„Selbst schuld“: Schweden zu Vergewaltigungen befragt

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helden

Re: „Selbst schuld“: Schweden zu Vergewaltigungen befragt

Beitragvon helden » 30. April 2008 21:32

S-nina hat geschrieben:
Ich finde, man sollte auch in einer Diskussion fair bleiben und richtig zitieren - also nicht Teilsätze aus dem Zusammenhang reißen!

Daher nochmals, was ich dazu geschrieben hatte!

Und für Menschen, die sich "Christen" nennen - wie war das noch mit:

"Derjenige, der von Euch ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein." ?



Es ging mir darum, dass es nicht verharmlost wird, sozusagend nicht "nur" eine Vergewaltigung.

Wenn habe ich den verurteilt?

Klar, soll man für die Täter eine Therapie oder andere Möglichkeiten suchen, sie davon abzubringen es nochmal zu tun.

Eine Vergewaltigung ist eine Vergewaltigung, warum sollen wir es schön reden?

Eine Apfel ist ein Apfel und keine Birne, für Christen oder Nicht-Christen, oder?

Warum greifst Du mein Christsein an? Gehen die Argumente aus?

Glaubst Du,dass man als Christ ohne Fehler und Sünde ist? Natürlich nicht, genau deswegen ist Jesus am Kreuz für die Sünden gestorben!

S-nina hat geschrieben:Ich habe mich in meinen Postings nie gesagt, dass ich das Verhalten von Gewalttätern in irgendeiner Weise verteidige - ich habe nur gesagt, dass ich mich oder meine Kinder möglicherweise schützen würde, wenn die Gefahr doch so groß ist. Vorbeugung hat auch mit Vernunft zu tun!

S-nina


Das ist haben wir nie angezweifelt...

Schöne Grüße

Rita und Zdenek

nysn

Re: „Selbst schuld“: Schweden zu Vergewaltigungen befragt

Beitragvon nysn » 1. Mai 2008 10:44

Warum greifst Du mein Christsein an? Gehen die Argumente aus?


Das war/ist kein Angriff. Das ist ein Spruch, der mir selbst sehr viel bedeutet und den ich mir von Zeit zu Zeit immer wieder in Erinnerung rufe. Für mich bedeutet das, dass ich die Dinge immer von verschiedenen Seiten zu betrachten versuche (einschließlich meiner selbst) - und nicht nur einer einzigen "Wahrheit" hinterherlaufe.

Sonst nichts!

S-nina

nysn

Re: „Selbst schuld“: Schweden zu Vergewaltigungen befragt

Beitragvon nysn » 1. Mai 2008 11:14

Noch ein Nachtrag zu oben:

Als Christ geht man sogar noch einen Schritt weiter - uns zwar den der VERZEIHUNG und der Liebe zu ALLEN Menschen, uneingeschränkt, was sie für Taten begangen haben.

Und da muss ich jetzt zugeben, dass ich damit wohl am meisten Schwierigkeiten hätte!

S-nina

Zschirli

Re: „Selbst schuld“: Schweden zu Vergewaltigungen befragt

Beitragvon Zschirli » 1. Mai 2008 11:27

Ich bin ja selber Christ - jedoch...

Verzeihung, Vergebung, gar Liebe?

Wenn jemand eure Tochter... und dann soll man dem nicht nur verzeihen und vergeben, sondern auch noch lieben??? Man soll, ich weiss, jedoch ...

Andererseits schadet der Zorn, den man gegen andere Menschen hat wohl mehr einem selber, als dem anderen. Aber diese Erkenntnis existiert oftmals wohl doch nur im Kopf.

Sollte allerdings jemand eine Lösung fuer dieses Dilemma haben - ich wär mehr als dankbar dafuer!

nysn

Re: „Selbst schuld“: Schweden zu Vergewaltigungen befragt

Beitragvon nysn » 1. Mai 2008 11:35

Ich bin ja selber Christ - jedoch...

