„Selbst schuld“: Schweden zu Vergewaltigungen befragt

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Sápmi
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Re: „Selbst schuld“: Schweden zu Vergewaltigungen befragt

Beitragvon Sápmi » 1. Mai 2008 19:51

S-nina hat geschrieben:Die Gesellschaft hat dann einen Nutzen, wenn wir es schaffen, Verbrechen zu reduzieren. Und das schaffen wir nur, wen wir offen über mögliche Ursachen und Auslöser sprechen.


Sehr richtig.
Und die Ursachen und Auslöser bei den Opfern zu suchen, ist zu 100% der falsche Weg. Es geht vielmehr darum herauszufinden, unter welchen Umständen sich Männer zu Vergewaltigern entwickeln, um dann eine Möglichkeit zu finden, dieser Entwicklung entgegen zu wirken, bzw. das Entstehen solcher Umstände zu vermeiden. In den allermeisten Fällen ist wohl irgendwas in der Erziehung/Kindheit schrecklich falsch gelaufen, aber das ist natürlich Sache der Psychologen.
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Zschirli

Re: „Selbst schuld“: Schweden zu Vergewaltigungen befragt

Beitragvon Zschirli » 1. Mai 2008 19:58

@ Aurora: och nöööööööö ... :goodman: ... sei nicht so! MICH interessiert deine Meinung wohl. Bittibittibitti ...

@ Sápmi: das wär tatsächlich auch mal interessant zu diskutieren. Was um Himmels Willen bewegt einen Menschen dazu, anderen derartig weh zu tun?
Aber auch - was bewegt andere Menschen dazu, einfach wegzuschauen oder (noch schlimmer) zuzuschauen.
???
Ist es ein genereller Hass auf das andere Geschlecht? Und woher kommt so was?
Warum ist der Mensch so grausam?

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Fanny
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Re: „Selbst schuld“: Schweden zu Vergewaltigungen befragt

Beitragvon Fanny » 1. Mai 2008 20:06

genau das wollte ich ja auch sagen.

Das Thema ist hier ein anderes, ich hatte auch nur auf Hannas Posting Bezug genommen.

Wie schon mehrfach betont, hat m.E. die Kleidung keinen Einfluss auf eine Vergewaltigung, da sie auch in Ländern, wo die Frauen total verhüllt sind (sein müssen) an der Tagesordnung sind.
Und ich bin auch der Überzeugung, dass Menschen, die andere Menschen durch sexuelle Gewalt erniedriegen höchstwahrschein krank sind in der Seele und im Kopf.

Ich verabscheue solche Taten, habe aber Verständnis, wenn die Täter psychologisch untersucht werden. Manch einer kann nicht anders, wenn man ihm nicht hilft.

Hoffe, klingt nicht zu schlimm.
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Sápmi
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Re: „Selbst schuld“: Schweden zu Vergewaltigungen befragt

Beitragvon Sápmi » 1. Mai 2008 20:09

Zschirli hat geschrieben:Ist es ein genereller Hass auf das andere Geschlecht? Und woher kommt so was?
Warum ist der Mensch so grausam?


Hab mal schnell geblättert und gleich einen passenden Auszug in dem Buch "Der Verlust des Mitgefühls" von Arno Gruen gefunden (hab noch mehr Bücher von ihm gelesen, weil mir seine Theorien einleuchten - es geht darin nicht speziell um sexuelle, sondern um ganz unterschiedliche Formen von Gewalt):

"Wir suchen uns Feinde, um sie für das zu bestrafen, was unsere Eltern in uns missbilligten oder ablehnten. Feinde lenken und von unseren eigenen Verletzungen ab. Solange man andere bestrafen, erniedrigen, sogar ausradieren kann, muss man sich nicht selbst ins Gesicht blicken. Denn dann würde man dem eigenen Opfersein ins Auge schauen müssen. So wie der auf Seite 18f. erwähnte Patient bestraft man einen anderen für dessen Bedürftigkeit, weil man die eigene Bedürftigkeit nicht wahrhaben will und darf. Feinde kompensieren unsere Hilflosigkeit. Wir zeigen uns stark, streng, sogar gewalttätig und verbergen dabei unser eigenes Gesicht, unsere Schwäche und Hilfslosigkeit vor uns selbst wie auch vor anderen."
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Aurora

Re: „Selbst schuld“: Schweden zu Vergewaltigungen befragt

Beitragvon Aurora » 1. Mai 2008 20:11

Dennoch kann ich es nicht lassen. Hoffe, ich bekomme kein Ärger mit Heike.Will auch nicht meine eigenen Gedanken kund tun. Will nur mitteilen, dass ich Sapmis Meinungen voll unterstütze im Thread.

nysn

Re: „Selbst schuld“: Schweden zu Vergewaltigungen befragt

Beitragvon nysn » 1. Mai 2008 21:18

Und die Ursachen und Auslöser bei den Opfern zu suchen, ist zu 100% der falsche Weg. Es geht vielmehr darum herauszufinden, unter welchen Umständen sich Männer zu Vergewaltigern entwickeln, um dann eine Möglichkeit zu finden, dieser Entwicklung entgegen zu wirken, bzw. das Entstehen solcher Umstände zu vermeiden. In den allermeisten Fällen ist wohl irgendwas in der Erziehung/Kindheit schrecklich falsch gelaufen, aber das ist natürlich Sache der Psychologen.


