Urlaub 2008

Dein persönlicher Urlaubsbericht. Erzähle uns, was du Spannendes erlebt hast. Fotos willkommen.
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blueII
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Re: Urlaub 2008

Beitragvon blueII » 26. August 2008 18:48

stavre hat geschrieben:jaja................wenn "touris" auf die natur losgelassen werden................

ihr seid aber nicht die einzigen,denen so was passiert :goodman:


duckundwech

elke


:finga: ; HIHI

Wenn einer eine Reise tut....aber du scheinst mir ja unbeschadet wieder daheim.
Bin gespannt auf weitere Episoden.

LG
Heike

nobse

Re: Urlaub 2008

Beitragvon nobse » 27. August 2008 00:59

Ja ,ja, es geht schon weiter ,aber hoffentlich wird es euch nicht zu langweilig,es sind immerhin knappe sechs Wochen und nicht für das Forum geschrieben ,sondern für uns als Erinnerung. Zu schnell verblasst doch alles .

Also weiter:


7. Tag
22.07.08 Dienstag

Es hat heute Nacht die ganze Zeit geregnet. Ich stehe um 6.30 Uhr auf. Mistwetter! Und dazu schon so früh Wind. Wind ist nicht gut. Für das Spinnangeln nicht und für die Überführung des Bootes nicht. Ab Montag sollte der Sommer zurückkommen, der scheint sich verlaufen zu haben! Sarah geht nicht mal raus pinkeln, so stark regnet es. Die Batterie ist voll aufgeladen. Bis jetzt noch kein Silberstreif am Horizont. Kurz hört es auf zu regnen, um gleich wieder darauf anzufangen. Was soll man bei dem Wetter machen? Der Himmel grau in grau. Ich denke mal, der Biervorrat wird heute mächtig schrumpfen.
Ach da haue ich mich lieber noch mal hin und wache erst um halb zwölf wieder auf.
Wir einigen uns, denn mit der Sackkarre die Batterie zu dem 1 Kilometer entfernt liegenden Boot zu transportieren, wäre ein hoffnungsloses Unternehmen. Wir fahren also mit Mc Willi zu der „Anlegestelle“ und Gudrun soll ihn dann zurück fahren, während ich das Boot allein auf Kurs bringe. Hoffentlich ist alles noch da!
Wir fahren also mit dem Willi zu dem Liegeplatz des Bootes, wollen jedenfalls. Nach den ersten drei Kilometern merken wir, dass wir falsch sind. Na, dann fahren wir eben zurück und nehmen eine andere Straße. Diese wiederum endet aber am Campingplatz, der so gut wie gar nicht besucht ist . Na, dann fahren wir eben noch mal zurück und nehmen wieder die nächste Straße. Uff, die ist es auch nicht. Na dann fahren wir eben ein drittes Mal zurück und nehmen die letzte. Die wiederum liegt aber entgegengesetzt zur ersten Straße, es ist die gleiche, nur in der entgegen- gesetzten Richtung. Und siehe da, nach etwa einem Kilometer sehen wir das Haus, an dem unser Boot liegen musste oder noch sollte. Ich springe heraus und sehe erst mal gleich nach, ob es noch da ist. Jaaaa! Und noch alle Angeln drin ebenso der Motor. In Deutschland undenkbar!
Ich schleppe mich mit der Batterie ab. Unbequem, habe ich doch gegen Kälte und Wind die Hochseeklamotten angezogen.
Eineinhalb Stunden dauert die komplizierte Fahrt durch das fremde Gewässer. Durch den Wellengang sieht man den Krautwuchs nicht und wenn man da nicht schnell handelt, läuft man auf Sandbänke oder Steinen auf. Ein paar mal hatte ich Feindberührung, das ist gar nicht gut für den Propeller. Und alles mit voller Kraft gegen den Wind. Immer die Angst im Nacken, dass bei voller Leistung die Batterie sehr schnell schlappmacht. Endlich geschafft!!! Jetzt aber erst mal zu Gudrun und eine Stunde Luft geschnappt. Nachher holen wir mit einer Schubkarre von Zschirli die Batterie.
Als wir dies alles bewerkstelligt haben, entdecken wir bei einem kurzen Spaziergang einen Loppi im Ort. Der Mann hatte doch sage und schreibe ein Fernglas 10 x 50 mit Köcher rum zu liegen. Es ist DAS Ornithologenglas! Für 15 €!!! Da konnte ich nicht anders. Ich habe zwar schon eins, aber für 15 €….Gudruns Gesicht :(
Mal sehen, ob Anders heute Abend kommt wegen der Elchpirsch, das Wetter soll ja besser werden. Soll!
Um acht ging es heute schon in die Falle. Umsonst auf Anders gewartet…
Der „Naturbursche“ scheint keine Uhr zu haben.


