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Schweden
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Schweden und Norwegen - Fähre, Urlaub, Reisen & Meer

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 Betreff des Beitrags: Urlaub 2008
BeitragVerfasst: 25. August 2008 15:11 
So,nun werde wir die interessierten unter euch an unserem Urlaub 2008 scheibchenweise teilhaben lassen. Ich will noch einmal betonen ,dass dieser bericht nicht extra für das Forum geschrieben wurde ,sondern als Erinnerung für uns selbst. Natürlich treten da dann Passagen auf die manchmal eher privater oder eben forumsinterner Natur sind. Man soll es gar nicht glauben, was man alles nach einem knapp sechswöchigen Urlaub schon vergessen hatt.

Urlaub Sommer 2008

Seit Tagen fiebern wir nun doch langsam unserem Schwedenurlaub entgegen. Im Vorfeld gab es Riesenprobleme. Ich bekomme nur Absagen zu Arbeitsplätzen und Gudrun hatte auch Probleme mit ihrer Arbeit, weiß immer noch nicht, an welcher Schule sie im kommenden Schuljahr arbeiten darf.
Das ganze Jahr spart man, doch jeden Monat kommen Dinge, die bezahlt werden müssen und nicht vorauszusehen sind. Die fixen Kosten steigen und steigen, man weiß nicht mehr, wo man das Geld herholen soll. Solche Probleme hatte ich früher nicht. Im Grunde reicht ja das Geld, aber wenn es alle ist, ist noch soviel „Monat“ übrig. Dann auch noch der TÜV und die Werkstatt für Willi. Es würde hier Seiten füllen. Ein Glück, dass ich nur T-Shirt trage, an den Hemden wäre nirgends mehr ein Kragen dran, die wären alle weggeplatzt. Dann geht Gudruns Laptop noch kaputt und der Service ist wie zu besten DDR - Zeiten. „ Ob Sie sich aufregen oder nicht, das interessiert mich gar nicht!“, sagte doch so eine junge Kröte zu mir. Die wollte ich schon durchs Telefon ziehen. Na ja, vielleicht kommt er heute repariert zurück. Die Fliegenrute, die ich heimlich bestellt hatte, brachte der Lieferservice ausgerechnet genau in diesem Moment als Gudrun aus der Schule kam. Alles geht schief! Ihr Gesicht muss man gesehen haben, sagen tut sie ja nichts. Nun werden wir alle Lobbys in Schweden anlaufen, um eine Rolle zu kaufen, habe ich häufig dort gesehen. Will ich doch trotz meines Alters noch in diesem Jahr mit der Fliegenfischerei anfangen.
Da soll man sich dann noch auf den Urlaub freuen. Aber es kommt langsam. Noch zweimal schlafen, dann geht es los. Die Konten haben wir schon geplündert, damit die uns sie nicht sperren können. Den Rest, der sich noch darauf befindet, lösen wir in Schweden ein, um Kronen zu bekommen.


1. Tag
16.07.08 - Mittwoch

11.15 Uhr. Alles soweit fertig, nur das Zubehör für die Laptops muss noch eingepackt werden. Ich überlege noch, ob ich ein oder zwei Aggregate mitnehme, eins steht schon in der Toilette, da wird das Pinkeln zum Acrobatenstück.
Das GPS - Gerät spinnt auch, bekomme keinen Empfang. Hätte ich doch vorige Woche noch mal probieren sollen. Soviel Schlamassel vor dem Urlaub hatte ich nie.
Na mal sehen, was passiert. Ich muss ja doch noch auf Gudrun warten, denn sie muss noch die Zeugnisse ausgeben und zur Dienstberatung.
11.23 Uhr. So nun haben wir auch Empfang, das Ding musste wohl erst aus dem Schlaf geholt werden. Gudrun kommt und sofort werden Fenster und Türen im Haus kontrolliert und dann wird sie sofort auch gleich ins Womo verfrachtet.
Abfahrt: 14.50 Uhr ; Km – Stand 152276
15.07 Uhr- Brot geholt bei Netto Grünheide. Wir wollten es von unserem Bäcker Scharmer holen, aber vergessen. Mist! Dreifacher Mist. Er hat das beste Brot.
Es regnet! Der „liebe Gott“ bereitet uns auf Skandinavien vor. Autobahn Erkner um 15.18 Uhr erreicht.
15.30 Uhr – 1. Stopp an der Seeberg-Tankstelle, sind schon müde. Nach einer halben Stunde! Wir legen uns hin. Das fängt ja heiter an, so kommen wir niemals nach Lappland.
Abfahrt von Seeberg- 16.25 Uhr und Regen.
Nur Mistwetter - das hatten wir noch nie bei der Abfahrt.
Wir fahren jetzt auf die A 24 auf. Es ist inzwischen schon 17.05 Uhr.
17.50 Uhr – fahren jetzt auf die A 19. Der Regen ist fast weg, nur noch vereinzelt Tropfen.
18.50 Uhr. Wir erreichen die Tankstelle Recknitz- Km – Stand: 152510 und tanken 33,2 Liter für 50,63 € und kaufen eine O2 Karte für 15 €. Einfach aus Gewohnheit, ohne Überlegung! Haben das Gehirn wohl schon ausgeschaltet und nur mit Urlaubsgedanken gefüllt! Das kann doch niemals für 6 Wochen reichen!!!
Ankunft Fährhafen: 19.40 Uhr. Polizeikontrolle! „Bundespolizei!“ „AHA – FBI !“ Wissen die Damen und Herren Beamten vom Zoll nicht mehr, was sie tun sollen? Jetzt haben die ehemaligen „Filzstifte“ nur einen anderen Namen. Bundespolizei oder Antiterroreinheit. Kontrolliert wird aber auch nur der Führerschein und die Zulassung. Die Beamten sind aber sehr nett, sogar für einen Spaß aufgelegt.
Wir suchen uns einen Platz zwischen den Trucks, gehen mit den Hunden und hauen uns um 23.00 Uhr in die Falle.
Km – Stand: 152550

2. Tag
17.07.08 - Donnerstag

Wir wachen um 5.00 Uhr auf, zu spät! So gibt es eben keinen Kaffee vorher. Wir bezahlen das Ticket - 308.00 € - am Durchlass und ab geht es, Abfahrt 6.00 Uhr. Ohne Frühstück! Wie fast immer mit der „Prinz Frederick“.
Wir kommen in Gedser erst um 8.00 Uhr an – Verspätung, da es sehr windig draußen ist, wieder dunkle Wolken am Himmel. Hoffentlich geht es nicht so weiter!
Auf der Fähre kaufte Gudrun eine zusätzliche Brille für 10 €, einen Becher Kaffee erhielt sie umsonst, da sie sich so „ dämlich“, natürlich nur lieb gemeint, beim Einfüllen anstellte und die Hälfte des Kaffees daneben lief.
17 Grad, die Sonne versucht zu blinzeln in Dänemark.
Um 8.45 Uhr sind wir auf die E 47 rauf gefahren, haben also 45 Min. gebraucht!!!
In Tappernoje kaufen wir 2 Weißbrote für 50 Kronen, später stellt sich heraus, dass das zweite zuviel war. In diesem Jahr gab es erstmals kein Angelzeug hier zu kaufen.
Wir werden jetzt schon wieder müde, erreichen Karlslunde um 10.00 Uhr, Helsingør um Punkt 11 Uhr, wie immer 3 Stunden Fahrt. Gudrun lacht mich aus, da ich ständig behaupte, dass wir immer nur 2 Stunden durch Dänemark brauchen und sie hatte mal wieder Recht!!
Unsere Fähre, namens Hamlet, legt um 11.10 Uhr ab. Kommen in Helsingborg um 11.27 Uhr, 20 Min. Fahrt, an.
Unser erster Fahrerwechsel ist bei Getinge. Gudrun fährt ab 152858 km.
14.35 Uhr - Sie verfranst sich so richtig in Göteborg, eh sie mich versteht, ist die Möglichkeit des Spurwechseln vorbei, dann wird die falsche Abfahrt genommen, nun bring uns mal schön selber über eine große Runde durch Göteborg zurück zur E 6! Tja Mädchen, Vorwegweiser, Striche und Linien haben schon ihre Bedeutung!
An einer Kreuzung steht sie auf der linken Geradeausspur, die Linksabbiegerampel leuchtet grün. „ Bei rot bleibe stehen, bei grün kannst du gehen!“, denkt sich Gudrun und gibt Fersengeld. Doch es sind doch nur die Linksabbieger gemeint! Ich schließe meine Augen, in der Hoffnung, diese Kreuzung heil zu überstehen, keiner weiß mehr, was er machen soll, alles an der Kreuzung steht! Keiner traut sich zu fahren! Gudrun blockiert die ganze Kreuzung! Nur „ein Intelligenter“ hupt und denkt, er könnte Gudrun damit den richtigen Weg sagen. Zu allem Überdruss will sie jetzt auch noch LINKS abbiegen und sich mit so einem 40 - Tonner ein Duell liefern, der aber traut ihr nicht übern den Weg und bleibt vorsichtshalber stehen. Ich brülle, was das Zeug hält. Sie gibt zurück: „ Die haben mir doch gezeigt, dass ich links abbiegen soll!“ Manch einer gewinnt eben seinen Führerschein in der Fernsehlotterie. Nirgends ist eine Chance zum Fahrerwechsel. Wie sie dann die Spuren immer gewechselt hat, oh Gott, mein Herz - und ich konnte nichts machen. Der Schutzengel hat diesmal wirklich nicht gepennt. Sie muss aber wenigstens zwei haben – mit GPS! Oder der Teufel hat diesmal ein Nickerchen gemacht. Man kennt doch den Spruch: „Der Teufel schläft nie, nur der Schutzengel macht ab und zu ein Nickerchen!“

Endlich nach Göteborg auf der 45 - Fahrerwechsel!!!! Kommen hinter Mellerud um 17.30 Uhr an. Notschlafplatz 30 m von der Straße weg, mit Schutzwall aus einer natürlichen Steinwand davor.
153135 km - Stand
Gudrun haut Rührei in die Pfanne, das erste Essen heute und finito. Wenn ich aufwache, fahre ich weiter!
Ein Glück, bald sind wir in Lappland…Dort wird es zeit- und endlos und wir brauchen die Minuten und Kilometer nicht mehr zu dokumentieren.

3. Tag
18.07.08 - Freitag

Ich fahre um 5.30 Uhr los, bei Sonnenschein, Gudrun macht um 7.30 Uhr Frühstück bei Km-Stand 153303, wollen heute noch Lappland erreichen.

Mc Willi hat 793 km mit dieser Tankfüllung geschafft.
10.20 Uhr – Tanken in Mora, bezahlen in € bei OK Q8, aber mit Umrechnungskurs 1: 8
110 Liter für 200 €. Der Verkäufer schlug kräftig auf.
13,87l pro 100 km, ganz schön deftig der Verbrauch von Willi! Hier beginnt Schweden für mich.
Dann geht es weiter bis zur Högfors Kraftstation. Es ist ein schöner, ruhiger Platz am Wasser. Unterwegs sind wir die „Loppis“ angelaufen, um vielleicht eine gebrauchte Fliegenrolle zu erstehen, aber nichts da, allen Scheiß verkaufen sie, von 100 Jahre alten Sensenstielen, leeren Bierflaschen und was weiß ich noch alles. Jeder hat hier eine Angel, aber denkst du, man bekommt eine? Na morgen haben wir ja noch mal 350 km bis zu Zschirli, vielleicht klappt es da.
Auf der Straße WOMOS über WOMOS. So viele habe ich noch nie gesehen hier oben. Die 45 war voll. Früher waren wir mutterseelenallein. Wir dachten auch, dass durch den hohen Dieselpreis der Tourismus abnimmt. Falsch gedacht, wobei es aber sein kann, dass die Schweden jetzt dadurch im eigenen Land bleiben, denn deutsche Womo und Wowa waren wenig zu sehen.
Wir kommen in Högfors um 17.30 Uhr an, machen Abendbrot, gehen mit den Hunden raus und absolvieren noch eine kleine Wanderung hinter dem Kraftwerk. Ein Lachsangler steht mutterseelenallein am Horkan. Nichts ist mit Fliege, die gehen in die Vollen hier. Mit Z-Blinker oder Wurm auf Forellen. Zwei andere Angler, die ihr Fahrzeug auch bei uns geparkt haben, frage ich nach dem Erfolg. Nichts ! Wie soll auch bei so vielen Baustufen im Fluss da noch ein Lachs aufsteigen, um die Art zu erhalten. Bald werden nur noch eingesetzte Fische unsere Flüsse, Bäche und Seen bevölkern. Eine Schande, alle Flüsse sind verbaut, da steigt kein Lachs mehr auf. Von wegen Naturschutz!

