Solarstrom in Schweden?

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Hanse

Re: Solarstrom in Schweden?

Beitragvon Hanse » 18. November 2006 10:14

Hej Andrea

so eine Anlage wie Du sie beschrieben hast (12 V mit Spannungswandler auf 220/230 V) habe ich bei uns ins Wohnmobil eingebaut (2x75 Watt Paneel + eine 245AH-Batterie) und wir sind damit total glücklich da unabhängig vom Netzstrom.

Aber jetzt zu Deiner Frage:


andrecki hat geschrieben:Mein Vater hat zuhause schon alles umgerüstet...aber wir haben zu viel Wald vor der Nase. Ist das denn nicht wichtig...wie lange und wieviel Sonne man bekommt

Also zuerst ist es natürlich schon wichtig, dass Du soviel wie möglich Sonne bekommst.
Aber nimm mal einen 10L-Eimer und halte in unter einen Wasserfall. Wenn er voll ist ist er voll egal wieviel Wasser runter kommt. Je kleiner der Eimer ist, um so schneller ist er voll - aber eben auch wieder leer!
Genau so ist es mit der Solaranlage: Lang und viel Sonne mit grossen Paneelen (=viel Watt) gut - aber der Akku (die Batterie) wird eben "nur" voll und dann nicht noch voller! Und je kleiner der Akku um so schneller brauchst Du wieder Sonne! Allerdings lädt die Anlage bei uns im Womo manchmal schon bei Tageslicht und nicht nur bei voller Sonne - dann eben entsprechend langsamer.

An besten ist es, wenn man den Verbrauch ausrechnet (Verbraucher und Verbrauchszeit) und den Standort berücksichtigt (Spanien oder Skandinavien), dann kann man den Bedarf an Strom berechnen und die Anlage darauf abstimmen (Solarplatten und dazu passender Akku).
Wichtig auch bei Schrägmontage (z.B.Dachschräge): Südausrichtung!

Gruss - Hanse

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Re: Solarstrom in Schweden?

Beitragvon frasimi74 » 16. Oktober 2009 08:19

Hier mal ein Link zur aktuellen Situation in Deutschland:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/untern ... 93,00.html

Weiss jemand, wie es in Schweden aktuell aussieht?

Gruss frasimi74
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Schaufel

Re: Solarstrom in Schweden?

Beitragvon Schaufel » 16. Oktober 2009 09:17

Hej
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Der ist von 2006!

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Re: Solarstrom in Schweden?

Beitragvon Skogstroll » 16. Oktober 2009 09:23

Ach ja, der Spiegel. Nix gegen, aber man scheint traditionell etwas gegen Solarstrom zu sein. Natürlich ist es momentan noch ein Zuschussgeschäft, aber man sollte vielleich ein wenig weiter denken als nur bis zum nächsten Wochenende. Oder Wahltag.
In Schweden fristet die Photovoltaik ein eher kümmerliches Dasein. Seit diesem Jahr gibt es endlich auch ein Programm, bei dem die Investitionskosten auch für Privatanwender teilweise übernommen werden, aber der Gesamtumfang dieses Programms ist auch nach der Aufstockung mehr als bescheiden. Von sowas wie einem Einspeisegesetz können wir nur träumen.

Schweden setzt wieder schwer auf Kernkraft, auch wenn Vattenfall in Deutschland schon mal die Kompetenz zum Betreiben von Kernkraftwerken abgesprochen wurde.
Immer wieder gibt es Stimmen, die auch die letzten unverbauten Flüsse noch stauen wollen. Gerde erst wurde ein Vorschlag (gottseidank!) wieder zurückgezogen, der den Ausbau zumindet der Zuflüsse vorsah.
Während Kernkraft auf erstaunliche Akzeptanz selbst der unmittelbaren Nachbarn stösst, wird Windkraft oft vehement bekämpft. Anders sieht das nur aus, wenn die Finnen auf der anderen Seite der Ostsee ein Kernkraftwerk bauen. Man weiss ja, wie die sind.

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Re: Solarstrom in Schweden?

Beitragvon Khaine » 19. März 2010 00:50

@ Skogstroll

Da du vom Fach bist. Ich interessiere mich gerade für Turmkraftwerke und Parabolkraftwerke und frage mich ob diese in Deutschland oder (Süd)Schweden nicht genauso rentabel wären wie in Spanien oder der Sahara.
Schließlich kann man mit mehr Sonne auch nur bis zu einem Bestimmten Punkt gehen, da sonst zu Hohe Temperaturen erzielt werden, welche das Material schädigen bzw. ein Laser entsteht der sogar Stahl schmelzen kann. So gesehen dürfte die Sonne in Nordeuropa genauso gut sein, wie die im Süden. Entscheiden ist doch eher die wie lange sie scheint.

