Unterschiedliche Mentalitäten in Schweden

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Re: Unterschiedliche Mentalitäten in Schweden

Beitragvon Älven » 23. Oktober 2011 16:22

Hejsan :smt006

Ich grüße aus dem nicht mit Deutschen besiedelten Gebiet :-) Hier freut man sich noch richtig wenn man mal auf Deutsche trifft.
Zur Mentalität, durch wenige Nachbarn die man hier hat, ist der Zusammenhalt natürlich ganz anders als unten im Süden. Man ist aufeinander angewiesen, hilfsbereit und freundlich. Aber trotzdem distanziert. Die Familien gehen hier über alles und mit der verbringt man auch jede freie Minute. Mein Nachbar ist grade dabei ein Holzpferd, ganz einfacher Standart, für sein 5 jähriges Enkelkind zu bauen. Ich dachte wirklich ich bin im falschen Film, wenn ich so was meiner Nichte geben würde......würde ich wahrscheinlich nicht überleben. Die Kinder spielen hier noch so wie ich, als ich in Ihrem Alter war. Die Zeit ist hier irgendwie stehen geblieben.
Aber genau so liebe ich Schweden :-)

Liebe Grüsse
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Re: Unterschiedliche Mentalitäten in Schweden

Beitragvon Imrhien » 23. Oktober 2011 19:28

Wundwasser hat geschrieben:kann es sein, dass der großteil der "immigranten" sich im südschwedischen raum ansiedelt?




Um es überspitzt zu sagen: Warum sollten wir Deutschen da leben wollen, wo selbst die Schweden nicht sein wollen?

Im Ernst: Schweden ist sooo riesig aber etwas oberhalb von mir verläuft, wie ein Schwede (!!!) mal sagte, die Zivilisationsgrenze. Und selbst viele Schweden mögen nicht gerne im hohen Norden leben. Jedenfalls nicht für immer. Wenn man schaut wie die Besiedelung durch Schweden aussieht, dann wundert es nicht, dass auch die Deutschen sich hauptsächlich im Süden aufhalten. Wobei, ich sage ja immer, dass wir in Mittelschweden leben. Und wenn ich keinen echten Schweden von "oben" frage, dann widerspricht auch keiner :)

Hatte heute mal wieder Frauenfrühstück mit vielen deutschen, aber auch schwedischen Frauen. Allerdings sprechen wir deutsch. War wirklich schön.


Grüsse
Wiebke

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Re: Unterschiedliche Mentalitäten in Schweden

Beitragvon Rwitha » 23. Oktober 2011 19:51

Älven hat geschrieben:Ich grüße aus dem nicht mit Deutschen besiedelten Gebiet.


Na Älven, da muß ich Dir doch widersprechen. Wir waren richtig "entsetzt" wie viele Deutsche hier sind. Mittlerweile haben wir hier mehr deutsche Bekanntschaften, als in D selbst (Familie) jetzt mal ausgenommen.

Aber recht hast Du, man trifft sie nicht überall. :smt006
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Re: Unterschiedliche Mentalitäten in Schweden

Beitragvon Steffen86 » 23. Oktober 2011 19:57

Imrhien hat geschrieben:
Um es überspitzt zu sagen: Warum sollten wir Deutschen da leben wollen, wo selbst die Schweden nicht sein wollen?

Im Ernst: Schweden ist sooo riesig aber etwas oberhalb von mir verläuft, wie ein Schwede (!!!) mal sagte, die Zivilisationsgrenze. Und selbst viele Schweden mögen nicht gerne im hohen Norden leben. Jedenfalls nicht für immer. Wenn man schaut wie die Besiedelung durch Schweden aussieht, dann wundert es nicht, dass auch die Deutschen sich hauptsächlich im Süden aufhalten. Wobei, ich sage ja immer, dass wir in Mittelschweden leben. Und wenn ich keinen echten Schweden von "oben" frage, dann widerspricht auch keiner :)

Hatte heute mal wieder Frauenfrühstück mit vielen deutschen, aber auch schwedischen Frauen. Allerdings sprechen wir deutsch. War wirklich schön.


Grüsse
Wiebke


Naja über die gesamte Bevölkerungsstruktur habe ich mich noch nicht so informiert.. Klar dass der Norden dünner besiedelt ist, war mir klar.. Aber mir ging es primär um Einwanderer...

Meine schwedischen Bekannten meinten lediglich, "dass es im Süden viele Ausländer gebe und die Kriminalitätsrate dort wesentlich höher ist, als nördlich..."