8. Tag
23.07.08 – Mittwoch

Um 24 .00 Uhr stehe ich wieder auf und versehe alle Bilder mit Titeln. Draußen ist immer noch Wind, das bedeutet, kein Angeln! Mit dem Wetter bezüglich des Angelns haben wir nur Pech. Zschirli und Matthias geben sich alle Mühe , aber irgendwie scheint Petrus kein DSL zu haben. So ist es halt mal mit der Angelei. Morgen müssen wir das Boot wieder wegbringen, alle Arbeit war dann umsonst, aber ich kenne ja jetzt den Weg und die Ortskenntnisse kann man ja im nächsten Jahr wieder nutzen.. Um zwei lege ich mich wieder hin und um vier heißt es wieder aufstehen.Ich kann hier oben nicht schlafen, habe immer so eine Unruhe etwas zu verpassen.Zwischendurch ,für uns termin-und tagesablaufgewohnten Mitteleuropäer , wird mal zwei, drei Stunden geschlafen.
Gesund ist das nicht.
Nun gehe ich aber mit Susi zum Wasser runter nach dem Wind sehen. Sieht gut aus. Also wieder hoch und angezogen. Mit der Schubkarre bringe ich das Zeug zum Boot. Schon nimmt der Wind wieder zu. Mit Susi ab ins Boot und los geht es.
Susi ist mein Leichtmatrose, die nehme ich immer mit, wenn ich allein angeln gehe. Mit Sarah habe ich es auch mal versucht, aber die hat soviel Angst in das Boot zu gehen, da ist die Trottelline doch einmal immer hinterher geschwommen! So etwas kann die „Christliche Seefahrt“ nun wahrlich nicht gebrauchen.Und wenn ich vom Ufer aus blinker ,springt die doch jedesmal ins Wasser und will apportieren. Schwimmt sich dann auch noch dämlich ,weil kein Stock da ist.
500 m an der Krautkante schleppe ich entlang. Dann an verheißungsvoller Stelle geblinkert. Nichts. Eine Stunde ist herum, also wenn in der Zeit kein Biss war, dann wollen die heute nicht. Rückzug von der Front.
Matthias sagt ,dass Anders meint: „Du brauchst nur in der Zeit um Vollmond gehen.“ Ist eine neue Lehre für mich, gilt nämlich in Deutschland nicht. Hier aber glaube ich es aber auch nicht. Eher würde ich es andersrum sehen. Bei Neumond ist es besser auf Hecht zu gehen. Aber auch in Lappland habe ich festgestellt ,kurz vor und nach Sonnenuntergang ist die beste Zeit für den Hecht.
Natürlich habe ich zu Gudruns Freude von der Wiese x-Mücken mitgebracht. Mc Willi ist nun voll damit.
Jetzt geht die nächste Testreihe los. Arjeplog ist ja nicht weit…
Nordmann-5444 hatte uns nämlich aus Thüringen Räucherkerzen mitgebracht.
Testserie 1: „Waldhonig“ . Stinkt bestialisch, nur nicht nach Honig und schon gar nicht süß! Gudrun will schon flüchten. Nach ein paar Minuten aber keine Belästigung mehr durch Mücken. 1. Test bestanden! An Gerüche gewöhnt sich der Mensch! Danke Nordmann. Im Womo sind keine Mücken mehr.
Doch komisch, so ein Raucherwohnmobil stinkt doch nach Zigarette und Zigarre drei Tage gegen den Wind, das aber stört keine Mücke und keine Knotts. Rauchen ist also sinnlos gegen Mücken. Vielleicht war es früher noch so, als die Marke „Bahndamm dritter Schnitt“ geraucht oder als Tee getrunken wurde. War für alles gut und bestimmt auch für die Mückenluftabwehr.
