Suche Bekanntschaften in Schweden

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Manty

Re: Suche Bekanntschaften in Schweden

Beitragvon Manty » 22. August 2007 13:12

Wenn man auswandern will, muß man in der Lage sein, sich an den Gegebenheiten und Gewohnheiten des jeweiligen Landes anzupassen, insbesondere muß man auch mit der Mentalität fertig werden. Wenn man das nicht kann, wird man schnell da sitzen und völlig frustriert sein und nur rummeckern, was ja alles Sche... in Schweden ist. Man darf auch nicht ständig mit Deutschland vergleichen. Andere Länder andere Sitten, die hat man so hinzunehmen und an die hat man sich anzupassen.
Ganz wichtig ist auch die Sprache, nur die lernt man nicht mal eben bei einem Abendkurs, da lernt man höchstens Grundkenntnisse. Erst im Land selber kann man die vertiefen.
Wer es Scheiße in Schweden findet, kann jederzeit zurück nach Deutschland gehen, braucht aber anderen Leuten nicht mit Mißmacherei allen Mut zur Auswanderung zu nehmen. Wer es nicht versucht hat, wird sich vielleicht immer fragen, was wäre wenn gewesen. Außerdem hat jeder mal klein angefangen. Oder kommt man als Auswanderer schon zur Welt, beherrscht komplett die Sprache und kennt Land und Leute in und auswendig?

Storstadstjej

Re: Suche Bekanntschaften in Schweden

Beitragvon Storstadstjej » 22. August 2007 13:15

Wer nimmt denn hier wem den Mut zur Auswanderung? Ich warne lediglich vor unüberlegten Handlungen.

Lisaflisa
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Re: Suche Bekanntschaften in Schweden

Beitragvon Lisaflisa » 22. August 2007 13:33

Hier sagt keiner, dass man nicht auswandern sollte. Es geht eben um diese richtige Einstellung und vernünftige Grundlage und die ist meiner Meinung nicht gegeben, wenn man noch nie in Schweden gewesen ist. Das ist ja wie sich ein Pferd kaufen und nicht reiten können...
Was bringt es, wenn hier jemandem wie Stefan von Schweden vorgeschwärmt wird und er kommt dann mit grossen Erwartungen her, findet keinen Job, keine Wohnung und es regnet drei Wochen am Stück...

Ich finde es gibt drei Positionen, von denen zumindest eine erfüllt sein sollte (gerne mehr) um (egal wohin) auszuwandern:

* man kann die Sprache
* man hat einen Job (oder einer der Partner hat einen)
* man hat familjären Anschluss oder zumindest die richtigen Kontakte

Mir gefällt es in Schweden und ich will hier bleiben, aber ich hatte auch wirklich gute und vor allem andere Vorraussetzungen als fast alle hier und trotzdem war der Anfang schwer und oft war ich kurz davor wieder nach Deutschland zu gehen...

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Re: Suche Bekanntschaften in Schweden

Beitragvon janaquinn » 22. August 2007 13:50

Hej Lisa, ich stimme dir absolut zu, auch wenn bei uns nur 2 von 3 punkten gegeben waren, leider! Es war ein Job vorhanden und wir sind als komplette Familie nach Schweden gegangen. Mein Mann hat im Land die Sprache gelernt, ich hatte zuhause angefangen, musste dann aber abbrechen, mit 2 Kindern, von denen eines 24h pflegebedürftig und das andere ein Krabbelkind ist,war es einfach nicht möglich. Nach einem 16 h Tag hatte ich einfach nicht mehr die Nerven und die Ruhe dafür. Ich bereue es allerdings mächtig, denn die komunalen Sprachkurse sind total überfüllt. SUchen gerade eine Alternative.

Wir hatten lange überlegt, ob wir von Deutschland weggehen, der Prozess zog sich über beinahe 5-6 Jahre, in denen wir es immer wieder beiseite geschoben haben, einfach weil es absolut unrealistisch gewesen wäre. Nun sind wir seit 4 Monaten hier, es ist schön, wir fühlen uns wohl, denken nicht an eine Rückkehr. ABER wir hatten einfach Glück, es hätte durchaus auch schief gehen können. Es ist nicht alles Gold was glänzt in unserem Leben, zwischen unserer Vermieterin, meiner Schwester und mir steigt die Antipatie fast täglich, wir sind froh, wenn wir das Jahr rumhaben und was eigenes haben. Wir warten seit 4 Monaten auf einen Kindergartenplatz für unsere Tochter, bei dem es sich um einen 15h/Woche-Platz handelt und nicht um eine Vollbetreuung. Allein auf unseren Festnetz-Anschluss haben wir fast 4 Monate gewartet.
Von all unseren Nachbarn werden wir von einer Familie gegrüsst, obwohl wir seit 4 Monaten hier leben, die anderen beäugen uns noch immer sehr kritisch.
Aber wir haben bereits sehr viele Sachen organisiert bekommen, gerade was unseren Sohn betrifft, wir haben in 4 Monaten hier mehr geschafft, als in Deutschland.

