Situation des Wolf's in Schweden

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Re: Situation des Wolf's in Schweden

Beitragvon Fanny » 30. April 2009 21:20

Samweis hat geschrieben: Das Problem ist der Mensch, nicht der Wolf und nicht der Bär.


Danke für diesen Satz, das ist genau meine Meinung.

Aber ob der Mensch einsichtig ist?
Das wird von mir bezweifelt.
Die Schuld wird letzlich immer dem (Raub-)tier zugewiesen.
Daran wird auch diese Diskussion nichts ändern.
Das Glück ist das einzige, das sich verdoppelt, wenn man es teilt. (Albert Schweizer)

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amarok
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Re: Situation des Wolf's in Schweden

Beitragvon amarok » 3. Mai 2009 17:31

Hej,

schön, dass sich in diesem Thread eine rege Diskussion entwickelt hat.
Ich bin u.a. ein bekennender Wolfs- und Bärenfreund und als Nordlandfahrer interessiert mich natürlich besonders, wie die Situation dieser Tiere in Schweden aussieht.
Unstrittig ist das Konfliktpotential, dass zwischen Mensch und Raubtieren besteht. Wenn ich z.B. betroffener Schafhalter wäre, in dessen Weidegebiete Wölfe und Bären zurückkehren, würde ich diesen Raubtieren gegenüber vielleicht auch eher einen kritischen Standpunkt vertreten.
In diesem Zusammenhang ist aber vor allem beachtenswert, dass es sich hierbei nicht um eine "Ansiedelung" oder um ein "Aussetzen" von Bär und Wolf handelt (wie z.B. in einigen Gebieten der USA), sondern Wolf und Bär kehren zurück in ursprüngliche Lebensräume trotz der z.T. stärkeren Präsenz des Menschen in diesen Gebieten.
Die Regulierung der Schalenwildbestände durch die Bejagung wurde in den zurückliegenden Jahrzehnten immer als ein Argument pro Jagd angeführt. So zumindest in Deutschland. Nun kehrt der Jäger-Wolf zurück und so einige Jäger sehen ihn als Konkurrenten. (Es ist jedoch so, dass der Wolf nur einen geringen Beitrag zur Dezimierung der z.T. überhöhten Schalenwildbestände leisten kann.) In Schweden ist die Situation ähnlich. Hinzu kommt dort noch, dass die traditionelle Bejagung des Elches mit z.B. Elchhunden, Jämthunden und Laikas fest verankert ist. Aber wie von mir schon in einem der ersten Beiträge angesprochen, gibt es auch noch andere Formen der Bejagung, um Tötungen von Hunden bei Jagden durch Wölfe zu vermeiden. Ich gehe ja selber jagen und habe eine Laika und setze meinen Hund dabei nicht unnötigen Gefahren aus, so z.B. die Suche in der Nähe stark befahrener Straßen. Außerdem hat für mich in der Vergangenheit die Jagd als eine Form der Nutzung der Natur durch den Menschen und der Schutz der Natur ein Zusammenhang gebildet. Daher ist für mich u.a. auch als Jäger der Schutz des Wolfes selbstverständlich.
In einer Reportage über die Wölfe in der Lausitz hat ein ortsansässiger Jäger einen sehr schönen Satz gesprochen: "Wer die Wölfe in Frage stellt der stellt die Jagd selbst in Frage." So ist es!

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Re: Situation des Wolf's in Schweden

Beitragvon Samweis » 4. Mai 2009 10:00

Hallo Amarok,

amarok hat geschrieben:Unstrittig ist das Konfliktpotential, dass zwischen Mensch und Raubtieren besteht.

