Steuern sparen als Hausbesitzer?

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Pierre
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Steuern sparen als Hausbesitzer?

Beitragvon Pierre » 25. Mai 2009 19:54

Hej

Hab mal wieder eine schlaue Frage für euch:
Ich habe gehört, dass ich als Hausbesitzer 30% Steuern sparen kann, sofern das Haus über einen Kredit finanziert wird.
1. Frage: Stimmt das?
2. Frage: Wenn ja, sind es 30% der Haus/Grundstücksteuer, oder des Brutto-einkommens?

häslningar
Pierre

nysn

Re: Steuern sparen als Hausbesitzer?

Beitragvon nysn » 25. Mai 2009 20:10

2. Frage: Wenn ja, sind es 30% der Haus/Grundstücksteuer, oder des Brutto-einkommens?

Die Grundsteuer (fastighetsskatt) beträgt momentan für Häuser jährlich 6.000 SEK - jedoch max. 0,75 % des Verkehrswertes (d. h. in der Praxis, alle Häuser, die einen Verkehrswert von 800.000 SEK oder höher haben (taxeringsvärdet), bezahlen diesen Betrag).
Neue Häuser sind die ersten 5 Jahre komplett von dieser Steuer befreit, von 6 bis 10 Jahre bezahlst du noch 50 % dieser Steuer.

Die 30 % darfst du von deinen Zinskosten abziehen. Das geht entweder monatlich (jämkning/ändrad beskattning) oder am Ende des Jahres wird dies automatisch in der Steuererklärung mitberücksichtigt - d. h. die Bank meldet automatisch die von dir gezahlten Kreditzinsen an das Finanzamt und in der Steuererklärung ist dann der abzugsfähige Betrag schon direkt mitberücksichtigt.

Hier findest du Informationen des Finanzamtes auf Deutsch - z. B. auch zum Immobilienbesitz:

http://www.skatteverket.se/otherlanguag ... 06861.html

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Re: Steuern sparen als Hausbesitzer?

Beitragvon Imrhien » 25. Mai 2009 20:35

Wenn Du einen Kredit ausserhalb Schwedens hast, musst Du das bei der Steuererklärung natürlich kundtun, da sie das dann nicht wissen können. Wir haben das getan und warten nun darauf ob das skatteverket mit dem Kontoauszug aus Deutschland, auf dem ja die Zinsen stehen, was anfangen kann...

Grüße
Wiebke

Pierre
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Re: Steuern sparen als Hausbesitzer?

Beitragvon Pierre » 25. Mai 2009 21:08

Vielen Dank für die schnellen antworten.

Nun habe ich da noch eine Frage:
Wenn wir uns ein Haus kaufen, möchte die Bank 30% Eigenkapital als Sicherheit für einen Kredit.
Der Makler hätte gerne 10% Anzahlung bei Vertragsunterzeichnung.

Frage: Kommen die 10% Anzahlung von der Bank, oder kommen die zu den 30% Eigenkapital noch oben drauf?
Sprich ich bezahle 30% der Bank und 10% dem Verkäufer, oder wie funktioniert das ?


LG Pierre

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Re: Steuern sparen als Hausbesitzer?

Beitragvon Imrhien » 25. Mai 2009 21:13

Hej,
die 10% sind doch Teil des Kaufpreises. Die kommen nicht dazu. Die 30% der Bank, also bzw. der Eigenanteil, hat damit nichts zu tun. Wovon Du die 10% zahlst, ist dem Verkäufer egal. Hintergrund ist der, dass Du die 10% sofort zahlst und somit dein Kaufinteresse bekräftigst. Der Kaufvertrag ist damit quasi gültig. So hatte ich das verstanden damals. Den Rest, also 90% des Preises, kann man ja später überweisen.
Die 30% die die Bank als Eigenanteil haben will, kann man natürlich nutzen um diese 10% zu zahlen. Man muss das ja gleich machen. Letztlich ist es aber egal wo die 30% herkommen. Also, ob man die auf der hohen Kante hat oder ob man die von einer anderen Bank bekäme...

Hoffe das ist etwas deutlicher geworden.

Grüße
Wiebke

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Re: Steuern sparen als Hausbesitzer?

