Studium in Schweden

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Berta
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Re: Studium in Schweden

Beitragvon Berta » 19. Juni 2009 16:17

Hallo Nica,

du schreibst, das Bafög-Amt wolle eine Bescheinigung über 18 Unterrichtsstunden haben. Ich finde, dass das sehr human klingt und, sofern es bei dir in der Nähe irgendwo eine VHS o.ä, gibt, die Schwedisch anbietet, noch gut mit der Schule vereinbar. (Andererseits bin ich der Meinung, dass man mit 6 mal 2 Stunden Sprachunterricht so wenige Kenntnisse erwerben wird, dass einem das für den Aufenthalt an einer Uni im Ausland im Grunde nichts bringt und daher eher wie eine Farce wirkt. Aber gut, das ist deren Problem.)

Sollte es in deiner Gegend und in Paderborn gar keinen Schwedischkurs geben, versuche herauszufinden, ob die Hochschule in Jönköping sowas wie einen Intensiv- oder Crashkurs Schwedisch vor Semesterbeginn anbietet (oft gibt es solche Kurse für Erasmus-Studenten) und ob du daran teilnehmen dürftest. Dann könntest du die Bestätigung darüber schon nach einer Woche dem Bafög-Amt nachreichen.

Für jeden Antrag beim Bafög-Amt (wie anderswo auch) gilt: Du kannst einzelne Dokumente immer nachreichen; wichtig ist, dass der Hauptantrag fristgerecht vorliegt. Nimmt man an, dass ein Intensivkurs Schwedisch in Jönköping im gleichen Monat wie der Vorlesungsbeginn, also etwa im August liegt, dann solltest du auch keine Probleme mit dem Antragsbeginn haben. Dennoch kann es dir natürlich auf diese Weise passieren, dass dir ein Monat Bafög durch die Lappen geht. Aber daran sollte dein Vorhaben nicht scheitern.

Was mich sonst noch interessiert: Hast du die auch auf das Wohnsitzproblem angesprochen? Was haben die denn dazu gesagt?

Viele Grüße,
Berta.

Nica
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Re: Studium in Schweden

Beitragvon Nica » 19. Juni 2009 17:12

Berta hat geschrieben:Hallo Nica,

du schreibst, das Bafög-Amt wolle eine Bescheinigung über 18 Unterrichtsstunden haben. Ich finde, dass das sehr human klingt und, sofern es bei dir in der Nähe irgendwo eine VHS o.ä, gibt, die Schwedisch anbietet, noch gut mit der Schule vereinbar. (Andererseits bin ich der Meinung, dass man mit 6 mal 2 Stunden Sprachunterricht so wenige Kenntnisse erwerben wird, dass einem das für den Aufenthalt an einer Uni im Ausland im Grunde nichts bringt und daher eher wie eine Farce wirkt. Aber gut, das ist deren Problem.)

Klar, ganz abwegig ist es nicht, aber, wie du schon sagst, nach 18 Stunden wird man nicht wirklich irgendwas von der Sprache mitnehmen können, trotzdem würde mich das kaum stören, weil es sicherich nicht schaden kann, sich schon im Vorfeld mit der Sprache auseinanderzusetzen. Und rein theoretisch kann man das natürlich auch locker neben der Schule machen, klar.

Sollte es in deiner Gegend und in Paderborn gar keinen Schwedischkurs geben, versuche herauszufinden, ob die Hochschule in Jönköping sowas wie einen Intensiv- oder Crashkurs Schwedisch vor Semesterbeginn anbietet (oft gibt es solche Kurse für Erasmus-Studenten) und ob du daran teilnehmen dürftest. Dann könntest du die Bestätigung darüber schon nach einer Woche dem Bafög-Amt nachreichen.

Soweit ich das bisher herausfinden konnte gibt es den nächsten VHS-Kurs in "Bergkamen", das ist fast 70km von hier. Der wäre von Ende August bis Anfang Dezember und würde 28 Stunden dauern.
Erstmal ist das eine verda... weite Strecke, wenn man keinen Führerschein hat, und zweitens wären das viel mehr Stunden als nötig. Wäre ja auch ok, aber ich sehe keine Möglichkeit, da irgendwie hinzukommen.
Intensivkurs in Jönköping muss ich erst in Erfahrung bringen.