Ein WOWA kommt und beide Hunde schießen kläffend aus dem WOMO raus und umkreisen das ankommende Auto und den Wohnwagen.
Ehe ich die Leute ansprechen konnte, hatten sie auch schon umgedreht und Reißaus genommen. Wir stehen also wieder allein.
Heute geht es wieder früh in den Alkoven, denn ich fahre nur 80 – 90 km/h, da kommt man auf ein Mittel von max. 50 km/ h, also für 100 km zwei Stunden, wenn man die Zeit für Frühstück und Loppibesuche mitrechnet.

Km - Stand 153822. Also knappe 700 km in rund 14 Stunden.
Das Wetter wie die ganze Fahrt, mal Regen und mal Sonnenschein.



4. Tag
19.07.08 - Samstag

Habe eben ein paar Fotos vom Nebel über den (Hogfosenälv) gemacht. Hunde raus zur Geschäftsarbeit und ab geht es um 5.30 Uhr. Gudrun wie immer noch im Alkoven. Der Nachteil, kein Loppi hat zu dieser Zeit auf und um 9.30 Uhr machen wir Frühstück auf einem Polterplatz der Forstwirtschaft.
Im Wald kann man ja nicht sagen, der wurde ja brutal und ohne Rücksicht auf die andere Vegetation mit ihren „ERNTEMASCHINEN“ abgeholzt. Von Naturschutz keine Spur.
Ich sehe vor Storuman, wo wir noch mal Gudruns Konto belästigt haben, auf den Laptop. Doch was ist das? Dort wo Zschirlis Haus eingezeichnet ist, geht nicht mal ein Weg hin! Also Zschirli eine SMS geschickt, bloß der Akku ist gleich alle.
Wir haben aber leider kein Aufladekabel für den Zigarettenanzünder bekommen. Können wir die Nachricht noch empfangen? Zschirli meldete sich dann auch schnellstens telefonisch und sendete uns die Wegbeschreibung per SMS. Ohne die hätten wir es nie gefunden. Das wäre eine Blamage. Nach der exakt militärischen Wegbeschreibung trafen wir punktgenau am Zielort ein.
Wir wurden herzlichst begrüßt.
Oh man, dachte ich. Hier sollst du stehen? Nee und noch mal nee! Aber wie sage ich es Zschirli? Die ist so nett und ihr Mann so hilfsbereit.
Nur durch die Blume. Aber die Sache klärte sich von allein, wir sollten dort gar nicht stehen sondern wirklich nur ein paar Meter weiter mit Wasser, Toilette und Strom. Der Nachbar war in Urlaub und wir konnten die Hunde frei laufen lassen. Wir waren überglücklich über den tollen Platz. Matthias wies uns in allem ein und klärte mich auch über Boot und Anders, ein echter Naturfreak, auf.
Wir begannen es uns häuslich zu machen. Willi wird elektrisch angeschlossen, Gas auf, Pavillon, so ein viereckiger ausklappbarer, aufgebaut und fertig waren wir.
Heute Abend geht es noch angeln!
Voller Freuden gehen wir zum See, was heißt See? Wir sind auf einer Insel, ringsherum Wasser. Na gut, wir gehen zum See und suchen das weiße Boot des Nachbarn von Nicole und Matthias. Nichts an der beschriebenen Stelle, weder weiß, noch Boot. Nur ein paar Spuren deuten darauf hin, dass da mal ein Boot am Strand gelegen haben könnte und vor ein paar Stunden in See gestochen ist.
Na auch egal, die werden ja mal wiederkommen und dann geht es die Nacht durch Liebling! Hier bleibt es ja zu dieser Zeit immer hell.
Es war aber nichts mit dem zurückkommenden Boot. Wir gehen zu Zschirli abends, um ihr die „Forum - DVD“, erster Teil, zu zeigen. Sie, Peter und Martina haben ja Mitspracherecht. So um halb zwei kam das jährliche Phänomen, ich bin ja schon langsam müde, aber es ist ja noch nicht dunkel….
Passiert uns jedes Jahr.
Nun aber los! Bei den hundert Metern Nachhauseweg machten wir die Bekanntschaft von Anders durch Sarah. Diese alte 13-jährige Schnepfe rennt mit einem Mal dem jungen Rüden nach. Sterilisiert! Aber irgendwie gibt es da ein Haufen Gleichnisse für den Menschen. Sattelt die doch mit einem mal bei dem Rüden auf! Der wusste gar nicht wie im geschieht. Hoffentlich denkt der jetzt nicht, dass muss immer so sein.
Jedenfalls verabredeten wir uns mit Anders für den nächsten Tag um zwölf Uhr mittags.


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 Betreff des Beitrags: Re: Urlaub 2008
BeitragVerfasst: 25. August 2008 16:01 
Schweden Guru
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Sehr schön geschrieben!
Bringt Spaß es zu lesen!
Will mehr!
:lol:
Viele Grüße
Sabine

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 Betreff des Beitrags: Re: Urlaub 2008
BeitragVerfasst: 25. August 2008 16:22 
Hallo Sabine! Da haben wir ja mal wieder direkten Kontakt über das Internet. Bis jetzt haben ja Nicole und Peter uns geholfen ,zu erfahren wie es dem anderen geht.
Ich beineide dich um deinen künftigen Wohnort.


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 Betreff des Beitrags: Re: Urlaub 2008
BeitragVerfasst: 25. August 2008 16:23 
Schwedenfreund
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Ich habe mich geráde auf eure Kosten kaputt gelacht, obwohl die Situation n Göteborg bestimmt nicht zum Lachen war....
aber so wie ihr es beschreibt, einfach herrlich... :lol: :lol:

das birgt einen großen Suchtfaktor :lol: :lol:

ich freue mich auf mehr von Euch !

und schön das ihr wieder da seid...

Liebe Grüße Anja :smt006

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 Betreff des Beitrags: Re: Urlaub 2008
BeitragVerfasst: 25. August 2008 16:23 
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Wohnort: Västerbotten
:smt040
Danke!!Ihr seit jederzeit herzlich willkommen!!
:smt006

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 Betreff des Beitrags: Re: Urlaub 2008
BeitragVerfasst: 25. August 2008 16:27 
Schwedenfreund
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Registriert: 4. Februar 2008 15:19
Beiträge: 514
@ Sabine
Hab ich da was verpaßt ???? :smt064

:haeh:

bist du auch bald ein Schwede ????
das ist mir irgendwie entgangen.....

Liebe Grüße Anja :smt006

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 Betreff des Beitrags: Re: Urlaub 2008
BeitragVerfasst: 25. August 2008 16:40 
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Beiträge: 1102
Wohnort: Niedersachsen/Värmland
Hallo Nobse,
schön, dass du dich so schnell aufraffen konntest und uns deinen Bericht zu lesen gibst. Die Fotos sehen auch sehr vielversprechend aus.
Ich freue mich auch schon auf die Fortsetzungen.

:smt006

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Das Glück ist das einzige, das sich verdoppelt, wenn man es teilt. (Albert Schweizer)


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 Betreff des Beitrags: Re: Urlaub 2008
BeitragVerfasst: 25. August 2008 21:57 
Hier geht es weiter..

5. Tag
20.07.08 - Sonntag

Heute bin ich schon wieder um 5 Uhr wach und mit den Hunden raus, danach ordne ich alle Bilder und dann fallen mir die Augen zu.
Um zehn vor zwölf schmeißen mich die Hunde raus. Es muss jemand in der Nähe des Womos sein. Kurz durchs Fenster geblickt, Matthias!
Er teilt uns mit, Anders kommt erst später, weil er mit seinem Besuch angeln fährt und Anders ihn gern bei unserem Gespräch dabei hätte. Mit dem Boot ist auch noch nichts geklärt. Na prima, der Tag fängt ja schön an.
Wir vertreiben uns also die Zeit mit einer kleinen Wanderung, sammeln Pflanzen und gucken uns dann bloß wieder an, weil wir nicht wissen, wann Anders nun kommt. Ich fange an, die ersten Pflanzen zu pressen und Gudrun Mc Willi innen und außen zu wienern. Wenn das so weiter geht, sieht keiner mehr, dass Willi dieses Jahr den 10. Geburtstag feiert.
Plötzlich fährt Anders an uns vorbei, weg war er. Nun gucken wir noch blöder. Matthias kommt vom Angeln zurück und fährt uns mit seinem VW Bus zum Vindelälven. Wir versuchen uns im Lachsangeln, aber außer einem kleinen Hecht und einem Barsch kommt nichts an das Ufer. Wir rufen Matthias an und er holt uns wieder vom Vindelälven ab. Am Abend sitzen wir wieder bei Zschirli mit ihrem gesamten Besuch und betrachten uns Bilder. Es wird natürlich wieder spät.

6. Tag
21.07.08 - Montag

6.30 Uhr. Heute wieder erst spät aufgestanden, da ich erst um halb fünf in den Alkoven kam. Ich versprach Gudrun, dass sie sich wieder hinlegen könnte, wenn sie Frühstück gemacht hat.

Rührei mit Speck möchte ich! Um 7.30 Uhr kam aber Matthias und berichtete, dass das Boot an einem anderen See liegt. Entweder holen wir das Boot oder wir fahren jedes Mal dort hin um zu angeln. Zum Hin – und Herfahren hatte ich keine Lust. Auch will ich angeln gehen, wenn ich aufwache, egal um welche Uhrzeit und wer weiß, was das für Leute sind, haben wir doch schon genug Erfahrung mit dem „Bootteilen“. Große Ereignisse werfen ihren Schatten voraus!
Doch erst soll es nach Sorsele gehen, um Geld zu tauschen. Prima Idee von Mathias, Euro auf sein Konto einzuzahlen und sofort in Kronen auszahlen zu lassen. So fallen so gut wie keine Gebühren an! Matthias denkt an alles.
Vorher spazieren wir aber noch zum ICA, um eine Fiskekort zu kaufen.
Also dann ab nach Sorsele. Matthias fährt die ganze Strecke durch den Wald und nicht die 45 entlang, denn die kennen wir ja. Er tut einfach alles für uns und beide lesen uns unsere Wünsche von den Augen ab. Das muss man erlebt haben! Aber wir wollten ihnen doch nicht zur Last fallen. Vielleicht sehen wir doch noch einen Elch oder einen Bären, denn hier soll es viele geben. Kurz vor dem Ort ist im Vorjahr der letzte Bär gesichtet worden.
Wir hatten eine schöne Fahrt bis Sorsele durch den Wald und haben gleich noch ein Forellengewässer gefunden, da werden wir uns eine Nacht hinstellen und ich kann dort richtig das Werfen mit der Flugschnur üben.
In Sorsele ging alles auf der Bank klar und dann ab in den Angelladen. Ich schwöre auf meine beiden Wobbler, die ich voriges Jahr in Karesuando und Vittangi gekauft habe. Einen habe ich verschenkt und den anderen am letzten Tag im Urlaub 2007 verloren.
Aber die gab es auch nicht hier. Ersatzweise wurden, zum Leid des Kontos meiner lieben Frau, bauähnliche Produkte gekauft, sie sind um die Hälfte billiger als in Deutschland. Angelzeug sollte man wirklich in Schweden kaufen.
Nach der Rückkehr nach Gargnäs, fuhr uns Mathias dann mit gesamter Angelausrüstung zum Boot. Erst zwei Tage hier, ein System von verbundenen Seen, ob ich da zurück nach Hause finde? Oder lande ich im Vindelälven? Das wäre es dann wohl gewesen.
Wind, Regen und Angst in den Vindelälven zu landen, machten uns zu schaffen.
Elektromotor – off . Rudern war angesagt, denn es musste mit der Batterie gespart werden. Gudrun reißt ein Stahlvorfach im Schilf ab. Jetzt habe ich die Schnauze voll vom Schleppen. Urig tolles Hechtgebiet, doch man kann bei dem Wind mit unserem kleinen E - Motor den Kurs nicht halten. Heute schlage ich eher einen Hecht mit dem Riemen tot, als einen an den Wobbler zu bekommen…
Wenigstens zwei Stunden rudere ich das Ufer entlang, bei starkem Wind, um den Ausgang dieses Teils des Sees zu finden und um in den Gargøn zu kommen.

