Umzug nach Schweden und viele Fragen

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Wesab
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Re: Umzug nach Schweden und viele Fragen

Beitragvon Wesab » 14. Juli 2009 15:36

Hej,
ich hatte solange keinen Bammel nach schweden zu gehen bis ich die 10 Gebote des Jantelagen und das Kapitel über die schwedische Mentalität gelesen hatte... nun ich bin ein offensiver Mensch (aus dem Münchener Süden und das ist in Hessen schon schwierig genug).
wir können evtl die erste Zeit im Uni-Gäste-Haus unterkommen, Stefan klärt das grade mit seinem Verhandlungspartner ab. Dieser schickt uns schon eine zeitung mit wohnungsanzeigen. Wir versuchen hier schon eine mögliche finazierung zu klären, damit es -so es sein soll und kann- schnell gehen kann. Wir werden im September hin fliegen, und versuchen dann schon etwas passendes zu finden.
Wenn wir Glück haben... wenn nicht ab ins Gästehaus. Danke für den Tipp mit dem DJH - mitglieder sind wir eh-aber immer gut zu wissen, das da noch eine Lösung ist.
Stefan ist Physiker (Theorie- macht so Sachen mit Quarks und Hadronen und so) und die sind eigentlich meistens ziemlich locker .
Er bekommt auf alle Fälle einen Sprachkurs von der Uni bezahlt, wenn es möglich ist mache ich den evtl einfach mit... , dann können wir zusammen lernen.
Ja das mit einlagern unserer Sachen haben wir uns auch schon überlegt,
was haltet ihr denn vom System Bostadsrätt? macht das Sinn? und muß mann die Summe z.b. die 695 000skr gleich zahlen oder gibt es da Finazierungsangebote- und wenn ich das richtig verstehe in dem Link:
http://www.svenskfast.se/Templates/Obje ... 08QIPUKE28
dann habe ich da alles bezahlt und zahle dann noch 6700 skr im monat? das ist dann doch aber eine irre finanzielle Belastung oder sehe ich das falsch- Der Kredit dafür will ja auch zurückgezahlt werden....
ich versuche mich mit wörterbuch und google-Übersetzer da durch zu beissen.
Danke auch für vielen tipps und Ratschläge
Sabrina

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Re: Umzug nach Schweden und viele Fragen

Beitragvon BettinaZ » 14. Juli 2009 15:58

Hi Sabrina,
ganz kurz nur - statt wie "Neuseeland" die Sachen in D einzulagern, kannst du sie auch mitnehmen und in Schweden in der Nähe einlagern, das hab ich damals gemacht und war superbillig. Hatte auch den Vorteil, dass ich immer mal ran konnte, wenn ich irgendwas als unwichtig eingelagert hatte und dann auf einmal doch brauchte - so z.B. meine Wintersachen, da sich unsere Haussuche doch etwas länger gezogen hatte als ich dachte :D
Gib einfach "Minilager" und "Uppsala" im google ein und du wirst fündig. Ich war bei "Humlans Minilager" und fand sie ziemlich günstig.
Gruss Bettina

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Berta
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Re: Umzug nach Schweden und viele Fragen

Beitragvon Berta » 14. Juli 2009 16:17

Hallo Sabrina,

ich war als Austauschstudentin in Uppsala - und habe das Leben in dieser Stadt wirklich sehr genossen. Ich denke, damit habt ihr es auf alle Fälle gut getroffen!

Ich empfehle euch, nur so zum Einlesen, noch den Blog von Thomas: Fiket.de. Der bloggt jetzt aus Stockholm, war aber zuvor viele Jahre lang in Uppsala, wo er, glaube ich, an der Uni arbeitet. Ich finde, dass er viele Themen interessant und bisweilen auch recht kritisch aufbereitet, wunderschöne Fotos macht und sicherlich auch, zumindest im Archiv seiner Beiträge, viele wichtige (und sicher ein paar spannende nebensächliche) Informationen über Uppsala, die Uni und das Leben in dieser Stadt parat hat.