Wer denkt, das in Schweden alles Friede-Freude-Eierkuchen ist, sollte mal die kostenlosen Stockholmer Zeitungen lesen, da stehen einem die Haare zu Berge. Aber auch das ist Schweden.
Genauso die Einstellung der Schweden zu Problemen: Es gibt in Schweden keine Probleme, sie werden totgeschwiegen, aber dadurch gibt es auch keine Problemlösungen. Mein Mann hat das in seinem Job am eigenem Leib erfahren. Er hat einen Job, aber wirklich zufrieden ist er nicht!
WIr werden sehen, was die nächsten Monate und Jahre bringen, für den jetzigen Zeitpunkt steht fest, eine Rückkehr nach Deutschland kommt nicht in Frage.

lg jana
@ Storstadstjej:
Lust auf einen guten schwedischen Kaffee irgendwann? WIr könnten uns doch mit Lisa mal in der Stadt treffen, wäre das o.k für dich?

:wink:
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Manty

Re: Suche Bekanntschaften in Schweden

Beitragvon Manty » 22. August 2007 13:51

ja, sicherlich so ist es auch, aber dann sagt es doch auch so in dem netten Still und nicht mit der hau drauf Methode und in Form von was bist du denn für einer. Oder?

bjoerkebo

Re: Suche Bekanntschaften in Schweden

Beitragvon bjoerkebo » 22. August 2007 13:54

Also,
Sprache ist schon mit am wichtigsten,wie will man sich sonst integrieren.
Dann geht es einem so wie den Arabern,die zu Hauf auf einem Fleck wohnen und nur unter seinesgleichen leben.
und in eine deutsche Kollonie will man ja eigendlich auch net,weil man ja nach Schweden will.
Schwer ist es nur,wenn man direkt auf Arbeit sprich ein Gehalt angewiesen ist,somit ist es oft schwer einen SFI-Kurs,die meist am Tage sind zu besuchen.

Ich selbst wußte viel über Schweden auch nur aus der Theorie,aber habe das alles regelrecht zu Hause studiert und mich so jahrelang vorbereitet.

Ich kann auch eigener Erfahrung sagen,es geht auch wenn man Schweden nicht vorher tausendmal bereist hat,nur sollte man sich wirklich viel informieren und evt.ein gutes finanzielles Polster haben um ggf. den Schritt zurück nach Deutschland finanzieren zu können.
Für die aktive Vorbereitung haben wir ein Jahr gebraucht,was wenn man gut plant realistisch ist.

Wir haben uns zwei Jahre zur Probe in Schweden gegeben und sind nach neun Monaten weiter,als wir gedacht haben,obwohl wir derzeit keinen festen Job haben,wo wir aber auch noch nicht zwingend angewiesen sind.
Aber wir sind integriert und kommen im Alltag gut zurecht,und auch mit der Tochter in der Schule klappts.......

also was will man mehr.

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Re: Suche Bekanntschaften in Schweden

Beitragvon janaquinn » 22. August 2007 14:09

Hej Miriam, nachdem wir uns ja in Broddetorp kennengelernt haben, kann ich mir vorstellen, das ihr keine größeren Probleme hattet, euch zu integrieren:
Sehr nett, sehr aufgeschlossen und vorallem seit ihr sehr vorbereitet gewesen!
Nicht umsonst wollte euch das Fernseh-Team nicht haben, sowas sehen die Leute nicht gerne :lol: !

Ich wünsche euch viel Glück weiterhin und eurer Tochter einen guten Start ins neue Schuljahr!

@Dietmar: Ich brauche mehr Platz in meiner Signatur, damit ich meine Sohnekind noch einfügen kann...:lol:
Grüsse aus Stuvsta
JANA :
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bjoerkebo

Re: Suche Bekanntschaften in Schweden

Beitragvon bjoerkebo » 22. August 2007 14:36

Danke,Jana für das Kompliment :-)

Ich denke es gehört ne Menge Eigeninitiative zu einem solchen Vorhaben,ihr kennt es ja selbst.
Aber es gehört auch ne Menge Glück dazu,die richtigen Leute kennenzulernen.Und das Glück hatten wir.Was wir auch nicht als Selbstverständlich sehen.

