Schwedische Staatsbürgerschaft annehmen oder nicht?

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unbekannt

Re: Schwedische Staatsbürgerschaft annehmen oder nicht?

Beitragvon unbekannt » 16. April 2008 13:54

Hallo,

aus patriotischen Gründen irgendeine Staatsbürgerschaft annehmen zu wollen, halte ich ehrlich gesagt für reichlich naiv. Ich denke, da sind wir uns einer Meinung. Aber so cool bin ich auch wieder nicht, dass ich nur aus rein verwaltungstechnischen Gründen die schwedische Staatsbürgerschaft annehmen würde. Schließlich habe ich einiges auf mich genommen und bin Risiken eingegangen, bis ich zusammen mit meiner Frau hier Fuß gefasst habe. Warum soll ich dann nicht die Staatsbürgerschaft des Landes annehmen, zu dem ich stehe und wo ich mich wohlfühle? Selbstverständlich hat Schweden seine Ecken und Kanten und seine Doppelmoral. Nichts ist perfekt, aber was besseres werde ich für mich persönlich kaum finden. Also werde ich die schwedische Staatsbürgerschaft annehmen, wenn meine 5 Jahre rum sind.

Die deutsche bleibt mir ja auf jeden Fall erhalten. Ehrlich gesagt hätte ich Probleme die deutsche Staatsbürgerschaft einfach so aufzugeben, auch wenn ich da keinesfalls mehr wohnen möchte. Es ist schließlich das Land meiner Muttersprache.

Als wir eingewandert sind und unsere Personnummern bekamen, war es für meinen schwedischen Bekanntenkreis natürlich keine Frage, dass wir Neuschweden dann auch später die schwedische Staatsbürgerschaft annehmen. Einige wirkten fast schon beleidigt, als ich sagte, dass dies als EU-Bürger ja fast egal sei.

Vor zwei Jahren machte ich eine Zugreise in Deutschland und traf zwei Schweden aus Mora. Die hatten sich riesig gefreut, einen "Schweden" zu treffen, was sie im Laufe des Gesprächs erwähnten. Dazu muss ich erklären, dass mein deutscher Akzent unüberhörbar ist, was ich auch ansprach. Darauf: "Wieso, du wohnst doch in Schweden und sprichst schwedisch, dann bist du Schwede." Ähnliches ist mir mal auf dem Flughafen Madrid bei einer Zwischenlandung passiert, als ich dort Schweden traf: "Wie schön schwedisch zu reden, wir kommen gerade aus der Karibik und treffen seit drei Wochen zum ersten Mal wieder Schweden. Wo wohnt ihr denn?"

Ich denke es hat Vorteile, wenn man als deutscher Einwanderer mit seinem schwedischen Pass unmissverständlich klarmacht, dass man sich in Schweden wohlfühlt. Das kann dann auch das Zünglein an der Waage bei der Stellensuche sein. Praktische Vorteile sehe ich, wenn man in Norwegen, das keine EU-Land ist, gutes Geld verdient und in Schweden wohnt.

helden

Re: Schwedische Staatsbürgerschaft annehmen oder nicht?

Beitragvon helden » 16. April 2008 16:34

Hallo Volker,

das mit Norwegen klingt gut, aber lohnt es sich wirklich, wie in den Medien beschrieben, dort zu arbeiten?

Ist das nicht nur alles Streß

Verdient man dort wirklich das 5 x fache?

Schöne Grüße

Rita

unbekannt

Re: Schwedische Staatsbürgerschaft annehmen oder nicht?

Beitragvon unbekannt » 16. April 2008 17:38

Hallo,

jedenfalls verdient man in Norwegen mehr. Dafür ist das Leben wesentlich teurer. Viele schwedische Handwerker arbeiten in Norwegen und fahren an den Wochenenden nach Hause. Ein Dauerzustand ist das aber nicht. Das Problem für Deutsche: Norwegen ist nicht in der EU. Erst mit dem Arbeitsvertrag bekommst du eine Aufenthaltsgenehmigung. In Schweden ist alles viel einfacher.

Für mich wäre das nichts, weil ich dann wahrscheinlich zum Schluss einen Mischmasch von Norwegisch und Schwedisch reden würde und das will ich unbedingt vermeiden.

helden

Re: Schwedische Staatsbürgerschaft annehmen oder nicht?

Beitragvon helden » 17. April 2008 08:00

Hallo Volker,

ja Norwegen soll ja auch seine Reize haben,

aber mir wäre es zu kalt um da ewig zu arbeiten.

Ich hörte auch, dass Kartoffeln da einzeln verkauft werden :shock:

Ja, Schweden ist eigentlich auch unser Traumland, so Mitte und Südschweden, in Nordschweden wäre eine Stuga cool später mal *schwärm*

LG Rita

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Re: Schwedische Staatsbürgerschaft annehmen oder nicht?