Wenn man diesbezüglich im Netzt schaut bekommt man die unterschiedlichsten Ansichten, je nachdem ob es sich um Befürworter oder Gegner handelt, was es ziemlich erschwert die Quelle auf inhaltliche Seriosität zu überprüfen, da auch vermeintlich ernsthafte Quellen wie etwa der Spiegel, ideologisch geprägt ist und sich eher negativ dazu äußert.

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Re: Solarstrom in Schweden?

Beitragvon Skogstroll » 19. März 2010 09:14

Keine Ahnung.

Zunächst mal entsteht aber ganz bestimmt kein Laser. Ein Laser emittiert kohärentes Licht durch stimulierte Emission, und dazu braucht man einen Resonator, ein Material mit geeigneten Energieniveaus (mindestens eins davon metastabil) und eine geeignete Pumpquelle. Nichts davon hat ein solarthermisches Kraftwerk.

Hohlspiegel sind allerdings wirklich die älteste Methode, richtig hohe Temperaturen zu erzeugen, und damit ist die Materialfrage natürlich wichtig. Das heist aber noch nicht, dass man ein solarthermisches Kraftwerk nicht hochskalieren kann. Zum Beispiel kann man etwas unscharf fokussieren und die Empfägerfläche vergrössern, womit man die Temperatur senkt, aber gleichzeitig einfach mehr Wasser (oder einen anderen Wärmeträger) erhitzen bzw. verdampfen kann.

Dazu braucht man natürlich viel Sonne, eine grosse Fläche und - zumindest beim Parabolkraftwerk - möglichts keinen Flughafen direkt daneben (falls mal die Spiegelsteuerung versagt). Turmkraftwerke sind - wie der Name schon suggeriert - noch dazu enorm hohe Bauten. Ob die Einstrahlung in Deutschland oder Südschweden noch reicht - keine Ahnung. Auch Bewölkung und Umgebungstemperatur könnten einen Einfluss haben, stärker als bei der Photovoltaik. Deswegen und der schieren Grösse dieser Bauten wegen würde ich die Dinger eher in der Wüste sehen als im Ruhrgebiet oder in Skåne.

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Re: Solarstrom in Schweden?

Beitragvon Tommy3 » 19. März 2010 09:47

Hej,

sowohl Turmkraftqwerke als auch Parabolkraftwerke (als auch Photovoltaik) nutzen die grossflächige Sonneneinstahlung aus. Je mehr Die Einstrahlleistung pro Quadratmeter ankommt, umso effektiver arbeitet das Kraftwerk.
Die unverschleierte Sonne strahlt mit ungefähr 1 kW Leistung auf einen Quadratmeter, der (und nund nun kommt das wichtige) senkrecht zur Eistrahlrichtung steht. D.h. für einen Sonnastrahl, der direkt von senkrecht oben kommt, auf einen Quadratmeter platt am Boden. Bei schrägstähender Sonne erhält der Bodenquadratmeter nur einen entsprechenden Bruchteil von einem kW. Deswegen stellt man ja PV-Anlagen und Parabolspiegel geneigt auf, um der SOnne so gut wie möglich zu folgen und die Ausbeute zu erhöhen. Bei Turmkraftwerken geht das nicht.
Weiterhin muss der geneigte Sonnenstrahl einen längeren Weg durch die Atmosphäre zurücklegen und wird da weiter abgeschwächt.
Diese Faktoren führen dazu, dass solche Kraftwerke auf höheren Breiten nicht sehr effektiv arbeiten. Die längere Sonnescheindauer im Sommer wird durch das WInterdunkel wieder aufgefressen.
Daher: Parabol- und Turmkraftwerke werden in D oder S sicher nie rentabel sein. Weil die Sonne zu schräg steht.

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Re: Solarstrom in Schweden?

Beitragvon Skogstroll » 19. März 2010 10:12

Es kommt noch dazu, dass ein Photovoltaikmodul auch mit diffusem Streulicht ganz zufrieden ist und zumindest eine gewisse Leistung liefert, während Parabolkraftwerke davon leben, direktes Sonnenlicht auf ein Target zu fokussieren, was mit diffusem Licht nicht funktioniert. Häufige Bewölkung dürfte hier das knock-out Kriterium sein.
Das Kilowatt pro Quadratmeter ist übrigens die Solarkonstante am Boden, atmoshpärische Absorption des 1,5-fachen Minimalweges durch die Atmosphäre ist da schon eingerechnet. Allerdings reicht schon leichte Schleierbewölkung oder niedriger Sonnenstand, um das nicht mehr zu erreichen. Senkrechter Einfall auf die Empfängerfläche ist natürlich vorausgesetzt.

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Re: Solarstrom in Schweden?

Beitragvon Khaine » 29. März 2010 23:37

Klingt jetzt alles nicht so super. Ich dachte nur, da es auf die Temperatur im gemeinsam fokusiertem Zielpunkt ankommt, sei eben die tatsächliche Menge die auf die Spiegel auftrifft weniger entscheidend (zur Not nehme man halt mehr davon). Allerdings scheinen schon die Nutzflächen in Andasol hoch zu sein. Schade.


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