Soll mans wagen?

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spunk3010

Soll mans wagen?

Beitragvon spunk3010 » 29. Dezember 2008 20:05

Seid langer Zeit lese ich hier so mit, nun hab ich mich mal angemeldet, weil ich ein paar fachmännische Ratschläge benötige.
Also, ich bin seit fast 5 Jahren mit meinem Freund, der Schwede ist und in Örebro lebt, zusammen. Wir wollen nicht mehr groß rumfliegen, er möchte aber nicht nach D, da er der Meinung ist, ich hätte bessere Aussichten in S als er in D.
Es sieht so aus, habe eine Ausbildung als Bankkauffrau, bin 30, hab BWL studiert und arbeite seit 3 Jahren in einer großen deutschen Bank.
Meine Schwedischkenntnisse waren mal besser, hab 2 Jahre an der VHS gelernt, lesen kann ich eigentlich alles, reden kann ich eher weniger - dafür englisch und polnisch fließend.
Nun würde ich natürlich gerne weiterhin in der Bank arbeiten, denke, dass ich die besten Cahncen in Stockholm hätte, aber mein Schatz will aus Örebro nicht weg. Wenn ich dann sage, er soll mir mal bei der Arbeitssuche helfen, meint er, da könnte er nix für mich tun, weil im Moment niemand einstellt. Nun ja, ich weiss, dass ich mein schwedisch erstmal richtig auf Vordermann bringen müsste, Wohnung wäre ja kein Problem, aber ich möchte meinen Job hier in D nicht kündigen, bevor ich keinen Job in S sicher habe.

Ist sowas überhaupt realistisch? Kann man aus Deutschland aus eine gute Arbeit in S finden? Ich möchte halt nicht Putze irgendwo sein (nichts gegen den Beruf, aber dafür habe ich zu viele Jahre gelernt). Örebro ist nun mal nicht besonders groß, die Stellenangebote hatten auch noch nie was von einer Bank dabei :-(.

Lebt jemand von euch vielleicht in Örebro und kann mir sagen, wie das Leben da so ist? Klar kenne ich die Stadt, aber für mich ist das ein Kaff, komme halt aus einer Großstadt, weiss aber selber, wie sie Wohnungssituation in Stockholm ist und Ewigkeiten zur Arbeit anfahren habe ich auch keine Lust.

:danke: schon mal im voraus. Tack.

hansbaer

Re: Soll mans wagen?

Beitragvon hansbaer » 29. Dezember 2008 20:44

Für schwedische Verhältnisse ist Örebro schon eine passable Großstadt :-)

Von der allgemeinen Problematik, derzeit bei einer Bank unterzukommen, abgesehen, würde ich nicht so sehr auf Stellenangebote schauen. In Schweden läuft sehr viel auf persönlicher Ebene ab, d.h. vorbeigehen und fragen verhilft öfter zu einer Stelle, als man erwarten sollte. Auch eine Möglichkeit ist das Eintragen bei Recruiting-Firmen wie academicwork.se, Manpower usw. - Deine Sprachkenntnisse dürften für viele Firmen von Interesse sein.

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Re: Soll mans wagen?

Beitragvon Imrhien » 29. Dezember 2008 20:50

Hej,
Örebro ist tatsächlich nicht so groß aber für schwedische Verhältnisse gar nicht mal sooo klein.
Ob Du eine Stelle findest kann ich Dir nicht sagen. Vermutlich wird sie erst mal etwas schlechter sein als das was DU jetzt hast. Einfach weil Du keine Schwedin bist und nicht genug schwedisch kannst. Wäre in Deutschland doch ähnlich. Die stellen lieber jemand ein der die Sprache kann und da mein ich nicht so ein bisschen kann, sondern als Mutterpsrachler oder zumindest super gut. Jedenfalls wenn sie die Wahl haben.
Grundsätzlich ist es aber nicht ausgeschlossen, wobei ich nicht weiss wie Deine Chancen sind. Bankbereich ist nicht so meiner und da kenne ich mcih nicht aus.
Dein Freund müsste Dir etwas mehr behilflich sein, denke ich. Wenn er nicht nach Deutschland will und nicht aus Örebro raus, dann muss er schon ein wenig was dafür tun, damit Du da auch leben kannst. Er kann ja keine Stelle schnitzen, aber er kann immerhin danach suchen und schauen welche Möglichkeiten Du hast.
Ich kann verstehen, dass Du nicht einfach kündigen willst. Würde ich auch nicht machen. Zumal man ja nie weiss wie es dann wird. Vielleicht fühlst Du dich am Ende nicht wohl? Schliesslich sagst Du selbst, dass Örebro für Dich ein Kaff ist.
Hast Du mal darüber nachgedacht Deinen Chef um unbezahlten Urlaub zu bitten? Ich meine, eine Freistellung für ein Jahr? Das wäre nicht das erste Mal, dass das jemand macht. Hängt natürlich von der Firma ab, wie felxlibel und fortschrittlich die sind.
Ich kenne aber welche die sowas gemacht haben. So hättest Du Zeit in Schweden zu leben und zu schauen ob Dir das zusagt. Wenn ja, kannst Du die Sprache verbessern und vor Ort eine Stelle suchen. Sollte es Dir nicht gefallen und Du willst zurück, hast Du wenigstens wieder eine Arbeitsstelle und musst da nicht von Vorne anfangen.
Das wäre mein Plan A. Wenn das nicht geht und die Firma sowas nicht mitmacht... Plan B überlegen. Notfalls musst Du überlegen was wichtiger ist und wie abenteuerlustig Du bist. Vor Ort ist es auf alle Fälle leichter eine Stelle zu suchen als von Deutschland aus...