Richtig. Als Konfliktpotential sehe ich:
    1. Verlust an Nutztieren
    Dieser Verlust kann durch staatlich organisierten Schadenersatz ausgeglichen werden. Ist der Ersatz angemessen, sollte eigentlich kein Konfliktpotential zurückbleiben.
    2. Bedrohung der Bevölkerung
    Nach mehreren umfangreichen Studien besteht diese Gefahr nicht. Die Tiere meiden den Menschen. Allenfalls von tollwutinfizierten oder menschengewöhnten Tieren geht eine Gefahr aus. Erstere gibt es in Schweden nicht und letzteres hat der Mensch selbst in der Hand.
    3. Verringerung des Freizeit-Nutzwertes des Waldes
    Wenn genügend Leute Angst haben vor Punkt 2, geht niemand mehr in den Wald um Pilze oder Beeren zu sammeln oder sich einfach zu erholen. Da Punkt 2 aber bereits entkräftet ist, geht es also nur um die ausreichende Information der Bevölkerung. Dem steht entgegen, dass es eine Interessensgruppe gibt, die m.E. mit gezielter Desinformation arbeitet.
    Dieser Interessensgruppe ist ja nicht nur der Wolf sondern auch schon der Pilzesammler oder der "polnische" Beerenpflücker ein Dorn im Auge.
    4. Konkurrenz zum Jäger
    Nach der weiter oben in diesem Thread zitierten Studie von Naturvårdverket sterben ca. 3% der jährlich getöteten Elche durch den Wolf. Gegenüber den erjagten Tieren ist dies vernachlässigbar.
    5. Trophäe, "Jagdstolz"
    Hiermit meine ich den Wunsch des Jägers (oder mancher), von sich sagen zu können, er/sie habe einen Wolf oder einen Bären getötet. Hierbei steht m. E. nicht so sehr die physische Trophäe im Vordergrund als die "Geschichte der eigenen Tapferkeit" als Mittel zur Selbstbeweihräucherung.
    Dies ist der einzige Punkt, der unauflöslich mit dem Tod des Tieres verknüpft ist und den Wunsch zum Abschuss erklärt.
Interessant ist, dass dieser letzte Punkt nie diskutiert wird und besonders von Jägern gemieden wird. Kein Wunder, da die Tötung von Tieren aus diesen Motiven ja gesellschaftlich nicht besonders hoch im Kurs steht. Ein Jäger, der sich auf dieses Terrain begäbe, hätte gegenüber einem emotionalisierenden Tierschützer sofort schlechte Karten.
Also werden regelmäßig Scheingefechte in den Punkten 1-4 geliefert und versucht, die "Massen" zu beeinflussen, Ängste zu schüren oder mit einem imaginären wirtschaftlichen Verlust zu argumentieren.
Siehe: beitrag80528.html#p80528
Was mich dabei stört ist, dass die Argumentation nicht zusammenpasst. Es wird immer von etwas anderem gesprochen als gemeint ist.
amarok hat geschrieben:sondern Wolf und Bär kehren zurück in ursprüngliche Lebensräume trotz der z.T. stärkeren Präsenz des Menschen in diesen Gebieten.
Einerseits nimmt durch die Jagdbeschränkungen der Druck auf die Population ab, andererseits ist es aber auch so, dass die Präsenz des Menschen in den ehemaligen Lebensräumen abnimmt. In "unserem" Dorf lebten vor 100 Jahren mehr als 200 Menschen. Heute sind es 4 (wenn wir zu Hause sind).

Viele Grüße

Samweis

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Re: Situation des Wolf's in Schweden

Beitragvon amarok » 4. Mai 2009 12:28

Hej Samweis,

bzgl. Deiner Konflikt-Aufzählung stimme ich Dir weitest gehend zu. Da hast Du ja nichts anderes geschrieben als ich.
Bei den Nummern 2 und 3 handelt es sich m.E. allerdings nicht um Konflikte, sondern um Argumente der Wolfs-Gegner, die Du in deinen Punkten 4 und 5 benannt hast. (Eigentlich geht es in diesem Thread ja um den Wolf. Aber ich sehe durchaus eine mögliche Gefahr wenn Braunbären, aus welchen Gründen auch immer, in die unmittelbare Nähe von Siedlungen kommen, um dort nach Fressbaren zu suchen. Aber auch dieser Konflikt ist fast immer friedliche lösbar meine ich.)