Wir fanden den Ausgang aber nicht. Doch eigentlich schon, aber ich wollte Gudrun nicht glauben, dass er der richtige Weg sei. Es war eine kleine Brücke, deren Wasserpartie mit Schilf bewachsen war, die dahinter noch dichter war. Da ist doch nie eine Strömung, dachte ich. Aber Gudrun war sich sicher, dass dies der richtige Weg ist, hat Matthias ihr doch diesen richtig und genau beschrieben. Aber ich drehte wieder um und versuchte hinter einer Insel weiter hinten, den Ausgang zu finden, aber „nitschewo“! So ein bisschen Angst kam auch auf, wir wussten ja nicht mal, wo wir sind und wo wir hin wollten.
Zu allem Überdruss hat jedes Lebewesen auch eine Verdauung und die vollendet sich manchmal in den ungeeignetsten Momenten. Also bei Regen an Land, denn: „ Ich muss mal in den Birkenwald, denn meine Pillen wirken bald“. Im wahrsten Sinne eine „Scheißstellung“, denn die Plünnen gehen nicht weit genug runter, man hatte ja Stiefel an! Hoffentlich erschrecke ich keinen Bären! So etwas hat der bestimmt noch nie gesehen. Aber was ist das? Frauenstimmen! Die klangen auch noch sehr laut und lustig. Ganz nah! Oh Gott, mir bleibt aber auch nichts erspart. Noch mal alles gut gegangen. Hoffentlich! Ich weiß ja nicht, über was die sich unterhalten haben, die haben sich vielleicht schon über mich lauthals lustig gemacht? Und „Hier kennt mich ja keiner“, kannst du abhaken! Jeder weiß, wer wir sind, nur wir kennen keinen. Die Buschfunktrommel funktioniert hier, wie bei den Apachen auch ohne Rauch.
Nun aber weiter den Ausgang gesucht, was bleibt uns weiter übrig? Keiner da, nur so eine 4 m breite Brücke voll mit Schilf. Also zurück zu dieser gerudert. Karte ist nicht und ich habe keine Ortskentnisse. Nun aber durch das kleine Ding durch und siehe da, hinter dem Schilf gibt es noch viel mehr Wasser, welches aber so flach ist, dass man auf Grund läuft. Ich werde wahnsinnig. Durch den Wellengang ist der niedrige Wasserstand der Wasserverbindung nicht zu sehen. Nun stehen wir mitten im Wasser. Klasse Horst! Aussteigen heißt es und das Boot befreien! Bei der Gelegenheit füllen sich dann meine Stiefel mit Wasser. Die Anwohner müssen sich jedenfalls schief lachen über die Navigationskenntnisse von uns beiden. Jedenfalls erscheint dann so etwas wie ein breiter Fluss. Aber in welche Richtung fahren? Es ist keine Strömung durch den Wind zu erkennen und der Gargøn fließt hier sowieso sehr langsam.
Ich entscheide mich für rechts lang. Hoffentlich ist dies richtig!? Jetzt aber Motorkraft eingesetzt!!! Zum Anfang laufen wir gleich auf einen Stein mit dem Motor, starker Gegenwind, Regen und plötzliche Untiefen und Kraut, machen uns beiden keinen Spaß. Es dunkelt durch die Wolken, ein Glück, dass es hier nicht „zappenduster“ wird. Nach dem See kommt schon wieder ein neuer, der Wind noch stärker, das Boot nimmt gegen den Wind keine Fahrt mehr auf. Umkehren?! Endlich die einzige Stelle zum Anlegen gefunden und Matthias angerufen. „Wir wissen nicht, wo wir sind!“
Die Angeln und den Motor im Boot lassen wir da wo sie sind und kriechen die steile Böschung nach oben. Gudrun auf allen Vieren und ich wie ein Bergaffe, an allen Zweigen und Bäumen festhaltend.
Wir müssen aber über ein Grundstück und sind aber gleich an einer befestigten Straße. Unangenehm! Wir werden beobachtet, das fühle ich genau, aber man sieht keinen. Den hätte ich dann aber um Orientierungshilfe gebeten. Vielleicht läßt er sich deshalb nicht sehen?
Matthias erzählte mir von einem Deutschen, der hier gehasst wird wie die Pest, weil er wahllos mit seinen „Gästen“ Elche abballert und das Fleisch schon im Wald liegen gelassen hat. Nur der Trophäe wegen.
Aber nach fünf Minuten kommt auch schon gleich Mathias angesaust. Er muss geahnt haben, wo wir stecken, holt die schwere Batterie aus dem Boot und trägt sie wie an der „Uhrkette“ die Böschung nach oben, als wenn sie kein Gewicht hätte. Ich hätte das nach dieser Fahrt nicht mehr geschafft. Er ist wieder einmal unsere Rettung!
Fazit - keine Fische und das Boot steht irgendwo in der Gegend rum mit Angeln und Motor. Wir sind beide nass bis auf die Knochen, durchgefroren und hungrig, aber dennoch ein toller Tag. Wir brauchen keinen Animateur, immer nur Helfer, diesmal in Form von Matthias. Danke Matthias! Wir hoffen, dass nicht noch weitere Bewährungsproben auf dich zukommen. Die Grillparty von Zschirli und Matthias müssen wir beide aus Konditionsgründen hinsichtlich Kälte und Regen, leider absagen. Trotz Hunger bekommen wir keinen Bissen herunter, so geschafft sind wir. Zu allem Überdruss bricht auch noch unser neues Vorzelt „ Made in China“ zusammen. 60 € im Ar….. Dieses hatte Gudrun erst zwei Tage vor der Abreise erstanden.
Mal sehen, was morgen passiert. Ob wir das Boot nun endlich in die Nähe von Mc Willi bekommen? Und vielleicht ein klitzekleines Fischchen fangen?

Von heute gibt es nicht mal Fotos ,deshalb andere, verständlich oder...?


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 Betreff des Beitrags: Re: Urlaub 2008
BeitragVerfasst: 25. August 2008 22:15 
Schweden Guru
Schweden Guru
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Registriert: 24. März 2008 14:47
Beiträge: 1102
Wohnort: Niedersachsen/Värmland
Junge, Junge,
ihr macht ja Sachen.
Eigentlich dürfte man euch ohne Aufsicht gar nicht los lassen.
:smt064

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Das Glück ist das einzige, das sich verdoppelt, wenn man es teilt. (Albert Schweizer)


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 Betreff des Beitrags: Re: Urlaub 2008
BeitragVerfasst: 26. August 2008 15:47 
Schweden Guru
Schweden Guru
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Registriert: 25. September 2006 20:15
Beiträge: 1431
Wohnort: jämtland
jaja................wenn "touris" auf die natur losgelassen werden................

ihr seid aber nicht die einzigen,denen so was passiert :goodman:


duckundwech

elke


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 Betreff des Beitrags: Re: Urlaub 2008
BeitragVerfasst: 26. August 2008 19:48 
Schwedenfreund
Schwedenfreund

Registriert: 4. Mai 2008 22:43
Beiträge: 767
Wohnort: Insel Orust
stavre hat geschrieben:
jaja................wenn "touris" auf die natur losgelassen werden................

ihr seid aber nicht die einzigen,denen so was passiert :goodman:


duckundwech

elke


:finga: ; HIHI

Wenn einer eine Reise tut....aber du scheinst mir ja unbeschadet wieder daheim.
Bin gespannt auf weitere Episoden.

LG
Heike


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 Betreff des Beitrags: Re: Urlaub 2008
BeitragVerfasst: 27. August 2008 01:59 
Ja ,ja, es geht schon weiter ,aber hoffentlich wird es euch nicht zu langweilig,es sind immerhin knappe sechs Wochen und nicht für das Forum geschrieben ,sondern für uns als Erinnerung. Zu schnell verblasst doch alles .

Also weiter:


7. Tag
22.07.08 Dienstag

Es hat heute Nacht die ganze Zeit geregnet. Ich stehe um 6.30 Uhr auf. Mistwetter! Und dazu schon so früh Wind. Wind ist nicht gut. Für das Spinnangeln nicht und für die Überführung des Bootes nicht. Ab Montag sollte der Sommer zurückkommen, der scheint sich verlaufen zu haben! Sarah geht nicht mal raus pinkeln, so stark regnet es. Die Batterie ist voll aufgeladen. Bis jetzt noch kein Silberstreif am Horizont. Kurz hört es auf zu regnen, um gleich wieder darauf anzufangen. Was soll man bei dem Wetter machen? Der Himmel grau in grau. Ich denke mal, der Biervorrat wird heute mächtig schrumpfen.
Ach da haue ich mich lieber noch mal hin und wache erst um halb zwölf wieder auf.
Wir einigen uns, denn mit der Sackkarre die Batterie zu dem 1 Kilometer entfernt liegenden Boot zu transportieren, wäre ein hoffnungsloses Unternehmen. Wir fahren also mit Mc Willi zu der „Anlegestelle“ und Gudrun soll ihn dann zurück fahren, während ich das Boot allein auf Kurs bringe. Hoffentlich ist alles noch da!
Wir fahren also mit dem Willi zu dem Liegeplatz des Bootes, wollen jedenfalls. Nach den ersten drei Kilometern merken wir, dass wir falsch sind. Na, dann fahren wir eben zurück und nehmen eine andere Straße. Diese wiederum endet aber am Campingplatz, der so gut wie gar nicht besucht ist . Na, dann fahren wir eben noch mal zurück und nehmen wieder die nächste Straße. Uff, die ist es auch nicht. Na dann fahren wir eben ein drittes Mal zurück und nehmen die letzte. Die wiederum liegt aber entgegengesetzt zur ersten Straße, es ist die gleiche, nur in der entgegen- gesetzten Richtung. Und siehe da, nach etwa einem Kilometer sehen wir das Haus, an dem unser Boot liegen musste oder noch sollte. Ich springe heraus und sehe erst mal gleich nach, ob es noch da ist. Jaaaa! Und noch alle Angeln drin ebenso der Motor. In Deutschland undenkbar!
Ich schleppe mich mit der Batterie ab. Unbequem, habe ich doch gegen Kälte und Wind die Hochseeklamotten angezogen.
Eineinhalb Stunden dauert die komplizierte Fahrt durch das fremde Gewässer. Durch den Wellengang sieht man den Krautwuchs nicht und wenn man da nicht schnell handelt, läuft man auf Sandbänke oder Steinen auf. Ein paar mal hatte ich Feindberührung, das ist gar nicht gut für den Propeller. Und alles mit voller Kraft gegen den Wind. Immer die Angst im Nacken, dass bei voller Leistung die Batterie sehr schnell schlappmacht. Endlich geschafft!!! Jetzt aber erst mal zu Gudrun und eine Stunde Luft geschnappt. Nachher holen wir mit einer Schubkarre von Zschirli die Batterie.
Als wir dies alles bewerkstelligt haben, entdecken wir bei einem kurzen Spaziergang einen Loppi im Ort. Der Mann hatte doch sage und schreibe ein Fernglas 10 x 50 mit Köcher rum zu liegen. Es ist DAS Ornithologenglas! Für 15 €!!! Da konnte ich nicht anders. Ich habe zwar schon eins, aber für 15 €….Gudruns Gesicht :(
Mal sehen, ob Anders heute Abend kommt wegen der Elchpirsch, das Wetter soll ja besser werden. Soll!
Um acht ging es heute schon in die Falle. Umsonst auf Anders gewartet…
Der „Naturbursche“ scheint keine Uhr zu haben.


