Umzug/Teilumzug nach Mölndal bei Göteborg

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Tweekrieger
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Umzug/Teilumzug nach Mölndal bei Göteborg

Beitragvon Tweekrieger » 2. Oktober 2019 10:23

Moin,

ich bin Jörn aus der Lüneburger Heide.

Bei mir stehen interessante und vielversprechende berufliche Veränderungen an.
Dies ist mit einem Umzug oder erstmal Teilumzug nach Schweden (Mölndal bei Göteborg) verbunden.

Mein Arbeitgeber ist im Begriff einen Marktbegleiter aus Schweden zu kaufen. Dieses Unternehmen wird nicht geschluckt, sondern soll als eigenständiges Tochterunternehmen bestehen bleiben.
Meine Aufgabe wird es sein, das Bindeglied zwischen beiden Unternehmen darzustellen.

Dies wirft bei mir so einige Fragen auf.

Das erste unerwartet große Hindernis ist das Wohnen in Mölndal und Umgebung.
Mieten scheint in Raum Göteborg so gut wie chancenlos zu sein. Und nein ich werde in keine WG’s, Wohnheime oder ähnliches ziehen.
Bleibt also Kaufen. Wohnungen, beginnen bei ca. 1.750 T SEK.
Für Häuser (Villa) bis zu 50 km außerhalb gilt etwa dieselbe Grenze.
Und das ist schon ein Brocken, so mal ich aktuell gerade in Deutschland baue, was natürlich das Geld ausgeben etwas einschränkt.
„Fritidshus“ bekommt man allerdings schon für deutlich unter 1.000 T SEK. Da stellt sich mir die Frage, was unterscheidet ein „Fritidshus“ von einer „Villa“?
Kann man ein Fritidshus nur im Sommer bewohnen (Heizung), kann man sich dort nicht melden? Oder ist es gar verboten dort dauerhaft zu wohnen?

Die Anforderungen an eine Unterkunft sind auch gar nicht so hoch.
Ich muss dort Platz für mich haben, Frau und Kind kommen gelegentlich mit.
Also 2-3 Zimmerchen, Küche, Bad. Schnelles Internet.
Und wichtig, ich brauche kein „Kümmerhaus“. Es sollte also alles im Schuss sein.

Also für Vorschläge wie man sowas findet wäre ich Dankbar.
Hemnet und immo… sind natürlich bekannt.


Eine Zweite Frage die mich aktuell beschäftig ist, wer ist der sinnvollste Arbeitgeber.
1.) Es gäbe ja rein theoretisch die Möglichkeit bei der jetzigen Firma (deutsch) angestellt zu bleiben.
2.) Eine andere Möglichkeit wäre, dass das „neue“ Unternehmen (schwedisch) mich anstellt.
3.) Und die dritte denkbare Variante wäre eine Anstellung bei beiden Unternehmen.

Und hier bin ich noch völlig ratlos was ich bei anstehenden Verhandlungen in die Waagschale werfen soll/kann.
Hatte jemand ähnliche Fragen, wo kann ich Beratung bekommen. Es ergeben sich ja haufenweise Fragen das den möglichen Anstellungen.

Angefangen von Luxusfragen in welchem Land ist die Privatnutzung des Firmenwagens am günstigsten bis hin zu Rentenlücken, Sozialleistungen und Krankenversicherungen.


Ich will das hier jetzt auch nicht maßlos Überfrachten und belass es erstmal dabei.

Über hilfreiche Tipps und Vorschläge würde ich mich sehr freuen.

EuraGerhard
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Re: Umzug/Teilumzug nach Mölndal bei Göteborg

Beitragvon EuraGerhard » 2. Oktober 2019 12:36

Hallo!

Tweekrieger hat geschrieben:„Fritidshus“ bekommt man allerdings schon für deutlich unter 1.000 T SEK. Da stellt sich mir die Frage, was unterscheidet ein „Fritidshus“ von einer „Villa“?

Beim Neubau einer "Villa" ("Villa" bedeutet in Schweden lediglich "freistehendes Einfamilienhaus", das muss nichts Luxuriöses sein) gelten wesentlich strengere Anforderungen an Wärmedämmung, Energiebedarf, Sanitärausstattung etc. als bei einem "Fritidshus". Dennoch sind nicht wenige "Fritidshus" durchaus winterfest. (Schließlich machen ja viele Schweden auch Winterurlaub.) Andere aber eignen sich wirklich nur für den Sommer.
Tweekrieger hat geschrieben:Kann man ein Fritidshus nur im Sommer bewohnen (Heizung), kann man sich dort nicht melden? Oder ist es gar verboten dort dauerhaft zu wohnen?

