Sicherheitsbranche und Värdetransport

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Jämjö
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Sicherheitsbranche und Värdetransport

Beitragvon Jämjö » 19. September 2008 07:15

Hejsan tillsamma,

ich lerne gerade schwedisch auf der Volkshochschule und gleichzeitig privat,da ich leider nicht der schnellste bin und mir auf der VHS alles etwas zu schnell geht.
Ich arbeite seit nunmehr 8 Jahren in der Sicherheitsbranche in Deutschland und habe aber vor in ca. 1 Jahr nach Schweden auszuwandern,sicherlich sollte ich mich bis dahin richtig auf den Hosenboden setzen und schwedisch lernen bis zum abwinken,nur leider lassen das meine Arbeitszeiten nicht immer so zu.Ich wollte mal hier fragen ob irgendjemand dort Erfahrungen schon gemacht hat in Sachen Sicherheitsdienst und Geldtransport und falls ja ob dort wirklich "svenska lön" bezahlt wird für Ausländer oder nicht. Jedenfalls wäre ich dankbar für Tipps, und würde mich freuen wenn jemand sich meldet der schon in dieser Branche tätig ist in Schweden.

Tack för det svara på förhand!
Andy
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hansbaer

Re: Sicherheitsbranche und Värdetransport

Beitragvon hansbaer » 19. September 2008 07:47

Ich habe keine persönliche Erfahrung damit, aber ich kann Dir versichern, dass es nichts unschwedischeres gäbe, als Ausländer mit einem niedrigeren Lohn abzuspeisen - die Schweden sind geradezu gleicheitsversessen. Ich gehe sogar davon aus, dass sämtliche größere Sicherheitsfirmen einem Tarifvertrag angehören, der die Löhne festlegt. Da erhalten dann alle das gleiche, ob Männlein oder Weiblein, ob Ausländer oder nicht.

Die Chancen in der Branche unterzukommen, sind anzunehmenderweise nicht schlecht. Manchmal hat man den Eindruck, die Schweden lassen jede Hundehütte vom Sicherheitsdienst kontrollieren.

skvs
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Re: Sicherheitsbranche und Värdetransport

Beitragvon skvs » 19. September 2008 08:43

hansbaer hat geschrieben:Manchmal hat man den Eindruck, die Schweden lassen jede Hundehütte vom Sicherheitsdienst kontrollieren.


:lol: stimmt, obwohl man hier fast das Geld zum trocknen auf die Leine hängen kann!

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Re: Sicherheitsbranche und Värdetransport

Beitragvon Findus » 19. September 2008 11:01

:lol: stimmt, obwohl man hier fast das Geld zum trocknen auf die Leine hängen kann!

Naja andererseits wurde in die Gemeinde, in der ich letztes Jahr gearbeitet habe, während des Jahres viermal eingebrochen, obwohl ganz groß dran steht, dass sie von Securitas bewacht wird. Zum Glück wurden die Leute dann geschnappt. So gibt es also bestimmt die Möglichkeit in dem Bereich Arbeit zu finden, wenn auch wohl eher in den größeren Städten würde ich vermuten.
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hansbaer

Re: Sicherheitsbranche und Värdetransport

Beitragvon hansbaer » 19. September 2008 11:26

Soweit ich weiß, ist es keineswegs so, dass die Kriminalität in Schweden extrem niedrig wäre.

Allerdings hat sich eine regelrechte Paranoia entwickelt, in der sich alle Schweden munter einreden, dass sie in einem wahnsinnig gefährlichen Land leben - daher verschanzt man sich hinter Türcodes und lässt alles bewachen. Aber so gefährlich, wie die Leute meinen, ist es dann natürlich auch wieder nicht.

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Re: Sicherheitsbranche und Värdetransport

Beitragvon Findus » 19. September 2008 11:37

Klar zumindest in den Städten ist die Kriminalitätsrate nicht wesentlich höher oder niedriger als in vergleichbaren Städten in Deutschland. Nur ist es so, dass man das in Deutschland nicht wirklich glauben will, während es in Schweden vor allem durch die Medien ziemlich hochgepuscht wird.
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Re: Sicherheitsbranche und Värdetransport

Beitragvon Jämjö » 19. September 2008 17:34

Hej,

danke erst einmal für eure antworten.
aber ich kann Dir versichern, dass es nichts unschwedischeres gäbe, als Ausländer mit einem niedrigeren Lohn abzuspeisen

Leider habe ich schon von Bekannten erfahren das es leider immer üblicher wird,wie in Deutschland wo es sich schon längst eingebürgert hat, nicht allen den gleichen Lohn zu bezahlen. Sicherlich die grossen Unternehmen Securitas/Loomis Gruppe oder Group4Falck können es sich sicherlich nicht leisten in dem Sinne negativ aufzufallen aber vertrauen ist gut kontrolle ist besser.
Ich wollte über die Gewerkschaft mal fragen wie momentan die Tarife sind,aber wird schwierig sein darn zukommen.