8. Tag
23.07.08 – Mittwoch

Um 24 .00 Uhr stehe ich wieder auf und versehe alle Bilder mit Titeln. Draußen ist immer noch Wind, das bedeutet, kein Angeln! Mit dem Wetter bezüglich des Angelns haben wir nur Pech. Zschirli und Matthias geben sich alle Mühe , aber irgendwie scheint Petrus kein DSL zu haben. So ist es halt mal mit der Angelei. Morgen müssen wir das Boot wieder wegbringen, alle Arbeit war dann umsonst, aber ich kenne ja jetzt den Weg und die Ortskenntnisse kann man ja im nächsten Jahr wieder nutzen.. Um zwei lege ich mich wieder hin und um vier heißt es wieder aufstehen.Ich kann hier oben nicht schlafen, habe immer so eine Unruhe etwas zu verpassen.Zwischendurch ,für uns termin-und tagesablaufgewohnten Mitteleuropäer , wird mal zwei, drei Stunden geschlafen.
Gesund ist das nicht.
Nun gehe ich aber mit Susi zum Wasser runter nach dem Wind sehen. Sieht gut aus. Also wieder hoch und angezogen. Mit der Schubkarre bringe ich das Zeug zum Boot. Schon nimmt der Wind wieder zu. Mit Susi ab ins Boot und los geht es.
Susi ist mein Leichtmatrose, die nehme ich immer mit, wenn ich allein angeln gehe. Mit Sarah habe ich es auch mal versucht, aber die hat soviel Angst in das Boot zu gehen, da ist die Trottelline doch einmal immer hinterher geschwommen! So etwas kann die „Christliche Seefahrt“ nun wahrlich nicht gebrauchen.Und wenn ich vom Ufer aus blinker ,springt die doch jedesmal ins Wasser und will apportieren. Schwimmt sich dann auch noch dämlich ,weil kein Stock da ist.
500 m an der Krautkante schleppe ich entlang. Dann an verheißungsvoller Stelle geblinkert. Nichts. Eine Stunde ist herum, also wenn in der Zeit kein Biss war, dann wollen die heute nicht. Rückzug von der Front.
Matthias sagt ,dass Anders meint: „Du brauchst nur in der Zeit um Vollmond gehen.“ Ist eine neue Lehre für mich, gilt nämlich in Deutschland nicht. Hier aber glaube ich es aber auch nicht. Eher würde ich es andersrum sehen. Bei Neumond ist es besser auf Hecht zu gehen. Aber auch in Lappland habe ich festgestellt ,kurz vor und nach Sonnenuntergang ist die beste Zeit für den Hecht.
Natürlich habe ich zu Gudruns Freude von der Wiese x-Mücken mitgebracht. Mc Willi ist nun voll damit.
Jetzt geht die nächste Testreihe los. Arjeplog ist ja nicht weit…
Nordmann-5444 hatte uns nämlich aus Thüringen Räucherkerzen mitgebracht.
Testserie 1: „Waldhonig“ . Stinkt bestialisch, nur nicht nach Honig und schon gar nicht süß! Gudrun will schon flüchten. Nach ein paar Minuten aber keine Belästigung mehr durch Mücken. 1. Test bestanden! An Gerüche gewöhnt sich der Mensch! Danke Nordmann. Im Womo sind keine Mücken mehr.
Doch komisch, so ein Raucherwohnmobil stinkt doch nach Zigarette und Zigarre drei Tage gegen den Wind, das aber stört keine Mücke und keine Knotts. Rauchen ist also sinnlos gegen Mücken. Vielleicht war es früher noch so, als die Marke „Bahndamm dritter Schnitt“ geraucht oder als Tee getrunken wurde. War für alles gut und bestimmt auch für die Mückenluftabwehr.
Jetzt ist es sieben Uhr, noch eine halbe Zigarre und dann für ein zwei Stunden in den Alkoven. Nach drei Tagen ist dieser Zyklus wieder bei mir angelaufen. Hinlegen, wenn ich müde bin, ein, zwei Stunden schlafen und dann gerade das machen, wozu man Lust hat oder zu was mich das Wetter treibt. Wird ja nachts nicht dunkel…
Für Gudrun meistens ein Segen. Kann sie doch früh richtig auspennen. Dafür macht sie mir gern „ Frühstück“ zur Mittagszeit, wenn es durch das „Walki –Talki“ tönt: „ In zwanzig Minuten Frühstück!“ Und Mittag gibt es dann irgendwann, manchmal sogar um Mitternacht, hat ja auch mit Mittag zu tun…
Komisch, hier oben auf dem Berg ist es absolut windstill, nichts hörst du, keine Menschenseele, keinen Hund und fast jeder soll hier einen Hund haben, doch unten am Wasser ist dieser Sche….wind, der einem beim Hechtangeln mit Boot stört. Wir kennen das nur umgedreht.
Da fällt einem doch glatt der olle Goethe ein, auf seinem Kickelhahn. „Über allen Wipfeln ist Ruh…“
Übrigens, dieses Dorf ist von der Fläche bald so groß wie Hangelsberg mit seinen 2000 Einwohnern. Hier ? Hier leben 160 Seelen, rechnen wir die Hunde dazu, kommen wir über 200. 16 schulfähige Kinder hat die Gemeinde! Dafür 5 Lehrer. (Zschirli verbessere mich, wenn ich mir etwas Falsches gemerkt haben sollte) Und jetzt kommt noch ein Deutschlehrer hinzu, wie man mitbekommen hat. Durch irgendwelche politische Umstrukturierung müssen die Kinder jetzt aber an eine andere Schule gehen, aber die Schule müsstet ihr mal sehen, da hätte jedes Kind seinen eigenen Klassenraum! Diese ist allerdings jetzt Kindergarten.
Nun, gestern Abend hatten wir noch mit Anders seiner Frau gesprochen, sie meinte, er kommt heute Vormittag zu uns. Die Sonne lacht und es wäre Klasse, wenn es heute klappen würde auf Fotosafari „Elchunternehmen“ zu gehen.
Na mal sehen, wie es weiter geht.
Na ganz einfach, zum Schlafengehen war es schon zu spät oder zu früh, also wurde der Fotoapparat geschnappt und es ging 100 m in den Wald hinein. Mückenschutz aufgesetzt, denn hier im Moos hält es auch der „Hartgesottenste“ nicht aus und harrt der Dinge, die da kommen könnten. Es kommt aber nichts. Nicht mal ein Piepmatz. Läuft denn hier alles gegen den Baum? Einen Gartenrotschwanz schaffe ich zu fotografieren ,bloss der dumme Hund setzte sich nie ins rechte Licht.
Deshalb erhebe ich mich von meinem Hocker und laufe leisen Schrittes durch den Busch. Susi sichert plötzlich. Gibt aber keinen Laut. Ich sehe nichts, also langsam weiter. Als dann ein Busch die Sicht frei gibt, glaube ich zu träumen. Ca. 20 m vor mir steht ein vorjähriger Elch. Ich glaubte, mich knutscht ein solcher! „ Mensch, du Blödmann, du hast doch einen Fotoapparat dabei!“ Das Fotografieren habe ich vor lauter Aufregung bald vergessen! Nach zwei Knipsern trollt sich dann das Tier und ward nie wieder gesehen.

Nachmittags machen wir eine kleine Fotosession durch Gargnäs und sehen mal bei ICA rein. Zschirli spaziert mir ihrem süßen Plappermaul, Dorothea, draußen vorbei, sie wollte zum Kaffee zu uns kommen. Da wir nicht da waren, hat sie den selbstgebackenen Blechkuchen schon mal vor McWilli postiert. Gemütlich sitzen wir dann vor Willi und lassen den Tag ausklingen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Urlaub 2008
BeitragVerfasst: 27. August 2008 21:42 
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nobse hat geschrieben:
Ihr scheint das tatsächlich zu lesen...


Jahaaaa!!Und jetzt weiter: Zack zack!!! :lol: :lol:
Viele Grüße
Sabine

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(S.L.)


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 Betreff des Beitrags: Re: Urlaub 2008
BeitragVerfasst: 27. August 2008 21:55 
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Sabine hat geschrieben:
Und jetzt weiter: Zack zack!!!
Sabine,

wie heißt das Zauberwort mit den zwei "t"?

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Hejdå

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 Betreff des Beitrags: Re: Urlaub 2008
BeitragVerfasst: 27. August 2008 22:02 
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 Betreff des Beitrags: Re: Urlaub 2008
BeitragVerfasst: 27. August 2008 22:10 
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Abba flott!

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 Betreff des Beitrags: Re: Urlaub 2008
BeitragVerfasst: 28. August 2008 21:25 
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Hej Nobse,
toller Bericht und sooooo schöne Fotos... und wann gehts weiter ????
Freue mich schon ... :lol:

Liebe Grüße Anja :smt006

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Mit einem Lächeln im Gesicht geht alles gleich viel leichter ... !


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 Betreff des Beitrags: Re: Urlaub 2008
BeitragVerfasst: 28. August 2008 23:12 
Lasst mich noch eine Pfeifchen anzünden und kurz auf Toilette gehen, dann geht es weiter.


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 Betreff des Beitrags: Re: Urlaub 2008
BeitragVerfasst: 29. August 2008 00:28 
9. Tag
24.07 Donnerstag

Heute müssen wir das Boot zurückbringen. Bombenwetter zum Angeln. Na Klasse!
Also um sieben das Boot geschnappt und den ganzen Weg zurück. Bei herrlichstem Angelwetter! Vom weitem sehe ich schon an der Stuga, die 20m weit weg vom Ufer steht, eine Frau Ausschau halten. Ich hab ein blödes Gefühl. Die wartet bestimmt schon auf das Boot. Dann geht sie wieder rein. Hi, sie muss uns nicht gesehen haben, denn beim Anlegen erscheint sie splitternackt und wollte gerade baden gehen. Uie, uie, alles am rechten Fleck und wohlproportioniert, hmmm! Ein wirklich estehtischer , toller Anblick also. Wie vom Blitz getroffen bleibt sie stehen und wie Ariel gleich, verschwindet sie wieder nach drinnen, um Sekunden später auf Schwedisch schimpfend zu erscheinen. Hat mich mein Gefühl doch nicht getäuscht. Es gibt Ärger. Lässig gehe ich an ihr vorbei, (ihr Gesicht sieht ja schlimmer aus als der letzte Donnerstag, sie hätte mal lieber nackt bleiben sollen) und sage : „ Do you speak English, my wife speak English.“ Ich verstehe nur soviel, dass sie zwei Tage auf das Boot gewartet hat und jetzt aber nach Hause fährt. Dann hätte die blöde Kuh anrufen sollen und wir hätten das Boot bei dem Sauwetter nicht holen brauchen und erst jetzt bei dem guten Wetter holen können.
Es ist der erste Schwedische Drachen, dem ich begegnete. Irgendetwas ist jedenfalls schief gelaufen und Zschirlis Mann kann sich die Sache auch nicht erklären.
Also wenn wir kein Boot mehr haben, kommt Plan B zum Einsatz. Er hat uns eine herrliche Angelstelle im Wald am Gargăn gezeigt, da werden wir über Nacht bleiben.
Vorher überrede ich aber Gudrun noch mal zu den „Loppifritzen“ zu gehen, um für "sie" eine Angel zu kaufen. Komischer Weise freue ich mich mehr darüber als Gudrun.
Nachmittags geht es dann an den Gargăn, doch mir ist ein wenig unwohl, da diese Stelle, die man uns gezeigt hat, außerhalb der „ Fiskekort“ liegt.
Deshalb wurde wieder abgebrochen und der Angelladen in Sorsele aufgesucht. Gudrun ist spitz, muss sie doch jetzt auf mich aufpassen. „Der und in einen Angelladen oder Baumarkt gehen… , da kommt nichts Gutes raus.“ :evil:
Jedenfalls will der Verkäufer uns die gleiche Fiskekort verkaufen, wie der in Gargnäs. Sorsele liegt aber außerhalb des Fischereibezirkes Gargnäs.
Für uns beiden heißt es, nicht weiter diskutieren und gesetzlich fischen, also umziehen. Wir finden dann auch schnell ausgemachte Fischstellen und bleiben dort über Nacht. Meine Flugangelkünste halten sich in Grenzen, kenne ich doch diese Art des Fischens überhaupt nicht. Trotzdem gelingt es mir, einen Junglachs an den Haken zu bringen, der dann auch im WOMO gleich roh, mit Salz und Pfeffer, verzehrt wird. Herrlich, kann ich nur sagen, Lachs kann echt roh gegessen werden, schmeckt hervorragend. Ab geht es in die Heia.

