Studium in deutschland und dann ab nach schweden?!

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anikaakina
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Studium in deutschland und dann ab nach schweden?!

Beitragvon anikaakina » 25. Dezember 2008 18:55

Hallo.

Bin in der 12. Klasse und werde wohl bis zum Sommer des nächsten Jahres mein Abitur haben. Nun habe ich folgenden Plan: Zunächst Lehramt für die Grundschule in Deutschland studieren und dann nach Schweden auswandern. :) Jedoch stelle ich mir noch sehr viele Fragen, wie zum Beispiel: Ist es erlaubt mit einem "deutschen" Lehrerstudium in Schweden zu unterrichten? Könnte ich bereits einmal ein Praktikum machen um die Sprache kennenzulernen? Ist der Job als Lehrerin in der Grundschule in Schweden sicher und auch - halbwegs - gut bezahlt?..und noch viele mehr - dies waren erstmal die "wichtigsten";)

Schonmal Danke für die Antwort(en)!=)
-> entweder hier oder an meine E-Amil Adresse anikaakina@web.de
DANKESCHÖN :danke:

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Re: Studium in deutschland und dann ab nach schweden?!

Beitragvon Imrhien » 28. Dezember 2008 11:28

Hallo,
leider habe ich nicht unbedingt die besten Nachrichten für Dich. Nicht das was Du dir erhofft hast, jedenfalls.
Es ist möglich als Lehrerin mit einem deutschen Abschluss in Schweden zu arbeiten. Es ist aber nicht leicht. Schlecht bezahlt ist es überdies auch noch.
Grundsätzlich ist es so, dass Du hier den Abschluss nicht direkt anerkannt bekommst. Du wirst als Leher ohne Anerkennung eingestellt werden, wenn Du Glück hast. Das heisst dann obehörig. Um behörig zu werden, musst Du ziemlich gut schwedisch können und nachweisen, dass Du quasi die schwedische Hochschulreife hast. Du musst jetzt nicht das ABi neu machen, aber im Fach Schwedisch eine Prüfung machen, die belegt, dass Du es so gut kannst, dass Du hier studieren könntest. Die Prüfung kannst Du über verschiedene Wege machen, manche davon sollen nicht sooo leicht sein. Entweder machst Du diverse Schwedischkurse hier im Land und danach die Prüfung, das dauert einige Zeit bis man mit svenska b dann soweit ist. Oder Du lernst woanders die Sprache und bezahlst den TISUS und erhälst damit den Beleg. Das dauert sicher auch lange, Du kannst den Test aber mehrmals machen. Er soll nicht so leicht sein, allerdings kannst Du als Lehrerin eh davon ausgehen, dass Du schwedisch recht gut können musst.
Ein Praktikum wäre eventuell möglich, da müsstest Du mal verschiedene Kommunen und Schulen anfragen. Aber auch da müsstest Du schon Vorkenntnisse in der Sprache haben. Auch wenn die Schweden meist englisch können, die Schüler können es nicht so, dass man da unterrichten könnte (ausser das Fach Englisch...).

Ich bin keine Lehrerin, habe aber als Vertretung als solche Deutsch in einer schwedischen Schule unterrichtet.
Dies hat ganz gut geklappt, jedenfalls teilweise. Leicht ist das nicht gewesen, bei mir kommt aber ja hinzu, dass ich das bisher in der Art nicht gemacht hatte. Was die Sprache angeht, ich kann Dir sagen, mein Schwedisch ist sicherlich recht gut, ich hatte es aber trotzdem sehr schwer. Die älteren Schüler (7., 8. und 9. Klasse) haben das super gemacht. Sie kamen mit meinen Fehlern klar und wir haben uns gegenseitig geholfen. In der 6. Klasse allerdings klappte das gar nicht. Sie haben die Situation ausgenutzt und versucht mich in Streitgespräche zu verwickeln, bei denen ich nur den kürzeren ziehen konnte, denn für sowas reicht mein Schwedisch eben nicht. Ich kann mich auf deutsch mit 12jährigen streiten. Nicht auf schwedisch, wenn sie es auch noch drauf anlegen so zu reden, dass ich nichts verstehe... Das muss aber nicht immer so laufen :) Ich hatte da einfach Pech und zusätzlich zu wenig eigene praktische Erfahrung als Lehrerin.
Ich weiss, dass hier einige Lehrer als Vertretung eingestellt wurden, auch obehörig. Aber das sind dann nie feste Anstellungen und meist nicht gut bezahlt. Man muss einige Zeit geduld haben und warten bis der Abschluss anerkannt wird. Nur damit kann man dann ne feste Anstellung bekommen. Oder man hat irre viel Glück.

Ich will Dich nicht desillusionieren, es ist immerhin möglich hier zu arbeiten. Ich wollte Dir nur aufzeigen, dass es nicht so einfach ist, wie man auf den ersten Blick denken mag.
Trotzdem wünsche ich Dir viel Erfolg und Glück.

Liebe Grüsse
Wiebke

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Re: Studium in deutschland und dann ab nach schweden?!

Beitragvon anikaakina » 28. Dezember 2008 11:53

Danke erstmal für die ausführliche Antwort! :D

..nru leider hatte ich mir das alles wirklich etwas einfacher vorgetellt. Aber besser vorher mal nachgefragt;) Gibt es sont Möglcihkeiten, wie man sich in Deutschland erstmal eine "Grundlage" schaffen kann und dann nach Schweden auswandern kann? Auch über den Beruf Fotograf hab ich schon öfter nachgedacht, wäre das vielleicht was?
Aus anderen Beiträgenist mir auch schon klar geworden, dass es einfach nichts bringt ohne genügend Sprachkenntnisse auszuwandern, ist ja auch irgendwie naiv ohne ein Wort zu verstehen in ein fremdes Land zu ziehen;)..aber wie lerne ich am besten schwedisch? Eine Sprachschule wär sicher gut geeignet aber als Schülerin kann ich mir sowas leider nicht noch nebenbei leisten..=(Gibt es eine gute und günstige Variante schwedisch zu lernen?

