Soziale Absicherung bei Einwandern in Schweden?

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janaquinn
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Re: Soziale Absicherung bei Einwandern in Schweden?

Beitragvon janaquinn » 19. April 2008 07:16

Stimmt Miriam, mal wieder :lol: !! Wir haben in der ganzen Planungszeit und auch in den harten Zeiten, hier in Schweden, nur nach vorn geschaut. Und es gab Zeiten in Schweden, da ging es uns wirklich nicht gut, wirtschaftlich gesehen. Aber irgendwann ist der Knoten geplatzt und es hat einfach "gefunzt". Auch wir hätten im letzten Jahr nie im Leben daran geglaubt, ein Jahr später in einem solchem Haus leben zukönnen. Das einzige, was wir im Augenblick längerfristig planen, ist die Annahme der schwedischen Staatsbürgerschaft in 4 Jahren, alles andere zu planen geht einfach nicht.
Und wie einige schon schrieben, wir können eure Fragen beantworten, euch Tips geben, ABER die Entscheidung für oder gegen Schweden können wir euch nicht abnehmen.
Und wie ich schon geschrieben habe, ein wenig Risikobereitschaft muss einfach vorhanden sein. Es gibt so einige hier im Forum, die mit Kindern in den unterschiedlichsten Altersklassen ausgewandert sind oder es gerade planen, und wenn ich so die Meinungen und Erfahrungen zusammenfasse, hat es KEINER bereut oder kaum einer.
Schweden ist nicht perfekt, das perfekte Land gibt es nicht,aber wenn man sich mit den Stärken und Schwächen arrangiert und sich drauf einlässt, kann man ein sehr gutes Leben führen, dass sich aber von Fall zu Fall unterscheidet. Hier im Forum sind soviele unterschiedliche Mentalitäten und jeder sieht sein "perfektes" Leben anders, einfach weil die Lebensumstände vollkommen unterschiedlich sind. Das Leben meiner Familie ist "Perfekt", weil wir uns einen Traum erfüllt haben, weil wir in einem Jahr soo unglaublich viel erreicht haben, weil wir alle einen guten Job haben und niemals aufgehört haben nach vorn zuschauen, so schlimm die Zeiten auch waren.
Euer "perfektes" Leben könnt nur IHR euch schaffen, wir können dabei Ratgeber und Hilfesteller sein, aber keine Entscheidungsabnehmer.
Nicht böse sein, wenn ich so offen geschrieben habe, aber auch dafür ist ein Forum da und ihr könnt aus den unterschiedlichen Erfahrungen nur lernen.

LG JANA :wink:
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bjoerkebo

Re: Soziale Absicherung bei Einwandern in Schweden?

Beitragvon bjoerkebo » 19. April 2008 08:44

@ Jana

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helden

Erfahrungen

Beitragvon helden » 19. April 2008 08:56

Danke, für viele konstruktive Kritik!

Wir nehmen es gerne an.

Ich habe als Ausländer in Deutschland lange gelebt, als meine Eltern aus der CSSR geflohen sind, mit 2 Koffern und so bin ich etwas vorgeprägt und spektisch.

Ich sah alle Träume meiner Eltern verplatzen an der Bürokratie Deutschlands und üble Ausländerfeindlichkeit uns entgegenstrahlen.

Z.B.
Meine Vater reparierte kostenlos als Elektriker vieles bei den Nachbarn.

Und einmal kam der Spruch, nach getaner Arbeit, dass es doch ihr nicht so ist wie für,

"Gell, Herr P..., zu Hitlers Zeiten war noch alles im Gut"

So bin ich einwenig vorsichtiger, um nicht blauäugig nach Schweden zu gehen.

Weiter hatte unser Sohn das Kawasaki-Syndrom, woran fast gestorben wäre.
Nur eine 30 000 Euro teuere Behandlung hat ihm das Leben gerettet.

So ist es meine berechtigte Frage, wie ausschaut, wenn er (zwar unwahrscheinlich) einen Rückfall hat und dass er auch behandelt wird.

Hier in Deutschland hatte ich 200 Absagen, neben 2 Zusagen in den letzten 3 Jahren, was mir auch zu denken gibt.

Bei einer Stelle hat man mir mit 38 doch anzweifelt, dass ich noch flexibel genug wäre...

Ich denke nach diesen Erfahrungen sind die Fragen nach der sozialen Sicherheit nicht ungewöhnlich oder?

Aber toll, dass sich soviele an der Diskussion beteiligen!

:schwedentor2:

Liebe Grüße

Zdenek

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janaquinn
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Re: Soziale Absicherung bei Einwandern in Schweden?

Beitragvon janaquinn » 19. April 2008 09:15

Hej Zdenek,
ich kann dich verstehen, auch wo ich jetzt die Krankheitsgeschichte deines Sohnes kenne. Ich wünsche euch und natürlich vorallem ihm, dass es keine weiteren Rückfälle bzw. Komplikationen gibt. Ich denke, in diesem speziellen Fall, solltet ihr auf jeden Fall in der Nähe einer grösseren Stadt leben, einfach um die ärztliche Versorgung zu gewährleistet zu haben. (Spreche ja auch aus Erfahrung).
Bei meinem Mann wurde auch mehrmals angezweifelt, ob er durch unseren Sohn überhaupt flexibel genug wäre, allerdings war er auf diese Job´s nicht wirklich angewiesen, sondern hatte sich einfach interessehalber dort beworben. Sie wollten ihn zwar einstellen, aber nur OHNE behindertes Kind :evil: :evil: , also hat er sich gegen die jeweiligen Firmen entschieden.
Was die Ausländerfeindlichkeit betrifft, die haben wir "nur" innerhalb meiner Familie erlebt, so hat mein ältester Bruder jeglichen Kontakt zu mir und der Familie abgebrochen, nur weil ich mit einem Amerikaner verheiratet bin, von meinem Vater will ich erst garnicht sprechen.

Auch hier in Schweden werdet ihr mit Ausländerfeindlichkeit konfrontiert werden, mal versteckt und manchmal, leider, auch ganz offen. Solch ewig gestrige gibt es überall, auch in Schweden.
Ich habe als ehemalige DDR-Bürgerin gerade in Bayern Sachen erlebt, die auch 10 Jahre später nur zum k...sind, aber ich habe gelernt ÜBER solchen Dingen zustehen.

Und wie gesagt, man kann viele Sachen im Vorfeld abklären, aber eben nicht alles. Einfach weil viele Entscheidungen aus dem Moment heraus entschieden werden müssen. Bewerbt euch in Schweden, sondiert eure Chancen und schaut euch das Land an, aber nicht mit den Augen von Touristen sondern mit den Augen von Menschen, die hier leben wollen. Als Tourist kann man über viele Sachen hinweg schauen, wenn man dauerhaft hier leben will, muss man auf ALLES schauen, nicht nur auf die schöne Landschaft und die netten Menschen, denn das sind die Schweden immer, vorallem wenn man im Urlaub da ist. Auch hier gibt es Menschen, die euch übel mitspielen wollen/können. Und schaut auf die Innenpolitik Schwedens, denn die Bürgerliche Regierung demontiert etliche Sachen, die die Regierung Persson und die früheren Regierungen in harten Reformen aufgebaut hat. Man kann nur hoffen, dass die Schweden in 2 Jahren wieder sozialistisch wählen.

LG JANA
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vinbäre

Re: Soziale Absicherung bei Einwandern in Schweden?

Beitragvon vinbäre » 19. April 2008 14:14

Hallo Helden,
in Linköping ist eine der besten Unikliniken Schwedens mit internationalem guten Ruf, da seid ihr bestens aufgehoben, Freunde sind dort auch mit ihrem Sohn hin ueberwiesen worden, viele Schweden reisen meilenweit nach Linköping. Ich glaube da braucht ihr euch keine Sorgen zu machen.
Ausländerfeindlichkeit, damit wurde ich hier auch konfrontiert, wie in D, muss jeder seine eigenen Erfahrungen sammeln.
Sicherlich gut, dass ihr alles im Vorfeld plant und gut ueberlegt, ein gewisses Risko bleibt trotzdem, wie es hier letztendlich sein wird, das wisst ihr erst wenn Ihr denn hier seid, alls andere sind Spekulationen. Ich druecke Euch jeden Fall alle Daumen und hoffe, dass ihr denn fuer euch richtigen Weg findet. Solltet ihr nach Linköping kommen, ist es eine gute Wahl, ich muss nächste Woche wieder hin, mag die Stadt gerne.

unbekannt

Re: Soziale Absicherung bei Einwandern in Schweden?

Beitragvon unbekannt » 19. April 2008 14:55

Über Ausländerfeindlichkeit würde ich mir als Deutscher keine große Gedanken machen. Schweden hatte in den letzten Jahrhunderten immer mal wieder Einwanderungswellen aus Deutschland erfahren, was ja auch die schwedische Sprache stark beeinflusst hat. Stockholm bestand mal zu mehr als die Hälfte aus deutschen Einwanderern. Der König hat eine Deutsche geheiratet. Ahnenforschung ist ja hier beliebt und viele erwähnen gerne, wenn sie deutsche Vorfahren entdeckt haben.

Wir werden als fleißig und gewissenhaft angesehen, allerdings mit etwas mehr Ellenbogenmentalität und Befehlsempfängermentalität. Als typische Ausländer werden wir jedenfalls nicht betrachtet. Direkte Deutschenfeindlichkeit bin ich noch nicht begegnet. Deutsche Volksmusik ist unbeliebt und die deutsche Autobahnraserei passt ins Bild zur Ellenbogenmentalität. Schlange stehen können die Deutschen auch nicht, bilden immer Trauben und das ohne Nummernzettel, Stress pur und dann halten sie zu wenig Körperabstand, fallen den Leuten ständig ins Wort.

Auf jeden Fall bin ich vorsichtig geworden bei Verkäufern und Maklern geworden, die unbedingt Deutsch sprechen wollten, in der Hoffnung Unerfahrenheit ausnutzen zu können. Noch ein Grund mehr, schon vorher so gut wie möglich Schwedisch zu lernen.

nysn

Re: Soziale Absicherung bei Einwandern in Schweden?

Beitragvon nysn » 20. April 2008 09:45

Über Ausländerfeindlichkeit würde ich mir als Deutscher keine große Gedanken machen.


Vorausgesetzt, man sieht in den Augen eines Schweden "deutsch" aus, d. h. ähnlich wie die Schweden.
Hat man ein etwas südländischeres Aussehen wird man oft in die Schublade "invandrare" (die man nicht so gern hat) gepackt und das ist nicht immer von Vorteil. Ich weiß nicht, wie oft ich schon gefragt wurde (und das von Leuten, die sich zu den sog. "Bildungsbürgern" zählen) Was, kommst DU wirklich aus Deutschland?

Schweden hat sicher viele Vorzüge - würde generell aber nicht sagen, dass die Schweden offen oder tolerant wären. Mich erstaunt es immer wieder, wie "provinziell" und "kleinkariert" die Ansichten der Leute sogar in einer "Großstadt" (Göteborg) sind.

Jeder macht halt so seine Erfahrungen - gute wie weniger gute - und die ergeben im Laufe der Jahre dann für jeden sein ganz "persönliches Bild".

S-nina

helden

Re: Soziale Absicherung bei Einwandern in Schweden?

Beitragvon helden » 20. April 2008 09:51

Danke für die netten Beiträge,

wir sind guter Dinger für Schweden.

Ich hoffe wir beissen uns durch :P

Mit de Restrisiko ist mir auch klar, aber wir versuchen es soweit wie möglich abzumildern.

Klar, no risk no fun :P :P :P

Schöne Grüße

Zdenek

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Re: Soziale Absicherung bei Einwandern in Schweden?

Beitragvon Hanjo » 21. April 2008 15:12

Hej,
nur eben so zwischendurch, weil ich in diesem Thread angesagt habe, ich werde berichten bzgl. unseres Antrags, die schwedische Staatsangehörigkeit (StA) zu bekommen.

Hier nun das Ergebnis:
Am 08. April 2008 haben wir den Antrag mit allen erforderlichen Unterlagen persönlich beim Migrationsverket in Växjö abgegeben. Am 21. April 2008 erhielten wir per Post (mussten wir abholen und uns dabei ausweisen) die Urkunden und haben ab sofort - neben der deutschen - auch die schwedische StA.

Ich denke, 13 Tage sind nicht lange für einen solchen Verwaltungsakt. Und von irgendwelchen Prüfungen oder Kursen ist bei uns keine Rede gewesen.

Hejdå
Hanjo
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Re: Soziale Absicherung bei Einwandern in Schweden?

Beitragvon janaquinn » 21. April 2008 15:15

Hej Hanjo,
GRATTIS GRATTIS!!! Ich freue mich riesig für euch!!! Feiert diesen besonderen Tag und stosst mit einem Glas Sekt drauf an!!

LG JANA, die nur noch 4 Jahre warten muss :wink:
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