Schweden kündigt Massenabschiebungen an

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jörgT
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Re: Schweden kündigt Massenabschiebungen an

Beitragvon jörgT » 1. Februar 2016 08:53

vinbergssnäcka hat geschrieben:Ja, wäre ja durchaus denkbar, das auch mal ein solches Ehepaar in Schweden auftauchen würde. Wäre interessant wie hier die Behörden reagieren. Eventuell gibt es dazu rechtsprechungen?

Die Problematik bei den Flüchtlingen ergibt sich ja aber dadurch, das die kommunen hier für Versorgung und Unterbringung verantwortlich sind.


Hier irrst Du Dich, Heike: Die kommun ist erst zuständig, wenn der Asylantrag behandelt und bestätigt ist! So lange ist das Migrationsverket verantwortlich - und zwar für die Unterbringung und Versorgung. Das Migrationsverk sucht sich Partner in der Betreibung von Wohnheimen, private Akteure oder auch einmal eine kommun, wenn das möglich ist. Die kommun ist demgegenüber verantwortlich für den Schulgang der Kinder.
Die Betreiber von Flüchtlingsheimen erhalten vom Migrationsverk "pro Kopf" eine bestimmte Summe, die je nach Standard variieren kann und müssen dafür ein Dach über dem Kopf und Essen bereitstellen - der Rest ist ihr Gewinn.
Ich kann Dir mal die Links raussuchen, stehen auf unserer Kommunseite (www.orsa.se).
Jörg

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Re: Schweden kündigt Massenabschiebungen an

Beitragvon vinbergssnäcka » 1. Februar 2016 17:43

Jörg, das mag so gewesen sein, zu "normalen" Zeiten und das mag auch noch so sein in den kommunen, die nicht so viele Flüchtlinge aufgenommen haben....zur Zeit herrscht da Ausnahmezustand, die Asylsuchenden werden geschätzt mindestens 1,5 Jahre warten müssen, bis über das Gesuch entschieden wird...und zumindest hier ist unter anderem auch die kommune aktör bei der Unterbringung...kannst dich ja mal durchkämpfen durch migrationsverk und CO...da gibts inzwischen einige abweichende Vorgehensweisen...
liebe Grüsse

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Re: Schweden kündigt Massenabschiebungen an

Beitragvon vinbergssnäcka » 1. Februar 2016 17:46

http://skl.se/integrationsocialomsorg/a ... .7589.html

ein wenig lesestoff...da wo es um Minderjährige geht, sind aber ganz klar die kommunen in der Verantwortung, auch und vor allem bei der Unterbringung....ist übrigens auch bei Euch so, such mal auf der Seite deines links nach ensamkommande komst zwar auf die Seite von Mora....aber auch bei Euch sind die kommunen für minderjährige asylsuchende zuständig...
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Re: Schweden kündigt Massenabschiebungen an

Beitragvon HeikeBlekinge » 1. Februar 2016 18:09

@Gerhard: Warum schreibst du das gleiche was ich schon Seiten vorher geschrieben habe??

Ochje, Heike. Ich habe keine Ahnung wie was durchgefuehrt soll. Deshalb schreibe ich ja auch: Da kommt so einiges Neues auf uns zu, speziell auch auf Rechtssprechung, Regelungen, Vorgaben wie was zu regeln ist.
Deshalb hasse ich ja so sehr die ganzen Nörgler und pegidingsda die nur ihren Frust abladen und Massenpanik schueren ohne eine einzige eigene vernuenftige Idee!
Das Ganze braucht eben seine Zeit!
Ich schreibe doch nirgendwo das ich dafuer wäre nochmal Kinderehe oder Beschneidung rechtlch zu ueberdenken oder irgendwas in dieser Richtung an ausländisches Recht angeglichen werden soll!
Die Kommunen, das Migrationsverket, einzele handläggare brauchen schnellsten veruenftige und klare Anweisungen wie was zu regeln ist damit ein schnelleres Verfahren gewährleistet wird und damit eine bessere Eingliederung möglich wird. Da sind vernuenftige Politiker gefragt, keine Idioten die nur ständig verlangen den Fluechtlingsstrom zu unterbinden, am besten alle zurueck zu schicken und dabei die wichtigste Aufgabe uebersehen: Das den Menschen erst einmal zuegig und vernuenftig geholfen werden muss. Egal ob hier vor Ort oder in den betreffenden Ländern selber.