Jetzt ist es sieben Uhr, noch eine halbe Zigarre und dann für ein zwei Stunden in den Alkoven. Nach drei Tagen ist dieser Zyklus wieder bei mir angelaufen. Hinlegen, wenn ich müde bin, ein, zwei Stunden schlafen und dann gerade das machen, wozu man Lust hat oder zu was mich das Wetter treibt. Wird ja nachts nicht dunkel…
Für Gudrun meistens ein Segen. Kann sie doch früh richtig auspennen. Dafür macht sie mir gern „ Frühstück“ zur Mittagszeit, wenn es durch das „Walki –Talki“ tönt: „ In zwanzig Minuten Frühstück!“ Und Mittag gibt es dann irgendwann, manchmal sogar um Mitternacht, hat ja auch mit Mittag zu tun…
Komisch, hier oben auf dem Berg ist es absolut windstill, nichts hörst du, keine Menschenseele, keinen Hund und fast jeder soll hier einen Hund haben, doch unten am Wasser ist dieser Sche….wind, der einem beim Hechtangeln mit Boot stört. Wir kennen das nur umgedreht.
Da fällt einem doch glatt der olle Goethe ein, auf seinem Kickelhahn. „Über allen Wipfeln ist Ruh…“
Übrigens, dieses Dorf ist von der Fläche bald so groß wie Hangelsberg mit seinen 2000 Einwohnern. Hier ? Hier leben 160 Seelen, rechnen wir die Hunde dazu, kommen wir über 200. 16 schulfähige Kinder hat die Gemeinde! Dafür 5 Lehrer. (Zschirli verbessere mich, wenn ich mir etwas Falsches gemerkt haben sollte) Und jetzt kommt noch ein Deutschlehrer hinzu, wie man mitbekommen hat. Durch irgendwelche politische Umstrukturierung müssen die Kinder jetzt aber an eine andere Schule gehen, aber die Schule müsstet ihr mal sehen, da hätte jedes Kind seinen eigenen Klassenraum! Diese ist allerdings jetzt Kindergarten.
Nun, gestern Abend hatten wir noch mit Anders seiner Frau gesprochen, sie meinte, er kommt heute Vormittag zu uns. Die Sonne lacht und es wäre Klasse, wenn es heute klappen würde auf Fotosafari „Elchunternehmen“ zu gehen.
Na mal sehen, wie es weiter geht.
Na ganz einfach, zum Schlafengehen war es schon zu spät oder zu früh, also wurde der Fotoapparat geschnappt und es ging 100 m in den Wald hinein. Mückenschutz aufgesetzt, denn hier im Moos hält es auch der „Hartgesottenste“ nicht aus und harrt der Dinge, die da kommen könnten. Es kommt aber nichts. Nicht mal ein Piepmatz. Läuft denn hier alles gegen den Baum? Einen Gartenrotschwanz schaffe ich zu fotografieren ,bloss der dumme Hund setzte sich nie ins rechte Licht.
Deshalb erhebe ich mich von meinem Hocker und laufe leisen Schrittes durch den Busch. Susi sichert plötzlich. Gibt aber keinen Laut. Ich sehe nichts, also langsam weiter. Als dann ein Busch die Sicht frei gibt, glaube ich zu träumen. Ca. 20 m vor mir steht ein vorjähriger Elch. Ich glaubte, mich knutscht ein solcher! „ Mensch, du Blödmann, du hast doch einen Fotoapparat dabei!“ Das Fotografieren habe ich vor lauter Aufregung bald vergessen! Nach zwei Knipsern trollt sich dann das Tier und ward nie wieder gesehen.

