9. Tag
24.07 Donnerstag
Heute müssen wir das Boot zurückbringen. Bombenwetter zum Angeln. Na Klasse!
Also um sieben das Boot geschnappt und den ganzen Weg zurück. Bei herrlichstem Angelwetter! Vom weitem sehe ich schon an der Stuga, die 20m weit weg vom Ufer steht, eine Frau Ausschau halten. Ich hab ein blödes Gefühl. Die wartet bestimmt schon auf das Boot. Dann geht sie wieder rein. Hi, sie muss uns nicht gesehen haben, denn beim Anlegen erscheint sie splitternackt und wollte gerade baden gehen. Uie, uie, alles am rechten Fleck und wohlproportioniert, hmmm! Ein wirklich estehtischer , toller Anblick also. Wie vom Blitz getroffen bleibt sie stehen und wie Ariel gleich, verschwindet sie wieder nach drinnen, um Sekunden später auf Schwedisch schimpfend zu erscheinen. Hat mich mein Gefühl doch nicht getäuscht. Es gibt Ärger. Lässig gehe ich an ihr vorbei, (ihr Gesicht sieht ja schlimmer aus als der letzte Donnerstag, sie hätte mal lieber nackt bleiben sollen) und sage : „ Do you speak English, my wife speak English.“ Ich verstehe nur soviel, dass sie zwei Tage auf das Boot gewartet hat und jetzt aber nach Hause fährt. Dann hätte die blöde Kuh anrufen sollen und wir hätten das Boot bei dem Sauwetter nicht holen brauchen und erst jetzt bei dem guten Wetter holen können.
Es ist der erste Schwedische Drachen, dem ich begegnete. Irgendetwas ist jedenfalls schief gelaufen und Zschirlis Mann kann sich die Sache auch nicht erklären.
Also wenn wir kein Boot mehr haben, kommt Plan B zum Einsatz. Er hat uns eine herrliche Angelstelle im Wald am Gargăn gezeigt, da werden wir über Nacht bleiben.
Vorher überrede ich aber Gudrun noch mal zu den „Loppifritzen“ zu gehen, um für "sie" eine Angel zu kaufen. Komischer Weise freue ich mich mehr darüber als Gudrun.
Nachmittags geht es dann an den Gargăn, doch mir ist ein wenig unwohl, da diese Stelle, die man uns gezeigt hat, außerhalb der „ Fiskekort“ liegt.
Deshalb wurde wieder abgebrochen und der Angelladen in Sorsele aufgesucht. Gudrun ist spitz, muss sie doch jetzt auf mich aufpassen. „Der und in einen Angelladen oder Baumarkt gehen… , da kommt nichts Gutes raus.“
Jedenfalls will der Verkäufer uns die gleiche Fiskekort verkaufen, wie der in Gargnäs. Sorsele liegt aber außerhalb des Fischereibezirkes Gargnäs.
Für uns beiden heißt es, nicht weiter diskutieren und gesetzlich fischen, also umziehen. Wir finden dann auch schnell ausgemachte Fischstellen und bleiben dort über Nacht. Meine Flugangelkünste halten sich in Grenzen, kenne ich doch diese Art des Fischens überhaupt nicht. Trotzdem gelingt es mir, einen Junglachs an den Haken zu bringen, der dann auch im WOMO gleich roh, mit Salz und Pfeffer, verzehrt wird. Herrlich, kann ich nur sagen, Lachs kann echt roh gegessen werden, schmeckt hervorragend. Ab geht es in die Heia.
28.08. Gudrun
10. Tag
25.07.08 Freitag
…um drei wieder raus. Alle Versuche, im stillen Wasser etwas an den Haken zu bringen sind umsonst, dazu kommt noch das Geröllufer, bewachsen, „alte und junge“ Felsen, meine körperliche Leistungsfähigkeit ist auch nicht mehr die, wie sie mal war. Ich rate allen Jüngeren, nutzt eure Zeit und der blöde Spruch „ als Rentner hast du Zeit“ ist der größte Mist!!! Dabei bin ich noch nicht mal Rentner.
