Soziale Absicherung bei Einwandern in Schweden?

Von Auswanderern für Auswanderungswillige! Alle Fragen zu Planung und Durchführung, zu Umzug, Integration und Umgang mit den Behörden. Interessante Erlebnisse und Tipps der Expats.
Link zum Portal: http://www.schwedentor.de/auswandern-leben
Fhre Schweden: Mit Stena Line nach Skandinavien: Sassnitz-Trelleborg

helden

Soziale Absicherung bei Einwandern in Schweden?

Beitragvon helden » 1. April 2008 17:17

Hej, Hej,

wir denken gerade über die Einwanderung nach Schweden nach und machen fleißig so pro und contra Listen.

Zwar haben wir einige offiziele Infos schon gelesen und auch herausbekommen, dass man erst 12 Monate arbeiten muss, um Arbeitslosengeld zu erhalten, wenn man sich überall entsprechend angemeldet und eingezahlt hat.

Aber was ist wenn ich oder meine Frau in den ersten 12 Monaten krank werden oder mein Sohn, muss ich es über eine Auslandskrankenversicherung abdecken?

Angenommen, man verliert (warum auch immer) seinen ersten Job in der 12 Monaten, gibt es sowas wie Sozialhilfe in Schweden?

In den Infos stand immer, dass Arbeitslosengeld nur 300 Tage gezahlt wird und dann?

Angenommen man wird schwer krank und kann nicht mehr arbeiten?

Fliegt man dann wieder raus aus Schweden?

Vielen Dank für Tipps und Infos!

Schöne Grüße

Die Helden

karlskronit
Aktives Mitglied
Aktives Mitglied
Beiträge: 150
Registriert: 21. Februar 2008 20:42

Re: Soziale Absicherung bei Einwandern in Schweden?

Beitragvon karlskronit » 1. April 2008 18:17

ertsmal herzlich willkommen im forum :smt006 .

nun zu deinen fragen, wenn ihr nach S kommt und eine arbeit habt und eine personnummer, die ihr mit der arbeit auch bekommt, dann seid ihr automatisch auch krankenversichert. ich weiss nun nicht genau, einige mussten sich bei der krankenkasse anmelden, bei einigen ging es automatisch. ist von kommune zu kommune unterschiedlich. dann gibt es natuerlich auch sozialhilfe. die länge des arbeitslosengeldes hängt, glaub ich, davon ab, wie lange du schon gearbeitet hast. bin mir aber nicht ganz sicher, wie es heute ist. es gibt sicher einige im forum die das besser wissen. ich glaub das geld minimiert sich nach und nach. du fliegst auch nicht raus aus schweden, hast du eine personnummer und bist richtig gemeldet, bist du natuerlich auch unfallversichert. hoffe das reicht dir erstmal, wenn nicht einfach weiterfragen.


mvh torsten, der gruebelt was es fuer kontralisten gibt??? :gutefrage:

helden

Re: Soziale Absicherung bei Einwandern in Schweden?

Beitragvon helden » 1. April 2008 19:33

Danke für die Info erstmal!

:smt006

Kontropunkte sind:

* die Beziehungen hier in Deutschland,

* die Oma die zurückbleibt...

* Wieder Ausländer zu werden

* soziale Unsicherheit

* Von Null anfangen

um nur einige zu nennen :lol:

Aber bisher führt Schweden mit vielen Pluspunkten 8)

Schönen Gruß

Zdenek

Benutzeravatar
Hanjo
Schwedenfreund
Schwedenfreund
Beiträge: 515
Registriert: 13. August 2005 09:17
Lebensmittelpunkt: Schweden
Kontaktdaten:

Re: Soziale Absicherung bei Einwandern in Schweden?

Beitragvon Hanjo » 1. April 2008 20:31

Hej Zdenek,
auch von mir ein herzliches WILLKOMMEN hier.

Erst einmal kannst Du Dich in Schweden bis zu drei Monaten als Tourist aufhalten, dabei schon mal einiges erledigen (Arbeit, Wohnung/Haus suchen etc.).

Wenn Du das hast (Arbeit und festen Wohnsitz) gehst Du zum Skatteverket - egal zu welchem - und beantragst mit den erforderlichen Unterlagen/Nachweisen die Personennummer - ist heute problemlos und geht recht schnell. Damit kannst Du schon mal Telefon, Internetanschluss etc. bekommen.