Viele Grüße

amarok
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Re: Situation des Wolf's in Schweden

Beitragvon Samweis » 4. Mai 2009 13:12

Hallo Amarok,

amarok hat geschrieben: sondern um Argumente der Wolfs-Gegner, die Du in deinen Punkten 4 und 5 benannt hast. (

Eigentlich sind sie ja noch nicht einmal "Wolfs-Gegner" - sie sind sogar Wolfs-Freunde.
Allerdings auf eine sehr spezielle Art.....

Laut einer Studie des Projektes "Friluftsliv i förändring", gibt die Mehrzahl der Jäger an, dass sie sich mehr Bären und mehr Wölfe wünschen (damit mehr bejagt werden kann).
http://www.friluftsforskning.se/downloa ... ,+webb.pdf

Eignetlich wären sie also glücklich mit mehr Wolf. Aber die Argumentation passt nicht zusammen:

Bei uns in der "Nachbarschaft" gibt es einen Bären (sorry, wieder Bär und nicht Wolf, aber Wolf haben wir gerade keinen :wink: ).
Meine Nachbarn jagen alle selbst und wissen das natürlich auch. Unten im Ort an der Küste erzählen sie aber, sie haben drei riesige Bären beisammen gesehen - doppelt so groß wie das alte Männchen im Junsele Djurpark. Wollen sie, dass die Bevölkerung "Schutzjagd" brüllt oder nur dass die Leute ihre Beeren und Pilze woanders sammeln? Die Gerüchte kommen jedenfalls immer pünktlich im September...

Dieses nicht haltbare Bedrohungs-Szenario hat der schwedische Jägareförbundet inzwischen fallen gelassen
http://www.jagareforbundet.se/svenskjak ... ngrepp.asp
(auch wenn diese Fakten bei manchen deutschen Jägern noch nicht angekommen sind) und verfolgt jetzt eine andere Strategie:
1. Ein Schaf oder ein Ren ist ersetzbar, der Hund hat jedoch auch einen immateriellen Wert, da der Mensch ja eine Beziehung zu ihm aufbaut. Also gibt's auf der Homepage des Jägareförbundet eine große Liste der armen Hunde, die durch Wölfe getötet wurden. Um auf diese Liste zu kommen, reicht es, wenn der Hund verschwunden ist und irgendjemand behauptet, irgendwann in der Nähe schon einmal einen Wolf gesehen zu haben.
2. Die Raubtiere verursachen volkswirtschaftlich einen ungeheuren Schaden. (Und das ausgerechnet jetzt in der Wirtschaftskrise.)
halbe-milliarde-schaden-durch-raubtiere-in-schweden,14823.html
Der Verband versucht also mit Argumenten für weniger Raubtiere dem Wunsch seiner Mitglieder nach mehr Abschussmöglichkeiten nachzukommen, weil die umgekehrte Argumentation ihm nicht vertretbar scheint.

Es wid also argumentiert, was das Zeug hält - aber die dahinter stehende Absicht ist eine ganz andere.

Derselbe Jägareförbundet führt übrigens jetzt unten im Ort kostenpflichtige Kurse "Eftersök björn" durch. Da bin ich noch unentschlossen, was ich davon halten soll. Prinzipiell finde ich es ja gut, wenn mehr Informationen über die Tiere verbreitet werden. - Aber wenn in diesem Zusammenhang dann Exkursionen gemacht werden, um dem Tier auf die Zehen zu steigen und in den Hintern zu gucken....
Das könnte mich beunruhigen, da ich hier oben lebe.

