.50 Uhr – fahren jetzt auf die A 19. Der Regen ist fast weg, nur noch vereinzelt Tropfen.
18.50 Uhr. Wir erreichen die Tankstelle Recknitz- Km – Stand: 152510 und tanken 33,2 Liter für 50,63 € und kaufen eine O2 Karte für 15 €. Einfach aus Gewohnheit, ohne Überlegung! Haben das Gehirn wohl schon ausgeschaltet und nur mit Urlaubsgedanken gefüllt! Das kann doch niemals für 6 Wochen reichen!!!
Ankunft Fährhafen: 19.40 Uhr. Polizeikontrolle! „Bundespolizei!“ „AHA – FBI !“ Wissen die Damen und Herren Beamten vom Zoll nicht mehr, was sie tun sollen? Jetzt haben die ehemaligen „Filzstifte“ nur einen anderen Namen. Bundespolizei oder Antiterroreinheit. Kontrolliert wird aber auch nur der Führerschein und die Zulassung. Die Beamten sind aber sehr nett, sogar für einen Spaß aufgelegt.
Wir suchen uns einen Platz zwischen den Trucks, gehen mit den Hunden und hauen uns um 23.00 Uhr in die Falle.
Km – Stand: 152550

2. Tag
17.07.08 - Donnerstag

Wir wachen um 5.00 Uhr auf, zu spät! So gibt es eben keinen Kaffee vorher. Wir bezahlen das Ticket - 308.00 € - am Durchlass und ab geht es, Abfahrt 6.00 Uhr. Ohne Frühstück! Wie fast immer mit der „Prinz Frederick“.
Wir kommen in Gedser erst um 8.00 Uhr an – Verspätung, da es sehr windig draußen ist, wieder dunkle Wolken am Himmel. Hoffentlich geht es nicht so weiter!
Auf der Fähre kaufte Gudrun eine zusätzliche Brille für 10 €, einen Becher Kaffee erhielt sie umsonst, da sie sich so „ dämlich“, natürlich nur lieb gemeint, beim Einfüllen anstellte und die Hälfte des Kaffees daneben lief.
17 Grad, die Sonne versucht zu blinzeln in Dänemark.
Um 8.45 Uhr sind wir auf die E 47 rauf gefahren, haben also 45 Min. gebraucht!!!
In Tappernoje kaufen wir 2 Weißbrote für 50 Kronen, später stellt sich heraus, dass das zweite zuviel war. In diesem Jahr gab es erstmals kein Angelzeug hier zu kaufen.
Wir werden jetzt schon wieder müde, erreichen Karlslunde um 10.00 Uhr, Helsingør um Punkt 11 Uhr, wie immer 3 Stunden Fahrt. Gudrun lacht mich aus, da ich ständig behaupte, dass wir immer nur 2 Stunden durch Dänemark brauchen und sie hatte mal wieder Recht!!
Unsere Fähre, namens Hamlet, legt um 11.10 Uhr ab. Kommen in Helsingborg um 11.27 Uhr, 20 Min. Fahrt, an.
Unser erster Fahrerwechsel ist bei Getinge. Gudrun fährt ab 152858 km.
14.35 Uhr - Sie verfranst sich so richtig in Göteborg, eh sie mich versteht, ist die Möglichkeit des Spurwechseln vorbei, dann wird die falsche Abfahrt genommen, nun bring uns mal schön selber über eine große Runde durch Göteborg zurück zur E 6! Tja Mädchen, Vorwegweiser, Striche und Linien haben schon ihre Bedeutung!
An einer Kreuzung steht sie auf der linken Geradeausspur, die Linksabbiegerampel leuchtet grün. „ Bei rot bleibe stehen, bei grün kannst du gehen!“, denkt sich Gudrun und gibt Fersengeld. Doch es sind doch nur die Linksabbieger gemeint! Ich schließe meine Augen, in der Hoffnung, diese Kreuzung heil zu überstehen, keiner weiß mehr, was er machen soll, alles an der Kreuzung steht! Keiner traut sich zu fahren! Gudrun blockiert die ganze Kreuzung! Nur „ein Intelligenter“ hupt und denkt, er könnte Gudrun damit den richtigen Weg sagen. Zu allem Überdruss will sie jetzt auch noch LINKS abbiegen und sich mit so einem 40 - Tonner ein Duell liefern, der aber traut ihr nicht übern den Weg und bleibt vorsichtshalber stehen. Ich brülle, was das Zeug hält. Sie gibt zurück: „ Die haben mir doch gezeigt, dass ich links abbiegen soll!“ Manch einer gewinnt eben seinen Führerschein in der Fernsehlotterie. Nirgends ist eine Chance zum Fahrerwechsel. Wie sie dann die Spuren immer gewechselt hat, oh Gott, mein Herz - und ich konnte nichts machen. Der Schutzengel hat diesmal wirklich nicht gepennt. Sie muss aber wenigstens zwei haben – mit GPS! Oder der Teufel hat diesmal ein Nickerchen gemacht. Man kennt doch den Spruch: „Der Teufel schläft nie, nur der Schutzengel macht ab und zu ein Nickerchen!“