Nachmittags machen wir eine kleine Fotosession durch Gargnäs und sehen mal bei ICA rein. Zschirli spaziert mir ihrem süßen Plappermaul, Dorothea, draußen vorbei, sie wollte zum Kaffee zu uns kommen. Da wir nicht da waren, hat sie den selbstgebackenen Blechkuchen schon mal vor McWilli postiert. Gemütlich sitzen wir dann vor Willi und lassen den Tag ausklingen.

Sabine

Re: Urlaub 2008

Beitragvon Sabine » 27. August 2008 20:42

nobse hat geschrieben:Ihr scheint das tatsächlich zu lesen...


Jahaaaa!!Und jetzt weiter: Zack zack!!! :lol: :lol:
Viele Grüße
Sabine

hartmut
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Re: Urlaub 2008

Beitragvon hartmut » 27. August 2008 20:55

Sabine hat geschrieben:Und jetzt weiter: Zack zack!!!
Sabine,

wie heißt das Zauberwort mit den zwei "t"?
Hejdå

Hartmut

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Re: Urlaub 2008

Beitragvon Fanny » 27. August 2008 21:02

Sag's doch, Hartmut - als Mann.
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Re: Urlaub 2008

Beitragvon hartmut » 27. August 2008 21:10

Abba flott!
Hejdå

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Re: Urlaub 2008

Beitragvon Nyckelpiga » 28. August 2008 20:25

Hej Nobse,
toller Bericht und sooooo schöne Fotos... und wann gehts weiter ????
Freue mich schon ... :lol:

Liebe Grüße Anja :smt006
Mit einem Lächeln im Gesicht geht alles gleich viel leichter ... !

nobse

Re: Urlaub 2008

Beitragvon nobse » 28. August 2008 22:12

Lasst mich noch eine Pfeifchen anzünden und kurz auf Toilette gehen, dann geht es weiter.

nobse

Re: Urlaub 2008

Beitragvon nobse » 28. August 2008 23:28

9. Tag
24.07 Donnerstag

Heute müssen wir das Boot zurückbringen. Bombenwetter zum Angeln. Na Klasse!
Also um sieben das Boot geschnappt und den ganzen Weg zurück. Bei herrlichstem Angelwetter! Vom weitem sehe ich schon an der Stuga, die 20m weit weg vom Ufer steht, eine Frau Ausschau halten. Ich hab ein blödes Gefühl. Die wartet bestimmt schon auf das Boot. Dann geht sie wieder rein. Hi, sie muss uns nicht gesehen haben, denn beim Anlegen erscheint sie splitternackt und wollte gerade baden gehen. Uie, uie, alles am rechten Fleck und wohlproportioniert, hmmm! Ein wirklich estehtischer , toller Anblick also. Wie vom Blitz getroffen bleibt sie stehen und wie Ariel gleich, verschwindet sie wieder nach drinnen, um Sekunden später auf Schwedisch schimpfend zu erscheinen. Hat mich mein Gefühl doch nicht getäuscht. Es gibt Ärger. Lässig gehe ich an ihr vorbei, (ihr Gesicht sieht ja schlimmer aus als der letzte Donnerstag, sie hätte mal lieber nackt bleiben sollen) und sage : „ Do you speak English, my wife speak English.“ Ich verstehe nur soviel, dass sie zwei Tage auf das Boot gewartet hat und jetzt aber nach Hause fährt. Dann hätte die blöde Kuh anrufen sollen und wir hätten das Boot bei dem Sauwetter nicht holen brauchen und erst jetzt bei dem guten Wetter holen können.
Es ist der erste Schwedische Drachen, dem ich begegnete. Irgendetwas ist jedenfalls schief gelaufen und Zschirlis Mann kann sich die Sache auch nicht erklären.
Also wenn wir kein Boot mehr haben, kommt Plan B zum Einsatz. Er hat uns eine herrliche Angelstelle im Wald am Gargăn gezeigt, da werden wir über Nacht bleiben.
Vorher überrede ich aber Gudrun noch mal zu den „Loppifritzen“ zu gehen, um für "sie" eine Angel zu kaufen. Komischer Weise freue ich mich mehr darüber als Gudrun.
Nachmittags geht es dann an den Gargăn, doch mir ist ein wenig unwohl, da diese Stelle, die man uns gezeigt hat, außerhalb der „ Fiskekort“ liegt.
Deshalb wurde wieder abgebrochen und der Angelladen in Sorsele aufgesucht. Gudrun ist spitz, muss sie doch jetzt auf mich aufpassen. „Der und in einen Angelladen oder Baumarkt gehen… , da kommt nichts Gutes raus.“ :evil:
Jedenfalls will der Verkäufer uns die gleiche Fiskekort verkaufen, wie der in Gargnäs. Sorsele liegt aber außerhalb des Fischereibezirkes Gargnäs.
Für uns beiden heißt es, nicht weiter diskutieren und gesetzlich fischen, also umziehen. Wir finden dann auch schnell ausgemachte Fischstellen und bleiben dort über Nacht. Meine Flugangelkünste halten sich in Grenzen, kenne ich doch diese Art des Fischens überhaupt nicht. Trotzdem gelingt es mir, einen Junglachs an den Haken zu bringen, der dann auch im WOMO gleich roh, mit Salz und Pfeffer, verzehrt wird. Herrlich, kann ich nur sagen, Lachs kann echt roh gegessen werden, schmeckt hervorragend. Ab geht es in die Heia.