Für jeden Antrag beim Bafög-Amt (wie anderswo auch) gilt: Du kannst einzelne Dokumente immer nachreichen; wichtig ist, dass der Hauptantrag fristgerecht vorliegt. Nimmt man an, dass ein Intensivkurs Schwedisch in Jönköping im gleichen Monat wie der Vorlesungsbeginn, also etwa im August liegt, dann solltest du auch keine Probleme mit dem Antragsbeginn haben. Dennoch kann es dir natürlich auf diese Weise passieren, dass dir ein Monat Bafög durch die Lappen geht. Aber daran sollte dein Vorhaben nicht scheitern.

Ich weiß nicht, ob es so einen Intensivkurs gibt, mag aber sein, ich werd' mal anfragen. Wenn das wirklich nur ein Monat wäre, dann ginge das wahrscheinlich noch irgendwie, aber dann in Jönköping zu sitzen und nicht sicher zu sein, ob ich Miete und Essen den nächsten Monat wohl bezahlen kann, ist eher suboptimal und wäre mir persönlich auch nicht ganz geheuer.

Was mich sonst noch interessiert: Hast du die auch auf das Wohnsitzproblem angesprochen? Was haben die denn dazu gesagt?

Die BAföG-Berater meinst du? Mag sein, dass ich gerade ein bisschen auf dem Schlauch stehe, aber weshalb sollte ich die auf das Wohnsitzproblem ansprechen, bzw. welches Wohnsitzproblem überhaupt? Dass ich ohne BAföG die Miete nicht zahlen könnte? Falls ja, dann nein, dazu hab' ich nichts gefragt.

Ich werde gleich nochmal mit denen reden, um zu fragen, ob es auch irgendwelche anderen Möglichkeiten gibt, als diese VHS-Kurse, weil davon scheint es extrem wenige zu geben - und irgendwie muss es doch auch für die logisch sein, dass ich als Schüler, der wohl BAföG kriegen würde, keine Möglichkeit (=kein Geld) habe, 28x quer durch Deutschland zu fahren? Vom Zeitaufwand mal ganz abgesehen.

Und dann werd' ich halt mal diese Vorabrechnung durchführen lassen, so dass ich sehen kann, wie viel BAföG es denn nun würde, wenn ich den Sprachnachweis für Schwedisch hätte.

Viele Grüße,
Berta.

Grüße :)


Edit: Argh. Ich hatte vorhin auf der globalen Seite des Vereins der deutschen Volkshochschulen den Kurs gesucht, gerade aber nochmal auf der Seite der VHS in Paderbon (wo ich wohne) geschaut: Die bieten den Kurs an, den ich brauche - glaube ich zumindest, dass das ein passender sein müsste -, aber der letzte endete gestern... Ich hoffe einfach mal, dass die die neuen Daten nur noch nicht eingetragen haben, und dass es wieder so einen Kurs geben wird. Dann würden sich die Kosten auch in Grenzen halten, die Teilnahme da kostet ca. 60 Euro + nochmal rund 120 (ja, Busfahren ist teuer...) für Fahrtkosten. Das wäre natürlich super, dann könnte ich den einfach machen und hätte das auch aus dem Weg.

Edit2: So, ich hab' nun die BAföG-Menschen nochmal gefragt, ob der Kurs, der an der VHS PB angeboten wurde ("Schwedisch für Anfänger/innen (A1)"), als Sprachnachweis ausreichen würde, und, an wen ich mich mit welchen Daten wenden müsste, um so eine Proberechnung durchführen zu lassen. Sobald ich die Informationen habe, lasse ich die eben so eine Proberechnung durchführen.
Die Leute von der VHS PB hab' ich auch angeschrieben, und gefragt, ob es nach den Sommerferien wieder Schwedischkurse geben wird, und wie wahrscheinlich es ist, dass die auch tatsächlich zustande kommen - und ob die wohl wüssten, ob einer der Kurse, die die anbieten, als Sprachnachweis für die BAföG-Menschen reicht.
Ich schätze, dass jetzt erstmal Schluss ist für diese Woche, ich meld' mich dann Montag wieder, wenn neue Informationen vorliegen.
Schönes Wochenende euch allen und danke für die Hilfe so weit!