Endlich nach Göteborg auf der 45 - Fahrerwechsel!!!! Kommen hinter Mellerud um 17.30 Uhr an. Notschlafplatz 30 m von der Straße weg, mit Schutzwall aus einer natürlichen Steinwand davor.
153135 km - Stand
Gudrun haut Rührei in die Pfanne, das erste Essen heute und finito. Wenn ich aufwache, fahre ich weiter!
Ein Glück, bald sind wir in Lappland…Dort wird es zeit- und endlos und wir brauchen die Minuten und Kilometer nicht mehr zu dokumentieren.

3. Tag
18.07.08 - Freitag

Ich fahre um 5.30 Uhr los, bei Sonnenschein, Gudrun macht um 7.30 Uhr Frühstück bei Km-Stand 153303, wollen heute noch Lappland erreichen.

Mc Willi hat 793 km mit dieser Tankfüllung geschafft.
10.20 Uhr – Tanken in Mora, bezahlen in € bei OK Q8, aber mit Umrechnungskurs 1: 8
110 Liter für 200 €. Der Verkäufer schlug kräftig auf.
13,87l pro 100 km, ganz schön deftig der Verbrauch von Willi! Hier beginnt Schweden für mich.
Dann geht es weiter bis zur Högfors Kraftstation. Es ist ein schöner, ruhiger Platz am Wasser. Unterwegs sind wir die „Loppis“ angelaufen, um vielleicht eine gebrauchte Fliegenrolle zu erstehen, aber nichts da, allen Scheiß verkaufen sie, von 100 Jahre alten Sensenstielen, leeren Bierflaschen und was weiß ich noch alles. Jeder hat hier eine Angel, aber denkst du, man bekommt eine? Na morgen haben wir ja noch mal 350 km bis zu Zschirli, vielleicht klappt es da.
Auf der Straße WOMOS über WOMOS. So viele habe ich noch nie gesehen hier oben. Die 45 war voll. Früher waren wir mutterseelenallein. Wir dachten auch, dass durch den hohen Dieselpreis der Tourismus abnimmt. Falsch gedacht, wobei es aber sein kann, dass die Schweden jetzt dadurch im eigenen Land bleiben, denn deutsche Womo und Wowa waren wenig zu sehen.
Wir kommen in Högfors um 17.30 Uhr an, machen Abendbrot, gehen mit den Hunden raus und absolvieren noch eine kleine Wanderung hinter dem Kraftwerk. Ein Lachsangler steht mutterseelenallein am Horkan. Nichts ist mit Fliege, die gehen in die Vollen hier. Mit Z-Blinker oder Wurm auf Forellen. Zwei andere Angler, die ihr Fahrzeug auch bei uns geparkt haben, frage ich nach dem Erfolg. Nichts ! Wie soll auch bei so vielen Baustufen im Fluss da noch ein Lachs aufsteigen, um die Art zu erhalten. Bald werden nur noch eingesetzte Fische unsere Flüsse, Bäche und Seen bevölkern. Eine Schande, alle Flüsse sind verbaut, da steigt kein Lachs mehr auf. Von wegen Naturschutz!

Ein WOWA kommt und beide Hunde schießen kläffend aus dem WOMO raus und umkreisen das ankommende Auto und den Wohnwagen.
Ehe ich die Leute ansprechen konnte, hatten sie auch schon umgedreht und Reißaus genommen. Wir stehen also wieder allein.
Heute geht es wieder früh in den Alkoven, denn ich fahre nur 80 – 90 km/h, da kommt man auf ein Mittel von max. 50 km/ h, also für 100 km zwei Stunden, wenn man die Zeit für Frühstück und Loppibesuche mitrechnet.

Km - Stand 153822. Also knappe 700 km in rund 14 Stunden.
Das Wetter wie die ganze Fahrt, mal Regen und mal Sonnenschein.