28.08. Gudrun
10. Tag
25.07.08 Freitag

…um drei wieder raus. Alle Versuche, im stillen Wasser etwas an den Haken zu bringen sind umsonst, dazu kommt noch das Geröllufer, bewachsen, „alte und junge“ Felsen, meine körperliche Leistungsfähigkeit ist auch nicht mehr die, wie sie mal war. Ich rate allen Jüngeren, nutzt eure Zeit und der blöde Spruch „ als Rentner hast du Zeit“ ist der größte Mist!!! Dabei bin ich noch nicht mal Rentner.
Susi ist mein ständiger Begleiter beim Angeln, hier schon alleine der Bären wegen. Zurück zum Womo mit der Erinnerung, wieder ein schönes Stück Erde kennengelernt zu haben. Das Fangen ist nicht das Wichtigste.
Gudrun pennt noch und weiter geht es auf Stellensuche. Ich finde dann eine ganz tolle Stelle, mit riesigem Parkplatz, Schutzhütte und Grill. Und hier kann ich auch zum ersten Male versuchen, eine Fliege ins Wasser zu bringen. Hey, das Werfen klappt erstaunlich gut für einen Greenhorn, habe ja auch im Garten geübt, bloß wie dann weiter? Ich bin jedenfalls als Autodidakt mächtig stolz auf mich, auch wenn „ mit ohne Fisch!“ Danach gehe ich wieder zu unserer lieben Zschirli, sind wir doch einfach ohne Bescheid zu sagen, verschwunden. Hoffentlich denken sie nicht, wir machen uns aus dem Staube! Aber sie haben sich schon gedacht, wo wir sind.

Seit Tagen haben wir keine Telefonverbindung mehr. O2 Karte leer. Beide! Wir düsen also nach Mală , um ein Telefon zu kaufen, das wir hier in Schweden „nachtanken“ können. -
Betriebsferien. Von den Einwohnern bekommen wir den Tipp nach Norsjö zu fahren. Sind nur 50 km. Mir haut es die Socken weg, mit Entfernungen gehen die um ….
Also auf. Was ist das schon wieder? Straßenbaustelle! Länge entweder übersehen oder nicht ausgeschildert. Schotter, Schotter, nochmals Schotter. Sehr zur Freude unserer Reifen. Zwischendurch ein Hinweisschild, noch 14 km. Ich hätte mir in den Allerwertesten beißen können. Und das alles wegen eines Telefons. Hoffentlich gibt es zurück noch eine andere Straße!
Der Laden hat wenigstens auf und wir bekommen auch ein „billiges“ Telefon, kostet ja „nur“ 100, 00 € für solche Zwecke. Mit allem Schnickschnack, aber was sollen wir damit? Mit Internet und Walkman, Kamera und E-Mail können kleine Kinder umgehen, aber wir doch nicht. Wir wollen doch einfach bloß telefonieren. Es stellt sich aber heraus, dass das Telefonieren über „TELIA“ wesentlich billiger ist als mit O2.

Auf der Rücktour versucht Gudrun es zu aktiveren. Fehlanzeige ! Die SIM Karte fehlt uns. Aber nun zurück zu dem Laden. Ein anderer Verkäufer bedient uns. Höflich setzt er uns dieses Unikum in Gang, denn die SIM Karte hatten wir schon erstanden, wussten bloß nicht, wo wir die finden.
Es würde jetzt zu lange dauern alles auseinander zu klabüsern, jedenfalls hätten wir den ganzen Mist nicht gebraucht, doch für seine Geduld und Höflichkeit, nahm ihn Gudrun den ganzen Scheiß ab und gab ihm für seine Freundlichkeit noch eine Flasche „Goldkrone“. Er war aber sehr erfreut darüber. Gudrun – ein echter Ossi!
Zurück geht es nun auf anderen Wegen, aber passend zu dieser ersten Woche, fehlen dort sogar 43 km Straße!
Das letzte Stück fahren wir immer entlang des Vindelälven. Wunderschöne Panoramen sehen wir. Der ganze Nachmittag wegen des Telefons ist versaut. Zumal wir keines kaufen brauchten, denn mein Nokia hätte mit solch einer SIM Karte auch funktioniert. Wir sind eben zu blöd für diese Welt.
Abends wurde dann bei Zschirli gegrillt. Wieder 14 Personen am Tisch bei ihr. Wie die das alles schafft? Und alles ohne Hektik! Gudrun bewundert sie nur.Ich natürlich auch.
Um 20 Uhr packe ich dann das Fotozeug und fahre mit Zschirlis Mann in die Berge, um vielleicht einen Elch zu fotografieren. Aber wie kann es anders sein, die Sterne müssen eine Scheißkonstellation haben. Nichts da! Außer Spesen nichts gewesen. Der Mann tat mir Leid. Ist er doch so hilfsbereit und er will mir auf alle Fälle einen Elch zeigen. Aber beim Fotografieren ist es wie mit dem Angeln, Geduld ist gefragt, oft sitzt man umsonst.