Viele Grüße

Samweis

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Re: Situation des Wolf's in Schweden

Beitragvon amarok » 4. Mai 2009 13:39

Hej Samweis,

danke für die Infos und Links. Zum Thema "Braunbär" hatten wir hier im Forum übrigens schon mal eine anregende Diskussion. Geh dazu mal auf die Suchfunktion des Forums. Übrigens die von Dir angesprochenen Kurse des schwed. Jagdverbandes "Eftersök björn" verstehe ich als "Einen Bären nachsuchen", soll heißen einen angeschossenen Bären (gefahrlos) nachsuchen. In diesem Sinne also keine "Bärchen-Safari". http://www.jagareforbundet.se/utbildnin ... efault.asp
Vor einiger Zeit gab es auf der HP des Jagareferbondet auch ein makaberes virtuelles Spielchen bei dem man per Mausklick auf einen Bären schießen konnte, um festzustellen wo ein tödlicher Schuss sitzen sollte. Das komische daran fand ich nur, dass wenn ein Jäger dann im Wald einem Bären begegnet und mit seiner Maus per Klick zum Schuss auf diesen kommen will, er in der kalten Herbstzeit damit rechnen muss, dass die Batterie der Maus versagt. :shock: :mrgreen:
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Re: Situation des Wolf's in Schweden

Beitragvon Samweis » 4. Mai 2009 14:50

Hallo Amarok,
amarok hat geschrieben:Zum Thema "Braunbär" hatten wir hier im Forum übrigens schon mal eine anregende Diskussion.

:danke: Den habe ich jetzt auch gefunden. :wink:

amarok hat geschrieben:"Eftersök björn" verstehe ich als "Einen Bären nachsuchen", soll heißen einen angeschossenen Bären (gefahrlos) nachsuchen. In diesem Sinne also keine "Bärchen-Safari".

Das ist richtig. Allerdings sind auch "Exkursionen" Bestandteil des Kurses. Eine davon geht in den Junsele Djurpark - das, finde ich, ist OK. :wink:

amarok hat geschrieben:Da hast Du ja nichts anderes geschrieben als ich.

Sorry, wollte Dich nicht wiederholen.
Aber es freut mich, dass wir in bezug auf die Punkte 2 und 3 derselben Ansicht sind - auch oder gerade weil dies hier im Thread schon als "Verharmlosung objektiver Gefahren" bezeichnet worden ist.

amarok hat geschrieben:Aber wie von mir schon in einem der ersten Beiträge angesprochen, gibt es auch noch andere Formen der Bejagung, um Tötungen von Hunden bei Jagden durch Wölfe zu vermeiden.

Eben. Genau so hatte ich das verstanden.
Zumal ich die weiter oben beschriebene "Funktionsweise" eines Elchhundes und des Ablaufes der Elchjagd reichlich romantisiert finde.
Soweit ich weiß, geht auch in Deutschland die Einzeljagd aus den Groschenromanen immer weiter zurück. Hier in S kenne ich niemanden, der tatsächlich allein mit seinem Hund auf Pirsch geht oder sich die Nächte allein auf dem Hochsitz um die Ohren schlägt.
Hier wird die Elchjagd als Gesellschaftsjagd in Form der Drückjagd durchgeführt. Manchmal habe ich das Gefühl, dass auch eine regelrechte Treibjagd daraus wird. Geschossen wird auf alles, was sich bewegt - ansonsten weiß ich nicht, warum ich z.B. auf einen in einem See schwimmenden Elch schießen muss.
Die dabei eingesetzten Hunde stellen den Elch dabei nicht sondern treiben ihn auf die Pass-Schützen zu. Der Drücker kommt kaum je zum Schuss.
Außerdem gelten hier nicht nur für die Jäger sondern auch für die Hunde geringere Anforderungen als in D. In D muss für den Hund die "Brauchbarkeit" mittels Prüfung nachgewiesen werden. In S gibt's zwar auch eine Jaktprov - aber die scheint nicht vorgeschrieben zu sein. Und die "Leistungsbeweise", die ich hier beobachten konnte, fand ich nicht sehr überzeugend...