lg Heike
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Re: Schweden kündigt Massenabschiebungen an

Beitragvon vinbergssnäcka » 1. Februar 2016 22:27

HeikeBlekinge hat geschrieben:Die Kommunen, das Migrationsverket, einzele handläggare brauchen schnellsten veruenftige und klare Anweisungen wie was zu regeln ist damit ein schnelleres Verfahren gewährleistet wird und damit eine bessere Eingliederung möglich wird. Da sind vernuenftige Politiker gefragt, keine Idioten die nur ständig verlangen den Fluechtlingsstrom zu unterbinden, am besten alle zurueck zu schicken und dabei die wichtigste Aufgabe uebersehen: Das den Menschen erst einmal zuegig und vernuenftig geholfen werden muss. Egal ob hier vor Ort oder in den betreffenden Ländern selber.

lg Heike


Da stimmen wir ja völlig übereins...die einzelnen Mitarbeiter sind nämlich hoffnungslos überfordert und na klar, das in so einer Situation auch schnell mal was schief läuft, bzw nicht so,wie es eigentlich sollte.

Das andere was ich schrieb war nur zur Verdeutlichung meiner Meinung, das man eine klare Linie fahren sollte, was Gesetze und Regeln in unserem Land angeht, das diese für alle gelten und das es da keine Ausnahmen und Sonderregelungen geben darf....ausser dem, das man eben nur mit einer Person in Ehe leben darf gibt es ja noch unzählige andere Regeln, die von den Herkunftsländern abweichen....ich denke man kann und soll es nicht allen Recht machen. Ich glaube sogar das das ein wichtiger Punkt für gelungene Integration ist und der lasche Umgang damit oft zu Paralellgesellschaften führt...
auf der anderen Seite bietet ja unsere Gesellschaft genügend Freiheiten...
liebe Grüsse

Heike

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Re: Schweden kündigt Massenabschiebungen an

Beitragvon jörgT » 2. Februar 2016 09:01

Klar, Heike - ensamkommande flyktningsbarn sind ein anderes Problem, da sind die kommunen gefordert. Aber bei Erwachsenen ist es leider so, dass das Migrationsverk zuständig ist, bis der Flüchtling seinen uppehållstillstånd hat.
Und Du hast völlig recht: Die sind total überfordert! Bei uns sind - wie in vielen anderen, vor allem kleineren Kommunen auch - viele Flüchtlinge in (winterfesten) Campingstugas untergebracht, die spätestens in zwei Wochen wieder geräumt sein müssen. Da kommen nämlich die Touris ...
Wir haben heute eine möte zu diesem Thema, bin gespannt, welche konkreten Massnahmen ergriffen werden sollen ...
Jörg :wflagge:

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Re: Schweden kündigt Massenabschiebungen an

Beitragvon unbekannt » 2. Februar 2016 13:54

Ja, jetzt kommen die Touristen. Sie wollen natürlich auch ihre wohlverdiente Erholung haben. Vielleicht haben sie dann auch etwas Zeit darüber nachzudenken, was da so täglich über die Medien rauscht. Manche können es ja nicht mehr hören. Dafür habe ich Verständnis. Ich will als Themenstarter trotzdem etwas ausholen und jedem ist es freigestellt das zu lesen, was er will.