Beitragvon janaquinn » 17. April 2008 08:06

Hej Rita,Kartoffeln werden auch in Schweden eher einzeln als im Netz verkauft. Ich finde es praktisch, so kann man sich die schönsten und grössten raussuchen.

@Wolfsangel: Was ist denn das für eine Aussage?? Nur weil ich den Deutschen Pass habe, bedeutet es nicht automatisch, dass ich mich sonderlich verbunden mit Deutschland fühle. Ich bin halt nur durch Zufall dort geboren worden, nicht mehr und nicht weniger!

Kopfschüttelde Grüsse über manche Aussagen :evil:
JANA
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helden

Re: Schwedische Staatsbürgerschaft annehmen oder nicht?

Beitragvon helden » 17. April 2008 08:13

Hej Janaquinn,

stimmt eigentlich, hat auch seine Vorteile mit dem Einzelverkauf.

Gemüse wird immer gewogen oder?

Irgendwie finde ich ungewohnt mit landwirtschaftlichen Hintergrund :P

Ich denke wir werden die schwedische Staatsbürgerschaft anstreben, weil wir auch komplett ja sagen wollen zu unserer Einwanderung.

Es ist noch sooo lang hin... Bild

LG Rita

nysn

Re: Schwedische Staatsbürgerschaft annehmen oder nicht?

Beitragvon nysn » 17. April 2008 08:16

Ein Schwein das in einem Kuhstall geboren ist, bleibt ein Schwein oder?


Das könnte man etwas "eleganter" verpacken, sozusagen mit den Worten des Herzogs von Wellington (um das Jahr 1800) - der Kern der Aussage bleibt derselbe:

„Nur weil ein Mensch in einem Stall geboren ist, ist er daher immer noch kein Pferd“

:D

helden

Re: Schwedische Staatsbürgerschaft annehmen oder nicht?

Beitragvon helden » 17. April 2008 08:20

Hallo S-nina,

nett formuliert, finde ich auch so.

Man muss seine Chancen nutzen und geht es auch vorwärts.

Nichts ist unveränderlich!

Schöne Grüße

Rita

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Re: Schwedische Staatsbürgerschaft annehmen oder nicht?

Beitragvon Imrhien » 17. April 2008 08:46

helden hat geschrieben:Ich denke wir werden die schwedische Staatsbürgerschaft anstreben, weil wir auch komplett ja sagen wollen zu unserer Einwanderung.

Es ist noch sooo lang hin...


Hej,
ich finde es gerade gut, dass es so lange dauert und dass es nicht so ganz einfach von statten geht. Zwar gehöre ich nicht zu den Menschen die ein Problem damit haben wenn jemand die Staatsbürgerschaft wechselt und finde das auch nicht schlimm oder glaube direkt an Wirtschaftsflüchtlinge oder sowas. Aber wenn es schon nach einem Jahr ginge und ganz einfach wäre, dann würden es viel mehr machen. Und es zeigt sich einfach, dass mancher am Anfang dachte das Glück gefunden zu haben und dann nach ein paar Monaten oder manchmal auch Jahren, merkt, dass es vielleicht doch woanders liegt. Das hat nichts damit zu tun, dass man es nicht gut überlegt hätte oder sprunghaft wäre oder vielleicht ein Versager wäre. Es ist einfach so. Entscheidungen können sich ändern, Meinungen auch. Und wenn man 5 Jahre Zeit hatte sich ein Land in Ruhe anzuschauen, dann weiss man eben mehr als wenn man nur ein Jahr lang denkt. Wo ist denn das Problem? Wir als Europäer haben doch eh keinen wirklichen Nachteil aus unserem deutschen Pass hier. Wenn man wirklich ernsthaft Schwede werden möchte, dann kann man die Geduld dazu aufbringen. Die Schweden sind doch auch so lagom 8) 8)
Es ist für viele sicherlich ein ershenter Wunsch der in Erfüllung geht und das kann man dann gebührend feiern. Aber für manche ist es eben nur ein Verwaltungsakt. Ich finde, das soll jedem selbst überlassen bleiben.

Grüße
WIebke

Ach, und Kopf hoch 5 Jahre gehen gaaaaanz schnell um, Rita :goodman: :)

vinbäre

Namensänderung

Beitragvon vinbäre » 17. April 2008 09:32

Also ich finde, wenn man ganz konsequent versucht so schwedisch werden zu wollen wie "möglich", dann sollte man auch seinen Nachnamen ändern und nicht nur die Staatsbuergerschaft. Das geht auch einfacher und schneller.


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