4. Tag
19.07.08 - Samstag

Habe eben ein paar Fotos vom Nebel über den (Hogfosenälv) gemacht. Hunde raus zur Geschäftsarbeit und ab geht es um 5.30 Uhr. Gudrun wie immer noch im Alkoven. Der Nachteil, kein Loppi hat zu dieser Zeit auf und um 9.30 Uhr machen wir Frühstück auf einem Polterplatz der Forstwirtschaft.
Im Wald kann man ja nicht sagen, der wurde ja brutal und ohne Rücksicht auf die andere Vegetation mit ihren „ERNTEMASCHINEN“ abgeholzt. Von Naturschutz keine Spur.
Ich sehe vor Storuman, wo wir noch mal Gudruns Konto belästigt haben, auf den Laptop. Doch was ist das? Dort wo Zschirlis Haus eingezeichnet ist, geht nicht mal ein Weg hin! Also Zschirli eine SMS geschickt, bloß der Akku ist gleich alle.
Wir haben aber leider kein Aufladekabel für den Zigarettenanzünder bekommen. Können wir die Nachricht noch empfangen? Zschirli meldete sich dann auch schnellstens telefonisch und sendete uns die Wegbeschreibung per SMS. Ohne die hätten wir es nie gefunden. Das wäre eine Blamage. Nach der exakt militärischen Wegbeschreibung trafen wir punktgenau am Zielort ein.
Wir wurden herzlichst begrüßt.
Oh man, dachte ich. Hier sollst du stehen? Nee und noch mal nee! Aber wie sage ich es Zschirli? Die ist so nett und ihr Mann so hilfsbereit.
Nur durch die Blume. Aber die Sache klärte sich von allein, wir sollten dort gar nicht stehen sondern wirklich nur ein paar Meter weiter mit Wasser, Toilette und Strom. Der Nachbar war in Urlaub und wir konnten die Hunde frei laufen lassen. Wir waren überglücklich über den tollen Platz. Matthias wies uns in allem ein und klärte mich auch über Boot und Anders, ein echter Naturfreak, auf.
Wir begannen es uns häuslich zu machen. Willi wird elektrisch angeschlossen, Gas auf, Pavillon, so ein viereckiger ausklappbarer, aufgebaut und fertig waren wir.
Heute Abend geht es noch angeln!
Voller Freuden gehen wir zum See, was heißt See? Wir sind auf einer Insel, ringsherum Wasser. Na gut, wir gehen zum See und suchen das weiße Boot des Nachbarn von Nicole und Matthias. Nichts an der beschriebenen Stelle, weder weiß, noch Boot. Nur ein paar Spuren deuten darauf hin, dass da mal ein Boot am Strand gelegen haben könnte und vor ein paar Stunden in See gestochen ist.
Na auch egal, die werden ja mal wiederkommen und dann geht es die Nacht durch Liebling! Hier bleibt es ja zu dieser Zeit immer hell.
Es war aber nichts mit dem zurückkommenden Boot. Wir gehen zu Zschirli abends, um ihr die „Forum - DVD“, erster Teil, zu zeigen. Sie, Peter und Martina haben ja Mitspracherecht. So um halb zwei kam das jährliche Phänomen, ich bin ja schon langsam müde, aber es ist ja noch nicht dunkel….
Passiert uns jedes Jahr.
Nun aber los! Bei den hundert Metern Nachhauseweg machten wir die Bekanntschaft von Anders durch Sarah. Diese alte 13-jährige Schnepfe rennt mit einem Mal dem jungen Rüden nach. Sterilisiert! Aber irgendwie gibt es da ein Haufen Gleichnisse für den Menschen. Sattelt die doch mit einem mal bei dem Rüden auf! Der wusste gar nicht wie im geschieht. Hoffentlich denkt der jetzt nicht, dass muss immer so sein.
Jedenfalls verabredeten wir uns mit Anders für den nächsten Tag um zwölf Uhr mittags.

Sabine

Re: Urlaub 2008

Beitragvon Sabine » 25. August 2008 15:01

Sehr schön geschrieben!
Bringt Spaß es zu lesen!
Will mehr!
:lol:
Viele Grüße
Sabine

nobse

Re: Urlaub 2008

Beitragvon nobse » 25. August 2008 15:22

Hallo Sabine! Da haben wir ja mal wieder direkten Kontakt über das Internet. Bis jetzt haben ja Nicole und Peter uns geholfen ,zu erfahren wie es dem anderen geht.
Ich beineide dich um deinen künftigen Wohnort.