Viel Erfolg.
Wiebke

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Re: Soll mans wagen?

Beitragvon arnoandrea » 1. Januar 2009 18:52

Hallo,

Ich muß mich "Imrhin" anschließen. Er hat die Sache schon so geschrieben wie ich sie auch sehe. :D
Ich bin erst Neu hier und habe keine Schwedenkenntnisse, an denen ich dich teilhaben lassen könnte ....aber , so denke ich , habe ich doch jede Menge Menschenkenntnisse.
Was ich in deinen Schilderungen etwas seltsam finde, ist die Haltung deines Partners. :(
Nun die Frage am Rande:
"Bist du dir sicher, dass beide Seiten in die gleiche Richtung wollen"?
Es geht mich nichts an, gebe dir den Tipp nicht deine Zukunft nur auf seine Bedürfnisse zurückzuschneidern.
Ich meine ....
:idea: Ich hoffe du verstehst...???!!!!

lg

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Re: Soll mans wagen?

Beitragvon Nina » 1. Januar 2009 20:31

ich möchte mich arnoandrea anschließen.. ich find ehrlich gesagt die haltung deines freundes auch ein wenig... naja..merkwürdig.

keine ahnung, is das schwedische mentalität?
''ich will hier nich weg, aber ich mach auch nix dafür, dass du hier sein kannst. wenn du hier her willst, sieh zu wie du klar kommst''
irgendwie kommt mir das total ''unschwedisch'' vor und lässt mich darauf schließen, dass es dein freund so sieht.
und zwar als sein wesen, seine meinung...
und das bringt mcih zu der gleichen frage wie arnoandrea: bist du sicher, dass ihr beide das gleiche wollt?

sorry, zu dem anderen kann ich dir nicht weiterhelfen.

irni
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Re: Soll mans wagen?

Beitragvon irni » 2. Januar 2009 11:12

Servus!
Ich bin vor fast 20 Jahren in die Gegend Örebro gezogen, als frischgebackener Akademiker und junge Mutter.
Örebro war damals wirklich ein Kaff, ist es von der Mentalität her auch heute noch (aber sag´das zu keinem Örebroare). Für schwedische Verhältnisse ist es eine Grosstadt, immerhin die 7. grösste Schwedens! Mir gefällt die Stadt heute gut, hat Charm und mir reicht das kulturelle Angebot.
Eine Arbeit zu bekommen war damals, ebenfalls eine Konjunkturkrise, sehr schwer. Man konnte mit meiner Ausbildung einfach nichts anfangen obwohl ich eine Übersetzung vorlegen konnte. Heute habe ich eine gute Stelle an der Landesverwaltung (der Staatsdienst ist allerdings schlecht bezahlt und das ganz besonders in Örebro). Meine Suche nach Arbeit dauerte gute 4 Jahre. In der Zwischenzeit hatte ich einige zeitbegrenzte Anstellungen, die alle viel Spass machten, aber keine feste Anstellung gaben und ausserdem dachte ich so wie du, ich wollte mein Studium irgendwie verwerten und nicht meine Studienjahre so einfach wegwerfen. Ich hatte keine Verwendung für meine deutschen Sprachkenntnisse.
Vom Bankwesen habe ich nur Kundenerfahrungen, aber ich habe auch nie Stellen ausgeschrieben gesehen, das geht sicher alles intern und über persönliche Kontakte. Meine Arbeit habe ich damals über solche Kontakte und mit Hilfe einer Invandrarpraktik (Arbeitsamt) bekommen.
Wegen Sprachkenntnissen brauchst du keine Sorgen zu haben. Drei Monate im Land und nur Umgang mit Schweden reichen sicher auch für dich.
Wir probierten beide Länder aus und trotz aller Anfangsschwierigkeiten bereue ich es heute nicht einfach gewagt zu haben.
Ein dienstfreies Jahr könnte wirklich die Lösung sein. Da kannst du die Lage ausloten und siehst auch ob es mit deinem Freund funktioniert.

Ich kann dir nur viel Glück wünschen!


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