Rechtlich gesehen ist es in Schweden (im Gegensatz z.B. zu Norwegen) kein Problem, sich in einem Fritidshus behördlich anzumelden und dauerhaft zu wohnen. Es kann aber - siehe oben - sein, dass es praktisch sehr schwierig wird. Manchmal gibt es nur im Sommer Wasseranschluss, manche Häuser haben keinen Strom, manchmal gibt es anstatt eines WC nur ein "Häuschen mit Herz" im Garten. Und wenn Du auf schnelles Internet angewiesen bist, dann achte auf die Mobilfunkabdeckung. Die ehemals staatliche Telefongesellschaft Telia ist nämlich derzeit dabei, sämtliche alten Kupferkabel rauszureißen. Und beim Ersatz durch Glasfaserkabel haben reine Fritidshusområde eine niedrige Priorität. (Dafür ist 4G weit verbreitet und "Funklöcher" gibt es wesentlich seltener als in Deutschland.)

Auch beim Winterdienst gibt es Unterschiede. Bei einem Fritidshus kann es durchaus vorkommen, dass Du 500 Meter oder mehr bis zur nächsten Straße selbst räumen musst.

Tweekrieger hat geschrieben:Die Anforderungen an eine Unterkunft sind auch gar nicht so hoch.
Ich muss dort Platz für mich haben, Frau und Kind kommen gelegentlich mit.
Also 2-3 Zimmerchen, Küche, Bad. Schnelles Internet.
Und wichtig, ich brauche kein „Kümmerhaus“. Es sollte also alles im Schuss sein.

Dann schau Dich mal um, ob irgendjemand ein sog. Attefallshus vermietet. Das könnte genau das Richtige sein. Zumindest für den Anfang.

Tweekrieger hat geschrieben:Eine Zweite Frage die mich aktuell beschäftig ist, wer ist der sinnvollste Arbeitgeber.
1.) Es gäbe ja rein theoretisch die Möglichkeit bei der jetzigen Firma (deutsch) angestellt zu bleiben.
2.) Eine andere Möglichkeit wäre, dass das „neue“ Unternehmen (schwedisch) mich anstellt.
3.) Und die dritte denkbare Variante wäre eine Anstellung bei beiden Unternehmen.

Das würde ich davon abhängig machen, wo Du Dich überwiegend aufhalten wirst. Falls in Schweden, so wäre sicherlich die Anstellung beim schwedischen Unternehmen besser. Das würde die ganze Bürokratie mit Personnummer, damit verbunden Krankenversicherung etc. erheblich vereinfachen. Falls allerdings Frau und Kind(er) nicht mit umziehen, könnte es besser sein, nach wie vor offiziell in Deutschland beschäftigt zu sein. Wobei, falls Du Dich mindestens 185 Tage im Jahr in Schweden aufhältst, wirst Du hier automatisch steuerpflichtig.

Tweekrieger hat geschrieben:Angefangen von Luxusfragen in welchem Land ist die Privatnutzung des Firmenwagens am günstigsten bis hin zu Rentenlücken, Sozialleistungen und Krankenversicherungen.

Zum Firmenwagen kann ich nichts sagen, da habe ich keine Ahnung.

Eine Krankenversicherung wie in Deutschland gibt es hier nicht. Sobald Du in Schweden eine Personnummer hast und Steuern zahlst, hast Du automatisch Zugang zum schwedischen Gesundheitssystem. Achtung: Zahnarztleistungen (für Erwachsene) gehen extra!

Die Rentenversicherung basiert auf zwei Säulen, einer staatlichen Grundrente, die wie die KV an die Personnummer geknüpft ist, und eine Betriebsrente. Bzgl. Letzterer müsstest Du Deinen schwedischen Arbeitgeber fragen.

Sonstige Sozialleistungen des Arbeitgebers sind streng reglementiert: Manche Arbeitgeber schließen für ihre Arbeitnehmer eine zusätzliche Gruppen-Krankenversicherung ab. Mit der kann man dann am staatlichen System vorbei auch zu privaten Arztpraxen gehen, was die Wartezeiten verkürzen kann. Sie wird aber als geldwerter Vorteil bei der Steuer eingerechnet. Dann kann es vergünstigtes Mittagessen geben, Vergünstigungen beim Besuch von Sportvereinen oder Fitnessstudios (sog. "Friskvårdsbidrag"), usw.

MfG
Gerhard

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Re: Umzug/Teilumzug nach Mölndal bei Göteborg

Beitragvon Tweekrieger » 2. Oktober 2019 14:06

Vielen Dank für die schnelle ausführliche Antwort.
Habt ihr Tipps wo man sich am besten nach solchen Mietobjekten (Attefallshus) umsieht?
Meine bisherigen Recherchen haben ergeben, dass Mieten im Raum Göteborg sehr schwierig ist.
Persönliche Kontakte nach Schweden sind zurzeit noch so gut wie nicht existent.

