Specksteinofen

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Petergillarsverige
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Specksteinofen

Beitragvon Petergillarsverige » 21. Januar 2012 16:07

Wir überlegen uns für unser Holzhaus in Deutschland einen Specksteinofen zuzulegen. In engere Auswahl kommt der Täljstenskamin Contura 660T
siehe http://www.contura.se/Kaminer/Taljstenskaminer/Taeljstenskamin-Contura-660T/

Hat jemand von euch damit Erfahrung?
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Re: Specksteinofen

Beitragvon Sverige-Fan » 21. Januar 2012 16:14

ich weiss nur aus meiner Berufszeit, dass wenn ein Ofen, Speckstein Öfen die richtige Entscheidung ist.
Er sollte wenn er für Holz- und Kohleverbrennung (Brikets) gedacht ist, über obere und untere Luftzuführung verfügen. Obere für Holz. Auch sollte; aus Energiegründen; die Verbrennungsluft direkt von Außen erfolgen.
Gruß
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Re: Specksteinofen

Beitragvon unbekannt » 22. Januar 2012 19:18

Wir heizen mit so einem ähnlichen Speckstein-Ofen mit 9 kW Leistung über 110 qm, ohne selbst bei -30° C Außentemperatur die Zentralheizung einzuschalten. Morgens hat es zwar dann nur 18° C im Haus, doch nach ein paar Stunden ist es wieder angenehmen warm. Vor dem Schlafengehen kommt dann noch mal eine Ladung Holz rein, wenn eine besonders kalte Nacht erwartet wird. Ich muss dazu sagen, dass wir hauptsächlich aus Kostengründen mit Holz heizen, weil Holz in Schweden auf dem Lande so billig ist. Den Kuscheleffekt vor dem Kamin möchte wir allerdings auch nicht mehr missen. Dieser Winter ist besonders mild und ich rechne damit, dass wir mit 3 Kubikmetern gestapeltes Holz für die beiden Monate Januar und Februar zusammen auskommen. Pro Jahr werden es dann 6 bis 7 Kubikmeter werden.

Anmerkung: Vor dem Kauf des Ofens hatten wir eine Heizperiode lang nur mit Strom geheizt. Auf Grund der Daten (täglicher Stromverbrauch, mittlere Außentemperatur) konnte ich dann das Heizverhalten berechnen, was dann in der Praxis ganz gut gestimmt hatte. Eingesetzt wurde ein einaches Modell, der Ofen wurde zur Stromquelle, das Haus bekam einen Wärmewiderstand und eine Wärmekapazität und so weiter (elektrisches Ersatzschaltbild, hat funktioniert).

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Re: Specksteinofen

Beitragvon Petergillarsverige » 23. Januar 2012 08:44

Danke für die Info. In etwa einem Monta werden wir auch mit Holz (zu)heizen. Meine Frau hatte ein dänisches Modell im Blick, ich ein schwedisches (660T). Schweden hat verloren. :(

Aber das wird schon klappen. Nieder mit den Halsabschneidern von Ölfritzen!
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Heinz

Re: Specksteinofen

Beitragvon Heinz » 22. März 2012 21:47

Seid nur froh! Wir hatten bereits genanntes schwedisches Modell den ganzen Winter im Haus und haben uns nur darüber geärgert! Der Ofen hat ja keine 9KW (ist nur ein Marketing-Gag). Er hat 6KW Nennleistung. Bis zu 9 KW Heizleistung bedeuten nur, dass er es theoretisch, wenn man ihn voller Fichte wirft, kurzzeitig aushält. Aber dauerhaftes Heizen ist mit dieser Leistung nicht möglich.
Der Ofen hat aber nicht nur eine recht niedrige Heizleistung, er verhält sich generell sehr schwerfällig und zickig. Er zieht relativ schlecht, qualmt und rußt viel und benötigt, wie schon von Volker erwähnt, "Stunden", um wirklich das Haus zu heizen. Er braucht dabei enorm viel Holz und produziert fast soviel unverbrannte Kohle.
Wir haben den Ofen gewandelt, auf ein deutsches Modell umgerüstet und benötigen die halbe Menge Holz. Er zieht besser, heizt gewaltig (können im EG mit 150qm alles aufreißen und es ist komplett durchgeheizt) und alles, was übrig bleibt, ist feinster Aschestaub.
Ich hoffe für Euch, der Däne ist besser als der Schwede und annähernd so gut, wie der deutsche ;o)

Viele Grüße

Heinz

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Re: Specksteinofen

Beitragvon Petergillarsverige » 22. März 2012 22:55

Unser Däne ist total gut. Um 21 Uhr Abends noch ein paar Scheite rein und am Morgen ist der Ofen noch warm und der Raum hat über 22 Grad.
Wenn ich mit 9 kW heizen würde, sämtliche Kerzen im Wohnzimmer würden zusammensinken.
Der Kamin zieht aber auch wie Hechtsuppe, den Zug begrenzen wir mit einer Klappe im Rohr.
Ansonsten will das Teil schon mit etwas Fingerspitzengefühl bedient werden. Macht aber Spaß.
Die Ölheizung faulenzt nun im Keller herum.
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unbekannt