Nyckelpiga
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Re: Urlaub 2008

Beitragvon Nyckelpiga » 25. August 2008 15:23

Ich habe mich geráde auf eure Kosten kaputt gelacht, obwohl die Situation n Göteborg bestimmt nicht zum Lachen war....
aber so wie ihr es beschreibt, einfach herrlich... :lol: :lol:

das birgt einen großen Suchtfaktor :lol: :lol:

ich freue mich auf mehr von Euch !

und schön das ihr wieder da seid...

Liebe Grüße Anja :smt006
Mit einem Lächeln im Gesicht geht alles gleich viel leichter ... !

Sabine

Re: Urlaub 2008

Beitragvon Sabine » 25. August 2008 15:23

:smt040
Danke!!Ihr seit jederzeit herzlich willkommen!!
:smt006

Nyckelpiga
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Re: Urlaub 2008

Beitragvon Nyckelpiga » 25. August 2008 15:27

@ Sabine
Hab ich da was verpaßt ???? :smt064

:haeh:

bist du auch bald ein Schwede ????
das ist mir irgendwie entgangen.....

Liebe Grüße Anja :smt006
Mit einem Lächeln im Gesicht geht alles gleich viel leichter ... !

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Re: Urlaub 2008

Beitragvon Fanny » 25. August 2008 15:40

Hallo Nobse,
schön, dass du dich so schnell aufraffen konntest und uns deinen Bericht zu lesen gibst. Die Fotos sehen auch sehr vielversprechend aus.
Ich freue mich auch schon auf die Fortsetzungen.

:smt006
Das Glück ist das einzige, das sich verdoppelt, wenn man es teilt. (Albert Schweizer)

nobse

Re: Urlaub 2008

Beitragvon nobse » 25. August 2008 20:57

Hier geht es weiter..

5. Tag
20.07.08 - Sonntag

Heute bin ich schon wieder um 5 Uhr wach und mit den Hunden raus, danach ordne ich alle Bilder und dann fallen mir die Augen zu.
Um zehn vor zwölf schmeißen mich die Hunde raus. Es muss jemand in der Nähe des Womos sein. Kurz durchs Fenster geblickt, Matthias!
Er teilt uns mit, Anders kommt erst später, weil er mit seinem Besuch angeln fährt und Anders ihn gern bei unserem Gespräch dabei hätte. Mit dem Boot ist auch noch nichts geklärt. Na prima, der Tag fängt ja schön an.
Wir vertreiben uns also die Zeit mit einer kleinen Wanderung, sammeln Pflanzen und gucken uns dann bloß wieder an, weil wir nicht wissen, wann Anders nun kommt. Ich fange an, die ersten Pflanzen zu pressen und Gudrun Mc Willi innen und außen zu wienern. Wenn das so weiter geht, sieht keiner mehr, dass Willi dieses Jahr den 10. Geburtstag feiert.
Plötzlich fährt Anders an uns vorbei, weg war er. Nun gucken wir noch blöder. Matthias kommt vom Angeln zurück und fährt uns mit seinem VW Bus zum Vindelälven. Wir versuchen uns im Lachsangeln, aber außer einem kleinen Hecht und einem Barsch kommt nichts an das Ufer. Wir rufen Matthias an und er holt uns wieder vom Vindelälven ab. Am Abend sitzen wir wieder bei Zschirli mit ihrem gesamten Besuch und betrachten uns Bilder. Es wird natürlich wieder spät.

6. Tag
21.07.08 - Montag

6.30 Uhr. Heute wieder erst spät aufgestanden, da ich erst um halb fünf in den Alkoven kam. Ich versprach Gudrun, dass sie sich wieder hinlegen könnte, wenn sie Frühstück gemacht hat.