Einen Gruß,
Berta.

hansbaer

Re: Umzug nach Schweden und viele Fragen

Beitragvon hansbaer » 15. Juli 2009 08:23

Wesab hat geschrieben:Ja das mit einlagern unserer Sachen haben wir uns auch schon überlegt,
was haltet ihr denn vom System Bostadsrätt? macht das Sinn? und muß mann die Summe z.b. die 695 000skr gleich zahlen oder gibt es da Finazierungsangebote- und wenn ich das richtig verstehe in dem Link:
http://www.svenskfast.se/Templates/Obje ... 08QIPUKE28
dann habe ich da alles bezahlt und zahle dann noch 6700 skr im monat? das ist dann doch aber eine irre finanzielle Belastung oder sehe ich das falsch- Der Kredit dafür will ja auch zurückgezahlt werden....


Zum Einlaern gibt es u.a. deise Firma mit zahlreichen Filialen im Land: http://www.shurgard.se

Ob ein Bostadsrätt Sinn macht, ist Ansichtssache. Jahrelang stiegen die Preise in den Ballungszentren so schnell, dass die Leute nach dem Motto kauften, dass der Kredit egal sei, weil die Zinsen geringer sind als die Wertzunahme und die Inflation für den Kreditnehmer arbeitet, wodurch man automatisch Gewinn macht. Ich persönlich fürchte, dass da irgendwann mal eine Blase platzen kann. Im Moment ist es aber allgemein schon attraktiv, zu kaufen, weil die Preise seit Krisenbeginn merklich zurückgegangen sind.
Man muss auch die Alternativen sehen:
1. Ihr mietet euch ein Haus/Wohnung, zahlt eine Menge Geld dafür und habt nach Überweisung der Miete nur einen Monat ein Dach über dem Kopf.
2. Ihr kauft ein Bostadsrätt, zahlt etwas mehr, besitzt dann aber auch etwas und könnt bei Verkauf sogar noch einen Gewinn herausschlagen.

Ich habe die Daten des von dir verlinkten Hauses mal beim SEB-Rechner eingegeben. Der meint dazu: Bei 104250 kr Eigenkapitaleinsatz und 30 Jahre Amortisierungszeit zahlt ihr 9508 kr im Monat - allerdings auf Basis von derzeit extrem niedrigen Zinsen. Realistisch sind da wohl eher so 10000 bis 10500 kr im Monat.

Das mag nach viel klingen, aber das sind (aus meiner stockholmer Sicht) eigentlich Peanuts - für dieses Geld kriegt man in Stockholm bestenfalls eine kleine Wohnung in schlechter Lage.

Man muss es auch in Relation zu vergleichbaren Mietwohnungen sehen: https://uthyrning.uppsalahem.se/SummarumWeb07313_1/Internet/Ba/VacantResidenceDetailInterestReport.aspx?Id=_1DK0TSUVE
Dabei handelt es sich wohlgemerkt um künstlich niedrig gehaltene Mieten, weil die Wohnungen von kommunalen Wohnungsgesellschaften sind. Billiger wird es kaum werden.
Die Diskrepanz ist also bei weitem nicht so erheblich, wie es auf den ersten Blick scheint.

Wenn ihr beide Vollverdiener seid, dürftet ihr im Monat über 30.000 kr nach Steuern verdienen. 10000 kr ist da nicht wenig, aber auch nicht unmachbar.

Wesab
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Re: Umzug nach Schweden und viele Fragen

Beitragvon Wesab » 17. Juli 2009 16:43

Hallo Leute,
schon mal vielen lieben Dank, für all die tipps, das hilft echt sehr sich zu orientieren...
aber nun eine frage habe ich noch, das haben Stefan und ich einfach noch nicht verstanden:
wenn ich bei
http://www.svenskfast.se/Templates/Obje ... P8MH2DI15A
schaue, gibt es, so wir das verstehen, einen Finazierungsrechner. dieser gibt an, dass man 10% der Kaufsumme anzahlt und dann eine monatliche avgift von 6510 skr bezahlt. Das ganze ist ausgelegt auf 60 Jahre bei einem Zinssatz von 1,7% oder? aber dann ist null tilgung dabei.... das kann doch nicht funktionieren oder? wird das so gemacht?
ich hätte gedacht, dass man die Summe für das Bostadsrätt komplett bezahlt und dann eben noch die mån.avgift . an den Verein.
Aber wie können es sich die Leute leisten so einen z.T. dicken Kredit zu zahlen plus! die avgift?
wie ihr seht arbeite ich mich zu mindest Immoblilientechnisch langsam in neues Vokabular ein;-)
also kann mir das jemand bitte nochmal erklären- echt ich versteh es nicht.
Das System Bostadsrätt versteh ich, denke ich schon, aber die Sache mit dem kaufen und finanzieren ist mir noch nicht klar.
liebe Grüße
Sabrina