Verzeihung, Vergebung, gar Liebe?


Ja, das ist die ZENTRALE BOTSCHAFT JESUS CHRISTUS: Bedingungslose Liebe bis zum Tod.

»Vater, verzeih ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!« Jesus hat selbst vollbracht, was er den Seinen aufgetragen hat. Als Petrus ihn fragte, wie oft er verzeihen solle, bis zu siebenmal?, da bekam er zur Antwort: »Nicht bis zu siebenmal, sondern bis zu siebenundsiebzigmal« (Mt 18,21).

S-nina

Zschirli

Re: „Selbst schuld“: Schweden zu Vergewaltigungen befragt

Beitragvon Zschirli » 1. Mai 2008 11:53

ach S-nina ... wenn das nur immer so einfach wär :?

nysn

Re: „Selbst schuld“: Schweden zu Vergewaltigungen befragt

Beitragvon nysn » 1. Mai 2008 12:05

ach S-nina ... wenn das nur immer so einfach wär


Hej Zschirli,

genau das finde ich ÜBERHAUPT NICHT EINFACH - das ist eine der schwierigsten Aufgaben, die man als Christ wohl bekommt.

S-nina

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Sápmi
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Re: „Selbst schuld“: Schweden zu Vergewaltigungen befragt

Beitragvon Sápmi » 1. Mai 2008 12:30

Das nimmt ja 'ne echt abgefahrene Wendung hier :wink: , aber nicht uninteressant.

Die Religionszugehörigkeit der diversen User will ich jetzt mal außer Acht lassen, sondern mal versuchen, das Ganze von der ethischen Sicht anzugehen:

Verzeihung und Vergebung finde ich auch sehr wichtig für ein friedliches Miteinander.
Aber wie sieht’s in der Praxis aus?
Wenn in Namen von Vergebung und der Menschenwürde ein so schlimmer Verbrecher strafmildernde Umstände bekommt, bzw. konkret: zu früh wieder auf freien Fuß gesetzt wird, stellt er oftmals eine Bedrohung für seine Mitmenschen (und deren Menschenwürde) dar. So weit dürfen Verzeihung und Vergebung niemals gehen, denn sonst haben sie meiner Meinung nach ihren Sinn verfehlt!

Wie jeder Einzelne selbst mit den eigenen Gefühlen gegenüber eines solchen Verbrechers umgeht, steht natürlich auf einem anderen Blatt geschrieben.
Ich denke, ein wichtiger Punkt besteht darin, nicht aus den Augen zu verlieren, dass es sich bei Verbrechern trotz allem auch um Menschen handelt. Die selbst auf die eine oder andere Weise sehr gelitten haben müssen, sonst wären sie nicht zu Gewalttätern geworden (was natürlich in keinster Weise ihre Taten entschuldigt oder gar rechtfertigt, versteht jeder von selbst).
Diese Menschen aber zu lieben, dürfte nun aber doch gegen die Natur gehen. Klar, wie Zschirli schon schrieb, schadet einem der Zorn vor allem selbst (wie sagt man so schön: Wer sich ärgert, büßt für die Sünden anderer... :wink: ), aber diesen mit aller Gewalt zu unterdrücken, kann doch auch nicht gesund sein. Solange es nicht in destruktive Racheaktionen ausartet, denke ich, dass man diese Gefühle zulassen und sich ehrlich mit ihnen auseinander setzen sollte. Sich deshalb für einen schlechten Menschen zu halten, weil man diese Wut nicht auf Kommando ausschalten kann, nützt wohl niemandem.

Oder hab ich jetzt am Thema vorbei argumentiert?
"Keiner, der nur einen Sommer Lapplands Sonne trank, kann anderswo glücklich sein."
(aus A.O. Schwede: Lars Levi Laestadius - Der Lappenprophet)

Zschirli

Re: „Selbst schuld“: Schweden zu Vergewaltigungen befragt

Beitragvon Zschirli » 1. Mai 2008 13:15

Ich denke mal nicht, dass das am Thema vorbei war, Sàpmi.

