Sind Lehrer in Schweden gefragt?

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-nordlicht-

Sind Lehrer in Schweden gefragt?

Beitragvon -nordlicht- » 1. Oktober 2008 14:22

hallo :D ,

ich werde dieses jahr mit meinem lehramtsstudium für die fächer deutsch und englisch (oberstufe) beginnen. später möchte ich sehr gerne im ausland arbeiten, da es mich schon immer nach schweden gezogen hat. nun meine frage: wie stünden meine chancen auf dem schwedischen arbeitsmarkt? sind lehrer (aus dem ausland) dort gefragt?
es wäre wirklich sehr lieb, wenn mir jemand weiterhelfen könnte.

lg, nordlicht

hansbaer

Re: Sind Lehrer in Schweden gefragt?

Beitragvon hansbaer » 13. Oktober 2008 15:31

Hallo,

nach dem, was ich bislang hier so gelesen habe, ist es nicht leicht, als Lehrer in Schweden anzufangen, da man kein schwedisches Examen hat und damit nur Lehrer 2. Klasse ist.

Heute bin ich über das hier gestolpert: http://www.ulv.su.se/

Das ist eine Übersicht von Studienangeboten, die ausländischen Lehrern ermöglichen sollen, ein schwedisches Examen als Lehrer zu machen. Das Ganze umfasst ein zweijähriges Studium, das als Vollzeit, Teilzeit oder Distanzstudium absolviert werden kann.

Ich dachte, das wäre interessant, weil ja immer wieder Fragen gestellt werden zu der Anerkennung von Lehrern. In deinem Fall wird es aber wohl weniger hilfreich sein, denn nochmal 2 Jahre Studium als Neueinsteiger ist natürlich nicht optimal.

Grüße,

Fabian

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Re: Sind Lehrer in Schweden gefragt?

Beitragvon Skogstroll » 13. Oktober 2008 15:56

Die Anerkennung der Ausbildung sollte das kleinste Problem sein. Meine Frau ist Gymnasisllehrerin und hatte damit keinerlei Problem. Im Gegenteil, das Arbeitamt hat sogar ihre Zeugnisse übersetzen lassen. Von der Ausbildung her ist man also nicht unbedingt Lehrer 2. Klasse, wohl aber von der Nationalität her. Machen wir uns nichts vor, als Nichtschwede ist man bestenfalls die Nummer zwei der Kandidatenliste, selbst mit guten Sprachkenntnissen.

Ein ganz anderes Thema ist sowieso der Arbeitsplatz. Gegenwärtig werden z.B. in Norrbotten Lehrer in einem beängstigenden Umfang entlassen und Schulen geschlossen. Selbst wenn es in südlicheren Landesteilen besser sein sollte, so muss man damit rechnen, dass eine Menge schwedische Lehrer auf den Arbeitsmarkt strömen werden. Die Sprachausbildung hat einen immer geringeren Stellenwert, von Englisch vielleicht abgesehen.

Man mag von der Regierung Persson halten was man will, aber die sozialdemokratische Schulpolitik der letzten Jahre (die auf kommunaler Ebene vielerorts weitergeführt wird) hat sich als der Tod jeder Qualität in der Ausbildung erwiesen. Reinfeldt hat in dieser Hinsicht viel versprochen, aber bisher wird davon nur wenig und davon vieles halbherzig umgesetzt.
Eine schwedische Schule ist aus meiner Sicht (und ich unterrichte auch selbst) nicht so der Traumarbeitsplatz.

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hansbaer

Re: Sind Lehrer in Schweden gefragt?

Beitragvon hansbaer » 13. Oktober 2008 16:01

Mein Beitrag war nur sehr allgemein - ich erinnerte mich an die Beiträge von Imrhien, die beklagte, sie würde immer mit Kurzanstellungen abgespeist, weil sie "obehörig" sei. Daher meine Annahme, die Anerkennung sei nicht so leicht.
Daher dachte ich, ein solches Studienangebot könnte vielleicht hilfreich sein.

Ich werde Imrhien mal anschreiben.

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Re: Sind Lehrer in Schweden gefragt?

Beitragvon Imrhien » 13. Oktober 2008 18:54

Danke hansebaer, ich werde mir das mal genauer anschauen. Es ist wohl in meinem Fall wirklich besonders speeziell weil ich keine Lehrerausbildung habe. Daher bilde ich mir auch nicht ein, dass die auf mich gewartet haben und mich dauerhaft behalten werden. Es war mehr so, dass die eigentliche Lehrerin gekündigt hatte, die sehr kurzfristig jemanden gebraucht haben und ich zur rechten Zeit am rechten Platz war.
Allerdings möchte ich noch kurz anmerken, dass es nicht einfach ist diesen Job zu machen, wenn man eigentlich nicht dafür ausgebildet ist. Wenn es so wäre, müsste ja niemand mehrere Jahre studieren um Lehrer zu werden. Ich habe da schon einige Probleme und muss ganz schön ackern damit ich halbwegs was gescheites an Unterricht zu machen. Meine 6. Klasse nutzt meine Sprachschwierigkeiten auch ganz schön aus, was dazu geführt hat, dass ein anderer Lehrer dazu kommt um mir die nötige Ruhe zu verschaffen um Unterricht machen zu können. In der 7. bis zur 9. Klasse habe ich keine solchen Probleme, die verstehen das mit der Sprache und bemühen sich ebenfalls. Sie haben aber auch das Ziel was zu lernen. Bei den 6ern ist es wohl so, dass sie noch nicht wissen weshalb sie eigentlich da sitzen.

Aber danke mal für den Link, ich schau gleich mal noch in Ruhe danach.

Liebe Grüße
Wiebke

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Re: Sind Lehrer in Schweden gefragt?

Beitragvon Skogstroll » 14. Oktober 2008 07:40

Das Problem ist halt, dass man ohne die behörighet immer auf dem Schleudersitz sitzt. Die Schulen stellen zwar einerseits ganz gern unausgebildete Lehrer ein, weil sie die schlechter bezahlen können, andererseits dürfen sie das aber nicht. Sowie also ein ausgebildeter Lehrer kommt und auf die Stelle pocht, ist man draussen. Will man auf der Schiene weitermachen, ist es also sehr sinnvoll, sich um eine Ausbildung zu kümmern, auch wenn es über einige Jahre ziemlich viel Stress ist, neben dem Job zu studieren.

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