Ich von mir kann sagen,wenn man ich Schweden viel gibt,sprich offen auf die Leute zugeht und hilfsbereit ist,bekommt man eine Menge wieder.
Und es macht jeden Tag aufs neue Spass mit den Leuten im Dorf zu schnacken oder mal zusammen zusitzen.
Das habe ich leider zum Schluss in D.vermisst.
Natürlich gibt es Ausnahmen,wie immer und überall.

Grüsse,
Miriam

Storstadstjej

Re: Suche Bekanntschaften in Schweden

Beitragvon Storstadstjej » 22. August 2007 14:41

@ jana
Ja, so ein kleines fika (oder ist es DIE fika?) könnte man doch durchaus in Erwägung ziehen :-)

Ich finde Schweden im Arbeitsalltag manchmal anstrengend. Es wird teilweise mehr geredet als getan, je nördlicher man kommt oder je höher das Durchschnittsalter, umso schlimmer...

@Manty
Nach dem man siebenunddrölfzig mal auf eine nette Weise hingewiesen hat, dass Schweden nicht aus Gold besteht und viele es immer noch nicht verstanden haben, hat man wenig Lust die Samthandschuhe auszupacken. Wenn ich manche Postings lese, die in die Richtung "ich war noch nie da, liebe aber das Land" gehen, stehen mir die Haare zu Berge und ich muss die Zurechnungsfähigkeit des Schreibers anzweifeln. Zu viel Astrid Lidgren lesen tut offenbar einigen nicht so gut.

Ich war vor meinem Umzug ziemilch oft in Schweden, dafür meistens relativ kurz - hier ein langes Wochenende, da eine Woche. In der Zeit hatte ich viel Kontakt zu Schweden, die nach wie vor mein Hauptumgangskreis darstellen. Einen Job hatte ich einige Wochen vor dem Umzug, ich glaube ich wäre auch ohne "auf gut Glück" gegangen. Ich bin aber anfang 20 und könnte mich zur Not auch mit einigen Monaten kellnern oder Museumsjob (spreche 3 Sprachen fliessend) durchschlagen zudem habe ich noch einen "Fern-Job" in Deutschland. Wer jetzt sagt, man könnte es mit Mitte 30 immer noch hat kaum über seine Finanzen nach der Pensionierung nachgedacht. Wer glaubt, es sei mit Kindern möglich sich in ein Abenteuer zu stürzen ist meiner Meinung nach fürchterlich egoistisch.

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Re: Suche Bekanntschaften in Schweden

Beitragvon janaquinn » 22. August 2007 15:07

Hej Storstadstjej,
wie recht du doch hast, mein Mann kommt fast täglich schimpfend nachhause, weil vieles drunter und drüber gelaufen ist. Bei Veranstaltungen für bis zu 16 000 Menschen, Scandinavien Masters, bedeutet dies mehr als nur Chaos. :shock:

Ich muss zugeben, wir waren leider vorher nie in Schweden, hatten allerdings für dieses Jahr einen Urlaub hier geplant. Der Job kam dazwischen, so sind wir ohne vorherigen Urlaub hier hergezogen. Ich muss aber sagen, nochmal würde ich es nicht tun.

Auch mit den Kindern hast du recht! Wäre Yannic ein "normaler" 7jähriger Junge, hätten wir ihn intensiv in die Planung und vorbereitung mit einbezogen. Aber auch, oder gerade mit einem schwerstbehinderten Kind ist ein Umzug in ein fremdes Land nicht einfach und kein Zuckerschlecken. Vieles muss bedacht, organisiert, recherchiert werden. Schule, Versorgung, Therapien, Hilfsmittel ect..
Wir haben Glück, das wir mit Schweden ein Land gefunden haben, was vor einigen Jahr grundlegende Reformen im Behinderten Bereich durchgeführt hat. Hätte auch nur ein winziger Punkt dafür gesprochen, das es für Yannic hier nicht besser sondern schlechter als in Deutschland läuft, hätten wir alles abgeblasen.
Ja, wir hatten Glück, verda... viel Glück, aber keiner kann sagen, ob es bei anderen auch so funktioniert.
Von den ganzen Zweifeln, Ängsten ect.. will ich garnicht sprechen. Ich war 3 WOchen vor dem Umzug einen Wimpernschlag entfernt, die ganzen Schweden-Geschichte abzublasen und in Deutschland zu bleiben.


LG JANA
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