28.08. Gudrun
10. Tag
25.07.08 Freitag

…um drei wieder raus. Alle Versuche, im stillen Wasser etwas an den Haken zu bringen sind umsonst, dazu kommt noch das Geröllufer, bewachsen, „alte und junge“ Felsen, meine körperliche Leistungsfähigkeit ist auch nicht mehr die, wie sie mal war. Ich rate allen Jüngeren, nutzt eure Zeit und der blöde Spruch „ als Rentner hast du Zeit“ ist der größte Mist!!! Dabei bin ich noch nicht mal Rentner.
Susi ist mein ständiger Begleiter beim Angeln, hier schon alleine der Bären wegen. Zurück zum Womo mit der Erinnerung, wieder ein schönes Stück Erde kennengelernt zu haben. Das Fangen ist nicht das Wichtigste.
Gudrun pennt noch und weiter geht es auf Stellensuche. Ich finde dann eine ganz tolle Stelle, mit riesigem Parkplatz, Schutzhütte und Grill. Und hier kann ich auch zum ersten Male versuchen, eine Fliege ins Wasser zu bringen. Hey, das Werfen klappt erstaunlich gut für einen Greenhorn, habe ja auch im Garten geübt, bloß wie dann weiter? Ich bin jedenfalls als Autodidakt mächtig stolz auf mich, auch wenn „ mit ohne Fisch!“ Danach gehe ich wieder zu unserer lieben Zschirli, sind wir doch einfach ohne Bescheid zu sagen, verschwunden. Hoffentlich denken sie nicht, wir machen uns aus dem Staube! Aber sie haben sich schon gedacht, wo wir sind.

Seit Tagen haben wir keine Telefonverbindung mehr. O2 Karte leer. Beide! Wir düsen also nach Mală , um ein Telefon zu kaufen, das wir hier in Schweden „nachtanken“ können. -
Betriebsferien. Von den Einwohnern bekommen wir den Tipp nach Norsjö zu fahren. Sind nur 50 km. Mir haut es die Socken weg, mit Entfernungen gehen die um ….
Also auf. Was ist das schon wieder? Straßenbaustelle! Länge entweder übersehen oder nicht ausgeschildert. Schotter, Schotter, nochmals Schotter. Sehr zur Freude unserer Reifen. Zwischendurch ein Hinweisschild, noch 14 km. Ich hätte mir in den Allerwertesten beißen können. Und das alles wegen eines Telefons. Hoffentlich gibt es zurück noch eine andere Straße!
Der Laden hat wenigstens auf und wir bekommen auch ein „billiges“ Telefon, kostet ja „nur“ 100, 00 € für solche Zwecke. Mit allem Schnickschnack, aber was sollen wir damit? Mit Internet und Walkman, Kamera und E-Mail können kleine Kinder umgehen, aber wir doch nicht. Wir wollen doch einfach bloß telefonieren. Es stellt sich aber heraus, dass das Telefonieren über „TELIA“ wesentlich billiger ist als mit O2.

Auf der Rücktour versucht Gudrun es zu aktiveren. Fehlanzeige ! Die SIM Karte fehlt uns. Aber nun zurück zu dem Laden. Ein anderer Verkäufer bedient uns. Höflich setzt er uns dieses Unikum in Gang, denn die SIM Karte hatten wir schon erstanden, wussten bloß nicht, wo wir die finden.
Es würde jetzt zu lange dauern alles auseinander zu klabüsern, jedenfalls hätten wir den ganzen Mist nicht gebraucht, doch für seine Geduld und Höflichkeit, nahm ihn Gudrun den ganzen Scheiß ab und gab ihm für seine Freundlichkeit noch eine Flasche „Goldkrone“. Er war aber sehr erfreut darüber. Gudrun – ein echter Ossi!
Zurück geht es nun auf anderen Wegen, aber passend zu dieser ersten Woche, fehlen dort sogar 43 km Straße!
Das letzte Stück fahren wir immer entlang des Vindelälven. Wunderschöne Panoramen sehen wir. Der ganze Nachmittag wegen des Telefons ist versaut. Zumal wir keines kaufen brauchten, denn mein Nokia hätte mit solch einer SIM Karte auch funktioniert. Wir sind eben zu blöd für diese Welt.
Abends wurde dann bei Zschirli gegrillt. Wieder 14 Personen am Tisch bei ihr. Wie die das alles schafft? Und alles ohne Hektik! Gudrun bewundert sie nur.Ich natürlich auch.
Um 20 Uhr packe ich dann das Fotozeug und fahre mit Zschirlis Mann in die Berge, um vielleicht einen Elch zu fotografieren. Aber wie kann es anders sein, die Sterne müssen eine Scheißkonstellation haben. Nichts da! Außer Spesen nichts gewesen. Der Mann tat mir Leid. Ist er doch so hilfsbereit und er will mir auf alle Fälle einen Elch zeigen. Aber beim Fotografieren ist es wie mit dem Angeln, Geduld ist gefragt, oft sitzt man umsonst.

Gudrun 28.08


11. Tag
Sonnabend – 26.07.08

Früh ab sieben wird zusammengepackt. Wir verabschieden uns von Zschirli und ihrer lieben fünfköpfigen Bande, es war schön und erlebnisreich bei den beiden.
Um 11.00 Uhr geht es dann los zu unserem Zielort Piilijärvi. Es sind 23 Grad. Viel zu warm, man meint es wären 30 Grad und die Sonne sticht.
Km Stand : 154500
Um 12.00 Uhr erreichen wir die 45 bei Sorsele und tanken 127,52 Liter Diesel auf 1076 km . Das sind 11,8 l auf hundert Kilometer ,ein guter Verbrauch also. Der Liter kostete 13,51 Kronen.
Km – Stand 154543
200 € bezahlt. Ein „Schweinegeld!“ Die „Petrolstation“ nahm uns aber sogar Euro ab ohne kräftig aufzuschlagen ,
327 Kronen wieder in Sorsele im Fischerei-Shop gelassen. Stahlvorfächer und geflochtene Schnur gekauft. Gudrun hat wieder ihr “Kirchengesicht“ beim bezahlen aufgelegt , nach dem Motto „ alles Beten hat nicht geholfen“.

15.00 Mittagessen am Piteälv. Der Piteälv . In all den Jahren war das Ostufer bevölkert von Lachsanglern, aber in diesem Jahr war nicht ein einziger Lachsangler zu sehen. Um diese Zeit war das Ufer voll mit WOWA und WOMO. Irgendetwas stimmt hier nicht.
Inzwischen hat die Außentemperatur 28 ° erreicht, das ist nichts für uns! Weiter geht es. Eigentlich wollten wir am Pite Älv nächtigen, aber Angelmöglichkeiten auf andere Fischarten? Fehlanzeige. Zwischendurch fehlen wieder einmal 25 km Straße. Sehr gut für die Reifen!
Bald sind wir in Jokkmokk. Plötzlich , da gibt es bei 100 km /h einen lauten Knall. Ich rauf auf die Klötzer ,hoffentlich bricht der mir jetzt nicht aus! Aber ich bekomme den Willi gut zum Stehen. Zum Glück gerade an einer Parkniesche. Der liebe Gott hat gewollt , dass dies nicht Gudrun passiert ist, sie konnte den Knall nicht zuordnen, dachte ein Fahrrad sei herunter gefallen. Der rechte Hinterreifen ist futsch! Ich bin erst mal froh, dass nichts passiert ist, denn wir hätten jetzt im Straßengraben liegen können!!! Vielen Dank an das Verkehsamt und den Schotter
Die Pechsträhne setzt sich nahtlos fort. Ein rundum ausgeglichener Urlaub also.
Das Ersatzrad, welches nun man wirklich wenig braucht ,oder brauchen sollte , liegt im Stauraum ganz hinten, also alles ausräumen! Irgendwie bin ich trotzdem froh. Erst einmal ist nichts passiert, zweitens haben wir keinen Regen oder Schnee und drittens, dunkel wird es auch nicht. Zeit haben wir auch. Und wenn ich es alleine nicht schaffe ,haue ich mich eben in den Alkoven. Darüber ,wie locker ich diesen echt argen Platzer nehme , bin ich selbst erstaunt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Urlaub 2008
BeitragVerfasst: 29. August 2008 10:46 
Eh, ihr scheint wirklich alles zu lesen! Dann hat sich die Mühe ja doppelt gelohnt. Ich habe meine Erinnerungen und kann anderen vielleicht noch helfen, auch beim Absetzten der "Rosaroten Urlauberbrille".


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 Betreff des Beitrags: Re: Urlaub 2008
BeitragVerfasst: 29. August 2008 10:56 
Schwedenfreund
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Registriert: 16. November 2007 16:14
Beiträge: 649
nobse hat geschrieben:
Eh, ihr scheint wirklich alles zu lesen! Dann hat sich die Mühe ja doppelt gelohnt. Ich habe meine Erinnerungen und kann anderen vielleicht noch helfen, auch beim Absetzten der "Rosaroten Urlauberbrille".


Hej Nobse,

ich muss schon sagen, dein Bericht ist "ganz großes Kino"!!!
Und du hast recht: Wir lesen wirklich alles und sind sehr sehr
fasziniert, wie detailliert und lesenswert ihr über euren Urlaub
berichtet.

Deine Erinnerungen an solch schöne Urlaube wirst du dir
immer behalten und uns lässt du daran teilhaben.

Vielen vielen Dank dafür. :danke:

LG Frank :smt006

_________________
Love it, change it, or leave it!


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 Betreff des Beitrags: Re: Urlaub 2008
BeitragVerfasst: 29. August 2008 11:42 
Schweden Guru
Schweden Guru
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Registriert: 25. September 2006 20:15
Beiträge: 1431
Wohnort: jämtland
hej ihr beiden unglücksraben

wenn man soo einen urlaub geschafft und hinter sich gebracht hat,kann einen nichts mehr erschüttern.

willkommen im club,nobse :smt006 :lol:

gruß aus stavre

elke


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 Betreff des Beitrags: Re: Urlaub 2008
BeitragVerfasst: 29. August 2008 22:08 
Nun geht es weiter.