Ich versuche mich in die Lage von Flüchtlingen hineinzuversetzen, die ein Vermögen für eine Flucht ausgegeben haben, bei der Leib und Leben auf dem Spiel stand, und wobei vielleicht Angehörige den Tod gefunden haben. Nun sind die Überlebenden in miserablen Unterkünften zum Nichtstun verurteilt. Dann kommt die große Ungewissheit über das erträumte bessere Leben in einem Land hinzu, das vielen Flüchtlingen als völliges Rätsel erscheinen muss. Da zerplatzen in den überfüllten Turnhallen hoffnungsvolle Lebensplanungen wie Seifenblasen. Das muss ein Horror für Flüchtlinge sein.

Mit einer humanistisch-demokratischen Denkweise können die meisten dieser Flüchtlinge nicht viel anfangen. Der Begriff Menschenrechte z.B. ist in der islamisch-arabischen Welt laut der „Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam“ ganz anders definiert. Demnach werden diese Menschenrechte nach dieser Erklärung laut Artikel 24 und 25 mit der islamischen Scharia de facto gleichgesetzt. Das fehlende Wissen darüber ist der schwedischen Außenministerin Margot Wallström zum diplomatischen Verhängnis geworden, als sie die Frauenrechte einforderte. Dies sorgte für eine Entrüstung in Saudi-Arabien, nachdem sie vorher Israel wegen einer anderen Angelegenheit verprellt hatte. Der Nahe Osten ist nicht Schweden und die arabische Welt funktioniert nach ihren eigenen Regeln. Diese zu ignorieren ist Dilettantismus, der zur Destabilisierung einer ganzen Region beitragen kann – und nicht zuletzt auch in Europa nachteilige Folgen hat.

Der Mensch als Mensch mag in seinem Wesenskern gleich sein. Die Kulturen sind dennoch grundverschieden. Die Schweden und die Deutschen wirken durch ihre vergleichsweise zurückhaltende Körpersprache und ihren verhaltenen Tonfall manchmal sehr abweisend und sehr reserviert auf jene Flüchtlinge, die aus der arabischen Welt kommen. Viele männliche Flüchtlinge fühlen sich zudem in ihrer Ehre verletzt und als kleine Kinder degradiert, wenn sich weibliche Sachbearbeiter und Helfer um ihre Angelegenheiten kümmern. Sie erleben das dann oft erst einmal als Kränkung ihrer Männlichkeit. Sie reagieren darauf oft mit Wut, was zudem eine typische Reaktion bei einer posttraumatischen Belastungsstörung bei Stress-Situationen ist. Und die meisten sind ja mehr oder weniger traumatisiert, entweder durch die Kriegserlebnisse selbst oder dann durch die Erlebnisse auf der Flucht. Darauf Rücksicht zu nehmen ist wichtig. Langfristig muss sich aber der Gast dem Gastgeberland anpassen. Alles andere wäre zu kurz gedacht. Und wer sich ständig wegen jeder Unstimmigkeit kränken lässt, muss lernen, dass jeder für seine eigenen Gefühle selbst verantwortlich ist, wenn man nicht als unreifes Kind behandelt werden möchte.

Nun soll in Schweden etwa die Hälfte der Flüchtlinge abgeschoben werden. Darunter sind viele, die mit falschen Versprechungen von wem auch immer geködert worden sind. Sie dachten in Schweden oder Deutschland gibt es nach ein paar Monaten einen Job, eine Wohnung und dann gleich den Nachzug der ganzen Familie.

Vor diesem Hintergrund tun mir diese zutiefst enttäuschten Menschen besonders leid, da ihnen Versprechungen gemacht worden sind, die einfach nicht umsetzbar sind. Und der Zustrom scheint nicht enden zu wollen. Die meisten davon werden irgendwann erkennen, dass sie mit diesen offenen Grenzen einer Illusion aufgesessen sind.