Gruß Andy
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Re: Sicherheitsbranche und Värdetransport

Beitragvon hansbaer » 19. September 2008 19:35

Also die Gewerkschaften hier sind eigentlich knallhart. Die haben einmal eine Salatbar in Göteborg mit zwei Angestellten (!) belagert, weil die Chefin den Tarifvertrag nicht unterzeichnen wollen. Sowas hat in Schweden Skandalpotenzial.

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Re: Sicherheitsbranche und Värdetransport

Beitragvon Imrhien » 22. September 2008 19:43

hansbaer hat geschrieben:Ich habe keine persönliche Erfahrung damit, aber ich kann Dir versichern, dass es nichts unschwedischeres gäbe, als Ausländer mit einem niedrigeren Lohn abzuspeisen - die Schweden sind geradezu gleicheitsversessen.


Dazu kann ich nur sagen, dass es Bereiche gibt in denen Ausländer sehrwohl schlechter bezahlt werden. Kenne jedenfalls keinen Schweden der für das arbeiten würde was mir da grade geboten wurde (als Lehrerin).
Selbst wenn ich einrechne, dass ich obehörig bin, müsste ich einiges mehr bekommen. Muss noch um meinen Vertrag kämpfen, dabei arbeite ich seit Anfang September in der Position (seit Mitte August in der Firma). Ach ja, es handelt sich bei der "Firma" um die Kommune!!! Die zahlen wohl gerne schlechter, besonders hier in der Gegend wurde mir gesagt...

Zu Sicherheitsfirmen: Ich weiss nicht ob sie weniger zahlen, vermutlich am Anfang, wenn die Sprache noch nicht sitzt. In vielen Bereichen ist es so, dass der Lohn Verhandlungssache ist (innerhalb gewisser Grenzen, die oft von der Gewerkschaft überwacht werden). Kann man noch nicht so gut schwedisch, könnte das der Anlass sein den Lohn etwas niedriger anzusetzen, immerhin hat man ja Kundenkontakt. Allerdings kann man dann Kurse machen, bsp. den SFI und den SAS und mit der Bescheinigung dann zum Chef marschieren und eine neue Verhandlung aufnehmen. Das ist nicht unüblich.

Sicherheitsfirmen gibt es hier tatsächlich wie Sand am Meer und die können nicht schlecht verdienen, wenn man überlegt was da alles gesichert wird.
Wir selbst haben uns vor einigen Wochen sowas an unserer "Hundehütte" installieren lassen. Nicht, dass wir auf so gefährlichem Pflaster wohnen und Angst vor Einbrüchen hätten, aber wenn man länger weg ist, ist es schon schön zu wissen, dass einer merkt wenn was im Haus passiert. Zumal die auch ausrücken wenn der Feueralarm losgeht. Das war nämlich meine Horrorvorstellung: Wir fahren nach Deutschland, die Kinder haben zuvor am Herd gespielt (was sie ja nicht dürfen...) und wir merken es nicht wenn das Haus abfackelt... So rufen die die Feuerwehr, informieren die Nachbarn und rufen uns an damit wir kommen können... Hoffen wir, dass wir sie nie benötigen. Dafür zahl ich dann gerne, dass ich ruhiger schlafen kann, im Urlaub.

Grüße
Wiebke

hansbaer

Re: Sicherheitsbranche und Värdetransport

Beitragvon hansbaer » 22. September 2008 20:26

Interessante Erfahrungsberichte - eigentlich müsste das den prinzipienverliebten Schweden ja ziemlich gegen den Strich gehen, dass ein Ausländer nicht das gleiche kriegt wie ein Schweden.

Vielleicht bin ich mit meiner Erfahrung als Busfahrer, wo der Ausländeranteil ohnehin sehr hoch ist, auch in der falschen Branche unterwegs. Ich bin zwar auf der niedrigsten Lohnstufe, aber das liegt ausschließlich daran, dass ich noch kein Jahr Vollzeitarbeit angesammelt habe. Hier zählen nämlich nur, wie lange (d.h. wieviele Arbeitsstunden) man schon für den Betrieb gearbeitet hat, mit einem Zuschlag für bestimmte besonders qualifizierte Tätigkeiten (z.B. in der Zentrale oder als Busmechaniker).


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