Beitragvon Aelve » 25. Mai 2009 21:48

Hallo Pierre,

wenn Du die 10 % bezahlt hast, es heißt handpenning und ist praktisch eine Anzahlung auf den Kaufpreis, dann mußt Du auch sicher sein, dass Du das Haus finanziert bekommst. Denn sonst kassiert der Makler diese 10 % ein, ohne dass er Dir das Geld zurückzahlen muß, quasi als Vertragsstrafe. Wenn Du die 10 % gezahlt hast, wird die Bank das als Eigenkapital mit anrechnen, also mußt Du dann evtl. nur noch 20 % Eigengeld bringen, je nachdem wieviel Eigengeld die Bank von Dir erwartet.

Wegen dem Absetzen der Zinsen ist es bei uns so, dass wir eine Bescheinigung von der Bank über die gezahlten Zinsen am Jahresende erhalten = räntaavgift. Diese Zinszahlungen haben wir auf unserer schwedischen Steuererklärung eingetragen und die Bescheinigung beigelegt. Dadurch wird die Steuerlast dann gemindert um die gezahlten Zinsen.

Grüße Aelve
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Re: Steuern sparen als Hausbesitzer?

Beitragvon Tommy3 » 25. Mai 2009 22:20

Hej,

sorry to disagree!
Die Steuerlast wird natürlich nicht um die gezahlten Zinsen vermindert. Stattdessen wird das zu versteuernde Einkommen um die gezahlten Zinsen reduziert.
Hast du in S kein Einkommen, das versteuert werden muss, hast du von dieser Reduzierung nichts.
Für einen normalen Arbeitnehmer in S sieht da so aus: hat er z.B. 400.000 SEK Jahreseinkommen und 60.000 SEK Zinskosten im Jahr (keine Tilgung), dann braucht er nur 340.000 SEK versteuern.
Ein deutscher Ferienhausbesitzer hat in S normalerweise keine Steuerpflicht, kann also auch die Zinsen nicht absetzen.

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Re: Steuern sparen als Hausbesitzer?

Beitragvon HeikeBlekinge » 25. Mai 2009 23:01

Ein deutscher Ferienhausbesitzer hat in S normalerweise keine Steuerpflicht, kann also auch die Zinsen nicht absetzen.


Kann ich nur zustimmen.
Vor drei Jahren waren wir noch FH-Besitzer:
Keinerlei Möglichkeit in S die Zinsen abzusetzen.
Erst seitdem ich hier lebe und einkommenssteuerpflichtig bin, ist es möglich und wird automatisch vom skatteverket eingetragen! Alles andere wuerd mich sehr wundern.
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Re: Steuern sparen als Hausbesitzer?

Beitragvon Pierre » 26. Mai 2009 06:26

Gut, dass Problem mit dem Steuernzahlen hätten wir nicht, da wir im April 2010 nach Schweden ziehen werden.
Deswegen auch der Hauskauf...
Aber 400'000 SEK Jahreseinkommen ist schon ein Wort, da kommen wir wohl nicht hin :-)


LG Pierre

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Re: Steuern sparen als Hausbesitzer?

Beitragvon Aelve » 26. Mai 2009 07:34

Hallo,

vielleicht habe ich mich etwas falsch ausgedrückt, da die gezahlten Zinsen vermutlich nicht von der zu zahlenden Steuerlast abgezogen werden, sondern vom steuerpfl. Einkommen, wie es in Deutschland genauso ist. Wir konnten von unseren Mieteinnahmen, auf die wir normalerweise Steuern in Schweden abführen müßten, die Zinszahlungen in Ansatz bringen. Früher war uns das nicht bekannt und wir haben auch als Deutsche in Schweden Steuern zahlen müssen, denn auch als Ferienhausbesitzer zahlt man eine Art Grundsteuer und bei Mieteinnahmen Steuern darauf. Seit letztem Jahr haben wir den Bescheid der Bank mit bei der Steuererklärung in Schweden abgegeben, dadurch fielen in unserem Fall keine Steuerzahlungen mehr an und wir wurden auf 0 SEK Zahlung gesetzt. Deshalb ist es wichtig, die Zinsbescheinigung beim Skatteverket mit einzureichen.

Grüße Aelve
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