„Selbst schuld“: Schweden zu Vergewaltigungen befragt

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nysn

Re: „Selbst schuld“: Schweden zu Vergewaltigungen befragt

Beitragvon nysn » 1. Mai 2008 14:01

Und jetzt nochmal, S-nina, Vergebung? Verzeihung? Liebe?


Das ist nicht meine subjektive Meinung, das ist die Defintion von "Christ"/"Christ sein", so wie ich das verstanden habe.

Und das "Christsein" in diesem Sinne finde ich EBEN EXTREM SCHWIERIG, wie oben schon gesagt.

S-nina

nysn

Re: „Selbst schuld“: Schweden zu Vergewaltigungen befragt

Beitragvon nysn » 1. Mai 2008 14:27

Um wieder einigermaßen zum Thema zurückzukehren - diese Aussage finde ich in dem ganzen Thread eine der klügsten und meist konstruktivesten:

Was ist aus unserer christlichen Tradition geworden, wenn wir uns nicht auch die Sicht des Täters ansehen und in die Beurteilung mit einbeziehen? (Das hat nichts damit zu tun, die Tat zu rechtfertigen oder zu relativieren.) Unser deutsches Rechtssystem kennt dieses Prinzip z.B., und ich wäre jederzeit bereit, dafür auf die Straße zu gehen damit es so bleibt.

Die Gesellschaft hat dann einen Nutzen, wenn wir es schaffen, Verbrechen zu reduzieren. Und das schaffen wir nur, wen wir offen über mögliche Ursachen und Auslöser sprechen. Dabei darf es keine Tabus geben - selbst dann nicht, wenn sich einige Damen hier offenbar in ihrer Ehre verletzt fühlen.


Mann MUSS sich auch über die URSACHEN Gedanken machen! Wenn man das außer Acht lässt, dann redet man nur von "Verurteilung" und damit ist keinem geholfen.

Eine der Ursachen ist meiner Meinung nach auch der Einfluss von Drogen und Alkohol - und dies hat sich ja auch wieder an diesem Wo-Ende "Valborg" bestätigt - siehe Artikel GP - "I stora delar av landet förflöt valborgsmässoafton som den brukar: Fylla, bråk, misshandel och överbelagda arrester." - In großen Teilen des Landes verlief Walpurgis wie gewöhnlich: Vollrausch, Streit, Misshandel und überbelastete Arreste. -
"Och tusentals liter uthälld sprit som polisen tagit från skolungdomar." - Tausende Liter ausgeschüttetem Alkohol, den die Polizei Jugendlichen/Schulkindern abgenommen hat.

I Linköping utredde polisen en anmälan om våldtäkt.
In Linköping ermittelte die Polizei in einer Anzeige über Vergewaltigung.

S-nina

Hallo

Re: „Selbst schuld“: Schweden zu Vergewaltigungen befragt

Beitragvon Hallo » 1. Mai 2008 17:31

Hallo,
auch ich lese seit nunmehr fast 8 Jahren fast täglich die Zeitung (Hallandsposten). Da kann ich mich oft nur wundern, so z.B. vor ein paar Wochen folgende Geschichte:
Eine Gruppe Jugendlicher feiert in der Wohnung eines jungen Mannes. Ein Mädchen (Alter habe ich vergessen) ist dann zu müde (zu betrunken) um heimzufahren und legt sich zum Schlafen zu dem Wohnungsinhaber in dessen Bett, mit dem sie im übrigen früher mal eine Beziehung hatte. Als sie morgens aufwacht, kann sie sich an kaum noch etwas erinnern, aber da sie "blöt i underlivet" ist, zeigt sie ihn wegen Vergewaltigung an. Und er wurde nun genau dafür verurteilt !
Ich konnte wie gesagt nur staunen. Was sagt ihr hier über Schuld und Mitschuld ?
LG

Sabine

Re: „Selbst schuld“: Schweden zu Vergewaltigungen befragt

Beitragvon Sabine » 1. Mai 2008 17:45

Hallo hat geschrieben:Ich konnte wie gesagt nur staunen. Was sagt ihr hier über Schuld und Mitschuld ?
LG

Hej,
Da hier niemand die genaue Aktenlage kennt,kann sich auch niemand ein vernünftiges Urteil bilden!(Selbst wenn,müßte man juristisch vorgebildet sein)Letztlich aber entscheiden die Richter nach Beweislage.
Es wäre also alles nur Spekulation!
Da halte ich mich heraus.
grüße
Sabine

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Re: „Selbst schuld“: Schweden zu Vergewaltigungen befragt

Beitragvon Fanny » 1. Mai 2008 17:51

Ich würde sagen, das ist hier nicht das Thema.