Gudrun 28.08


11. Tag
Sonnabend – 26.07.08

Früh ab sieben wird zusammengepackt. Wir verabschieden uns von Zschirli und ihrer lieben fünfköpfigen Bande, es war schön und erlebnisreich bei den beiden.
Um 11.00 Uhr geht es dann los zu unserem Zielort Piilijärvi. Es sind 23 Grad. Viel zu warm, man meint es wären 30 Grad und die Sonne sticht.
Km Stand : 154500
Um 12.00 Uhr erreichen wir die 45 bei Sorsele und tanken 127,52 Liter Diesel auf 1076 km . Das sind 11,8 l auf hundert Kilometer ,ein guter Verbrauch also. Der Liter kostete 13,51 Kronen.
Km – Stand 154543
200 € bezahlt. Ein „Schweinegeld!“ Die „Petrolstation“ nahm uns aber sogar Euro ab ohne kräftig aufzuschlagen ,
327 Kronen wieder in Sorsele im Fischerei-Shop gelassen. Stahlvorfächer und geflochtene Schnur gekauft. Gudrun hat wieder ihr “Kirchengesicht“ beim bezahlen aufgelegt , nach dem Motto „ alles Beten hat nicht geholfen“.

15.00 Mittagessen am Piteälv. Der Piteälv . In all den Jahren war das Ostufer bevölkert von Lachsanglern, aber in diesem Jahr war nicht ein einziger Lachsangler zu sehen. Um diese Zeit war das Ufer voll mit WOWA und WOMO. Irgendetwas stimmt hier nicht.
Inzwischen hat die Außentemperatur 28 ° erreicht, das ist nichts für uns! Weiter geht es. Eigentlich wollten wir am Pite Älv nächtigen, aber Angelmöglichkeiten auf andere Fischarten? Fehlanzeige. Zwischendurch fehlen wieder einmal 25 km Straße. Sehr gut für die Reifen!
Bald sind wir in Jokkmokk. Plötzlich , da gibt es bei 100 km /h einen lauten Knall. Ich rauf auf die Klötzer ,hoffentlich bricht der mir jetzt nicht aus! Aber ich bekomme den Willi gut zum Stehen. Zum Glück gerade an einer Parkniesche. Der liebe Gott hat gewollt , dass dies nicht Gudrun passiert ist, sie konnte den Knall nicht zuordnen, dachte ein Fahrrad sei herunter gefallen. Der rechte Hinterreifen ist futsch! Ich bin erst mal froh, dass nichts passiert ist, denn wir hätten jetzt im Straßengraben liegen können!!! Vielen Dank an das Verkehsamt und den Schotter
Die Pechsträhne setzt sich nahtlos fort. Ein rundum ausgeglichener Urlaub also.
Das Ersatzrad, welches nun man wirklich wenig braucht ,oder brauchen sollte , liegt im Stauraum ganz hinten, also alles ausräumen! Irgendwie bin ich trotzdem froh. Erst einmal ist nichts passiert, zweitens haben wir keinen Regen oder Schnee und drittens, dunkel wird es auch nicht. Zeit haben wir auch. Und wenn ich es alleine nicht schaffe ,haue ich mich eben in den Alkoven. Darüber ,wie locker ich diesen echt argen Platzer nehme , bin ich selbst erstaunt.

nobse

Re: Urlaub 2008

Beitragvon nobse » 29. August 2008 09:46

Eh, ihr scheint wirklich alles zu lesen! Dann hat sich die Mühe ja doppelt gelohnt. Ich habe meine Erinnerungen und kann anderen vielleicht noch helfen, auch beim Absetzten der "Rosaroten Urlauberbrille".


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