Die einzige Sorge, die ich habe, ist, nur so einen spilligen Wagenheber und nur einen Stützbock an Bord mitzuführen. Der Wagenheber gehört zum Reparaturset des Fahrzeuges. Ein absoluter Mist! Eben FIAT –Fehler In Allen Teilen.
Na ja, es fahren soviel Womo zurzeit, da wird schon einer helfen können. Aber Pustekuchen, denkst du, jetzt kommt einer vorbei? Nicht ein Einziger! Ich versuche es mit dem Wagenheber. Wenn das mal gut geht…?! Der hält den doch nie und dann noch das umständliche Gekurbele. Ohne Ratsche! Man, man.
Da hält aber ein T 5 mit Hamburger Kennzeichen und die Frau fragt, ob sie helfen können. Das nenne ich Solidarität! Ein liebes Dankeschön den beiden. Er will die Gegend abfahren, um nach Holz zu suchen, damit wir eine feste Stütze haben. Das heißt den Wagenheber hochkurbeln, Stützbock unter, Wagenheber weiter kurbeln, Holz unter, Wagenheber weiterkurbeln, Stützbock höher machen, Wagenh,,,, und so weiter. Ein stundenfüllendes Programm. Aber erst brauchen wir mal Holz. Sonst liegen überall Baumstämme herum! Denkste hier ist etwas zu finden?
Plötzlich bremst ein 30 – Tonner - Brummi. Der junge Deutsche fragt ebenfalls nach und kommt sofort mit einem vernünftigen Wagenheber. Na, wenn der seinen 30 - Tonner schafft, dann merkt der Mc Willi gar nicht. In eins, fix, drei haben wir das Rad gewechselt und Gudrun opfert sogar eine Stange Zigaretten, die sie auch lieber selbst geraucht hätte. Das heißt schon was !!! Ich aber war erschüttert. Gudrun gibt Zigarettenvorrat ab! Mensch, für solche Fälle haben wir doch Schnaps an Bord! Sie muss sehr und überaus glücklich gewesen sein, das WOMO wieder fahrbereit zu sehen. Doch, wenn sie zum Urlaubsende keine Zigaretten mehr hat, ergeht es mir schlecht, denn dann werde ich zum Räuchermecky gemacht. „Schönen Dank für deine weise Voraussicht“ , meine liebe Gudrun. Ich rauche noch eine fette Zigarre mit dem jungen Burschen und Gudrun räumt den Stauraum wieder ein. Wir unterhalten uns locker und machen noch ein Abschiedsfoto. Leider habe ich den jungen Mann nicht gefragt, ob er etwas gegen die Veröffentlichung im Net hat und kann somit das Bild des jungen, hilfsbereiten Herren nicht einstellen.
Die ganze Zeit über war aber kein WOMO zu sehen. Allein ein zweiter Stützbock hätte schon gereicht.
Hinter Jokkmokk kennen wir einen Schlafplatz mitten im Wald, 10 km von der E 45 weg. Er ist direkt an einem Fluss. Der Appokk .Dorthin fahren wir, um zu nächtigen.

Um 19.30 Uhr stehen wir an der Brücke nahe dem „Knifemaker“, übernachten und versuchen, den Schock zu überwinden, vorher wird der Stauraum neu sortiert und nochmals eingeräumt.
21.45 Uhr - Gudrun will noch fotografieren und läuft über die neue Brücke rüber zur anderen Seite zur alten abgerissenen Brücke durch den Wald, um die Sonne in der richtigen Position zu haben. Nun drückt auch noch meine Blase wie meist immer in solchen Momenten! Gudrun ist nur leicht bekleidet und die Mücken erreichen auch noch die letzen Körperteile von ihr. Aber da ist ein Bach, über den kommt sie mit meinen Latschen nicht, aufgeben, na mal sehen, wie ich reagiere, wenn sie nicht mit den gewollten Fotos heim kommt. – Sie schildert mir die Sachlage. Ich erwidere nur traurig: „Na, um diese Zeit geht man doch so gekleidet nicht mehr in den Wald!“ Danke für die „schönen“ Bilder!!


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 Betreff des Beitrags: Re: Urlaub 2008
BeitragVerfasst: 29. August 2008 22:48 
12. Tag
Sonntag - 27.07.08

Um sechs Uhr will ich losfahren. Heute ist Sonntag und irgendwann muss doch das Pech auch nachlassen. Gudrun wie üblich im Alkoven. Ich fahre rückwärts raus, schlage zu früh ein und fest ist Willi. Ich Idiot ! Die Straße ist x- Meter breit, da kann man mit einem Mähdrescher fahren, sogar Gudrun wäre da mit Leichtigkeit heraus gekommen, aber ich Blödmann sehe nicht in den Rückspiegel und stehe mit dem Hinterrad im Bankett. Der nicht richtig verdichtete Boden gibt so nach, dass das linke Vorderrad in der Luft hängt. Willi, du hast aber auch etwas auszuhalten!
Wie war das noch mit der Pechsträhne? Soll man dies jetzt noch Urlaub nennen?
Wie komme ich hier bloß wieder raus, denn auf Hilfe brauche ich hier nicht warten. Gudrun aus dem Alkoven geschmissen und die war gar nicht vergnügt davon. Doch bei Gefechtsalarm hat sie Gewehr bei Fuß zu stehen, da beist die Maus keinen Faden ab! Sie kann nachher weiter pennen. Sie lacht mich halb aus, als sie die Sachlage beäugt! Aber weiß nicht, ob sie lachen oder weinen soll! Wieder einmal räumen wir den Stauraum aus, um an die Seile und die Ratsche zu kommen.
Nach zwei Stunden ist Willi frei. Schwerstarbeit!!!
Weiter geht es nur noch zwischen 60 und 70 km/h. Noch einen Platzer können wir uns jetzt nicht mehr leisten.

Auf dem Campingplatz in Piilijärvi herrscht gähnende Leere. Prima so. Nachgefragt, ob ich ein Boot bekomme und Bescheid gesagt, dass wir erst noch nach Vittangi zur Tankstelle fahren müssen.
Ich suche noch zwei bestimmte Spinner und einen Wobbler, die nur hier und manchmal auch nördlicher zu bekommen sind. Der Besitzer des Campingplatzes schmunzelt darüber. So gut wie alle Tankstellen haben wir danach abgeklappert und der gute, empfehlenswerte Laden in Sorsele, hatte die auch nicht. Vor Vittangi wacht doch Gudrun auf. Mist, jetzt wo sie pennen soll, da steht sie auf, denn beim Angelzeug kaufen, kann ich sie nicht gebrauchen.
Vittangi`s Tanke hatte die Spinner und Wobbler, ich war froh, hätte ich doch alle Misserfolge den falschen Wobblern zugeschrieben.
Gleich vier Stück gekauft und noch vier von den herrlichen Barschspinnern, die sind echt gut und lachen einen so richtig an, dafür macht Gudrun ein Gesicht wie sieben Tage Regenwetter. Ihre Geldbörse wird immer schlanker.
Zurück geht es nach Piilijärvi, nicht ohne noch ein Foto von Willi auf der alten E 45 zu machen. Das waren noch Zeiten! Ähnlich wie bei Buffalo Bill.
Einen schönen Standplatz können wir uns auf dem Campingplatz aussuchen, ist ja bis auf dem Bulli alles leer, gleich mit Blick auf den See. Ich brauche nur die Augen aufzumachen und kann noch im Liegen sehen, lohnt es sich oder nicht, angeln zu fahren. Die Bootsbatterie wird aufgeladen, der Motor schon am Boot befestigt, die Angeln fertig gemacht und mit den Hunden geht es erst einmal zu einer Fahrradtour in den Wald. Die brauchen jetzt nach der Woche ein bisschen Bewegung. Strahlender Sonnenschein!
Um 21.00 Uhr geht es raus auf Gädda. Gudrun landet den ersten von 85cm und ich den zweiten. Rückzug ist angesagt. Mehr sauber zu machen, würde heute Nacht „ keinen Spaß“ mehr machen. Das Ausnehmen, Säubern und Einfrieren der Fische ist allein Gudruns Angelegenheit und mehr Arbeit will ich ihr heute nicht zumuten. Ich angele lieber… Arbeitsteilung ist das Schlagwort ,denn schliesslich haben wir die Emanzipation. Ehrlich gesagt ,habe ich überhaupt nichts gegen Frauenbewegungen, NUR rhythmisch müssen sie sein..
Bilder werden ausgewertet und sortiert und um halb drei geht es in den Alkoven.


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 Betreff des Beitrags: Re: Urlaub 2008
BeitragVerfasst: 2. September 2008 10:12 
Ich befinde mich jetzt ein paar Tage nicht zu Hause. Habe hier zwar Internet , aber mit den E-Mails klappt es gar nicht. Bin also nicht auf dem laufenden.Gehen wir aber nun weiter im Text.

13. Tag
Montag - 28.07. 2008

Um 6.00 Uhr weckt mich Gudrun. Schiete, verpennt, hätte erst gar nicht schlafen gehen sollen. Gehe mit den Hunden raus und bewache sie. Das ist das Blöde am CP. Im Wald mache ich die Tür auf und lasse sie raus. Da brauche ich mich um sie nicht kümmern. Manchmal haue ich mich dann sogar wieder hin und sie kommen von allein wieder.
Susi kommt mit angeln, es ist ein schönes großes Boot und sie hat es bequem vorne im Bug. Wieder fange ich zwei gute Hechte von 80 cm, dann fahre ich zurück, denn der Legionäre will heute noch kommen. Er ist 200 km nördlich von Piilijärvi, da kann man schon ab zehn mit ihnen rechnen.

Mittag ist vorbei und Traudl und Gerd sind noch nicht hier.
Wir entschließen uns, mit dem Fahrrad den kleinen Bach zu suchen, von dem der Platzbesitzer gesprochen hat. Die Susi lassen wir hier, denn sie hat eine warme Nase. Wie bei bis jetzt allen Fahrten. Das gibt sich aber dann wieder nach einiger Zeit. Wir finden ihn auch, er sieht sehr gut aus, aber es ist ein schwieriges Rankommen. Wir fahren zurück und treffen zeitgleich mit Traudel und Gerd auf dem CP ein. Die Freude war groß über das Wiedersehen. Sie stellen ihren Otto neben unseren Willi, so haben wir einen gemeinsamen Essenplatz und sind von keinem zu sehen.
Um neun will ich angeln fahren. Gerd hat keine Lust mehr darauf, nach der Tagestour zu verstehen und Gudrun will auch lieber hier bleiben. Ich will aber angeln und fahre deshalb allein raus. Aber Susi will trotz ihrer Krankheit mitkommen. Kommt nicht in Frage!
Eine Stunde lang fange ich nichts, dafür friere ich, weil ich vergessen habe, den Pullover anzuziehen.
Egal, ich will noch einmal die Stelle hier abschleppen und dann aber auch nichts wie nach Hause. Wieder einen Hänger, nee es könnte etwas sein. Klar, es bewegt sich! Plötzlich kommt ein Hecht senkrecht aus dem Wasser geschossen. Ist das ein Biest!!! Und Fluchten macht der! Wieder schießt er senkrecht aus dem Wasser. Komischer Weise springen die Hechte in Schweden enorm, da kann man noch so vorsichtig drillen. Hoffentlich sitzt der Haken! Trotz richtig eingestellter Bremse, die auch abläuft, zieht der mich mit dem gesamten Boot. Zum Glück macht ein Hecht keine großen Fluchten. Ich habe ganz schön Probleme, ihn ins Boot zu bringen. Klappt alles, meine Brust hättet ihr mal sehen sollen. Fotosession am Ufer. Unsere Waage zeigt 15 Kilo an, Toge aber meint, er hat nur zehn. Beide Meinungen sind unsicher, einigen uns in der Mitte, ich jedenfalls kann ihn nur kurz zum Fotografieren halten und Gudrun bekommt ihn beim Saubermachen auch nicht so richtig getragen.


14. Tag
Dienstag - 29.08.2008

Heute bin ich erst um 6.00 Uhr aufgestanden und fange auch nur einen Hecht. Keinen Biss weiter. In der Morgensonne frühstücken wir dann vor dem Womo mit Gerd und Traudl, die uns jeden Morgen den Frühstückstisch decken. Gudrun wird so richtig verwöhnt. Danke! Danach – gammeln. Nee, so nicht! Wir schnappen uns die Räder und wollen den „Little River“ im Wald suchen, vielleicht gibt es dort Barsche.
Danach fahre ich wieder auf den See, aber heute ist gar nichts los, deshalb wieder zurück und wir machen es uns gemütlich vor dem Womo. Wenn die Sonne sinkt, wird es säuisch kalt und im nu ist alles feucht draußen, deshalb setzen wir uns zu Gerd ins Womo und sehen uns Bilder an und das Video für die Forumsteilnehmer.
Nun steht aber „Toge“ da, er ist der Betreiber des Platzes und fragt, ob jemand Lust hat, mit ihm Netze im See zu stellen.
Da bin ich natürlich sofort dabei!
Auf geht es. Es dauert 10 Min., dann waren 300 m Netzte draußen. Barsche will er für „uns“ fangen, bekomme ich später mit. Dann zeigt er mir noch einen Geheimtipp für Gädda. Na mal sehen, hier fahre ich morgen hin.
Zum Heben der Netze verabreden wir uns um 7.00 Uhr.
Natürlich drängle ich ihm noch einen Schnaps auf. Nein, einen zweiten möchte er nicht, er kann sonst so schlecht schlafen. Ha, bei mir ist es umgedreht!
Dann gehen wir wieder rüber zu Gerd und mit einem Mal ist es halb zwei. Die hellen Nächte legen einen hier oft rein.
Ich sitze dann noch an meinen Bildern und am Reisebericht bis halb vier. Ich schreibe täglich alles mit . Zu Hause wird dann nur noch daran rumgefeilt. Man vergisst sonst zu viel.Da verpenne ich um 7.00 Uhr garantiert, befürchte ich.