Das gehört wohl eher unter "Koma-Saufen unter Jugendlichen und die Folgen"
Das Glück ist das einzige, das sich verdoppelt, wenn man es teilt. (Albert Schweizer)

nysn

Re: „Selbst schuld“: Schweden zu Vergewaltigungen befragt

Beitragvon nysn » 1. Mai 2008 18:49

Das gehört wohl eher unter "Koma-Saufen unter Jugendlichen und die Folgen"


Was wäre dann, wenn das "Koma-Saufen unter Jugendlichen" genau zu dieser Folge, nämlich "Vergewaltigung" führt?

Da verstehe ich nun nicht wie du räsönierst?

S-nina

Zschirli

Re: „Selbst schuld“: Schweden zu Vergewaltigungen befragt

Beitragvon Zschirli » 1. Mai 2008 19:00

Ich finde, es ist doch völlig egal, ob ich muede, besoffen oder voller Drogen bin. Es ist auch egal, zu wem ich mich wann und warum ins Bett lege und auch in welcher Beziehung ich zu demjenigen stehe. Und wenn ich mit dem Menschen verheiratet bin - wenn ich nicht will, hat der Mann sich zu beherrschen. Das gilt auch, wenn ich nicht in der Lage bin, meinen Willen kundzutun!
Das ist meine Meinung dazu!

Jedoch steht ja hier zur Frage, ob und was da ueberhaupt gelaufen ist - und das ist eben sehr schwer zu beurteilen, ohne die genaue Akten- und Sachlage zu kennen, da gebe ich Sabine recht.

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Re: „Selbst schuld“: Schweden zu Vergewaltigungen befragt

Beitragvon Fanny » 1. Mai 2008 19:26

Ich meine schon, dass das ein anderer Sachverhalt ist.

Wir haben hier in D einen Fall, da saß ein Junge in der Türkei fast ein Jahr im Knast, weil eine Engländerin (ich glaube 13) mit ihm die Nacht verbracht hat (er wußte nicht wie alt sie war, sie hat angeblich gesagt, sie sei älter) . Er sagt, ist nicht passiert, was sie nicht wollte (und das .. sowieso nicht), ihre Mutter sagt, er hat sie vergewaltigt.
Die Aussage des Mädchens wird nicht veröffentlicht und kam auch erst Monate später.

Hier muss man wohl differenzieren.
Es gibt schon Situationen, da muss ich mal die Jungs in Schutz nehmen, die eben nicht eindeutig Vergewaltigung sind. Und dann ist es nicht fair, weil man am nächsten Morgen nicht mehr weiß was los war, eine Behauptung aufzustellen, die man nicht ohne weiteres begründen kann. So eine Ausage kann das Leben eines jungen Mannes zerstören, obwohl er vielleicht den Eindruck hatte, sein Tun war willkommen, vielleicht auch animiert wurde.

Das ist meine Meinung
Das Glück ist das einzige, das sich verdoppelt, wenn man es teilt. (Albert Schweizer)

Aurora

Re: „Selbst schuld“: Schweden zu Vergewaltigungen befragt

Beitragvon Aurora » 1. Mai 2008 19:41

Da ich keine juristige Ausbildung habe und Heike mir verboten hat, meine, nur innere eigene Meinung zu äußern, ohne diese zu kommentieren, darf ich dazu keine Stellung nehmen, auch wenn es mir unter den "Zehnägeln" brennt, darf nur noch Fakten hineinstellen.

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Re: „Selbst schuld“: Schweden zu Vergewaltigungen befragt

Beitragvon Sápmi » 1. Mai 2008 19:47

@Fanny: Das sind nun wirklich komplett andere Fälle, in denen es im ersten Beitrag dieses Threads überhaupt nicht geht.
Wenn Mädchen/Frauen fälschlicherweise behaupten, ein Mann hätte sie vergewaltigt (oder Mütter, ihr Mann/Lebensgefährte hätte ihre Kinder missbraucht, etc.) ist das übelste Verleumdung und mit nichts zu entschuldigen.

Aber ich erinnere nochmal daran: Hier ging es um tatsächliche Opfer von tatsächlichen Vergewaltigungen und die Frage, wie so viele Leute auf die Idee kommen können, die Opfer seien selbst Schuld. In dem zitierten Artikel stand NICHT, dass soundsoviel Prozent der befragten Schweden der Meinung seien, manche Vergewaltigungen seien gar nicht als solche einzustufen.
"Keiner, der nur einen Sommer Lapplands Sonne trank, kann anderswo glücklich sein."
(aus A.O. Schwede: Lars Levi Laestadius - Der Lappenprophet)


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