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Berta
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Re: Studium in Schweden

Beitragvon Berta » 20. Juni 2009 10:12

Hallo Nica,

ich finde, du planst dein Studium wirklich sehr umsichtig und frühzeitig. Du wirst sehen: In den meisten Fällen kriegt man das schon so hin, wie man es sich vorstellt mit dem Studieren - auch, wenn es zu Beginn völlig unüberschaubar und kaum zu bewältigen zu sein scheint. Das gilt für ein Studium im Ausland noch viel stärker als für eines innerhalb Deutschlands.

Noch ein paar Dinge:
Nica hat geschrieben:Wenn das wirklich nur ein Monat wäre, dann ginge das wahrscheinlich noch irgendwie, aber dann in Jönköping zu sitzen und nicht sicher zu sein, ob ich Miete und Essen den nächsten Monat wohl bezahlen kann, ist eher suboptimal und wäre mir persönlich auch nicht ganz geheuer.
Leider bin ich aus meiner Erfahrung heraus der Meinung, dass du sicherlich einige Wochen/Monate wirst warten müssen, ehe dein erstes Geld auftaucht. Das ist ein echtes Problem. (Ich erhielt damals im ersten Semester erst im Februar (!) mein Bafög, obwohl ich es fristgerecht und frühstmöglich beantragt hatte. In den Folgejahren ist dann aber nie wieder eine Lücke entstanden - der Erstantrag war wohl irgendwie aufwändiger zu bearbeiten.)
Nica hat geschrieben:Die bieten den Kurs an, den ich brauche - glaube ich zumindest, dass das ein passender sein müsste -, aber der letzte endete gestern... Ich hoffe einfach mal, dass die die neuen Daten nur noch nicht eingetragen haben, und dass es wieder so einen Kurs geben wird.
Das klingt gut, finde ich. Ich drücke dir die Daumen, dass die irgendwann vor nächsten Sommer noch einen Kurs anbieten! Aber deine Chancen stehen, glaube ich, gut. Gewöhnlicherweise ähnelt sich doch das Programm der VHS jedes Jahr...

Und dann das noch:
Berta hat geschrieben:Was mich sonst noch interessiert: Hast du die auch auf das Wohnsitzproblem angesprochen? Was haben die denn dazu gesagt?
Nica hat geschrieben:Die BAföG-Berater meinst du? Mag sein, dass ich gerade ein bisschen auf dem Schlauch stehe, aber weshalb sollte ich die auf das Wohnsitzproblem ansprechen, bzw. welches Wohnsitzproblem überhaupt? Dass ich ohne BAföG die Miete nicht zahlen könnte? Falls ja, dann nein, dazu hab' ich nichts gefragt.
Ich meine das Problem, das sich daraus ergibt, dass im §5 des BAFöG steht, dass eine Bedingung für den Empfang der BAFöG-Leistungen im europäischen Ausland der Wohnsitz in Deutschland ist. Und das ist eigentlich nicht möglich, weil man ja als Student in einem anderen Land dort gemeldet sein sollte. Irgendwie ist das etwas verdreht (vgl. dazu dieses Posting und die folgenden). Vielleicht ist dieses Problem aber auch eines, an dem man nicht wirklich rühren sollte...

So weit,
ein schönes Wochenende wünscht
Berta.

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Re: Studium in Schweden

Beitragvon tjejen » 20. Juni 2009 10:45

hansbaer hat geschrieben:Das komische an dem Versicherungssystem hier ist, dass die bei der Anmeldung eine Krankenversicherung sehen wollen, aber man nachher mit der Personnummer (die universelle Nummer für alles hier) problemlos zum Arzt kann, ohne die deutsche Kasse zu behelligen. Das Problem ist nur, dass sich die Försäkringskassan dann eventuell bei anderen Dingen wie einer europäischen Krankenversicherungskarte querstellt.
Ich denke, für die erste Zeit ist es vermutlich am besten, in Deutschland gemeldet zu bleiben (auch des BAföGs wegen) und die Versicherung einfach laufen zu lassen. Wenn du dann mal eine Weile hier bist, kannst du das alles noch ändern.