15. Tag
Mittwoch - 30.08.08

Wie schon gesagt, um 7.00 Uhr klopft es am Womo. Toge ist da. Preußisch pünktlich! Ich habe tatsächlich verpennt! Schnell in die Hosen und raus!
Wir heben die Netze, 7 Bodenrenken und 1 Barsch, sehr, sehr mager. Die Renke gehört zu der Familie der Maränen und ist ein Anzeiger für sehr sauberes Wasser. Im schwedischen Sprachgebrauch wird sie als „Sik“ bezeichnet. Es ist aber komisch. Die Hechte sind hier wohlgenährt, zwar keine solchen „Fettbäuche“ wie bei uns, dazu ist der Winter bestimmt zu lang, aber keine Hungerhaken wie in vielen Seen Schwedens. Trotzdem gibt es im Verhältnis wenig Futterfisch.
Danach wird Gudrun geweckt, um Frühstück zu machen und einen guten Kaffe für Toge. Den mag er. Aber erst will ich einmal probieren, wie die Renke roh schmeckt. Nur mit Salz und Pfeffer. Eigentlich sehr gut, nur ein paar zu viele Gräten. Das Fleisch zergeht auf der Zunge. Wir essen viel zu wenig rohes Fleisch. Toge sagt, ich sei ein Eskimo, was so viel wie „Rohfleischfresser“ heißt. Eskimo ist ein Schimpfwort, es sind Inuit. Genau wie Lappen, dies sind die Samen. Danach ist Gammeln angesagt. Das liegt mir aber irgendwie nicht.

Mit Sarah und Gudrun geht es deshalb 6 Kilometer in den Wald zu einem See. Kein Angelerfolg. Trotzdem ein schöner See, aber wie auf fast allen Seen in Schweden wäre ein Boot von Nöten. Gewitter kommt auf und jetzt nichts wie weg hier. Gudrun bleibt zurück, für mich unverständlich, da sie die bessere Fahrradfahrerin ist und noch Kondition hat. Später kommt sie mit Sarah klitschnass an und erzählt mir, dass sie Probleme mit dem Fahrrad hatte, die Bremsen blockierten und sie musste schieben. Ich vermute aber, sie wollte ihrer geliebten alten Dame „Sarah“ nicht die vielen Kilometer durchgängiges Laufen zumuten. Lieber schiebt sie ihr Fahrrad durch den strömenden Regen, Blitze und Donner als ihren Hund zu belasten, ist ja auch schon eine alte Dame. So ist sie (Gudrun) nun mal, da lässt sich nichts mehr ändern!!!

Gerd bereitet Bratkartoffeln zu und Gudrun die Renken. Gebraten lassen sie sich gut von den Gräten lösen, ausgezeichnet sogar. Er verwöhnt uns immer mit seinen tollen Kochkünsten!

20.00 Uhr – das bedeutet, bereit machen zum Angeln, mitten auf dem See geht ein großer Hecht auf den Wobbler und schneidet Wobbler und Vorfach ab. Ich hatte gerade zu Gudrun gesagt: “Wenn hier einer beißt, ist es ein Kaventsmann“ und schwupp war er auch da! Aber nach ca. drei Minuten war er nicht mehr da und der 19 cm große Wobbler und das Stahlvorfach auch nicht mehr. Da hat der mir doch glatt die 35-er Schnur durchgeschnitten! Es soll ja Leute geben, die mit 15-er Schnur auf Hecht gehen… Mit 15-er Schnur übrigens, würde sich schon beim ersten Wurf mein Wobbler verselbstständigen.
Ich fange noch einen kleinen Hecht von ca. 80 cm, dann fahre ich zurück und sortiere noch Bilder und um halb zwei krabbele ich in den Alkoven, mal sehen, wann ich aufwache.


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 Betreff des Beitrags: Re: Urlaub 2008
BeitragVerfasst: 3. September 2008 08:54 
Teilnehmer
Teilnehmer

Registriert: 31. Juli 2008 17:02
Beiträge: 24
Ich lese mit Begeisterung deine Berichte und die Fotos sind einfach toll.
Kann die Vortsetzung garnicht erwarten.
Weiter so

LG
MONA


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 Betreff des Beitrags: Re: Urlaub 2008
BeitragVerfasst: 3. September 2008 13:07 
Mich freut es , wenn ich einen kleinen Teil damit erreiche, die Augen ein bisschen mehr zu öffnen. Ich denke der Bericht hat nicht nur die Sonnenseiten, sondern zeigt auch absolute negative Seiten Schwedens auf., die man nicht verschweigen sollte. Letztendlich ist es meine private Aufzeichnung um die Jahre von 1998 an zu vergleichen. Es kommt da schon noch einiges und einige Naturburschen werden sagen," Wir haben doch noch genug Einsamkein und ein ausgeglichenes Ökosystem", welches nun wirklich nicht mehr der Fall ist.
Allein , wenn ich lese , dass Finanzen für den Naturschutz gekürzt werden sollen, drehen sich bei mir die Füßnägel hoch. Schweden gibt jetzt schon nicht genug für den Umweltschutz aus , einen Bruchteil von dem was jetzt gebraucht wird und da wollen die schon kürzen. Man sollte das Anlegen von Wanderwegen nicht mit Naturschutz gleichsetzten, es dient dem zwar ,ist aber nicht dieser.Aber solange die Politiker ihre Elche und Bären haben, ist ja die Natur in Ordnung.
Nun gut, jedenfalls geht es irgendwann mit dem "Meckerthread" weiter.


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 Betreff des Beitrags: Re: Urlaub 2008
BeitragVerfasst: 6. September 2008 22:02 
Nun weiter geht es ...


16. Tag
Donnerstag 31.07.08 - der Fischzugtag

Nichts mit Schlafen. Bin um drei Uhr auf dem See. Schon windig, das ist Mist. Fahre heute zu einer neuen Stelle. Der Wind wird immer doller und das Angeln macht keinen Spaß, denn mit unserem kleinen E-Motor kann man bei Wind nicht die Richtung halten. Man ist nur am Manövrieren des Bootes. Und Spinnen ist auch zwecklos. Heute habe ich aber viele Fehlbisse und verliere zusätzlich noch vier Hechte, aber ohne Köderverlust. Glücklicherweise! Zu acht fahre ich zurück und haue mich in den Alkoven. Um 12 wird aufgestanden und gefrühstückt. Zu allem Überdruss regnet es auch noch. Zu 18.00 Uhr soll es Mittag bei Gerd und Traudel geben. Spagetti, freue ich mich schon drauf, nur Gudrun macht jetzt schon lange Zähne, aber hier wird gegessen, was die Kelle klickt! Zu 19.00Uhr will der Betreiber des Platzes wieder Netzte mit mir stellen. Es ist zwar eine Tierquälerei, wenn es aber zum Nahrungserwerb notwendig ist, kann man nichts dagegen sagen. Den Nachmittag verbringen wir im Womo und das Barometer zeigt auch keinen Hoffnungsschimmer.
Na gut, es wird 20.00 Uhr, schwedische Termine.
Toge, so heißt der Betreiber des CP, kommt. Wir hatten ihm erzählt, dass ich einen großen Hecht verloren hatte und der jetzt elendig zu Grunde gehen müsse, da er meinen Wobbler im Maul hat und wahrscheinlich auch sehr tief und ihn dabei gefragt, ob wir an der gleichen Stelle Netzte stellen würden. Wenn er sich, durch seine Standorttreue darin verfangen würde, könnte man ihn von seinen Qualen erlösen. Er verneinte, denn er will woanders Netze stellen.
Jedenfalls geht es mit Gudrun zusammen auf Fischereitour. Zu unserem Erstaunen stellten wir doch 300 m Netze an dieser Stelle und fuhren dann zu einer anderen. Nach dem Stellen gab er uns jeden einen Knüppel. He, was sollen wir damit? Er fing an, im schnellen Takt mit dem Knüppel auf den Bootsboden zu schlagen und wir verstanden. Er will die Fische in Richtung Netz treiben und so ging es fünfhundert Meter entfernt von diesem, immer parallel zum Netz, bei jeder Wende dem näher kommend, nach alter Buschmannart, klopfend auf die Fischjagd.
Eine durchaus lustige Sache. Ich staunte nicht schlecht, als wir nach 20 Minuten das Netz kontrollierten, wie viel Barsche und Renken sich schon darin gefangen hatten. Es wurde aber wieder schnell sehr kalt, der Nebel stieg. Nach der Rückkehr sitzen wir wieder bei Gerd und Traudel im Womo und es wird bei ihnen wieder zwei Uhr, bis ich nach dem Foto sortieren und Tagebuchschreiben, um vier in den Alkoven klettere.

17. Tag
01. 08 08 - Freitag der Verbrechertag

Fünf vor sieben! Mit einem Satz war ich als Schwerbehinderter aus den Alkoven. In die Sachen gesprungen und zum Boot. Tore war schon da. Ich habe Augen wie Kompottschalen. Drei Stunden Schlaf pro Tag sind doch ein bisschen wenig.
Los geht es. Zwei Wassereimer voll mit Barschen und Renken heben wir, der Hecht mit meinem Wobbler im Maul, hat sich leider nicht verirrt, ich habe aber mein Möglichtest getan.
Danach war Fische sauber machen angesagt. Gudrun und Gerd kommen dieser Arbeit nach. Gerd lässt sich von der Frau des Besitzers das Räuchern erklären. In der Zwischenzeit fährt uns Toge, der Besitzer des CP, nach Gällivare, um den Reifen zu wechseln. Uns verschlägt es bald die Sprache, als wir den Preis lesen. 2900 Kronen Da bekomme ich zwei Stück in Deutschland dafür. Die haben schnell gelernt, den Touristen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Mann o Mann, kann ich da nur sagen.
Diese Firma….. in Gällivare kann ich keinem empfehlen. Auf der einen Art finde ich es schon gut, denn zum Ankurbeln des Tourismus` haben die etwas dagegen getan, aber muss es gegenüber Leuten sein, die sich wirklich für ihr Land interessieren, und noch dazu sich in einer Notlage befinden? Abscheulich kann ich dazu nur sagen, denn dies ist der Anfang vom Ende der ehemaligen schwedischen Hilfsbereitschaft und der Ruhe, die diese Leute ausstrahlen. Noch schlimmer ist, dass am Telefon 1700 Kronen für Reifen, Demontage von der Felge, Aufziehen auf dieser und Auswuchten ausgemacht war. Den Radwechsel auf der Achse machte ich selbst. Wenn ich wieder im I- Netz bin wird diese Firma eine entsprechende Mail bekommen und das Touristenbüro sowie die Stadtverwaltung ebenfalls, aber eine gepfefferte! Mit dem Slogan: „ Gällivare? Touristen, meidet es wie die Pest!“ Oder so ähnlich. Diese Firma muss man nicht durch den Kakao ziehen, sondern durch die Sche…..e in denen sich die Maden wühlen.
Das abendliche Angeln blieb ohne Erfolg und bis um zwei frühmorgens sitzen wir bei Gerd und Traudel im Womo.