Dann marschierst Du zum Migrationsverket und beantragst das Aufenthaltsrecht für Dich, ebenfalls mit den erforderlichen Unterlagen. Dieses Aufenthaltsrecht bekommst Du, wenn Du nachweisen kannst, dass
- Du einen festen Wohnsitz in Schweden hast und
- Dich finanziell selber versorgen kannst (Rente, Arbeitsvertrag u.ä.)
- bei Sonderfällen wie z.B. Scheidung, uneheliche Kinder etc. sind weitere Unterlagen/Nachweise erforderlich.

Spätestens damit (evtl. auch bereits mit der Personennummer) kannst Du Dich bei der Försäkeringskassan bzgl. Krankenversicherung - unter Angabe Deiner bisherigen deutschen GKV - registrieren lassen.

Klappt auch umgekehrt, also erst Migrationsverket und dann Skatteverket. Wichtig sind die Nachweise bzgl. Wohnsitz in Schweden und Deiner laufenden Einkünfte (mit nachgewiesenem Reichtum soll es auch klappen, kenne aber keinen solchen Fall :lol: ). Auch soll es Fälle geben, in denen ein in Schweden permanent Lebender für den Einwanderer gebürgt haben soll - mich daraufhin aber bitte nicht ansprechen :) .

Was einen Arbeitsplatz betrifft: Das Problem einen zu finden ist in S wie in D etwa gleich leicht oder schwer. Es ist - wenn man einen Arbeitsplatz gefunden hat - hier in den meisten Fällen erst einmal ein Praktikum (bei uns waren es 4 Monate - Bezahlung erfolgte über die Försäkeringskassan mit 172:- SEK/Tag - dafür muss man aber wohl vorher hier als Arbeitssuchender registriert worden sein), dann eine oder zwei Probezeit/-en (die zusammen bis zu 12 Monaten dauern kann) und erst dann ein fester unbefristeter Arbeitsplatz vorgesehen.

So war es bei uns. Bzgl. Deiner anderen Fragen (was passiert wenn . . .) haben wir keine Erfahrungen.
Lycka till och hejdå
Hanjo
Wer seine Träume erfüllen will, muss erst einmal aufwachen
http://www.hanjo-sverige.se

karlskronit
Aktives Mitglied
Aktives Mitglied
Beiträge: 150
Registriert: 21. Februar 2008 20:42

Re: Soziale Absicherung bei Einwandern in Schweden?

Beitragvon karlskronit » 1. April 2008 20:49

hallo hanjo, :smt006 ich glaube man braucht keine aufenthaltsgenehmigung und arbeitserlaubnis mehr.Bo och arbeta i ett EU- eller EES-land

Alla som är medborgare i ett EU/EES-land har rätt att vistas i ett annat medlemsland en kortare eller längre tid för att arbeta eller studera. De behöver inget arbets- eller uppehållstillstånd, men däremot måste de registrera sig om de ska stanna i landet längre än tre månader.


mvh torsten

Benutzeravatar
HeikeBlekinge
Alter Schwede
Alter Schwede
Beiträge: 2069
Registriert: 4. Januar 2008 20:20
Schwedisch-Kenntnisse: fließend
Lebensmittelpunkt: Schweden

Re: Soziale Absicherung bei Einwandern in Schweden?

Beitragvon HeikeBlekinge » 1. April 2008 21:14

Hanjo schrieb ja auch Aufenthaltsrecht @Thorsten ;-)
Und von Arbeitserlaubnis schrieb er doch eh nichts.
Anmelden (also Aufenhaltsrecht anmelden)
muss sich JEDER beim migrationsverket.

Hälsningar
Heike
www.lilla-koksgarden.se


>Wer wenig weiß redet viel, wer Wissen hat wird neugierig, wer viel Wissen hat schweigt<

Benutzeravatar
Rüdiger
Schwedenfreund
Schwedenfreund
Beiträge: 615
Registriert: 16. April 2007 22:03
Schwedisch-Kenntnisse: Grundkenntnisse
Lebensmittelpunkt: Deutschland

Re: Soziale Absicherung bei Einwandern in Schweden?

Beitragvon Rüdiger » 1. April 2008 21:22

Auch hej hej, ihr Helden!

Die meisten hier in diesem Forum, die nach Schweden auswandern wollen, fragen zuerst nach den Möglichkeiten, eine Arbeit zu finden, um den Lebensunterhalt in Schweden finanzieren zu können.

Ihr aber fragt zuerst (!) nach dem "sozialen Netz", welches Euch möglicherweise in Schweden auffangen soll.

Wer seid Ihr, was habt Ihr für Berufe, womit gedenkt Ihr Euren Lebensunterhalt in Schweden zu verdienen? In welche Gegend zieht es Euch? Was sind Eure Erwartungen an Schweden als Euer Auswanderungsland?


