Hallo,
vll erinnern sich noch ein paar von euch, ich hatte im september nach ausfluggstipps für molkom und umgebung gefragt
ich wollte nun mal bericht erstatten.
urlaub hatten wir uns irgendwie anders vorgestellt
Freitag mittag: Freitag mittag um 12 Uhr, nach einer kleinen Stärkung beim ''deutschen Schweden'' (IKEA) fahren wir also los.
Ein amerikanischer Van, vollgepackt mit ganz viel Nützlichem und Unnützen
In Kiel tanken wir noch mal LPG. Alles ist gut.
Xander (unser Sohn, 4 Jahre gerade geworden) findet alles ganz toll.
Das Auto ist super!
Freitag abend:zwischenzeitlich in Dänemark. Gudrun raucht ihre letzten zwei Zigaretten, Fahrerwechsel und seltsame Händetrockner auf der Raststättentoilette
Gegen 22Uhr in Schweden suchen wir verzweifelt eine LPG-Tankstelle. Zu der Zeit wissen wir noch nicht, dass es nicht LPG sondern Motorgas in Schweden heißt.
Schwedische Einwohner rufen ihre Bekannten an, um nachzufragen, ob diese möglicherweise wissen, wo eine LPG-Tankstelle ist. Die Schweden fahren mit Biogas, das können wir aber nicht nutzen.
Gegen 1Uhr, 100 km vor Göteborg wieder Fahrerwechsel, Nina is müde.
Xander schläft schon seit 20 Uhr in seinem Sitz (zurückgeklappt, die Sitze haben nur Beckengurt, welcher natürlich weiterhin dran ist)
Samstag morgen: Der Van macht gegen 5.30 Uhr ein komisches Geräusch beim Gasgeben und fährt nicht mehr schneller als 30 km/h. Runter von der Bahn. 20 km vor Karlstadt, 50 km vor unserem Ziel, unserer Hütte in Molkom.
ADAC in Deutschland angerufen, die schicken einen Abschlepper.
Wir warten ca. 2 Stunden, vertreiben uns die Zeit mit Schlafen und Geschäfte in die Büsche machen - Standheizung sei dank, wars wenigstens warm.
Gegen halb acht kommt der junge Mann vom ADAC. Zunächst schien es, als liefe der Van wieder.. ist aber ein Irrtum. Zu Chevrolet nach Karlstadt abgeschleppt. Kosten: 145 Euro (inkl. Wochenendzuschlag)
Chevrolet hat natürlich zu und erst Montag wieder auf.
Im Abschleppwagen machen wir uns gedanken, wie wir denn überhaupt zur Hütte kommen. Taxi? Blöd, wir haben zu viele Sachen und wie kommen wir dann da wieder weg?
Also Mietwagen. Oh Schreck.. wir haben aber keine Kreditkarte! Wozu auch, in Schweden kann man ja mit der normalen EC-Karte bezahlen und auch Geld abheben.
Der ADAC-Mensch ruft mal wieder Bekannte an und macht einen Sixthändler ausfindig, der uns einen Wagen gegen eine Kaution von 400 Euro gibt.
Tja.. was willste machen? Der Sixthändler holt Stefan vom Parkplatz von Chevrolet ab. Gudrun, Xander und ich warten im Max.
Samstag mittag gegen 11 Uhr: Wir erreichen endlich die Hütte.
Wieder ein Schock, es ist arschkalt. Eigentlich zu erwarten, ist ja auch niemand hier. Heizung funzt, wird bestimmt gleich warm.
Pustekuchen.. es wird und wird nicht warm. Stefan und Gudrun schlafen erst mal. Xander und ich hören in unsere Decken eingekuschelt Bob der Baumeister auf CD und spielen.
3 Stunden später ist es immer noch nicht warm. Wir sitzen mit Decken und hadern mit dem ganzen scheiß Urlaub. Nur Xander findet es weiterhin toll.
Wir beschließen erst mal einkaufen zu fahren, damit wir was zu essen haben.