Um es nicht erst soweit kommen zu lassen, denke ich mir, dass es dann möglicherweise sinnvoll ist, sich als Frau/Mädchen "präventiv" zu verhalten und möglichen Gefahren aus dem Weg zu gehen.

Vor 20 Jahren habe ich als 19-jährige in Süditalien studiert. Als in Deutschland aufgewachsene Halbitalienerin war ich mit den Sitten und den Moralvorstellungen dort zwar nicht zu 100 % vertraut, was ich aber wusste, war, wenn ich mich zu aufreizend anziehen würde, in Discos ausschweifend flirten und mich zusammen mit den Männern "gleichberechtigt" betrinken würde, würde ich ganz falsche Signale aussenden, die mir dann wahrscheinlich zum Verhängnis geworden wären. Auf der Uni gab es auch Mädchen aus nordeuropäischen Ländern, wie z. B. Schweden oder England, die dann diesbezügliche Erfahrungen machen mussten. Und zwar von ganz "normalen" jungen Männern, die einfach die "Freizügigkeit" der Skandinavierinnen "falsch" verstanden hatten. Die waren nicht irgendwie "pervers" oder "krank" - die kamen nur aus einer GANZ ANDEREN KULTUR!

Das kommt heute noch vor und damit muss man rechnen. Das hat nichts mit Schuld der Opfer zu tun, sondern mit der Anwendung von gesundem Menschenverstand!

S-nina

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Re: „Selbst schuld“: Schweden zu Vergewaltigungen befragt

Beitragvon Fanny » 1. Mai 2008 21:38

ich bin anfangs der 70-ger , da war ich 18 oder 19 auch mit Minirock, Plateausohen und knappen T-Shirt aus dem Haus gegegangen, wie alle in der Stadt.
Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass mich einer überfällt. Hat auch keiner gemacht, allerdings hatte ich auch schon meinen Schatz zu Seite.
Man hat sich so gekleidet, weil es in war, es war ganz normal.
Somit hatte es auch nichts wirklich aufreizendes, da es alle trugen.
Und so ist es doch heute auch. Egal, ob es passt oder nicht, es ist Standard, wer sich anders kleidet fällt auf.
Darin den Auslöser zu Gewalttaten zu sehen ist einfach falsch.
Das kann es nicht sein!
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Re: „Selbst schuld“: Schweden zu Vergewaltigungen befragt

Beitragvon Sápmi » 1. Mai 2008 21:45

S-nina hat geschrieben:Um es nicht erst soweit kommen zu lassen, denke ich mir, dass es dann möglicherweise sinnvoll ist, sich als Frau/Mädchen "präventiv" zu verhalten und möglichen Gefahren aus dem Weg zu gehen.


Klar muss man sich als Frau/Mädchen der Gefahr bewusst sein, die von solchen Menschen ausgeht und daher versuchen, keine unnötigen Risiken einzugehen.
Aber "um es nicht erst soweit kommen zu lassen", wie Du zu meinem obigen Beitrag schreibst, muss man eben beim Lebenslauf der (potentiellen) Täter ansetzen.

S-nina hat geschrieben:Die waren nicht irgendwie "pervers" oder "krank" - die kamen nur aus einer GANZ ANDEREN KULTUR!


Naja, ob es eine Kultur gibt, in denen Vergewaltiger nicht psychisch krank sind, wage ich zu bezweifeln, bzw. wenn doch, dann ist halt die Kultur krank, aus kulturunabhängiger Menschensicht. :wink:
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Re: „Selbst schuld“: Schweden zu Vergewaltigungen befragt

Beitragvon Sápmi » 1. Mai 2008 21:46

Fanny hat geschrieben:Darin den Auslöser zu Gewalttaten zu sehen ist einfach falsch.
Das kann es nicht sein!


Ist es auch nicht. :wink:
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Sabine

Re: „Selbst schuld“: Schweden zu Vergewaltigungen befragt

Beitragvon Sabine » 1. Mai 2008 22:02

Hier versuchen zu wollen die Psyche potentieller Täter zu ergründen ist müßig.
Mein Onkel war Psychologe und hat sein halbes Leben damit verbracht.
Was tatsächlich auslösende Faktoren für ein solches Verhalten sind,bleibt uns doch wohl eher meistens verborgen.


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