Susi ist mein ständiger Begleiter beim Angeln, hier schon alleine der Bären wegen. Zurück zum Womo mit der Erinnerung, wieder ein schönes Stück Erde kennengelernt zu haben. Das Fangen ist nicht das Wichtigste.
Gudrun pennt noch und weiter geht es auf Stellensuche. Ich finde dann eine ganz tolle Stelle, mit riesigem Parkplatz, Schutzhütte und Grill. Und hier kann ich auch zum ersten Male versuchen, eine Fliege ins Wasser zu bringen. Hey, das Werfen klappt erstaunlich gut für einen Greenhorn, habe ja auch im Garten geübt, bloß wie dann weiter? Ich bin jedenfalls als Autodidakt mächtig stolz auf mich, auch wenn „ mit ohne Fisch!“ Danach gehe ich wieder zu unserer lieben Zschirli, sind wir doch einfach ohne Bescheid zu sagen, verschwunden. Hoffentlich denken sie nicht, wir machen uns aus dem Staube! Aber sie haben sich schon gedacht, wo wir sind.
Seit Tagen haben wir keine Telefonverbindung mehr. O2 Karte leer. Beide! Wir düsen also nach Mală , um ein Telefon zu kaufen, das wir hier in Schweden „nachtanken“ können. -
Betriebsferien. Von den Einwohnern bekommen wir den Tipp nach Norsjö zu fahren. Sind nur 50 km. Mir haut es die Socken weg, mit Entfernungen gehen die um ….
Also auf. Was ist das schon wieder? Straßenbaustelle! Länge entweder übersehen oder nicht ausgeschildert. Schotter, Schotter, nochmals Schotter. Sehr zur Freude unserer Reifen. Zwischendurch ein Hinweisschild, noch 14 km. Ich hätte mir in den Allerwertesten beißen können. Und das alles wegen eines Telefons. Hoffentlich gibt es zurück noch eine andere Straße!
Der Laden hat wenigstens auf und wir bekommen auch ein „billiges“ Telefon, kostet ja „nur“ 100, 00 € für solche Zwecke. Mit allem Schnickschnack, aber was sollen wir damit? Mit Internet und Walkman, Kamera und E-Mail können kleine Kinder umgehen, aber wir doch nicht. Wir wollen doch einfach bloß telefonieren. Es stellt sich aber heraus, dass das Telefonieren über „TELIA“ wesentlich billiger ist als mit O2.
Auf der Rücktour versucht Gudrun es zu aktiveren. Fehlanzeige ! Die SIM Karte fehlt uns. Aber nun zurück zu dem Laden. Ein anderer Verkäufer bedient uns. Höflich setzt er uns dieses Unikum in Gang, denn die SIM Karte hatten wir schon erstanden, wussten bloß nicht, wo wir die finden.
Es würde jetzt zu lange dauern alles auseinander zu klabüsern, jedenfalls hätten wir den ganzen Mist nicht gebraucht, doch für seine Geduld und Höflichkeit, nahm ihn Gudrun den ganzen Scheiß ab und gab ihm für seine Freundlichkeit noch eine Flasche „Goldkrone“. Er war aber sehr erfreut darüber. Gudrun – ein echter Ossi!
Zurück geht es nun auf anderen Wegen, aber passend zu dieser ersten Woche, fehlen dort sogar 43 km Straße!
Das letzte Stück fahren wir immer entlang des Vindelälven. Wunderschöne Panoramen sehen wir. Der ganze Nachmittag wegen des Telefons ist versaut. Zumal wir keines kaufen brauchten, denn mein Nokia hätte mit solch einer SIM Karte auch funktioniert. Wir sind eben zu blöd für diese Welt.
Abends wurde dann bei Zschirli gegrillt. Wieder 14 Personen am Tisch bei ihr. Wie die das alles schafft? Und alles ohne Hektik! Gudrun bewundert sie nur.Ich natürlich auch.