Rührei mit Speck möchte ich! Um 7.30 Uhr kam aber Matthias und berichtete, dass das Boot an einem anderen See liegt. Entweder holen wir das Boot oder wir fahren jedes Mal dort hin um zu angeln. Zum Hin – und Herfahren hatte ich keine Lust. Auch will ich angeln gehen, wenn ich aufwache, egal um welche Uhrzeit und wer weiß, was das für Leute sind, haben wir doch schon genug Erfahrung mit dem „Bootteilen“. Große Ereignisse werfen ihren Schatten voraus!
Doch erst soll es nach Sorsele gehen, um Geld zu tauschen. Prima Idee von Mathias, Euro auf sein Konto einzuzahlen und sofort in Kronen auszahlen zu lassen. So fallen so gut wie keine Gebühren an! Matthias denkt an alles.
Vorher spazieren wir aber noch zum ICA, um eine Fiskekort zu kaufen.
Also dann ab nach Sorsele. Matthias fährt die ganze Strecke durch den Wald und nicht die 45 entlang, denn die kennen wir ja. Er tut einfach alles für uns und beide lesen uns unsere Wünsche von den Augen ab. Das muss man erlebt haben! Aber wir wollten ihnen doch nicht zur Last fallen. Vielleicht sehen wir doch noch einen Elch oder einen Bären, denn hier soll es viele geben. Kurz vor dem Ort ist im Vorjahr der letzte Bär gesichtet worden.
Wir hatten eine schöne Fahrt bis Sorsele durch den Wald und haben gleich noch ein Forellengewässer gefunden, da werden wir uns eine Nacht hinstellen und ich kann dort richtig das Werfen mit der Flugschnur üben.
In Sorsele ging alles auf der Bank klar und dann ab in den Angelladen. Ich schwöre auf meine beiden Wobbler, die ich voriges Jahr in Karesuando und Vittangi gekauft habe. Einen habe ich verschenkt und den anderen am letzten Tag im Urlaub 2007 verloren.
Aber die gab es auch nicht hier. Ersatzweise wurden, zum Leid des Kontos meiner lieben Frau, bauähnliche Produkte gekauft, sie sind um die Hälfte billiger als in Deutschland. Angelzeug sollte man wirklich in Schweden kaufen.
Nach der Rückkehr nach Gargnäs, fuhr uns Mathias dann mit gesamter Angelausrüstung zum Boot. Erst zwei Tage hier, ein System von verbundenen Seen, ob ich da zurück nach Hause finde? Oder lande ich im Vindelälven? Das wäre es dann wohl gewesen.
Wind, Regen und Angst in den Vindelälven zu landen, machten uns zu schaffen.
Elektromotor – off . Rudern war angesagt, denn es musste mit der Batterie gespart werden. Gudrun reißt ein Stahlvorfach im Schilf ab. Jetzt habe ich die Schnauze voll vom Schleppen. Urig tolles Hechtgebiet, doch man kann bei dem Wind mit unserem kleinen E - Motor den Kurs nicht halten. Heute schlage ich eher einen Hecht mit dem Riemen tot, als einen an den Wobbler zu bekommen…
Wenigstens zwei Stunden rudere ich das Ufer entlang, bei starkem Wind, um den Ausgang dieses Teils des Sees zu finden und um in den Gargøn zu kommen.