Einkaufen bei Coop/Konsum.
Geilomat... was haben die für coole Sachen? Käsechips, die stinken wie echter Käsefuß, aber schmecken himmlisch! Und jeder Supermarkt hat so ein Süßigkeitenregal, in dem man die Gummibärchen, Lakritze usw für wenig Geld selbst abfüllen kann, hach, Schlaraffenland.
Knäckebrot als riesige Rollen kosten im Gegensatz zu Deutschland fast nix. Und Köttbullar werden hier nicht mit Rahmsoße gegessen (jedenfalls haben wir das nicht gesehen), sondern mit Nudeln und Paprikasoße (oder sowas). Ingesamt kosten die Lebensmittel in Schweden nicht mehr als in Deutschland. Teilweise sogar weniger. Das Kilo Kartoffeln (egal welche Sorte) kostet 0,82 Euro. Und man kann sich jede Kartoffel selbst aussuchen, die liegen nämlich lose und nicht im Netz.
Scheiße ist das heiß hier, war der erste Gedanke, als wir wieder in der Hütte waren. Inzwischen hatte sie sich aufgeheizt und wollte die ganze Zeit auch nicht wirklich wieder auskühlen.
Abendbrot gegessen, noch ein bischen gespielt und später ins Bett. TV oder PC gibts hier nicht.
Es hatte den ganzen Tag geregnet, war aber nicht kalt.
Sonntag: Wir konnten automäßig eh nichts ausrichten, also haben wir versucht, den Tag zu genießen.
Das Wetter war supersonnig, wir sind am See langspaziert, es war so richtig schön und entspannend und hätte man nicht die ganze Zeit das Auto im Hinterkopf gehabt, wäre es bestimmt ein perfekter Tag gewesen.
Späten nachmittag waren wir noch mal einkaufen. Das geht in Schweden nämlich auch am Sonntag. Nur die Werkstätten.. die haben nicht auf.
Montag: Stefan und ich fahren zu Chevrolet. Gudrun gehts nicht so gut, also nehmen wir Xander mit.
Bei Chevrolet schildern wir unser Problem. Der Chef sagt, dass es die Benzinpumpe sein könnte, ein Haarriss im Verteiler oder auch die Zündkerzen.
Leider habe er keine Zeit, sich das anzugucken und der nächste freie Termin wäre in
fünf Wochen!
Stefan schlägt vor, dass die Werkstatt ihm zeigt, wo genau er schauen muss und ihm Werkzeug leiht und er sich das selber anschaut (hat er ja mal gelernt)
Das machen wir so.
Xander und ich gehen mal wieder nach nebenan zu Max. Essen, spielen... irgendwann wirds langweilig.
Also gehen wir ein bischen durch Karlstadts Industriegebiet.
Xander quatscht alle Leute an, manche wissen nicht, dass sie gemeint sind, weil Xander zum Beispeil ruft: Kann ich mal deinen Hund streicheln? Versteht natürlich keiner.
Ich sage ihm, dass er hier ''hej'' sagen muss, weil das auf schwedisch Hallo heißt. Ab sofort ruft Xander ''hejhej!!'' und wird auch nicht mehr ignoriert.
Auf dem Rückweg sieht Xander unseren Van an einer Tanke. Stefan hatte inzwischen Gas aufgetankt um zu sehen, ob es im Gas-Modus funzt. Geht aber auch nicht. Teilweise fährt der Van zu langsam, als dass er es schafft, auf Gas umzustellen.
Xander und ich verkriechen uns in unser Mietauto und zählen Autos. Ich die Blauen, er die Roten. Ab 15 muss ich für uns beide zählen. Xander findets super.. ich will nach Hause.
Zwischendrinn kauft Stefan bei Chevrolet neue Zündkabel und will unsere austauschen. Siehe da! Er findet zwei kaputte. Naja, ich hab ja die ganze Zeit gesagt, dass es sich anhört, als wären es die Zündkabel - oder Kerzen.
