Hallo, kurz meine Erfahrungen zu einigen Punkten:
Mobbing: Es gibt, wie mein Vorredner schon schrieb, umfangreiche Anti-Mobbing Maßnahmen in den schwedischen Schulen. Meiner Erfahrung nach funktionieren diese nur bedingt in der Praxis. Es ist aber natürlich schön, etwas auf dem Papier zu haben, was man vorweisen kann. Kann aber natürlich auch Schulen geben, welche mehr dahinterstehen als diejenigen, in welchen unsere Kinder bisher gingen. Mir fehlt die Vergleichsmöglichkeit mit deutschen Schulen, schon allein dadurch, dass die schwedische Art des Mobbings sich von der deutschen unterscheidet. Deutsche sind direkter, die Schweden gehen eher den Weg "hintenrum". Dadurch kann man sie - besonders in den ersten Jahren - als artiger auffassen. Wenn man sich jedoch erst einmal an die Feinheiten gewöhnt hat, dann ist es genauso schlimm.
Das Niveau ist an den schwedischen Schulen generell niedriger, ich würde sagen, auch die Disziplin. Dass Schüler während der Unterrichtszeiten in den Gängen laut Musik spielen dürfen, habe ich in Deutschland jedenfalls noch nicht erlebt. Ebenso nicht, dass Schüler sich beklagten, dass sie während der Unterrichtszeiten nicht mit dem Mobiltelefon spielen dürfen oder per Musik per Kopfhörer hören dürfen ......
Die Gymnasien in Schweden haben oft berufsausbildende Funktion - man lernt den Kfz-Mechaniker also am Gymnasium, und nicht im Betrieb.
Waldorfschulen gibt es hier, mein Sohn geht auf eine solche, nachdem wir ihn von der kommunalen Schule - wegen Mobbings - abgemeldet haben.
Es war einfach zu deutlich, dass diese Antimobbing-Pläne nur fürs Papier gedacht waren, und niemand wirklich interessiert war, das umzusetzen

/Paul
Nachtrag: Besonders in den ersten Klassen werden die Schüler meines Erachtens mit Samthandschuhen angefasst - was ja durchaus ein Vorteil sein kann. Es gibt keine Klassenarbeiten und keine Noten in den ersten Schuljahren (wird zur Zeit alles reformiert, ich bin nicht mehr ganz auf dem letzten Stand der Dinge)