studieren in Schweden

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Uwe Ernst
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studieren in Schweden

Beitragvon Uwe Ernst » 27. März 2009 15:08

Über das Studium in Schweden gibt es einen Artikel in Spiegel-Online:

Wir Studenten aus Bullerbü.

http://www.spiegel.de/unispiegel/studiu ... 94,00.html
Jazz we can!

Bullerbü-Studium

Re: studieren in Schweden

Beitragvon Bullerbü-Studium » 27. März 2009 17:45

Hej,

ja, über DEN Artikel habe ich heute auch schon gelacht :-). Leider haben sie vergessen zu schreiben, wieviele (bzw. wie wenige) Semesterwochenstunden die glücklichen Bullerbü-Studenten haben. Nur 2 - 3 Vorlesungen pro Woche sind (im ganzen Lande) keine Seltenheit, gern auch mal nur eine...der Rest wird zuhause gelesen, man macht ja schließlich ein Vollzeitstudium... :-)

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Rwitha
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Re: studieren in Schweden

Beitragvon Rwitha » 27. März 2009 17:56

Das hört sich ja echt toll an.

Werde meiner Tochter davon aber lieber nichts erzählen, sonst kommt sie noch auf den Gedanken, ein weiteres Studium "anzuhängen" :wink:
Darüber, wer die Welt erschaffen hat, läßt sich streiten. Sicher ist nur, wer sie vernichten wird. (George Adamson)

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Re: studieren in Schweden

Beitragvon raisalynn » 27. März 2009 17:58

Finde ich auch.

In Deutschland gehts ja genau in die andere Richtung: unfassbare Studiengebühren und ein vollgestopfter Stundenplan, vom Leistungsdruck will ich gar nicht anfangen.

Ein Studium an der Uni Växjö erscheint sehr sympathisch, vielleicht sollte ich noch ein bisschen studieren :) !
Die Wolken sind die Gedanken der Erde...

hansbaer

Re: studieren in Schweden

Beitragvon hansbaer » 27. März 2009 18:37

Supersozialstaat Schweden


Geil - das ganze ist schon Bullerbü deluxe.

Es ist auch was dran. Abschlussprüfungen sind praktisch nicht bekannt, und geprüft wird in vielen Kursen über Hausarbeitsleistungen, aber nicht über Klausuren. Massenvorlesungen habe ich hier noch nicht erlebt, und der Umgang ist durchaus lockerer.

So liecht, wie die das hier präsentieren, ist es aber bei weitem nicht. Die Stundenaufwand ist im ECTS-System schon festgelegt, und auch für die akademischen Grade gibt es einen zulässigen Bereich im Bologna-Prozess. Einfach eben mal schnell einen Abschluss machen ist da trotz allem nicht drin. Ich sehe die Leute hier an der Uni genauso wie in Deutschland jeden Tag an den Tischen sitzen und lernen. Bummelantentum ist mir im Gegensatz zu Deutschland kaum begegnet.

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Re: studieren in Schweden

Beitragvon Serena » 27. März 2009 23:31

Auch wenn einem das Lernen nicht erspart bleibt hört es sich gut an. :wink:
Gerade wenn man sich seine Zeit zwischen den Vorlesungen besser einteilen kann fällt es zum Beispiel auch leichter mit z.B. jobben.

Wie ist das denn generell so, gibt es keine /wenig Sturiengebühren oder ist das Beispiel hier eher die berühmte Ausnahme?

Kennt ein Schwede eigentlich Teilzeitstudiengänge und sind die populärer als hier (also für mehr Fächer zugänglich? In Deutschland kenn ich auch nur die typische BWL-Teilzeitwelt)

Von dem was ich grad so gelesen hab ist das eine gute Entscheidung "mal studieren" zu gehen. Hier empfinde ich das vergleichsweise eher als Mammutprojekt.

Was sagt Ihr dazu? *nach Erfahrungsträgern wink*

Liebe Grüße
Serena

Nixwiehin

Re: studieren in Schweden

Beitragvon Nixwiehin » 28. März 2009 07:09

Hej,

in Schweden gibt es keine Studiengebühren und jede Menge kleiner Kurse, die zwischen 5 - 20 Wochen dauern, vor Ort oder per Distanz. Man kann diese problemlos und gemütlich nebenbei studieren, die Anforderungen halten sich oft sehr in Grenzen (was vielleicht nicht auf gewisse Programm-Studiengänge -Medizin, Jura, Technik usw.- zutrifft. Bei Vorliegen der persönlichen Berechtigung kriegt man fur alles und jedes elternunabhängige Studienmittel, bis zum zarten Alten von 54. Heißa-Hoppsa! Auf nach Schweden :-)

hansbaer

Re: studieren in Schweden

Beitragvon hansbaer » 28. März 2009 07:50

Nixwiehin hat geschrieben:Hej,

in Schweden gibt es keine Studiengebühren und jede Menge kleiner Kurse, die zwischen 5 - 20 Wochen dauern, vor Ort oder per Distanz. Man kann diese problemlos und gemütlich nebenbei studieren, die Anforderungen halten sich oft sehr in Grenzen (was vielleicht nicht auf gewisse Programm-Studiengänge -Medizin, Jura, Technik usw.- zutrifft. Bei Vorliegen der persönlichen Berechtigung kriegt man fur alles und jedes elternunabhängige Studienmittel, bis zum zarten Alten von 54. Heißa-Hoppsa! Auf nach Schweden :-)


So einfach ist es auch wieder nicht.