18. Tag
02.08.08 - der Sarahangeltag

Morgens um fünf lacht mir die Sonne entgegen, doch beim Blick in Richtung See verschlägt es mir die Sprache. Nebel, nichts als Nebel über dem Wasser. Wie soll ich da meine Angelstellen finden? Das war es denn wohl mit dem Angeln heute Morgen. Außerdem nur 5 Grad, am Tage sollen es maximal 13 Grad werden. An den ersten beiden Tagen war es besser. Schöne Windstille und die Sonne brannte einem auf den Buckel, dass es kaum auszuhalten war. Aber jetzt? Schwedenfan schrieb, ob wir im Winterurlaub sind? Die haben im Süden 28 Grad! Der verscheissert mich sogar. Käptn Iglu nenn der mich…
Also Fahrrad und Susi geschnappt und ab geht es in den Wald Moltebeeren fotografieren. Vielleicht sehe ich auch einen Elch. Aber ist nicht.
Wieder im WOMO wird erst einmal der rechte Hinterreifen gewechselt und in Deutschland werden wir dann zwei neue Reifen kaufen müssen, um Mc Willi wieder mit guten Latschen da stehen zu haben. Von Gerd borge ich mir einen 5 Tonner Wagengeber, denn mit meinem spilligen Ding von Wagenheber bekomme ich das Rad niemals gewechselt. Schon gar nicht auf dieser Wiese. Heute habe ich aber keine Lust mehr, alles wieder in den Stauraum zu verbringen. Morgen ist ja auch noch ein Tag. Die Hunde liegen in ihrem Bett und Sarah sieht mich groß an. Irgendetwas stimmt nicht mit ihr. Da sehe ich auch schon die Bescherung. Sie hat einen Piercing in Form eines großen Drillings. Ein Schenkel steckt in der oberen, linken Lippe und der andere im Ohr. Da hat sie sich doch bei ihrer Rumstrolcherei einen eingefangen, den irgendein Angler verloren hatte. Unserer ist es nicht, denn solche Schnellanbinder haben wir nicht an unseren Drillingen.
Nun ist Sarah nicht mein Hund, das heißt, ich habe ihn erst mit sechs Jahren übernommen, schon bei der kleinsten Spritze müssen wir ihr einen Maulkorb umlegen, sonst schnappt sie fürchterlich. Susi könnte ich locker verarzten, die ist wie eine Jungfrau und hält still. Also dies hier geht nur mit Betäubung und der Besitzer des Campingplatzes ruft den Tierarzt an, denn es muss jetzt schnell gehen. Sollte sich Sarah nämlich irgendwo am Körper lecken, haut sie sich den letzten freien Schenkel des Drillings da auch noch rein. Gar nicht auszumalen, wo die sich den überall postieren könnte…
Vor Gällivare ist ein Tierarzt, aber er kommt nicht raus, es ist Wochenende. Einfach hinfahren? Bloß das wird noch teurer als der neue Reifen.
Ich entschließe mich, es doch selbst zu machen und Gudrun fängt schon an zu heulen. Ihre arme Sarah! Irgendwie sehe ich da keine Logik bei ihr, außer weibliche, falsche Tierliebe.
Zum Glück hat Gerd einen kräftigen Seitenschneider.
Erstaunlicher Weise lässt sie mich den Seitenschneider ansetzen, um im nächsten Moment sich mit Gejaule und einer kräftigen Kopfbewegung dem Prozedere zu entziehen. Sofort schnappt sie nach meiner Hand , würde aber nie beissen , da bin ich mir sicher. Und jetzt droht sie auch noch mit hochgezogener Nase und hochgezogener Oberlippe. Unter kräftigem Knurren will sie mich auf Abstand halten.
Geht nicht Mädchen, jetzt kommt auf uns beide etwas zu. Eine Binde her, um das Maul gelegt und festgehalten, mit dem gleichen Erfolg, denn ich konnte nur die Schnauzenspitze fixieren , da ja hinten der Drilling hängt. Erfolg ist ? Jetzt steckt der Drilling auch noch in der Binde. Sarah mit Drilling in der Oberlippe ,im Ohr und eine 2m lange Binde hinter sich her schleifend. Ihre Drohgebärden können gar nicht aggressiver sein. Also der letzte Versuch und mit Gerds Hilfe, staune, dass er die Gefahr auf sich nimmt, die Binde wieder angesetzt und diesmal über Kreuz hinter dem Kopf zusammen gehalten sowie gleichzeitig die Augen mit verbunden. Es klappt! Der Haken, auf dem die Binde steckt, den schneide ich weg. Den nächsten, der im Ohr, bekomme ich auch durchgeschnitten, da der Wiederhaken schon durchs Ohr hindurch sah. So kann ich das Stück mit dem Widerhaken nach vorne rausziehen. Der dritte steckt in der Oberlippe an der hinteren Oberlippe doch der Widerhaken steckt noch im Fleisch und müsste opperativ entfern werden.
Ich bekomme den Schenkel abgeschnitten, doch die Spitze bleibt in der Oberlippe drinnen. Das muss jetzt die Zeit bringen. Susi riecht natürlich Sarahs Angst und hat sich in die letzte Ecke ihres Bettes verkrochen, meint sie doch bestimmt, ihr geht es auch an den Kragen. Gudrun bekommt sie nur schwer aus ihrem Bett heraus.
Jetzt haue ich mich erst einmal hin. Ab 18 Uhr verbringen wir dann den Abend mit Gerd und Traudl in der herrlichen Kota beim Grillen von Elchfleisch. Um 21.30 Uhr lasse ich die drei alleine, um angeln zu fahren. Ein fetter Hecht von 95 cm ist die Beute und um ein Uhr geht es in die Falle.

19. Tag
Sonntag 03.08.08 der Verabschiedungstag

Um fünf stehe ich auf, aber irgendwie fühle ich mich nicht. Außentemperatur 5 Grad. Zum Angeln ist das Wetter gut, aber irgendwie fehlt mir heute der Power. Die Batterie ist auch noch nicht voll geladen und daher beschließe ich, Bilder zu sortieren und am Tagebuch weiter zu schreiben. Vielleicht fahre ich nachher mit Gudrun raus auf Esox… Um acht haue ich mich noch mal auf `s Ohr. Um 9.00 Uhr wartet aber Traudl schon mit Kaffee auf uns. Frühstück ist angesagt. Tja, die gemeinsame Zeit neigt sich dem Ende entgegen und gegen zwei Uhr verabschieden sich die beiden von uns vier. Ich glaube, wir haben alle zu nahe am Wasser gebaut. „ Haut bloß endlich ab!“, konnte ich nur sagen, um nicht noch den Wasserstand des Piilijärvi zu erhöhen. Es war eine schöne Zeit mit den beiden. „Endlich“ fuhren sie los.
Danach mussten wir beide auch erst einmal Luft holen und dann ging es raus, um ohne Hecht wieder anzulegen. Nur es blieb wieder mal ein Wobbler als Piercing in einem Fisch. Wieder so ein Mordsding. Hatte der mir doch das Stahlvorfach abgesägt! Mittendurch! Unglaublich!
Beim Anlegen lernten wir einen kleinen, äußerst höflichen Jungen, seine Mutter und seine Schwester kennen, die hier bis morgen übernachten. Voll für das Angeln interessiert, stellte er uns Fragen über Fragen, unter anderem was man hier fangen könnte. „ Komme nachher in unser Womo, dann zeige ich dir Bilder“, meinte ich nur.
Wir hatten uns nicht mal unserer Angelklamotten entledigt, da stand der kleine Mann schon mit Angel und Köderkiste vor der Tür und wollte wissen ob er denn das richtige Zeug hat , da er auf den Lofoten nicht viel gefangen hat. Na und als er die Bilder sah, war er nicht mehr zu halten. Fünf Minuten später saß er im Boot, Mutter hinten, Schwester vorn und er am Ruder. Wir staunen nicht schlecht wie der über den See ballerte! Leider fing er nichts, wir haben es ihm so sehr gewünscht. Macht doch nichts, ich fange doch auch nicht immer etwas, kannst ja morgen noch mal mit mir rauskommen sagte ich zu ihm. Na da hättet ihr sein Gesicht sehen sollen! Ich hoffe nur, dass er morgen etwas fängt.



20. Tag
Montag 04.08.08 der Petrijüngertag

Mein kleiner Freund stand wirklich um vier Uhr frühmorgens auf. Dick angezogen ging es auf den See. 6 Grad hatten wir. Ich gab ihm eine von meinen Angeln, war seine doch für das Schleppen ungeeignet und hoffte, dass er bloß schnell etwas fängt, damit ich die Batterie nicht wieder völlig entlade, denn ich wollte ja mit Gudrun heute Abend wieder raus. Zu Anfang hatte er ein paar Hänger, also fuhr ich mit ihm ins tiefere Wasser. Nun machte er ein ungläubiges Gesicht, denn nach den allen Hängern wusste er nicht so richtig, was das jetzt mit seiner Angel sollte, denn so richtig konnte er es nicht definieren. „ Ich glaube, ich habe da etwas dran!“, meinte er. Ungläubig hielt er die Angel still. “Mensch, hau an!!!“ Er befolgte meinen Befehl! Alles, was ich ihm sagte führte er hervorragend aus und drillte den Hecht bis auf einen kleinen Schnitzer kunstgerecht. Als er den Fisch das erste Mal sah, gingen ihm die Augen über. Hoffentlich sitzt der Drilling, dachte ich. Auch bei dem Keschern folgte er meinen Anweisungen und schwupp, war der Hecht im Boot. Ich war froh, zum einen freute ich mich über den Erfolg des kleinen Petrijüngers und zum anderen konnte ich doch wieder zurück und die Batterie für heute Abend laden und der kleine Angler war überglücklich. 77 cm maß er dann stolz. Ob seine Mutter so glücklich darüber war, dass sie um halb sieben schon wieder von ihm geweckt wurde, wage ich zu bezweifeln. Aber so nett wie diese Frau war, packte sie auch dies.
Er muss so glücklich gewesen sein , dass er meine Anweisungen wo er den Fisch zu säubern hat ,nicht wahrgenommen hatte. Denn ich erwischte ihn dann, wie er ihn voller Stolz auf der Diele der Stuga säuberte.
Nun mal sehen, wie es heute weiter geht, ich denke, wir fahren heute noch mal raus und streichen morgen hier die Segel. Wir fahren bestimmt noch bei Nicole und Matthias vorbei, denn der erste kleine Lachs soll gesichtet worden sein. Theoretisch dürfte man auf Lachs gar nicht mehr angeln, doch wer ist Schuld an dieser Miesere? Die paar Angler oder die Umwelt verschmutzende Industrie und die Wasserverbauung der Kraftwerke, die zu Millionen die Fische zu Hackfleisch in ihren Turbinen verarbeiten oder vor ihren Schutzgittern plattdrücken und somit der Fortpflanzung der Art jeglichen Riegel vorschieben. Das Wort „Fischtreppe“ ist in Schweden ein Fremdwort, wie überall auf der Welt und wenn mal eine gebaut wird, wird sie als Aushängeschild für das ganze Land benutzt


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 Betreff des Beitrags: Re: Urlaub 2008
BeitragVerfasst: 7. September 2008 00:01 
Teilnehmer
Teilnehmer

Registriert: 5. September 2008 20:58
Beiträge: 19
Wohnort: Borken/Münsterland
Hallo Norbert,
auch von mir ein herzliches Dankeschön für Deine ausführliche Berichterstattung.
Ich habe mir deine Urlaubstage nur so reingezogen und es war sehr interessant. Bin auch schon gespannt wie ein Flitzebogen wie es weitergeht. Für mich, der noch nie in Schweden war(aber an der Ostsee aufgewachsen ist) sind die Angelerzählungen natürlich am spannendsten.
Nochmals ein herzliches Dankeschön,

Gruß Otmar


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 Betreff des Beitrags: Re: Urlaub 2008
BeitragVerfasst: 7. September 2008 00:09 
Schweden Guru
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Registriert: 24. März 2008 14:47
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Ja, man möchte irgendwann weiter lesen, ich weiß schon nicht mehr welcher Tag dran ist.




:( :( :(

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Das Glück ist das einzige, das sich verdoppelt, wenn man es teilt. (Albert Schweizer)


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 Betreff des Beitrags: Re: Urlaub 2008
BeitragVerfasst: 16. September 2008 21:12 
Schweden Guru
Schweden Guru
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Registriert: 24. März 2008 14:47
Beiträge: 1102
Wohnort: Niedersachsen/Värmland
Seid ihr eigentlich am Tag 20 hoffnungslos versackt?
Angeblich waren es doch 40 Tage, die ihr geurlaubt habt.

Wann gehts denn weiter?


:smt006
:smt006
:smt006

(Ich will natürlich nicht drängeln)

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