Ich hab da neulich mal mit der Försäkringskassa telefoniert und hören müssen, dass nur weil die wissen wer man ist, man noch lange nicht angemeldet ist (daher keine europ. Karte). Um angemeldet zu sein, muss man in Schweden arbeiten/gearbeitet haben. Soll heissen, man kann zwar zum Arzt gehen, ist aber eigentlich nicht versichert. Der Gedanke dabei ist, dass man wenn man aus Studiengründen nach Schweden gezogen ist, nicht als sesshaft angesehen wird.

Die ordentliche Anmeldung bei der Försäkringskassa ist auch wichtig um später Rentenansprüche geltend machen zu können. Hast du aber keine Arbeit (es gibt da irgendwie eine Mindeststundenanzahl) kannst du dich nicht anmelden.

Es ist also auf jeden Fall empfehlenswert die deutsche Kasse beizubehalten!
Gnäll suger, handling duger.

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Re: Studium in Schweden

Beitragvon Nica » 22. Juni 2009 09:53

Berta hat geschrieben:Hallo Nica,

ich finde, du planst dein Studium wirklich sehr umsichtig und frühzeitig. Du wirst sehen: In den meisten Fällen kriegt man das schon so hin, wie man es sich vorstellt mit dem Studieren - auch, wenn es zu Beginn völlig unüberschaubar und kaum zu bewältigen zu sein scheint. Das gilt für ein Studium im Ausland noch viel stärker als für eines innerhalb Deutschlands.

Bei mir ist's irgendwie umgekehrt, nachdem ich angefangen habe, das alles genauer zu planen, wurden viel mehr Probeleme bekannt, als ich vorher erwartet hatte.

Leider bin ich aus meiner Erfahrung heraus der Meinung, dass du sicherlich einige Wochen/Monate wirst warten müssen, ehe dein erstes Geld auftaucht. Das ist ein echtes Problem. (Ich erhielt damals im ersten Semester erst im Februar (!) mein Bafög, obwohl ich es fristgerecht und frühstmöglich beantragt hatte. In den Folgejahren ist dann aber nie wieder eine Lücke entstanden - der Erstantrag war wohl irgendwie aufwändiger zu bearbeiten.)

Ok, wird wohl ein Problem... kann ich aber auch nichts dran ändern, außer den Antrag frühstmöglich zu stellen? Muss ich dann schauen, wie ich über die ersten paar Monate komme :(

Das klingt gut, finde ich. Ich drücke dir die Daumen, dass die irgendwann vor nächsten Sommer noch einen Kurs anbieten! Aber deine Chancen stehen, glaube ich, gut. Gewöhnlicherweise ähnelt sich doch das Programm der VHS jedes Jahr...

Also der Kurs, den die an der VHS PB bis mitte Juni angeboten haben, wäre auf jeden Fall ausreichend, sagte die BAföG-Bearbeiterin heute morgen. Auf die Antwort der VHS, ob die den Kurs nun auch wieder anbieten, warte ich noch.

Ich meine das Problem, das sich daraus ergibt, dass im §5 des BAFöG steht, dass eine Bedingung für den Empfang der BAFöG-Leistungen im europäischen Ausland der Wohnsitz in Deutschland ist. Und das ist eigentlich nicht möglich, weil man ja als Student in einem anderen Land dort gemeldet sein sollte. Irgendwie ist das etwas verdreht (vgl. dazu dieses Posting und die folgenden). Vielleicht ist dieses Problem aber auch eines, an dem man nicht wirklich rühren sollte...