Dass man locker studieren kann, ist ja schön - nur muss man erst einmal hineinkommen, was in vielen Studiengänge gar nicht so leicht ist.

CSN gibt es erst nach 2 Jahren Arbeit in Schweden und auch nicht beliebig lange - und muss mit Ausnahme des Studiestöd mit Zinsen zurückgezahlt werden.

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Berta
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Re: studieren in Schweden

Beitragvon Berta » 28. März 2009 11:22

Hallo Ihr,

ich habe hier schon mal was dazu geschrieben, was mir nicht so gut an der Uni gefallen hat, als ich in Schweden studiert habe:
Berta hat geschrieben:Also, an der Uni in Uppsala hat mir - als Austauschstudentin! - weniger gut gefallen,
  • dass man die Kurse nacheinander und nicht gleichzeitig absolvierte, weil ich das Gefühl hatte, mir würde damit die Verantwortung über meine eigene "Lernaktivitätskurve" abgenommen, und weil es schwieriger war, als Fremde Leute kennenzulernen, wenn man sich fünf Wochen lang sah und dann nie wieder,
  • dass Geistes- und Sozialwissenschaftler, welche ja schon in Deutschland eine vergleichsweise geringe Semesterwochenstundenzahl haben, in Uppsala mit 4 bis 6 SWS auskommen mussten, weil ich gerne neben dem Selbststudium (mit dem ich ja locker auf 30, 40 Stunden kommen kann) auch viel diskutieren, Texte auch mal gemeinsam auseinandernehmen möchte und insgesamt auch Sozialkontakte brauche,
  • dass ich für jedes Institut je eine eigene Kopierkarte und eine Karte für den Eingang (nebst Code) brauchte, und zusätzlich einen Ausweis für Studentenwerk und Nation, während ich hier (wohl verwöhnterweise) mit einer Karte Zugang zu Instituten, Kopierern, Mensen, Busfahrkarte, etc. habe,
  • dass es kein Semesterticket gab,
  • dass der Anspruch in Veranstaltungen stark schwankte - insbesondere in meinen Fächern
  • dass durch die Struktur zwar regelmäßig kleinere Arbeiten abgegeben werden mussten, was mir im Grunde gut gefiel, aber für die große Seminararbeit am Abschluss eines Kurses meist nur eine Woche eingeplant war, so dass zeitlich engere Grenzen gesetzt wurden - in +/- 40 Stunden kann einfacher weniger geleistet werden als in potentiell unendlich vielen Stunden. Das wirkt sich negativ auf die Qualität der Arbeit und die Auswahl der Themenstellung aus.
Und hier habe ich schon zusammengefasst, was im Vergleich zur Uni hier für mich besser war:
Berta hat geschrieben:Und an der Uni (an der ich durchaus auch einiges auszusetzen habe), fiel mir auch einiges positiv auf:
  • in einem Seminar mit fünf bis zehn anderen zu sitzen, anstatt mit fünfzig,
  • sich deswegen nicht um ein Thema reißen müssen, sondern wirklich nach Inhalten und Interessen wählen können,
  • in jedem Uni-Flur auf offene Türen stoßen und nicht viereinhalb Monate auf einen Sprechstundentermin warten zu müssen,
  • Seminararbeitsrückmeldungen, die auch mal eine Stunde dauern können,
  • Gebäude, in denen man sich wohl fühlen kann und nicht glaubt, aus Versehen im Bahnhof gelandet zu sein (angenehm gestaltete Aufenthaltsräume, kein rumliegender Müll, keine Kritzeleien an den Wänden),
  • Dozenten, die morgens um halb acht an ihr Handy gehen (und die Nummer überhaupt rausgeben),
  • Sekretärinnen, die arme Austauschstudenten zum Arzt begleiten,
  • gut ausgestattete Bibliotheken,
  • undundund...

In Bezug auf das Geldverdienen, was neben dem Studium ja in den meisten Fällen auch noch anfällt, glaube ich fast, dass ich persönlich mit dem hiesigen System besser zurechtkomme, weil ich im März abschätzen kann, an welchen Tagen zu welchen Uhrzeiten ich im nächsten Semester beschäftigt sein werde; in Schweden konnte ich das weniger gut, weil ich eben alle fünf Wochen einen neuen Kurs belegte, von dem zu Beginn noch nicht feststand, ob die (sowieso nicht ausreichenden) Präsenzzeiten montags um zehn oder dienstags abends um acht oder sonstwann lagen. Das war eben nicht jede Woche gleich. Hier kann ich immer planen - so dass ich zum Beispiel jeden Mittwochmorgen arbeiten gehen kann. Oder eben jeden zweiten Mittwochabend von 18-22 Uhr eine Veranstaltung in der Uni habe.

Naja,
das sind so meine Erfahrungen - und das bezieht sich nicht auf Natur- oder Ingenieurswissenschaften.
Gruß
von Berta.


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