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Re: Umzug nach Schweden und viele Fragen

Beitragvon Imrhien » 17. Juli 2009 17:12

Hallo Sabrina,
das kann schon so funktionieren... Die Schweden tilgen nicht immer. Es ist recht häufig so, dass man ein Haus ein paar Jahre hat, nicht tilgt und es dann nach einigen Jahren mit Gewinn verkauft um ein weiteres zu kaufen. Durch den Gewinn wird mit der Zeit der Kredit dann doch abgezahlt, hat mir mal ein Schwede erklärt. Da die Preise in den letzten Jahren auch immer schön gestiegen sind, war das ein wunderbares System. Leider sieht es jetzt aber ganz anders aus. Aus deutscher Sicht ist es natürlich sehr merkwürdig nicht zu tilgen und auf Dauer auch gefährlich, wenn die Preise eben mal nicht steigen sondern fallen.

Grüße
Wiebke

hansbaer

Re: Umzug nach Schweden und viele Fragen

Beitragvon hansbaer » 17. Juli 2009 18:33

Wesab hat geschrieben:schaue, gibt es, so wir das verstehen, einen Finazierungsrechner. dieser gibt an, dass man 10% der Kaufsumme anzahlt und dann eine monatliche avgift von 6510 skr bezahlt. Das ganze ist ausgelegt auf 60 Jahre bei einem Zinssatz von 1,7% oder? aber dann ist null tilgung dabei.... das kann doch nicht funktionieren oder? wird das so gemacht?


Bei solchen Rechnern wird natürlich gerne der bestmögliche Fall vorausgesetzt, damit dem potenziellen Käufer die Sache erstmal schmackhaft erscheint. Ganz so toll ist es in der Realität dann letztendlich doch nicht - aber während eine deutsche Bank "schon" nach 25 Jahren ihr Geld sehen will, kann die schwedische anscheinend gut damit leben, 30 Jahre und mehr darauf zu warten. Ich nehme an, es kommt auch auf das Objekt an. Ein attraktives Objekt ist wohl Sicherheit genug, so dass das Kapital für die Bank nie verloren ist. Je nach Lebensphase dürfte der Bank wohl auch klar sein, dass der Kredit eine Übergangssache ist. Wenn ein junges Pärchen beispielsweise eine 2-Zimmer-Wohnung kauft, dann ist relativ sicher, dass sie nicht 40 Jahre darin wohnen werden und die Wohnung beizeiten verkauft wird, so dass schon dann das Geld zurückkommt.

Die genannten 1,7% mag man übrigens momentan schon bekommen - aber das ist dem niedrigen Leitzins geschuldet und bestimmt kein Dauerzustand.

Aber wie können es sich die Leute leisten so einen z.T. dicken Kredit zu zahlen plus! die avgift?


Sie können es sich nicht direkt leisten, aber mir scheint ein erheblicher Unterschied zwischen deutscher und schwedischer Mentalität zu sein, dass man als Deutscher bestrebt ist, schnellstmöglich einen Kredit zurückzuzahlen, während ein Schwede damit gar keine Eile hat. Ein weiterer wesentlicher Unterschied ist, dass man in Schweden generell davon ausgeht, dass beide Teile eines Paares ein Einkommen haben, was die Lasten natürlich mehr verteilt. Ich denke, die Kalkulation läuft in Schweden auch anders. Schweden hatte in der Vergangenheit lange Phasen hoher Inflation, die das Sparen wohl nachhaltig wenig attraktiv gemacht haben. Außerdem geht man in höherem Maße davon aus, dass der Staat die Lebensrisiken trägt. Während man sich in Deutschland unter 40 lieber nicht aufs staatliche Rentensystem verlässt, gibt es in Schweden wenig Anlass dazu.

wie ihr seht arbeite ich mich zu mindest Immoblilientechnisch langsam in neues Vokabular ein;-)
also kann mir das jemand bitte nochmal erklären- echt ich versteh es nicht.


Der Immobilienmarkt hier ist auch eine etwas eigenwillige Sache.

Wesab
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Re: Umzug nach Schweden und viele Fragen

Beitragvon Wesab » 20. Juli 2009 15:17

Habt vielen dank,
das hat uns sehe geholfen :danke: :schwedentor2:
Sabrina


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