Achso, nein, darauf hatte ich sie nicht angesprochen - aber das gleiche Thema kam schonmal im ersten Kontakt mit der Krankenversicherung auf. Ich glaube, es wird darauf hinauslaufen, dass ich in DE meinen Hauptwohnsitz haben werde (so wie jetzt), und Schweden nur Zweitwohnsitz wird. Was ich nach dem Studium mache geht weder die Versicherung noch die BAföG-Menschen irgendwas an, und deshalb werd' ich denen das auch ganz sicher nicht sagen, dass ich nicht zurück nach Deutschland kommen werde.
Und wenn mein Hauptwohnsitz in DE ist, dann wird das wohl weder mit den BAföG-Leuten, noch für die Krankenversicherung ein Problem?
Spätestens im Antrag, den ich nun stellen werde, wird sich das dann ja zeigen - entweder bewilligen die mir das BAföG oder eben nicht.

Ich hab da neulich mal mit der Försäkringskassa telefoniert und hören müssen, dass nur weil die wissen wer man ist, man noch lange nicht angemeldet ist (daher keine europ. Karte). Um angemeldet zu sein, muss man in Schweden arbeiten/gearbeitet haben. Soll heissen, man kann zwar zum Arzt gehen, ist aber eigentlich nicht versichert. Der Gedanke dabei ist, dass man wenn man aus Studiengründen nach Schweden gezogen ist, nicht als sesshaft angesehen wird.

Es ist also auf jeden Fall empfehlenswert die deutsche Kasse beizubehalten!

Heute nachmittag hab' ich einen Termin bei der KK - die Beratungsfrau ließ am Telefon schon durchscheinen, dass das wohl laufen wird, sprach aber auch das Wohnsitzproblem an. Ich werd' versuchen, die deutsche KK beizubehalten, und Schweden als Zweitwohnsitz anzugeben, aber genaueres dann heute nachmittag.

Also heute: KK für Schweden festmachen, in Erfahrung bringen, ob VHS den Kurs anbietet (für BAföG...), und Unterlagen für BAföG-Proberechnung sammeln, damit ich das morgen abschicken kann.
Und semi-OT: gleich überweis' ich das Geld für die Flüge, bin dann Anfang August in Stockholm/Umeå.
Zuletzt geändert von Nica am 22. Juni 2009 10:02, insgesamt 1-mal geändert.

hansbaer

Re: Studium in Schweden

Beitragvon hansbaer » 22. Juni 2009 09:59

Berta hat geschrieben:Ich meine das Problem, das sich daraus ergibt, dass im §5 des BAFöG steht, dass eine Bedingung für den Empfang der BAFöG-Leistungen im europäischen Ausland der Wohnsitz in Deutschland ist. Und das ist eigentlich nicht möglich, weil man ja als Student in einem anderen Land dort gemeldet sein sollte. Irgendwie ist das etwas verdreht (vgl. dazu dieses Posting und die folgenden). Vielleicht ist dieses Problem aber auch eines, an dem man nicht wirklich rühren sollte...


Ich habe nochmal einen Blick in das Gesetz geworfen (hätte ich vielleicht bei dem verlinkten Posting auch machen sollen :-) ).
Dort heißt es:
(1) Der ständige Wohnsitz im Sinne dieses Gesetzes ist an dem Ort begründet, der nicht nur vorübergehend Mittelpunkt der Lebensbeziehungen ist, ohne dass es auf den Willen zur ständigen Niederlassung ankommt; wer sich lediglich zum Zwecke der Ausbildung an einem Ort aufhält, hat dort nicht seinen ständigen Wohnsitz begründet.


Das Gesetz baut sich also seine eigene Definition vom ständigen Wohnsitz. Nun wird es philosophisch.
Wenn man für das Studium seinen Wohnsitz ins Ausland verlegt, dies aber zumindest anfangs als vorübergehenden Zustand betrachtet wird, hat man im Sinne des Gesetzes nicht seinen ständigen Wohnsitz verlegt. Trotzdem darf aber ein Wille zur ständigen Niederlassung bestehen.
Das ist schon wirr - daher meinte ich weiter oben, Nica solle bei Gelegenheit nachfragen, wie das gehandhabt wird. Fragen kann nicht schaden, denn der Gesetzgeber räumt ja hier zumindest ein, dass man eine Weile im Ausland verbringen kann, und das ohne konkrete Nennung von Zeiträumen. Was das ganze melderechtlich bedeutet - also ob man sich abmelden muss oder nicht - ist ebenso ziemlich unklar.