Beitragvon unbekannt » 23. März 2012 12:11

Was Heinz schreibt, passiert auch, wenn nicht ausreichend getrocknetes Holz verbrannt wird. Die Energie des Holzes wird dann auch für das Verkochen des im Holz gespeicherten Wassers verbraucht, aber nicht für das Aufheizen der Wohnung. Das Holz sollte mindestens ein Jahr gelagert sein, zwei Jahre sind noch besser. Frisch geschlagenes Holz besteht bis zu 50 % aus Wasser. Im freien getrocknetes Holz, das in Scheiten gelagert wird, hat nach über einem Jahr etwa 20 % Wasseranteil und fühlt sich auch viel leichter an. Deshalb sollte man Holz für zwei bis drei Heizperioden lagern können.

In einem gut isolierten Niedrigenergiehaus sind die Fenster so dicht, dass die Frischluftzufuhr des Ofens mit einem Schlauch ins Freie verlegt werden muss. Sonst zieht der Ofen auch nicht richtig.

Selbst bei -25 °C Außentemperatur hatten wir mit unserem schwedischen Ofen mit 9 kW Leistung keine Probleme 110 qm auf 22 °C Innentemperatur zu halten. Um bei so einer Kälte das Haus von 18 °C auf 22 °C aufzuheizen, dauert natürlich ein paar Stunden. Aber in Wohnzimmer, wo der Ofen steht, ist es mit der Unterstützung der Strahlungswärme des Ofens nach einer halben Stunde mollig warm. Gemauerte Häuser, die meist eine Außenisolierung besitzen, brauchen natürlich länger für das Aufheizen, da das Mauerwerk aufgeheizt werden muss. Dafür speichert das Mauerwerk besser die Wärme. Ein Holzhaus heizt sich schneller auf, da es innen isoliert ist und weniger Wärmekapazität besitzt.

Wir haben jetzt vier Winter mit unserem Ofen geheizt. Die Abgase sind nach der Aufwärmphase vollkommen rauchfrei. Am Schornstein sind dann nur die Schlieren der heißen Abgase zu erkennen.

Es ist wirtschaftlicher einen Ofen gedrosselt zu fahren. Wenn der Ofen zu viel Luft bekommt, sinkt der Wirkungsgrad. Ein Extrembeispiel ist ja der offene Kamin, der nur einen Wirkungsgrad von 25% besitzt im Vergleich zu einem Kaminofen, der etwa 75% besitzt.

Unser Haus hat noch einen Heizwiderstand von 13 kW (elpatron). Das reicht für 220 qm Fläche und die Warmwasseraufbereitung an sehr kalten Wintertagen völlig aus. An einem sehr kalten Wintertag verbraucht ein typisches schwedisches Haus, das nur mit Strom beheizt wird, etwa 100 kWh, davon können etwa 30 kWh für den Haushaltsstrom und für das Duschwasser abgezogen werden. Ersatzweise müsste der Ofen 70 kWh pro Tag liefern. An solchen Tagen brennt der Ofen natürlich von morgens bis abends, also etwa 15 Stunden. Dann muss er im Schnitt unter 5 kW an Leistung liefern. Das ist nur eine grobe Rechnung zur Abschätzung der Größenverhältnisse.

An ganz wenigen Tagen zieht der Ofen beim Anheizen überhaupt nicht, weil sich durch die Sonneneinstrahlung der obere Teil des Schornsteins aufgeheizt hat. Dadurch bildet sich im Schornstein eine "Inversionswetterlage", die ein Abziehen des Rauchs verhindert. Dann muss man mit dem Verbrennen von Zeitungspapier den Schornstein "freiblasen".

So, jetzt habe ich so ziemlich alle Tricks verraten, die mir bekannt sind.

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Re: Specksteinofen

Beitragvon Petergillarsverige » 23. März 2012 13:55

Eine gute Darstellung.
Die Inversionswetterlage im Kamin lässt sich sehr einfach verhindern. Einfach vor Sonnenaufgang um 4 Uhr z.B. aufstehen und euin Feuerchen machen. :D
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holzheizer

Re: Specksteinofen

Beitragvon holzheizer » 3. Januar 2015 16:10

ich habe auch einen Contura 660t und ärgere mich den 3. Winter damit herum. Der Abbrand ist sehr schlecht. Es bleibt eine Menge ca. 2-3 Liter Asche und Holzkohle übrig. Bei dem Händler habe ich von Anfang reklamiert, aber der will nichts wissen. Auch an Nibe habe ich mehrmals geschrieben. Sie verwiesen mich an den Händler. Der Ofen bekommt zu wenig Sauerstoff um ordentlich zu verbrennen. Die Glut wird immer höher ca. 15-20 cm. Nach dem Abbrand muss ich die Tür in Anfeuerstellung offen lassen und die Glut 3 Std. immer wieder aufrühren, damit sie einigermassen verbrennt. Bei anderen Öfen, welche ich in der Zwischenzeit angeschaut habe, bleibt nur eine Hand voll Asche übrig. Ich kann nur von dem Ofen abraten.


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