Staatshilfen vom schwedischen Amt?

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Gabriel

Staatshilfen vom schwedischen Amt?

Beitragvon Gabriel » 29. August 2006 12:30

Hallo,

ich moechte gerne nach Schweden umziehen und dort leben. Ich habe keinen Job und keine Ausbildung, weil ich Studienabbrecher bin. Ich spreche kein Schwedisch, nur deutsch und englisch. Mein Erspartes reicht, einen Monat ohne Hilfe in Schweden Miete und Lebenshaltungskosten zu bezahlen. Danach bin ich auf Hilfe angewiesen. Bekomme ich Sozialhilfe? Wie hoch ist sie? Bekommt man sie als Deutscher sofort?

Danke im voraus fuer Eure Antworten.

Gabriel

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Re: Staatshilfen vom schwedischen Amt?

Beitragvon Dietmar » 29. August 2006 13:53

Hallo Gabriel!

So einfach ist das leider nicht... Deine Voraussetzungen sind etwas ungünstig zum Auswandern :?

Du kannst natürlich bis 3 Monate einfach so "als Tourist" im Land bleiben (und dann ein paar Tage ausreisen und wieder reinkommen). Aber damit hast Du keinen Anspruch auf irgendwelche Sozialleistungen.

Willst Du dauerhaft in Schweden wohnen, brauchst Du soweit ich weiß eine Aufenthaltsgenehmigung; die wiederum bekommst Du eigentlich nur mit einem Arbeitsvertrag in der Tasche. Die Arbeitsgenehmigung hast Du allerdings automatisch (geringer Trost wenn man keine Arbeit findet...).
Um die Arbeitsvertrag-Forderung kommt man nur herum, wenn man vermögend genug ist um sich selbst zu versorgen.

Der Plan müßte also sein, bevor Du nach Schweden gehst, oder während Du dort bist, einen Job zu finden. Und das ist schwer ohne Sprachkenntnisse. Wenn Dein Geld zuende ist, mußt Du dann erstmal nach Deutschland zurück.

Weitere Infos gibt es beim schwedischen Migrationsverket; hier die englische Version: http://www.migrationsverket.se/english.jsp

Gruß,
Dietmar

tofta

Re: Staatshilfen vom schwedischen Amt?

Beitragvon tofta » 29. August 2006 20:40

@Gabriel
Dietmar hat ja schon geantwortet. :lol:

Aber ich habe mal eine Frage:
Deine Anfrage war nicht ernst gemeint, oder? :?

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Re: Staatshilfen vom schwedischen Amt?

Beitragvon Dietmar » 29. August 2006 22:19

Deine Anfrage war nicht ernst gemeint, oder?


Hej Tofta!

Das werden wir wohl nie erfahren ;-) Wenn's ein fake war, wird er es kaum zugeben.
Im Grunde wäre es zumindest denkbar, dass es innerhalb der EU egal sein könnte wo man Sozialhilfe / Arbeitslosengeld bezieht. Ist aber halt nicht so.

Wobei das deutsche Arbeitslosengeld wohl auch während einer max. 3-monatigen Jobsuche in Schweden weiterbezahlt würde, habe ich mir sagen lassen.

Grüße,
Dietmar

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Re: Staatshilfen vom schwedischen Amt?

Beitragvon Skogstroll » 30. August 2006 08:51

Also, ich darf mal kurz zusammenfassen:
Keine Ausbildung, keine Sprachkenntnisse, kein Geld.
Lass es mich ganz vorsichtig so sagen: Bleib zu Hause!
Eine Aufenthaltsgenehmigung ist zwar nicht mehr erforderlich, aber bleiben darf (und kann) nur der, der sich selbst versorgen kann. Schon an der Personennummer wirst Du scheitern, und ohne die geht hier wirklich nix. Voraussetzung für die ist (für Einwanderer) immer ein eigenes Einkommen, es sei denn, es gelingt Dir, möglichst schnell eine Schwedin zu heiraten.
Die absolute Grundvoraussetzung sind solide Sprachkenntnisse, die zweite eine solide Ausbildung, am besten in einem der Mangelberufe, also Arzt oder Zahnarzt. Selbst dann sollte man die Bereitschaft mitbringen, in recht abgelegene Gegenden zu gehen. Ansonsten sind Deine Chancen auf einer Prozentskala praktisch nicht darstellbar weil im Subpromillebereich angesiedelt.
Sorry für die vielleicht etwas harte Antwort, aber alles andere wäre nur blauäugig naiv und unrealistisch.