Es ist übrigens auch nicht ungewöhnlich, dass Ausgewanderte noch lange Zeit in Deutschland gemeldet bleiben, da das Unterlassen der Abmeldung oft ohne Folgen bleibt.

tjejen hat geschrieben:Soll heissen, man kann zwar zum Arzt gehen, ist aber eigentlich nicht versichert.


Das erstaunliche dabei ist, dass das keine Probleme macht. Ich erhielt damals erst ein Formular zur Registrierung, füllte es aus und erhielt daraufhin eine Bestätigung, dass meine Angaben entgegennommen worden waren. Ich dachte damals (konnte auch noch nicht gut schwedisch), dass die Sache damit erledigt ist. Als mir der Zettel vor einer Weile nochmal in die Hände fiel, sah ich aber, dass es dort hieß, man werde "keine weiteren Maßnahmen" unternehmen. Das ist wohl amtsschwedisch für Ablage P. Jedenfalls konnte ich zum Arzt gehen und wurde immer nur nach meiner Personnummer gefragt. Die habe ich angegeben - ich hatte gedacht, dass die sich schon melden würden, wenn sie Geld wollen. Ich hatte hierfür auch eine spezielle Studentenversicherung, die ich über die KTH abgeschlossen hatte. Es kam aber bis zum heutigen Tage nichts.
Die Behörde ist schon eine seltsame Institution.

hansbaer

Re: Studium in Schweden

Beitragvon hansbaer » 22. Juni 2009 10:10

Kleine Nachträge:

Nica hat geschrieben:Bei mir ist's irgendwie umgekehrt, nachdem ich angefangen habe, das alles genauer zu planen, wurden viel mehr Probeleme bekannt, als ich vorher erwartet hatte.


Das ist normal. Dass du dich jetzt schon vorbereitest, ist wirklich gut. Du wirst nächstes Jahr wohlinformiert in das Studium starten können und über alle eventuellen Stolpersteine informiert sein.

Ich glaube, es wird darauf hinauslaufen, dass ich in DE meinen Hauptwohnsitz haben werde (so wie jetzt), und Schweden nur Zweitwohnsitz wird.
[...]
Und wenn mein Hauptwohnsitz in DE ist, dann wird das wohl weder mit den BAföG-Leuten, noch für die Krankenversicherung ein Problem?
Spätestens im Antrag, den ich nun stellen werde, wird sich das dann ja zeigen - entweder bewilligen die mir das BAföG oder eben nicht.


Ein Zweitwohnsitz Schweden ist in dem Sinne nicht möglich, da das deutsche Melderecht auch nur für Deutschland gilt - soll heißen, für das Ausland sind die Meldebehörden nicht zuständig, weswegen man einen ausländischen Wohnsitz gar nicht anmelden kann.

Wohnsitze sind nicht auf europäischer Ebene geregelt. Man kann (bzw. muss sogar) zwei erste Wohnsitze haben, wenn man in zwei Ländern gemeldet ist. Die Länder tauschen sich da auch nicht aus. Letzten Endes ist man also in beiden Ländern vollkommen unabhängig voneinander gemeldet.

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Re: Studium in Schweden

Beitragvon Nica » 22. Juni 2009 10:20

zum VHS-Kurs:

[...] wir planen gerade die Kurse für das Herbstsemester. Das neue Programm erscheint dann am 24. August, das Semester beginnt am 7. September.
Wir werden leider keinen neuen Schwedischkurs für Anfänger/innen anbieten, da der jetzt abgeschlossene Anfängerkurs ab September fortgesetzt wird.


Ich hab' direkt nachgefragt, ob es dann wohl nächstes Jahr wieder so einen Kurs geben würde, der dann wieder mitte Juni enden würde - denn das wäre ja im Prinzip ausreichend, wenn ich das Dokument über den Sprachnachweis schwedisch über 18 Unterrichtsstunden dann im Juni nachreichen könnte und den Hauptantrag aber fristgerecht gestellt habe?