Wobei ich mich immer mehr mit dem Gedanken anfreunde ein Fritidshus zu kaufen.
Dann stellt sich die nächste Frage, deutsche Bank oder schwedische Bank.
Und wenn sich alles wie erhofft entwickelt, irgendwann die Familie „nachholen“ und dann auf ein richtiges Haus zu wechseln.
Kaufen und Verkaufen scheint in Schweden deutlich einfacher und üblicher zu sein als in Deutschland.

Tatsächlich ist es so das der schwedische Arbeitgeber zusätzlich zu dem Gehalt noch Summe X für Pension zahlt, sowie eine health insurance abschließt.
Stellt sich nur noch die Frage womit man bessere fährt. Mit der deutschen Krankenkasse oder mit der oben genannten Regelung.

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Re: Umzug/Teilumzug nach Mölndal bei Göteborg

Beitragvon rappa » 3. Oktober 2019 08:46

hallo,

bezüglich der krankenversicherung ist zu beachten, dass es in schweden keine familienversicherung wie in deutschland gibt. jeder versichert sich selbst. ein im ausland lebender partner hat also nichts von der schwedischen kv.

schwedische banken finanzieren nicht, solange man nicht ein jahr im land mit folkbokföring gelebt hat, oder man bringt soviele sicherheiten mit, dass es kein risiko für die bank darstellt. Das gilt sogar auch für Schweden, die nach längerem auslandsaufenthalt wieder wohnsitzmäßig ins land zurückkehren!!! Dasselbe mit der einjährigen wartezeit zur aufnahme in die försäkringskassa.

rappa

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Re: Umzug/Teilumzug nach Mölndal bei Göteborg

Beitragvon EuraGerhard » 3. Oktober 2019 09:04

Hallo!

Tweekrieger hat geschrieben:Meine bisherigen Recherchen haben ergeben, dass Mieten im Raum Göteborg sehr schwierig ist.

Das ist in ganz Schweden so. Wer irgendwie kann, kauft sich etwas. Ansonsten muss man sich entweder in der jeweiligen Gemeinde in die Warteliste ("Bostadskö") einreihen und evtl. jahrelang warten, oder sein Glück auf dem - sehr kleinen und teuren - freien Mietwohnungsmarkt versuchen.

Zumindest für einen vorübergehenden Aufenthalt gäbe es auch noch die Möglichkeit der "Andrahandsuthyrning". Das muss nicht unbedingt eine Untermiete im Sinne von "Zimmer mit Badmitbenutzung, kein Damenbesuch nach 22:00 Uhr" :wink: sein, das kann auch eine komplette Wohnung oder eben z.B. ein Attefallshus sein. Man muss dabei aber aufpassen, denn auf diesem Markt tummeln sich einige schwarze Schafe. Man sollte im Zweifelsfalle ganz sicher gehen - selbst nachfragen, dass bei einem untervermieteten Bostadsrätt oder Hyresrätt der Besitzer auch die Genehmigung für die Weitervermietung hat. Hat er die nicht und die Sache fliegt auf, können sowohl Haupt- als auch Untermieter rausgeschmissen werden. Auch sollte man keinerlei Vorauszahlungen ohne Gegenleistung leisten, egal wieviel Druck der Vermieter macht.

Ich habe hier ein Portal gefunden, welches sich anscheinend auf Andrahandsuthyrning spezialisiert hat, habe aber keine Ahnung, wie seriös das ist: BostadsPortal

Aber vielleicht kannst Du ja über die schwedische Firma was erreichen? Vielleicht hat ja einer der Mitarbeiter ein Attefallshus auf seinem Grundstück stehen, oder kennt jemanden, der eins hat?

Tweekrieger hat geschrieben:Dann stellt sich die nächste Frage, deutsche Bank oder schwedische Bank.

Da musst Du zuerst die Bank fragen. Meist ist die Bereitschaft, eine Immobilie im Ausland zu finanzieren, eher gering ausgeprägt. Ansonsten würde ich es davon abhängig machen, wo Du in Zukunft Dein Gehalt beziehen wirst. Sonst bleibt das Wechselkursrisiko bei Dir hängen.

Tweekrieger hat geschrieben:Tatsächlich ist es so das der schwedische Arbeitgeber zusätzlich zu dem Gehalt noch Summe X für Pension zahlt, sowie eine health insurance abschließt.
Stellt sich nur noch die Frage womit man bessere fährt. Mit der deutschen Krankenkasse oder mit der oben genannten Regelung.

Das wiederum hängt eher davon ab, wo Du in Zukunft Deinen überwiegenden Aufenthalt haben wirst (mindestens 185 Tage pro Jahr).

MfG
Gerhard


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