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Re: Staatshilfen vom schwedischen Amt?

Beitragvon Dietmar » 30. August 2006 10:43

Skogstroll hat geschrieben:Eine Aufenthaltsgenehmigung ist zwar nicht mehr erforderlich, aber bleiben darf (und kann) nur der, der sich selbst versorgen kann.


Hej Skogstroll,

danke für die zusätzlichen Infos + Nachdruck ;-)

Ist es denn tatsächlich so, dass man inzwischen keinen uppehållstillstånd mehr braucht als EU-Bürger? Oder meinst Du nur, dass er relativ problemlos erteilt wird falls man Einkommen hat?

Gruß,
Dietmar

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Re: Staatshilfen vom schwedischen Amt?

Beitragvon Skogstroll » 30. August 2006 11:16

Hej Dietmar,

für EU-Bürger war der uppehållstillstånd ohnehin eher eine Formsache (wie gesagt, eigenes Einkommen vorausgesetzt), seit ein paar Monaten braucht man ihn gar nicht mehr. Praktisch macht das keinen grossen Unterschied, den die "Eintrittskarte" nach Schweden ist immer noch die Personennummer, und ohne die gibt's nichtmal ein Telefon.
Die Bürokratie ist hier ohnehin erstaunlich einfach, wenn man sich an die Regeln hält. Ich erlebe nur immer wieder (deutsche) Einwanderer, die das aus Naivität oder auch purer Überheblichkeit nicht tun und sich dann bitter über die schlimme schwedische Bürokratie beklagen, die ihnen nur Knüppel zwischen die Beine wirft.

Många hälsningar,
Skogstroll

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Re: Staatshilfen vom schwedischen Amt?

Beitragvon Dietmar » 30. August 2006 12:41

Tack!

Personnummer hätte ich sogar noch (dank Studium in Uppsala)... Ich hoffe die verfällt nicht plötzlich!

Die Bürokratie ist hier ohnehin erstaunlich einfach, wenn man sich an die Regeln hält.


Was wären denn die wichtigsten Grundregeln, Deiner Erfahrung nach?

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Re: Staatshilfen vom schwedischen Amt?

Beitragvon Skogstroll » 30. August 2006 13:49

Tja, vielleich alles der Reihe nach angehen?
Es gibt ja immer wieder die Kopf-durch-die-Wand-Auswanderer, erstmal hingehen, dann weitersehen. Oder solche mit ziemlich wackeligen Geschäftsmodellen, z.B. Messer schnitzen in Lappland, wo es diesbezüglich schon eine enorme Tradition und wirklich tolle Handwerker gibt.
Wir sind so richtig spiessig ausgewandert: 1. Alle VHS-Kurse mitnehmen, die es gibt und nur noch schwedische Bücher lesen, 2. Papa sucht sich einen Job, 3. Papa geht vor, fängt an zu arbeiten und sieht sich nach einer Bleibe für die Familie um, 4. Die Familie zieht ein halbes Jahr später um.
Das klingt langweilig, hat aber ausgezeichnet funktioniert. Damit war der Lebensunterhalt von Anfang an gesichert, die Aufenthaltserlaubnis (damals noch Pflicht) war kein Problem, damit kam die folkbokföring samt personnummer, erst Kindergarten und dann Schule waren praktisch Automatismen (überhaupt läuft die schwedische Verwaltung wie ein Uhrwerk ab), genauso auch die Steuererklärung (Steuerberater verhungern in Schweden) und schliesslich auch Arbeit für Mama. Das Ganze lief ziemlich reibungsfrei, was sicher nicht so gewesen wäre, wenn die Reihenfolge der Schritte anders gewesen wäre.
Ich gebe zu, dass der Haken bei Schritt 2 liegt. Man braucht schon viel Geduld und Glück.

Hälsningar från Lappland
Skogstroll

glada

Re: Staatshilfen vom schwedischen Amt?

Beitragvon glada » 31. August 2006 17:40

Ich habe es seinerzeit nicht so gemacht wie "Papa"; wir sind alle gemeinsam ohne Job nach Schweden, meine Frau hat innerhalb eines Monats einen Job, ich nach ca. 5 Monaten. Geht also auch. Vobei ich zugeben, daß die Bedingungen besser sein könnten als die von "Gabriel".


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