Viele Grüße

Samweis

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Re: Situation des Wolf's in Schweden

Beitragvon trollebjär » 5. Mai 2009 18:20

Hier wird die Elchjagd als Gesellschaftsjagd in Form der Drückjagd durchgeführt. Manchmal habe ich das Gefühl, dass auch eine regelrechte Treibjagd daraus wird. Geschossen wird auf alles, was sich bewegt - ansonsten weiß ich nicht, warum ich z.B. auf einen in einem See schwimmenden Elch schießen muss.
Die dabei eingesetzten Hunde stellen den Elch dabei nicht sondern treiben ihn auf die Pass-Schützen zu. Der Drücker kommt kaum je zum Schuss.
Außerdem gelten hier nicht nur für die Jäger sondern auch für die Hunde geringere Anforderungen als in D. In D muss für den Hund die "Brauchbarkeit" mittels Prüfung nachgewiesen werden. In S gibt's zwar auch eine Jaktprov - aber die scheint nicht vorgeschrieben zu sein. Und die "Leistungsbeweise", die ich hier beobachten konnte, fand ich nicht sehr überzeugend...

Viele Grüße

Samweis[/quote]

Ungefähr so habe ich es auch erlebt. War mehrmals bei Treibjagd aktiv. Am Anfang wird gesagt auf was alles geschossen werden darf. Bei der Elchjagd ist ja meist vorgegeben, welche Tiere man erlegen darf (da Lizenzjagd). Habe bisher noch nicht erlebt dass ein eventuell aufkreuzender Fuchs geschont würde (nicht weil man weiss wie der Bestand aussieht, sondern, weil das ein Raubtier ist und sich nahezu ausschliesslich von Kitzen ernährt!). Habe glaube ich schon an anderer Stelle erwähnt dass viele schwedische Jäger den Schein im Turboverfahren machen und es meiner Meinung mit der Kenntnis der Wildhege nicht so weit her ist. Gewissenhaftes Ansprechen ist hier nicht Brauch. Revieranalyse ein Fremdwort. Hobbyjäger- Einer unserer Nachbarn hat unserer Nachbarin das Jagdrecht auf ihrem Grundstück abgeschwatzt. Zuerst legte er einen Wildäsungsplatz an, zur Ablenkfütterung, wie ich vermutete, dann kamen aber noch zwei Kanzeln dazu ( 20 m und 50 m von ihrem Haus entfernt, 150m von unserem Haus), ausgerichtet auf den Wildacker. Resultat- umgepflügter Boden, wo man hinsieht, keine einziges erlegtes Stück im letzten Halbjahr, weil der Waidmann zu faul ist, da nachts herumzusitzen. Dafür kommen die Schwarzkittel jetzt auch- was sie vorher nicht taten- in unsere nächste Nähe. :roll:
Martina

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Re: Situation des Wolf's in Schweden

Beitragvon Samweis » 8. Mai 2009 18:01

Hallo Martina,

trollebjär hat geschrieben:dass viele schwedische Jäger den Schein im Turboverfahren machen

Ja, z.B. hier: http://www.finnbo.com/examen.htm
Examen in 3 Tagen.
trollebjär hat geschrieben:Gewissenhaftes Ansprechen ist hier nicht Brauch. Revieranalyse ein Fremdwort. Hobbyjäger-
Gejagt wird "zum Spaß" - wenn man sich da Stress macht, macht es ja am Ende keinen Spaß mehr....
Geschossenes Wild kann auch ruhig schon mal bis zum nächsten Tag liegen bleiben.
Das wiederum macht mir in bezug auf Raubtiere Sorgen.

trollebjär hat geschrieben:weil der Waidmann zu faul ist, da nachts herumzusitzen.

Aus D oder F kenne ich es, dass einem da abends in der Dämmerung durchaus schon einmal jemand camoufliert begegnen kann. Hier habe ich das noch nie gesehen. Alle meine Nachbarn stehen jedenfalls auch in der Jagdsaison gemütlich auf und sind zum Middag ordentlich wieder daheim.

Viele Grüße

Samweis


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