Liebe Grüße,
Rüdiger

Benutzeravatar
HeikeBlekinge
Alter Schwede
Alter Schwede
Beiträge: 2069
Registriert: 4. Januar 2008 20:20
Schwedisch-Kenntnisse: fließend
Lebensmittelpunkt: Schweden

Re: Soziale Absicherung bei Einwandern in Schweden?

Beitragvon HeikeBlekinge » 2. April 2008 02:33

Rüdiger hat geschrieben:Auch hej hej, ihr Helden!

Die meisten hier in diesem Forum, die nach Schweden auswandern wollen, fragen zuerst nach den Möglichkeiten, eine Arbeit zu finden, um den Lebensunterhalt in Schweden finanzieren zu können.

Ihr aber fragt zuerst (!) nach dem "sozialen Netz", welches Euch möglicherweise in Schweden auffangen soll??

Wer seid Ihr, was habt Ihr für Berufe, womit gedenkt Ihr Euren Lebensunterhalt in Schweden zu verdienen? In welche Gegend zieht es Euch? Was sind Eure Erwartungen an Schweden als Euer Auswanderungsland?


Liebe Grüße,
Rüdiger


Lieber Rüdiger,

und du interpretierst als erstes das nach einem "sozialem Netz gefragt wurde das auffangen soll"

Lese ich nicht so. Nur ganz menschlich gesehen verständlich verfaßte Fragen nach "wie-wenn-was passiert"! Also Angst vor Rückfällen, Rückschlägen... Genug Verstand also um dies zu kalkulieren.

Wer bist Du?
Was ist Dein Beruf?
Womit verdienst Du dein Geld?
Welche Deiner Erwartungen wurden erfüllt?

und:
Inwiefern bist Du bereit dein Wissen und deine Erfahrungen weiterzugeben - ohne Vorurteile oder Fehlinterpretation?

Liebe Grüße
Heike


----
Man kann den Menschen nur vor den Kopp schauen!
www.lilla-koksgarden.se


>Wer wenig weiß redet viel, wer Wissen hat wird neugierig, wer viel Wissen hat schweigt<

helden

Re: Soziale Absicherung bei Einwandern in Schweden?

Beitragvon helden » 2. April 2008 08:53

Vielen Dank erstmal für die Beiträge,

ich muss vielleicht etwas mehr schreiben, damit nicht der Eindruck entsteht wir wollen nur vom Sozialstaat Schweden leben :?

Wir würden NUR nach Schweden auswandern, wenn meine Frau zuvor eine Stelle gefunden hat und diese Stelle zukunftsorientiert ist, also nicht befristet.

Da sie schon 7 Monate in Schweden war und ihre Sprachkenntnisse wie auch ihre Ausbildung (Studium) dann meine übertreffen, hat sie erstmal bessere Chancen, ich wollte mir dann danach einen Job suchen oder auf die Kind (er?) aufpassen, so als Tagesvater oder so.

Es soll ja das System geben, dass wenn man ein fremdes Kind betreut und ein eigenes, dass man dass 500 Euro/ Monat und Kind als Bezahlung vom Staat erhält.

Dies wären unsere Voraussetzungen für eine Auswanderung.

Ohne Job gehen wir nicht rüber!

Aber sicher möchte auch wissen, was passiert wenn einer von uns schwer krank wird etc. Unfall mit einem Elch oder so?

In Deutschland gibt es inzwischen auch nicht mehr viel, also nur Sozialhilfe oder Hartz4 aber immerhin gibt es was.

Und dies wollte mich halt erkundigen und nicht erst vor Ort feststellen, dass es für Einwandern nichts gibt.

Irgendwo las ich, dass die Einwanderer wieder gehen müssen, wenn sie sich nicht selbst versorgen können.

Stimmt dies?

Schöne Grüße

Zdenek

helden

Re: Soziale Absicherung bei Einwandern in Schweden?

Beitragvon helden » 2. April 2008 08:57

Ach ja, ich muss noch ergänzen,

meine Frau wird dann Diplom Wirtschaft-Informatikerin sein und ich bin selbst Informatiker.

Wir wollen in die Nähe von Linköping gehen, weil es uns da gefällt.

Erwartungen haben wir, dass dass Leben dort lebenswerter ist, wobei man genauso für sein Geld wie hier arbeiten muss.

Gerade für Kinder ist es besser und ich denke die Natur ist auch ein großer Pluspunkt und es ist halt ein Abenteuer. Reicht dies erstmal zur Erklärung? :wink:

Schöne Grüße

Zdenek


  • Vergleichbare Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag

Zurück zu „Auswandern“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast