Soziale Absicherung bei Einwandern in Schweden?

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vinbäre

Re: Soziale Absicherung bei Einwandern in Schweden?

Beitragvon vinbäre » 16. April 2008 17:04

Na ja,aber mit euren Abschluessen, als Informatiker, wenn ihr eine Arbeit gefunden habt, dann gehe ich bei der Berufsgruppe in Linköping nicht von Arbeitslosigkeit aus. Und umziehen kann man mit Kind auch, auch wenn man sich es natuerlich erstmal nicht wuenscht. Mit der Region habt ihr euch doch was ausgesucht, was arbeitsplatztechnisch recht gut aussieht, oder? Warum geht nicht erst einer von euch hoch, sucht sich Arbeit und Unterkunft und der Rest kommt hinterher? Oder könnt ihr einen Fernarbeitsplatz einrichten und vor Ort parallel suchen?

helden

Re: Soziale Absicherung bei Einwandern in Schweden?

Beitragvon helden » 17. April 2008 08:05

Hallo Vinbäre,

naja, so ist eigentlich auch der Plan, obwohl für mich und meine Familie die Trennung von 7 Monate schon schwierig war, als ich in Linköping studierte.

Eigentlich hoffe ich, dass wir ein zweites Kind bekommen und mein Mann mit den Kindern während der Elternzeit hoch geht, aber wir müssen gucken, ob es realistisch ist.

Ich werde wohl vor gehen müssen und erstmal einen Job finden und dann meine Familie nachholen.

Obwohl mein Mann schon die Krise kriegt, dass er bei Hemköp an der Kasse sitzt und Waren durchzieht...

Aber als Einwanderer muss man eben Kompromisse machen, so denke ich...

Trotzdem wollen wir gerne wissen, was passiert, wenn wir es in den ersten 5 Jahren nicht aus eigener Kraft schaffen, man weiß ja nie mit Krankheit etc.

Schöne Grüße

Rita Held

Volker
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Re: Soziale Absicherung bei Einwandern in Schweden?

Beitragvon Volker » 18. April 2008 09:08

helden hat geschrieben:Trotzdem wollen wir gerne wissen, was passiert, wenn wir es in den ersten 5 Jahren nicht aus eigener Kraft schaffen, man weiß ja nie mit Krankheit etc.


Hallo,
meine 5 Jahre sind ja noch nicht rum, also stellt sich bei mir auch die Frage, die ich vernünftig finde. Allerdings gehe ich jetzt nicht so die Frage an, dass ich wochenlang das schwedische Einwanderungs- und Sozialrecht wälze. Erst einmal kommt man als Familie auch über die Runden, wenn nur einer verdient. Das Haus in Toplage und die zwei neuen Autos sind dann eben nicht drin. Wenn man Kinder hat, genießt man vom schwedischen Sozialsystem ebenfalls besonderen Schutz. Auch habe ich den Eindruck, das man als Behinderter leichter seine Stelle behalten kann als in Deutschland.

Bitte jetzt nicht lachen, aber so kann man auch etwas über das Land erfahren: Überall trifft man doch behindertengerechte Toiletten an. In Deutschland wird dagegen ein Haufen Geld für Damen- und Herrentoiletten ausgegeben, die für Rollstuhlfahrer unereichbar sind. Die Schweden denken in vielen Punkten sozialer und weniger konventionell, ist das, was ich damit sagen wollte.

Und wenn ihr wegen Krankheit in Schweden scheitert, was ich bei Eurer Konstellation für unwahrscheinlich halte, dann seid ihr halt um eine interessante Erfahurng reicher geworden, die ihr nicht hättet, wenn ihr die Auswanderung nicht gewagt hättet. Ihr könnt dann sagen: "Wir haben es wenigstens probiert". Oder wollt ihr in Deutschland bleiben und immer wieder vorwurfvoll die Fragen stellen: "Ach, was wäre, wenn wir damals doch ausgewandert wären?"

Bei Eurer Ausgangslage habt ihr Grund zum Optimismus. Der dicke Bonus sind die 7 Monate Studienaufenthalt in Schweden. Oft bieten die Wohnungsgesellschaften der Gemeinden möblierte Wohungen an, die man schnell wieder kündigen kann. Mit dem Wohnsitz in Schweden besorgt ihr Euch auch gleich die Personnummern, weil ihr dann krankenversichert seid. Ihr habt dann vor allen Dingen einmal eine schwedische Adresse, von der Ihr Euch erfolgreicher bewerben könnt. Oft klappt es nicht direkt über die Firmen, sondern über die privaten Arbeitsagenturen wie z.B. Manpower, die in jeder Großstadt wie z.B. Linköping ein Büro haben. Das schwierigste ist, die erste Anstellung zu finden. Danach findet man eigentlich viel viel viel leichter was. Wenn dein Mann wegen der Sprache am Anfang keinen Job finden solltet, kann er ja den SFI- oder SAS-Kurs besuchen. Vielleicht fängt er erst einmal damit an, für ein paar Monate PCs zusammenzuschrauben oder zu reparieren.

Ich glaube ihr seht es zu kompliziert. Eine Auswanderung lässt sich nicht mikrodetailgenau planen. Nur Mut. Optimisten leben länger und sind erfolgreicher. Pech ist die Summe der verpassten Chancen.

helden

Re: Soziale Absicherung bei Einwandern in Schweden?

Beitragvon helden » 18. April 2008 09:38

Vielen lieben Dank fürs Mutmachen, Volker!

:danke:

Hier ist es echt nett im Forum!

:schwedentor2:

Ja, ich denke Du hast Recht :D

Schöne Grüße

Die Helden

bjoerkebo

Re: Soziale Absicherung bei Einwandern in Schweden?

Beitragvon bjoerkebo » 18. April 2008 09:58

Sorry,wenn ich nun mit etwas Kritik kommen,aber will versuchen etwas zu verdeutlichen:

Ich spreche jetzt mal für alle die in Schweden wohnen(hoffe nimmt mir keiner übel):

Sind wir nicht alle mit einem Stück Ungewißheit hier angekommen?!
Viele hatten vorher keinen Job,mußten erst auf die Suche gehen.
Einige von uns haben "besondere Umstände" auf die sie auch noch zusätzlich
Rücksicht nehmen müssen.
Wer verspricht einem denn das dan Leben für die jüngere Generation in Deutschland so bleibt,
wie sie derzeit ist?!

Ich glaube ein gewisses Restrisiko ist immer und überall.Und entweder man wagt es oder nicht.Man legt es doch nicht darauf an krank zu werden.Natürlich kann das Schicksal einem übel mitspielen,aber auch in Deutschland sind schon Menschen durch Krankheit zu Sozialfällen geworden.Nur komischerweise denkt man da nicht so oft drüber nach.

Ich denke schon,das es gut ist,wenn ihr euch ausreichend informiert.Aber in erster Linie müßt ihr euch selbst absichern,sprich Reserven anlegen oder auch bereit sein unbequeme Wege zu gehen,z.B. das einer vorgeht und den Weg ebnet.

Wir sind jetzt über ein Jahr hier und wir haben schon viel Hife von Schweden bekommen.Aber das muss man sich auch erarbeiten,erst geben,dann nehmen.
Denke das ist in Deutschland nicht anders.

Ich hoffe ihr könnt für euch eine Entscheidung treffen und findet Antworten auf eure Fragen.
Viel Glück

Grüße aus Schweden. :smt006

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Re: Soziale Absicherung bei Einwandern in Schweden?

Beitragvon janaquinn » 18. April 2008 10:09

Hej Ihr Helden,
ich kann Miriam nur zustimmen. Als wir damals unsere Auswanderung planten, gab es viele Unbekannte in unserer Rechnung, einige konnten wir durch intensive Recherchen und die Forumsmitglieder ausräumen, andere blieben bis zur Ankunft und drüber hinaus.
Sicherlich kann man vieles planen, aber das Leben kann man nicht planen. Beinahe alle Forummitglieder wissen, dass wir ein behindertes Kind haben und trotzdem, bzw. gerade deshalb haben wir diesen Schritt gewagt.
Und ganz ehrlich: Wenn wir es geschafft haben, dann kann es jeder, der sich vernünftig vorbereitet, schaffen.

Eine Auswanderung beinhaltet immer eine 50:50 Chance, entweder man schafft es oder man schafft es nicht.
Und selbst, wenn ihr euch jahrelang vorbereitet, gibt es immer ein Restrisiko, dass ihr euch vielleicht garnicht wohlfühlt und deswegen nach Deutschland zurückgeht.

LG JANA
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bjoerkebo

Re: Soziale Absicherung bei Einwandern in Schweden?

Beitragvon bjoerkebo » 18. April 2008 10:23

Danke Jana!

@ helden
Ihr habt doch schon den großen Pluspunkt,das einer von euch schon eine Zeit in Schweden war.
Das erleichtert die Jobsuche meist ungemein.
Wir hatten das Glück,das wir viel den Kontakt zu den Schweden gesucht haben,als wir hier angekommen sind.
Und viele sind uns dann auch mit Jobs entgegengekommen,aber letztendlich mußten wir den ersten Schritt machen.
Und ich denke das müßt ihr auch,die ersten Schritte müßt ihr machen und euch bewußt werden,was ihr wollt für eure Zukunft........

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Re: Soziale Absicherung bei Einwandern in Schweden?

Beitragvon Imrhien » 18. April 2008 19:11

bjoerkebo hat geschrieben:Und ich denke das müßt ihr auch,die ersten Schritte müßt ihr machen und euch bewußt werden,was ihr wollt für eure Zukunft........


Das ist schön gesagt Miriram. Denke ich doch, dass das eines der großen Probleme vieler Leute ist. Sie wissen nicht recht was sie wollen und wenn, dann nicht, dass sie was dafür tun sollen. Warten wirs mal ab, einer wird schon kommen und mir sagen was ich tun soll...
Ich sage das jetzte explizit nicht in Richtung der Helden, kenne Euch ja gar nicht und Ihr fragt so viel nach, da scheint das nicht so zu sein. Auch sonst will ich jetzt niemanden persönlich ansprechen, nicht, dass noch jemand überlegt wen ich meinen könnte. Es ist nur eine allgemeine Festellung, dass es immer mehr Menschen gibt, die darauf warten, dass man ihnen das Leben in die Hand nimmt.
Und als "sozialistischer" Staat ist Schweden dafür doch prädestiniert, könnte man aus Deutschland manchmal meinen, oder nicht? *ironie*
Grüße
Wiebke

vinbäre

Re: Soziale Absicherung bei Einwandern in Schweden?

Beitragvon vinbäre » 18. April 2008 20:35

Ich denke wirklich ihr seid mit euren Ausbildungen in einer sehr guten Position zwei in Schweden gutbezahlte Stellen zu finden und euch in vergleichsweiser kurzer Zeit und ohne "Umwege" eine neue Zukunft aufbauen zu können. Viele Auswanderer haben da wesentlich unguenstigere Ausgangskonstellationen gehabt und es trotzdem/oder deswegen? auch geschafft. Solltet ihr gerade ein Kind planen, eigentlich wäre es dann besser; du Rita wuerdest Dir sofort eine Stelle suchen, hochziehen, in Schweden arbeiten, schwanger werden und dann nach 240 Tagen arbeiten entbinden. Ruckzuck seid ihr dann im schwedischen Leben gelandet und Du kannst in bezahlte Elternzeit gehen....und die ganze Familie kann zusammen sein. Warum soll Dein Mann bei hemköp an der Kasse sitzen. Tut mir jetzt echt leid, aber wenn er als Informatiker in Linköping keinen Job in diesem Bereich findet, dann ist was faul. Ich bin zwar kein Fan des schwedischen Gesundheitssystems, aber sollte was ganz Gravierendes passieren, man verliert nicht die Einwanderungserlaubniss nach Deutschland, wenn man in Schweden gelebt hat. Fuenf Jahre, bis man selber auf den Beinen steht, puh, da habt ihr aber pessimistische Vorstellungen einen ziemlich langen Zeitraum auszuhalten. Ihr habt doch wirklich gute Karten, könnt euch u.U ein Haus in Preislagen finanzieren, die nicht jedem Einwanderer offenstehen, aber ausspielen muesst ihr die Karten selber. Das wird schon. Druecke euch alle Daumen!!Und seid mir nicht böse, wenn ich das jetzt so geschrieben habe, íst wirklich gut gemeint!!!!

bjoerkebo

Re: Soziale Absicherung bei Einwandern in Schweden?

Beitragvon bjoerkebo » 19. April 2008 06:59

Also,
wir haben in einem Jahr das erreicht,was wir uns für zwei Jahre vorgenommen haben.
Daher frage ich mich nicht was in fünf Jahren ist.Ich lebe jetzt und hier.
Und schenken tut mir in Deutschland auch schon lange keiner mehr was.

Ich muß sagen,ich weiß nicht so recht auf was ihr wartet@ helden.
Den Schritt zu " JA" zu sagen müßt ihr schon selbst wagen.
Den kann euch keiner abnehmen.Und wenn euer Ja noch so unstabil ist wie es derzeit rüber kommt,würde ich lieber noch warten bis ich mit einem besseren Gewissen "JA" sagen kann.

Das mag alles hart klingen,aber durch diese Schule mußten wir alle,die nach Schweden gegangen sind.
Viele werde euch bestimmt hier unterstützen wollen,mit der Beantwortung eurer offenen Fragen.
Aber ein klares "Ja" zu Schweden muss von "Euch" kommen.........


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