Um 20 Uhr packe ich dann das Fotozeug und fahre mit Zschirlis Mann in die Berge, um vielleicht einen Elch zu fotografieren. Aber wie kann es anders sein, die Sterne müssen eine Scheißkonstellation haben. Nichts da! Außer Spesen nichts gewesen. Der Mann tat mir Leid. Ist er doch so hilfsbereit und er will mir auf alle Fälle einen Elch zeigen. Aber beim Fotografieren ist es wie mit dem Angeln, Geduld ist gefragt, oft sitzt man umsonst.
Gudrun 28.08
11. Tag
Sonnabend – 26.07.08
Früh ab sieben wird zusammengepackt. Wir verabschieden uns von Zschirli und ihrer lieben fünfköpfigen Bande, es war schön und erlebnisreich bei den beiden.
Um 11.00 Uhr geht es dann los zu unserem Zielort Piilijärvi. Es sind 23 Grad. Viel zu warm, man meint es wären 30 Grad und die Sonne sticht.
Km Stand : 154500
Um 12.00 Uhr erreichen wir die 45 bei Sorsele und tanken 127,52 Liter Diesel auf 1076 km . Das sind 11,8 l auf hundert Kilometer ,ein guter Verbrauch also. Der Liter kostete 13,51 Kronen.
Km – Stand 154543
200 € bezahlt. Ein „Schweinegeld!“ Die „Petrolstation“ nahm uns aber sogar Euro ab ohne kräftig aufzuschlagen ,
327 Kronen wieder in Sorsele im Fischerei-Shop gelassen. Stahlvorfächer und geflochtene Schnur gekauft. Gudrun hat wieder ihr “Kirchengesicht“ beim bezahlen aufgelegt , nach dem Motto „ alles Beten hat nicht geholfen“.
15.00 Mittagessen am Piteälv. Der Piteälv . In all den Jahren war das Ostufer bevölkert von Lachsanglern, aber in diesem Jahr war nicht ein einziger Lachsangler zu sehen. Um diese Zeit war das Ufer voll mit WOWA und WOMO. Irgendetwas stimmt hier nicht.
Inzwischen hat die Außentemperatur 28 ° erreicht, das ist nichts für uns! Weiter geht es. Eigentlich wollten wir am Pite Älv nächtigen, aber Angelmöglichkeiten auf andere Fischarten? Fehlanzeige. Zwischendurch fehlen wieder einmal 25 km Straße. Sehr gut für die Reifen!
Bald sind wir in Jokkmokk. Plötzlich , da gibt es bei 100 km /h einen lauten Knall. Ich rauf auf die Klötzer ,hoffentlich bricht der mir jetzt nicht aus! Aber ich bekomme den Willi gut zum Stehen. Zum Glück gerade an einer Parkniesche. Der liebe Gott hat gewollt , dass dies nicht Gudrun passiert ist, sie konnte den Knall nicht zuordnen, dachte ein Fahrrad sei herunter gefallen. Der rechte Hinterreifen ist futsch! Ich bin erst mal froh, dass nichts passiert ist, denn wir hätten jetzt im Straßengraben liegen können!!! Vielen Dank an das Verkehsamt und den Schotter
Die Pechsträhne setzt sich nahtlos fort. Ein rundum ausgeglichener Urlaub also.
Das Ersatzrad, welches nun man wirklich wenig braucht ,oder brauchen sollte , liegt im Stauraum ganz hinten, also alles ausräumen! Irgendwie bin ich trotzdem froh. Erst einmal ist nichts passiert, zweitens haben wir keinen Regen oder Schnee und drittens, dunkel wird es auch nicht. Zeit haben wir auch. Und wenn ich es alleine nicht schaffe ,haue ich mich eben in den Alkoven. Darüber ,wie locker ich diesen echt argen Platzer nehme , bin ich selbst erstaunt.