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Re: Unterschiedliche Mentalitäten in Schweden

Beitragvon Älven » 24. Oktober 2011 16:23

Hej Roswitha :-)

Ich habe das schon von Conny gehört, dass viele Deutsche zur Höga Kusten gezogen sind. Aber so sieht es ja nicht bei uns aus, denn auch das ist ja ein Grund warum ich Conny vielleicht 4 mal im Jahr sehe.
Wenn da nicht noch die ganzen Kilometer zwischen lägen :-)

Liebe Grüsse
Älven
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Re: Unterschiedliche Mentalitäten in Schweden

Beitragvon Imrhien » 25. Oktober 2011 10:58

Ja, die Kriminalitätsrate... Wäre interessant zu wissen wie die Proportional zu den Einwohnern ist. Denn, wenn es weniger Menschen gibt, kann und muss es ja auch weniger kriminelles Vergehen geben. Wäre ja sonst komisch. Aber ich denke mal, dass es im Vergleich nicht so viel schlimmer sein kann. Wie gesagt, mehr Menschen, mehr schwarze Schafe. Aber auf die Einwohnerzahl gesehen sicher nicht allzu schlimm im Süden. Wobei ich auch gerne mal so einen Vergleich für Deutschland-Schweden hätte. Und auch da in Bezug auf Einwohnerzahlen. Sonst ist es ja nicht vergleichbar. Manchmal hab ich das Gefühl, dass es hier mehr Straftaten gibt, vor allem Schlägereien im häuslichen Bereich und Vergewaltigungen. Steht jedenfalls oft genug in der Zeitung. Das ist mir in Deutschland weniger aufgefallen. Ich kann aber nicht sagen, ob das nun wirklich so war/ist oder ob ich einfach durch Sprachumstellung und Neuigkeiten überall etwas gezielter darauf achte und sowas lese...

Grüsse
Wiebke

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Re: Unterschiedliche Mentalitäten in Schweden

Beitragvon Sams83 » 25. Oktober 2011 19:19

Hej Wiebke,
Kriminalitätsraten sind üblicherweise auf die Einwohnerzahl normiert, sonst wären es ja keine Raten ;)

Für Schweden findet man hier die offizielle Kriminal-Statistik von 2010: http://www.bra.se/extra/faq/?module_ins ... egory_id=1

Auf Seite 35 (und auch weiter hinten bei den diversen Untersuchungen) findet man eine regionale Zuordnung (normiert auf 100000 Einwohner). Stockholms län liegt vorn, gefolgt von Skåne, Västmanland und Gotland. Am wenigsten Delikte pro Einwohner wurden in Västerbotten, Jönköping und Kalmar gemeldet.
Der Anteil an ausländischen Mitbürgern, die in schwedischen Gefängnissen inhaftiert sind, liegt laut Studie übrigens bei rund 28%. Laut schneller Recherche ähnlich hoch wie der Ausländeranteil der in deutschen Gefängnissen Inhaftierten.

Hier http://www.europeansafetyobservatory.eu ... e%20EU.pdf findet man den Vergleich zwischen verschiedenen EU-Ländern. Grob gesagt scheint die Kriminalitätsrate in Schweden leicht höher zu sein als in Deutschland, wobei natürlich unendlich viele Faktoren zu berücksichtigen sind, die eigentlich auch alle schön aufgelistet sind (wenn sich jemand in obiger Lektüre vertiefen will): Zählweisen in den unterschiedlichen Ländern, d.h. was zählt als Verbrechen und mit in die Statistik hinein, und was nicht? Wieviele der Gesamtverbrechen werden wirklich gemeldet? Ist auch von Land zu Land unterschiedlich und hängt vermutlich auch wiederum mit der "Mentalität" zusammen, über was wie offen geredet wird. Und, und, und...

Interessant auch die "Länderprofile" am Ende der Untersuchung (ab Seite 92), wo noch einmal zusammenfassend verglichen wird.

Viel Spaß beim Lesen....man könnte vermutlich noch unendlich viele Details herausarbeiten (aber aufpassen, nicht zuviel hineininterpretieren ;))

Gruß :smt006

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Re: Unterschiedliche Mentalitäten in Schweden

Beitragvon Imrhien » 28. Oktober 2011 08:07

Sams83 hat geschrieben:Viel Spaß beim Lesen....man könnte vermutlich noch unendlich viele Details herausarbeiten (aber aufpassen, nicht zuviel hineininterpretieren ;))

Gruß :smt006



Danke sehr. Damit hast Du auch wirklich recht. Ich war mir eben nicht sicher ob die raten nicht doch absolute Zahlen sind, in manchen Ländern. Ist ja doch verschieden.
Ich werd mal lesen. Es bestätigt mein erstes Gef¨hl, dass das västmanland nicht gerade der sicherste Ort in Schweden ist. Wobei, wir fühlen uns ja sicher genug um zu bleiben :)

Liebe Grüsse und danke für die links
Wiebke


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