Ich editier' die Antwort der VHS rein, sobald ich die habe.

@hansbaer: Ok, dann war es juristisch der falsche Ausdruck... aber letztendlich meinen wir ja das gleiche: Ich sage halt nicht, dass ich Deutschland zu verlassen gedenke, und dann müsste das ja - zumindest streng dem Gesetz nach - klappen mit KK und BAföG (bezogen auf das Wohnsitzproblem - Abgesehen von Sprachnachweis).

Edit:
in der Regel laufen die Schwedischkurse über mehrere Semester, und die Dozentin kann nicht mehr als drei Kurse unterrichten. Falls also ein Kurs abgesagt werden müsste, würde ab Januar 2010 wieder ein Anfängerkurs starten können.

Das ist mir irgendwie nicht sicher genug.
Entweder (I) ich pokere darauf, dass Anfang nächsten Jahres wieder so ein Kurs stattfindet, oder (II)
a) ich frage die BAföG-Meschen, ob es Alternativen gibt (Andere VHS / Anderes System, in dem ein äquivalenter Nachweis erreicht werden kann)
b) ich gucke, ob ich den fortgeschrittenen Kurs mitmachen kann - dann müsste ich zwar einiges aufholen, aber der erste Kurs ging nur 22,5 Stunden, die Teilnehmer sind wahrscheinlich überwiegend deutlich älter als ich (ergo vermute ich eingeschränktes Lerntempo des Kurses) und ich kann sicherlich jemanden finden, der mir helfen kann.

Ich werde wohl erstmal II)a) verfolgen, da ich ohnehin wegen der Proberechnung noch mit der BAföG-Beraterin in Kontakt stehe, und die gleich wenn ich die Unterlagen sammle darauf ansprechen, ob es noch andere Wege zu dem Sprachnachweis gibt.

Später telefoniere ich dann mit der KK und sammle die Unterlagen für die Proberechnung.

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Re: Studium in Schweden

Beitragvon Berta » 22. Juni 2009 19:16

Hallo Ihr,

@Fabian: Das ist wirklich eine interessante Auslegung zum Thema Wohnsitz. Gut, dass du nochmal nachgeguckt hast.

@Nica:

Vielleicht sind die in Rostock ja schneller als die hier (es besteht ja die Möglichkeit, dass die nur hier so unendlich langsam sind). Und dann müsstest du nicht gar so lange auf dein erstes Bafög-Geld warten. (Ich weiß, wie schwierig das ist, denn ich hatte zu Studienbeginn so gut wie kein gespartes Geld (und keinen Überziehungskredit). Ich habe dann eben von wöchentlichen Kleinstüberweisungen von der Familie gelebt und den riesengroßen Betrag, der sich im Februar dann ohne Ankündigung und just zu meinem Geburtstag auf dem Konto einfand, schnellstmöglich zurücküberwiesen.) Das ging einigermaßen. Wenn du sowieso in Kontakt zu der Bafög-Beraterin stehst: Frage sie doch mal nach ihren Erstantragsbearbeitungszeiten. Da die ja nur fürs Ausland zuständig sind, werden sie nicht so viele Erstanträge bearbeiten müssen - bleibt zu hoffen, dass es dadurch zu kürzeren Wartezeiten kommt.

Wegen des Sprachkurses: Ich habe von einigen Menschen gehört, dass solche VHS-Kurse oft sehr langsam vonstatten gehen. Vielleicht ist auch die Option IIb) die richtige für dich!

Einen Gruß,
Berta.