Das ist ethisch nicht mehr vertretbar. Und der Satz „Wir schaffen das schon!“ ist in meinen Augen eine moralische Erpressung nicht einlösbarer Forderungen, wobei die Verantwortung von der Regierung auf das ungefragte Volk abgeschoben wird. Dies ist nicht nur eine Katastrophe für die Flüchtlinge, sondern auch eine Katastrophe für die Demokratie. Und jetzt wird als Zugabe ein polemischer Wahlkampf auf dem Rücken von Flüchtlingen ausgefochten, welche von Anfang an chancenlos sind, aber trotzdem viel Geld kosten, das vorher angeblich für die Schulen, die Altenpflege und das Gesundheitswesen nicht vorhanden war. Da wundert es mich nicht mehr, dass Menschen, die sich nicht so gut artikulieren können, auf die Straße gehen und dumme Parolen brüllen.

Viel besser wäre es so schnell wie möglich sich darauf zu einigen die Flüchtlingslager in Jordanien, dem Libanon und in der Türkei intensiv finanziell und materiell zu unterstützen, um den Menschen dort wenigstens mittelfristig Arbeit und ein Mindestmaß an menschenwürdiger Infrastruktur zu bieten. Europa hat das Geld und die Möglichkeiten dafür. Dieser Gedanke entspricht dem Vorschlag des in Oxford lehrenden Migrationforschers und Ökonomen Paul Collier, der zudem vorschlägt die Grenzen so gut wie möglich zu schließen, damit niemand mehr auf der Flucht nach Europa umkommt. In den Nachbarländern Syriens können die Hilfsgelder auch viel effektiver zum Einsatz kommen. Der Bürgerkrieg wird wahrscheinlich noch Jahre anhalten, da die Mentalität der verfeindeten Gruppen kompromisslos ist. Wenn dort der jetzige Zustand so bleibt, entwickeln sich diese Flüchtlingslager in den nächsten Jahren zu einem Pulverfass. Die Entwicklung war in Afghanistan ähnlich. Nach dieser Erfahrung ist damit zu rechnen, dass sich viele in den Flüchtlingslagern des Nahen Ostens und der Türkei im Laufe der Jahre radikalisieren werden. Laut einer Umfrage vom Januar 2016 (Muslim Millennial Attitudes on Religion and Religious Leadership, Arab World, was was prepared and published by the Futures Initiative at Tabah Foundation) sind bereits etwa ¼ der 15- bis 34-jährigen Palästinenser und Jordanier so radikalisert, dass sie die IS und die Al Qaida fast uneingeschränkt befürworten.

Was mich leider noch sehr große Sorgen bereitet, ist, dass viele Politiker, Journalisten und besorgte Bürger anderen wegen ihrer kritischen Haltung „Islamophobie“ vorwerfen und dabei selbst offenbar keinen blassen Schimmer vom Islam besitzen. Ausgerechnet diese Kritiker der Islamkritik können mit den für den Islam fundamentalen Begriffen wie Koran, Hadithe, Sunna, Sira, Scharia, Kafir und Fatwa wahrscheinlich nichts anfangen oder sie haben davon noch nie etwas gehört. Trotzdem scheinen sie keine Bedenken hinsichtlich der Integration der Flüchtlinge zu haben. In Wirklichkeit verwechseln sie ihre angebliche Toleranz mit Ignoranz gegenüber kulturelle Andersartigkeit.

Der größte Fehler dabei ist es die Muslime als homogene Gruppe zu betrachten. Abgesehen davon, das der Islam aus vielen islamischen Strömungen besteht, die zum Teil verfeindet sind, ist jeder Muslim ein Mensch mit seinen eigenen Wertvorstellungen. Die Ursache für Parallelgesellschaften liegt zum großen Teil darin, dass eine orthodoxe Auffassung vom Islam nicht mit einer humanistischen und demokratischen Denkweise kompatibel ist. Dies ergibt sich aus der als politisches Instrument zu verstehenden Scharia, welche demokratische Entscheidungsprozesse verbietet. Für eine erfolgreiche Integration müssen mindestens zwei Seiten den Willen dazu aufbringen. Und dies ist auf Grund der großen Unterschiede in den Weltanschauungen sehr schwer. Es gehört leider zum Selbstverständnis der meisten islamischen Strömungen jede fremde Kultur abzulehnen. Die meisten islamischen Rechtsgutachten (Fatwa), die für Muslime verbindlich sind, verbieten Freundschaften mit den Ungläubigen. Die Aleviten (die nicht mit den Alaviten zu verwechseln sind), stellen zum Beispiel eine Ausnahme dar.