Wir fanden den Ausgang aber nicht. Doch eigentlich schon, aber ich wollte Gudrun nicht glauben, dass er der richtige Weg sei. Es war eine kleine Brücke, deren Wasserpartie mit Schilf bewachsen war, die dahinter noch dichter war. Da ist doch nie eine Strömung, dachte ich. Aber Gudrun war sich sicher, dass dies der richtige Weg ist, hat Matthias ihr doch diesen richtig und genau beschrieben. Aber ich drehte wieder um und versuchte hinter einer Insel weiter hinten, den Ausgang zu finden, aber „nitschewo“! So ein bisschen Angst kam auch auf, wir wussten ja nicht mal, wo wir sind und wo wir hin wollten.
Zu allem Überdruss hat jedes Lebewesen auch eine Verdauung und die vollendet sich manchmal in den ungeeignetsten Momenten. Also bei Regen an Land, denn: „ Ich muss mal in den Birkenwald, denn meine Pillen wirken bald“. Im wahrsten Sinne eine „Scheißstellung“, denn die Plünnen gehen nicht weit genug runter, man hatte ja Stiefel an! Hoffentlich erschrecke ich keinen Bären! So etwas hat der bestimmt noch nie gesehen. Aber was ist das? Frauenstimmen! Die klangen auch noch sehr laut und lustig. Ganz nah! Oh Gott, mir bleibt aber auch nichts erspart. Noch mal alles gut gegangen. Hoffentlich! Ich weiß ja nicht, über was die sich unterhalten haben, die haben sich vielleicht schon über mich lauthals lustig gemacht? Und „Hier kennt mich ja keiner“, kannst du abhaken! Jeder weiß, wer wir sind, nur wir kennen keinen. Die Buschfunktrommel funktioniert hier, wie bei den Apachen auch ohne Rauch.
Nun aber weiter den Ausgang gesucht, was bleibt uns weiter übrig? Keiner da, nur so eine 4 m breite Brücke voll mit Schilf. Also zurück zu dieser gerudert. Karte ist nicht und ich habe keine Ortskentnisse. Nun aber durch das kleine Ding durch und siehe da, hinter dem Schilf gibt es noch viel mehr Wasser, welches aber so flach ist, dass man auf Grund läuft. Ich werde wahnsinnig. Durch den Wellengang ist der niedrige Wasserstand der Wasserverbindung nicht zu sehen. Nun stehen wir mitten im Wasser. Klasse Horst! Aussteigen heißt es und das Boot befreien! Bei der Gelegenheit füllen sich dann meine Stiefel mit Wasser. Die Anwohner müssen sich jedenfalls schief lachen über die Navigationskenntnisse von uns beiden. Jedenfalls erscheint dann so etwas wie ein breiter Fluss. Aber in welche Richtung fahren? Es ist keine Strömung durch den Wind zu erkennen und der Gargøn fließt hier sowieso sehr langsam.
Ich entscheide mich für rechts lang. Hoffentlich ist dies richtig!? Jetzt aber Motorkraft eingesetzt!!! Zum Anfang laufen wir gleich auf einen Stein mit dem Motor, starker Gegenwind, Regen und plötzliche Untiefen und Kraut, machen uns beiden keinen Spaß. Es dunkelt durch die Wolken, ein Glück, dass es hier nicht „zappenduster“ wird. Nach dem See kommt schon wieder ein neuer, der Wind noch stärker, das Boot nimmt gegen den Wind keine Fahrt mehr auf. Umkehren?! Endlich die einzige Stelle zum Anlegen gefunden und Matthias angerufen. „Wir wissen nicht, wo wir sind!“
Die Angeln und den Motor im Boot lassen wir da wo sie sind und kriechen die steile Böschung nach oben. Gudrun auf allen Vieren und ich wie ein Bergaffe, an allen Zweigen und Bäumen festhaltend.
Wir müssen aber über ein Grundstück und sind aber gleich an einer befestigten Straße. Unangenehm! Wir werden beobachtet, das fühle ich genau, aber man sieht keinen. Den hätte ich dann aber um Orientierungshilfe gebeten. Vielleicht läßt er sich deshalb nicht sehen?
Matthias erzählte mir von einem Deutschen, der hier gehasst wird wie die Pest, weil er wahllos mit seinen „Gästen“ Elche abballert und das Fleisch schon im Wald liegen gelassen hat. Nur der Trophäe wegen.
Aber nach fünf Minuten kommt auch schon gleich Mathias angesaust. Er muss geahnt haben, wo wir stecken, holt die schwere Batterie aus dem Boot und trägt sie wie an der „Uhrkette“ die Böschung nach oben, als wenn sie kein Gewicht hätte. Ich hätte das nach dieser Fahrt nicht mehr geschafft. Er ist wieder einmal unsere Rettung!
Fazit - keine Fische und das Boot steht irgendwo in der Gegend rum mit Angeln und Motor. Wir sind beide nass bis auf die Knochen, durchgefroren und hungrig, aber dennoch ein toller Tag. Wir brauchen keinen Animateur, immer nur Helfer, diesmal in Form von Matthias. Danke Matthias! Wir hoffen, dass nicht noch weitere Bewährungsproben auf dich zukommen. Die Grillparty von Zschirli und Matthias müssen wir beide aus Konditionsgründen hinsichtlich Kälte und Regen, leider absagen. Trotz Hunger bekommen wir keinen Bissen herunter, so geschafft sind wir. Zu allem Überdruss bricht auch noch unser neues Vorzelt „ Made in China“ zusammen. 60 € im Ar….. Dieses hatte Gudrun erst zwei Tage vor der Abreise erstanden.
Mal sehen, was morgen passiert. Ob wir das Boot nun endlich in die Nähe von Mc Willi bekommen? Und vielleicht ein klitzekleines Fischchen fangen?

Von heute gibt es nicht mal Fotos ,deshalb andere, verständlich oder...?

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Re: Urlaub 2008

Beitragvon Fanny » 25. August 2008 21:15

Junge, Junge,
ihr macht ja Sachen.
Eigentlich dürfte man euch ohne Aufsicht gar nicht los lassen.
:smt064
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Re: Urlaub 2008

Beitragvon stavre » 26. August 2008 14:47

jaja................wenn "touris" auf die natur losgelassen werden................

ihr seid aber nicht die einzigen,denen so was passiert :goodman:


duckundwech

elke


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