Ich freu mich riesig, kann unser Urlaub doch endlich starten.
Leider ein Trugschluss. Die Auswechslung brachte nichts.
Wir gaben auf.
Dienstag:Wir waren die ganze Zeit über mit ADAC Deutschland und Schweden in Kontakt. Auch das Vanhaus, wo wir unseren Van herhaben, war zwischenzeitlich informiert und versuchte uns mit Rat und Tat (er überwies uns pauschal 200 Euro für Ersatzteile) zur Seite zu stehen.
Ein erneuter Besuch bei Chevrolet brachte nichts, außer dass er keine Zeit hat, den Wagen zu reparieren.
Wir beschlossen also noch ne Runde zu shoppen.
Gleichzeitig erfuhren wir, dass wir diesen Abend unseren Mietwagen abgeben mussten.
Zum Einen wurde er viel zu teuer für uns. Zum Anderen war er ab 20 Uhr reserviert.
Wir beschlossen, dass wir nach Hause wollten.
Ohne Mietwagen sitzen wir in der Hütte fest.
Der ADAC bezahlt nach Rücksprache mit dem Werkstattleiter und dessen Versicherung, dass es bis Freitag keine Möglichkeit gibt, den Wagen in Karlstadt reparieren zulassen, die Überführung nach DE (2000 Euro).
Nur wie kommen wir nach Hause.. oder besser: Wie kommen unsere Sachen mit? Wir hatten einen Van voll gepäck.
2 Kühlboxen
jeder seine Decke und Kissen
Wintersachen
Schuhe
Kisten mit Spielen
Klamotten über Klamotten.
Einiges hatte wir schon in den Van gebracht, als wir den morgen in die Stadt gefahren sind.
Der ADAC überlegt nun, wie er uns mit dem Rest nach Hause bekommt. Wir sollten in jedemfall mit der Fahre fahren. Die Nächste fährt in Göteborg.
Nur wie bringen wir unsere Sachen dahin?
Mietauto. OK.. aber: keine Kreditkarte und Sixt hatte ja nun keinen Wagen mehr. Also so nicht.
Taxi. Der ADAC konnte einen Fahrer ausfindig machen, der eine Payment Guarantee vom ADAC annimmt, sodass wir nichts bezahlen müssen. Der wollte allerdings 500 Euro für die Fahrt (300 km eine Fahrt).
Der ADAC bezahlt aber für uns alle ''nur'' 750 Euro für die gesamte Rückfahrt. Das heißt, wir müssten die Fähre selbst bezahlen und für den Mietwagen würden wir auch nichts zurückbekommen. Und außerdem war uns das zu teuer mit dem Taxi. Punkt.
Wir überlegten, dass wir mit dem Zug fahren bis nach Göteborg oder Malmö und dann mit der Fähre. In DE stand dann so oder so ein Mietwagen vom ADAC für uns bereit.
Wir also in Windeseile unsere Sachen gepackt und alles, was wir nicht brauchten (Schuhe, Decken, Wintersachen usw) seperat gepackt, das wollten wir in den Van packen.
Apropos Van.. und wenn der schon weg ist?
Wir müssen es versuchen. Eile, eile! So schnell es ging brachten wir die Hütte auf Vordermann und fuhren nach Karlstadt.. von der Stadtautobahn konnte man die Werkstatt sehen... und der Van... stand noch! Juchuh, wenigstens das war geglückt.
Wir also unsere Sachen in den Van gepackt. Nun hatten wir noch zwei große Taschen, einen Rucksack, eine kleine Tasche, Xanders kleinen Rucksack und seinen Autositz.
Zu Sixt, das Mietauto abgeben und mit dem Taxi zum Bahnhof. Es war inzwischen 19 Uhr oder so und die Schalter hatten natürlich alle zu.
Uns überfiel wieder die nackte Panik: Nahmen die Ticketautomaten nur Kreditkarten??? Nee zum Glück nicht, wir konnten mit EC-Karte bezahlen
gleich gehts weiter