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Re: Studium in Schweden

Beitragvon Nica » 22. Juni 2009 22:56

Berta hat geschrieben:Vielleicht sind die in Rostock ja schneller als die hier (es besteht ja die Möglichkeit, dass die nur hier so unendlich langsam sind). Und dann müsstest du nicht gar so lange auf dein erstes Bafög-Geld warten. (Ich weiß, wie schwierig das ist, denn ich hatte zu Studienbeginn so gut wie kein gespartes Geld (und keinen Überziehungskredit). Ich habe dann eben von wöchentlichen Kleinstüberweisungen von der Familie gelebt und den riesengroßen Betrag, der sich im Februar dann ohne Ankündigung und just zu meinem Geburtstag auf dem Konto einfand, schnellstmöglich zurücküberwiesen.) Das ging einigermaßen. Wenn du sowieso in Kontakt zu der Bafög-Beraterin stehst: Frage sie doch mal nach ihren Erstantragsbearbeitungszeiten. Da die ja nur fürs Ausland zuständig sind, werden sie nicht so viele Erstanträge bearbeiten müssen - bleibt zu hoffen, dass es dadurch zu kürzeren Wartezeiten kommt.

Ich hoffe es einfach mal. Werde dann genauer fragen, wie lange das i. d. R. dauert, bis das erste Geld nach Studienbeginn kommt, sobald ich den Antrag gestellt hab'.
So wie du das beschreibst, scheint es aber, als würden die das nachträglich auch zahlen? Also, als du Sept-Jan kein Geld bekommen hast hast du im Feb die Summe von 6 Monaten bekommen? Oder doch nur einen Monatssatz?
Falls das nur ein Monatssatz wäre, dann wäre das nämlich schwierig... Aber wie gesagt, ich frag', sobald ich den Antrag gestellt hab'.

Wegen des Sprachkurses: Ich habe von einigen Menschen gehört, dass solche VHS-Kurse oft sehr langsam vonstatten gehen. Vielleicht ist auch die Option IIb) die richtige für dich!

Gehört hab' ich das zwar nicht, kann's mir aber ganz gut vorstellen.
Ich hatte deswegen auch schon heute mittag bei der VHS PB angefragt - prinzipiell ist es wohl kein Problem, in einen fortgeschrittenen Kurs einzutreten, ohne den Anfängerkurs absolviert zu haben. Man würde mir anbieten, die erste Stunde als Gast mitzumachen, und dann einfach zu schauen, ob das klappen kann oder eben nicht. Denke, das ist ein ganz faires Angebot - werde das wohl in Gebrauch nehmen.
Immerhin hab' ich noch die ganzen Sommerferien Zeit, immer mal wieder ein bisschen was zu lernen.

Mit den Leute von der Krankenkasse hatte ich heute nachmittag auch noch gesprochen, und die waren da irgendwie meiner Auffassung nach ein bisschen von der Spur.
Die Dame mit der ich telefoniert hab' meinte, prinzipiell wäre es möglich, seine deutsche KK im Ausland weiterzubenutzen, aber es gäbe da Unterschiede, je nachdem, in welches Land man sich begibt. So weit wohl verständlich. Und Schweden hätte da sein "eigenes Gesundheitsdienst" (nicht, dass ich ein Problem mit solchen Fehlern hätte, aber irgendwie passte die Grammatik und der östlich angehauchte Akzent einfach zu der Qualität der Beratung heute... wie auch immer). Also, Schweden hätte da sein eigenes System, und man wäre automatisch in diesem System versichert, wenn man da wohnt. Und auch wenn man dort nur zum Studium ist, würde diese Versicherung trotzdem greifen.

Irgendwie deckt sich das wenig mit dem, was hier bisher so gesagt wurde. Was nicht zwingend heißen muss, dass sie unrecht hat, aber irgendwie bin ich da ein bisschen sehr skeptisch.
Ich werd' also erstmal morgen bei der Uni anfragen, wie ich mich am besten versichere - entweder geben die mir dann irgendwelche Tipps, oder sie sagen, dass das ohnehin automatisch läuft (was ich nicht glaube).

BAföG-Proberechnung wird morgen ebenfalls abgeschickt.

Wenn euch das hier zu sehr Richtung Studium im sehr allgemeinen Sinne abdriftet sagt bescheid, ich kann schon verstehen, dass das mittlerweile schon nur noch teilweise mit dem Studium in Schweden zu tun hat. Gerade deshalb bin ich nach wie vor sehr dankbar für eure Hilfe, war echt super bisher :)


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