..auch hier schonmal Danke, in der Hoffnung auf eine Antwort :wink:
Anika

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Re: Studium in deutschland und dann ab nach schweden?!

Beitragvon Aelve » 28. Dezember 2008 13:21

Hallo Anikaakina,

kannst Du nicht neben Deinem Studium Skandinavistik als Nebenfach studieren? Oder an der Uni, an der Du für Lehramt studierst, die schwedische Sprache erlernen?

An der Göttinger Universität wird schwedisch angeboten, es werden jedoch die Studenten mit skandinavischer Richung bevorzugt aufgenommen, denn die Nachfrage nach dem Sprachkurs schwedisch ist groß.

Grüße Aelve
Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.
( Goethe)
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Re: Studium in deutschland und dann ab nach schweden?!

Beitragvon Imrhien » 28. Dezember 2008 18:08

Hej Anika,

die Sprache kannst Du über viele Möglichkeiten lernen. VHS, Sprachschulen, PC-Programme...
Schau mal hier im Forum findest Du einen Beitrag genau dazu. Da haben viele ihre eigenen Wege zur Sprache genannt und man findet gute Lernprogramme da.
Es gibt immer wieder Leute die auch ohne die Sprache hier landen und Glück haben. Oft ist es aber dann so, dass man nicht unbedingt einen guten Job findet und entsprechend wenig verdient. Das Leben kostet aber schon was...
Wie gesagt, Gegenbeispiele findet man auch, nur drauf verlassen kann man sich halt nicht.
Ich denke, das beste wäre wenn Du in Deutschland schwedisch lernst und eine Ausbildung machst. Studium oder was anderes. Etwas das Dir gefällt. Ob der Beruf dann in Schweden gefragt ist, kann man Dir 3-5 Jahre vorher eh nicht sagen.
Mit der abgeschlossenen Ausbildung und der Sprache in der Tasche hast Du durchaus gute Chancen, hängt natürlich dann auch ein wenig von der Situation ab in der Schweden dann ist. Just nu ist es nämlich nicht sooo einfach eine Stelle zu finden...

Viel Erfolg

Wiebke

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Re: Studium in deutschland und dann ab nach schweden?!

Beitragvon Berta » 30. Dezember 2008 15:38

Hallo Anika,

es gibt doch einige Leute, die es geschafft haben, nach Schweden auszuwandern, auch, wenn sie sich nicht vor dem Studium darüber Gedanken gemacht haben wie es danach mit der Anerkennung aussehen würde.

Für das Lehramt ist es natürlich ganz besonders wichtig, dass du gut Schwedisch sprechen kannst. Das hat dir ja Wiebke auch schon geschrieben. Aber: Auch wenn es nicht einfach wird, möglich ist es auf alle Fälle.

Du kannst natürlich anfangen, während deines Studiums Schwedisch zu lernen. Bist du an einer halbwegs großen Uni, kannst du sicherlich Schwedisch lernen - ich habe während des Studiums nebenher viele Semester Sprach- und Konversationskurse und später auch Seminare auf Schwedisch belegt, obwohl ich etwas ganz anderes studiere. Als ich meine beiden Auslandssemester in Uppsala gemacht habe, konnte ich also schon einigermaßen Schwedisch - und habe auch dort weiter Kurse belegt. Das war super. Gleich im Anschluss hätte ich vermutlich auch die Tests bestanden, um die Studierfähigkeit in Schweden zu belegen - jetzt vielleicht nicht mehr. Ich habe nicht mehr so viel Übung.

Während meines Jahres in Schweden habe ich zum Beispiel auch einen Studenten, der Grund- und Hauptschullehrer werden wollte, kennengelernt, welcher einfach parallel zu ein bisschen Studium ein halbes Jahr lang ein Praktikum an einer schwedischen Grundschule gemacht hat. Das ging. Auf diese Weise lässt sich das Leben in Schweden ein bisschen ausprobieren - und dann kann man immer noch sehen, ob man wirklich auswandern möchte und wie man das anstellt.

Kurz: Ich empfehle dir, einfach frühzeitig Schwedisch zu lernen - am besten an der Uni (qualitativ hochwertig und umsonst) und dann mal für ein Jahr oder so dahin zu gehen. Und dann über eine Auswanderung nachzudenken.

So weit,
einen guten Rutsch wünscht
Berta.

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Re: Studium in deutschland und dann ab nach schweden?!

Beitragvon Imrhien » 31. Dezember 2008 17:35

Berta hat geschrieben:
Kurz: Ich empfehle dir, einfach frühzeitig Schwedisch zu lernen - am besten an der Uni (qualitativ hochwertig und umsonst) und dann mal für ein Jahr oder so dahin zu gehen. Und dann über eine Auswanderung nachzudenken.


Das ist ein sehr guter Tipp. Ein Jahr während des Studiums kann sehr viel helfen. Man lernt die SPrache, lernt das System kennen und kann vielleicht schon Kontakte zu Schulen knüpfen. Denn die Schulen stellen durchaus selber ein wen sie wollen. Es kann sich also lohnen einige Zeit Praktikum zu machen. Sicher wissen kann es halt vorher nicht. Aber ein Jahr im Ausland ist nie verkehrt und schadet ja nicht. Selbst wenn Du hinterher doch in Deutschland bleiben wolltest.

Viele Grüße und einen guten Rutsch

WIebke


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