Die rechtliche Seite wollte ich auch gar nicht diskutiert haben - ich denke mal, da sind wir uns einig, oder? :wink: Da gibt es fuer mich auch nur eine Antwort.

Was ich deutlich machen wollte (und das schien mir auf den ersten Seiten hier ein wenig ausser Acht geraten zu sein) ist, dass hinter allem ein menschlicher Aspekt und eine furchtbare Geschichte steckt. Und bei solch sensiblen Themen fände ich es wichtig, dass man sich ersteinmal einfuehlt (im wahrsten Sinne des Wortes), bevor man seine Meinung kundtut. Eben weil das Problem derart weit verbreitet ist. Und wahrscheinlich jeder von uns einen oder mehrere Betroffene kennt (auch wenn man sich dessen in den wenigsten Fällen bewusst ist), oder es gar selber ist. Und da noch mehr zu verletzen (und sei es "nur" durch vielleicht unbedachte Worte) halte ich fuer sehr gefährlich.

Habt ihr euch eigentlich mal mit den Folgen auseinandergesetzt? Damit, wie das Leben der Opfer (eigentlich auch schon ein schlimmes Wort) aussieht? Da rede ich nicht nur von Selbsthass bis zur Selbstverletzung, Esstörungen, Vertrauens- und Beziehungsproblemen, Angstzuständen und Schlafstörungen (die Angst zu Schlafen und zu Träumen, Angst davor, nach draussen zu gehen), bis hin zu Persönlichkeitsstörungen, im schlimmsten Falle sogar zur Ausprägung von multiplen Persönlichkeiten. Oder aber, nie wieder entspannten Sex geniessen zu können. Da gäbe es noch eine ganze Menge mehr zu nennen ...
Und jetzt nochmal, S-nina, Vergebung? Verzeihung? Liebe?

Ich weiss nicht ob man das verlangen oder erwarten kann? Ob Gott das erwarten kann oder erwartet?
Fuer mich gibt es da nur eine Antwort: die Hölle. Denn wer anderen Menschen die Hölle auf Erden bereitet, der hat sich einen Platz daselbst verdient. Doch das ist (zum Glueck) nicht unsere Entscheidung.

Ich hatte mal mit einer jungen Frau zu tun, die mir sagte, es täte ihr leid, dass ER sie nicht umgebracht habe. Fuer sie wäre es besser, tot zu sein, als mit all dem weiterleben zu muessen. :?

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Re: „Selbst schuld“: Schweden zu Vergewaltigungen befragt

Beitragvon Sápmi » 1. Mai 2008 13:35

Zschirli hat geschrieben:Fuer mich gibt es da nur eine Antwort: die Hölle. Denn wer anderen Menschen die Hölle auf Erden bereitet, der hat sich einen Platz daselbst verdient.


Spontan würde ich gefühlsmäßig auch so plädieren, aber das wäre ja dann wieder Rache, die niemandem nützt. Der Schaden, den ein Täter einem Opfer zugefügt hat, kann durch das Leid des Täters auch nicht wiedergutgemacht werden. Natürlich muss Strafe sein, aber das wichtigste ist vor allem, dass man den Täter daran hindert, weiteren Menschen zu schaden.

Zschirli hat geschrieben:Ich hatte mal mit einer jungen Frau zu tun, die mir sagte, es täte ihr leid, dass ER sie nicht umgebracht habe. Fuer sie wäre es besser, tot zu sein, als mit all dem weiterleben zu muessen. :?


Ich muss sagen, ich würde auch lieber getötet als vergewaltigt werden.
"Keiner, der nur einen Sommer Lapplands Sonne trank, kann anderswo glücklich sein."

(aus A.O. Schwede: Lars Levi Laestadius - Der Lappenprophet)


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