Auf jeden Fall ist der Gedanke die Integration den Islamverbänden zu überlassen, sehr kritisch zu sehen. Insbesondere muss der Frage nachgegangen werden, wie sich die einzelnen Islamverbände finanzieren und woher die Spendenaufkommen stammen. Ähnliche Bedenken bestehen auch bei einem islamischen Religionsunterricht, der alleine schon wegen der Vielfalt der sich widersprechenden islamischen Lehren nicht einheitlich zu gestalten ist.
Sunniten und Schiiten lehnen sich zum Beispiel in ihrem Glauben grundlegend ab. Diese konfessionelle Spaltung, welche schon seit 1400 Jahren besteht und sich auf die Ermordung eines Kalifen und der Schlacht von Kerbela begründet, ist übrigens eine der wichtigsten Ursachen des Bürgerkriegs in Syrien und den Spannungen im Irak und im Libanon.

Bei dieser Gemengelage ist übrigens die Angstmacherei von einer geplanten islamischen Verschwörung abwegig. Allerdings dürfen unkoordiniert einschleichende Prozesse, die einer freiheitlichen Grundordnung und der Meinungsfreiheit widersprechen, nicht geleugnet werden.

Wer muss also den Anfang zu einem kritischen und selbstkritischen Dialog zwischen dem Islam und aufgeklärten Westen machen? Es muss der aufgeklärte Westen sich an seine Tugenden erinnern und sich an seiner erfolgreichen Fähigkeit zu einer wissenschaftlichen Denkweise im Sinne des Erkenntnis- und Wissenschaftstheoretikers Karl Popper erinnern. Es ist höchste Zeit auf breiter Basis endlich mal den Anfang zu machen, sich unvoreingenommen mit dem Islam, der sowohl eine Religion als auch eine politische Kraft ist, ernsthaft zu beschäftigen. Anders lässt sich diese humanitäre Katastrophe langfristig nicht lösen.

Einige Zeitungen möchten den einen oder anderen Artikel lieber nicht veröffentlichen, weil er nicht dem Mainstream entspricht. Mit "Lügenpresse" hat das nichts zu tun. Jede Zeitung darf seine Ausrichtung haben und muss Geld verdienen. Das war schon immer so. Aber wenn die Politiker, die Verantwortung übernehmen müssen, sich offenbar gegen Fachwissen sperren, weil sie nur den nächsten Wahlerfolg im Kopf haben, dann ist jetzt jeder Bürger gefordert, sich endlich mal sachlich mit dem Thema zu beschäftigen. Niemand kann einem diese Arbeit abnehmen wenigstens ein paar Fachbücher oder gute Sachbücher zu lesen. Zeit dafür ist vorhanden, wenn man auf überflüssige und substanzlose Talk-Shows im Fernsehen verzichtet. Zum Beispiel kann ich als Literaturquelle den Islamwissenschaftler Tilman Nagel empfehlen. Leider bleiben dem Leser bei der Lektüre ein paar unangenehme Wahrheiten nicht erspart. Aber das ganze unqualifizierte Gerede, was sich in den Medien von morgens bis abends an Unwissenheit und Unfug gegenseitig übertrifft, ist beängstigend und wird so langsam für mich schwierig zu verarbeiten.

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Re: Schweden kündigt Massenabschiebungen an

Beitragvon HeikeBlekinge » 2. Februar 2016 14:16

Topp!! :danke:
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