Schwedische Redensarten / Floskeln

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Manty

Re: Redensarten/Floskeln

Beitragvon Manty » 29. Mai 2008 13:17

Tillfället gör tjuven.

Gelegenheit macht Diebe.



Tumma tunnor skramlar mest.

Grosse Klappe nichts dahinter.


Bränt barn skyr elden.

Gebranntes Kind scheut das Feuer.


Först till kvarn få först mala.

Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.


Skrattar bäst som skrattar sist.

Wer zuletzt lacht, lacht am besten.


Man lär sig så länge man lever.

Man lernt nie aus.

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Skogstroll
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Re: Redensarten/Floskeln

Beitragvon Skogstroll » 29. Mai 2008 13:39

Eine besonders schräge:

"att sitta /stå med skägget i brevlådan"

wörtlich: "mit dem Bart im Briefkasten sitzen / stehen", also etwa "in der Klemme sitzen".

S.

glada

Re: Redensarten/Floskeln

Beitragvon glada » 29. Mai 2008 14:03

Skogstroll hat geschrieben:Eine besonders schräge:

"att sitta /stå med skägget i brevlådan"

wörtlich: "mit dem Bart im Briefkasten sitzen / stehen", also etwa "in der Klemme sitzen".

S.


oder auch:

att sitta i klistret

nysn

Re: Redensarten/Floskeln

Beitragvon nysn » 29. Mai 2008 15:55

Lustig auch:

In D: Glückspilz
in S: lyckoost = wörtlich Glückskäse

Ha is i magen = wörtlich "Eis im Magen haben" sagt man, wenn gemeint ist abwarten können/ausdaurnd sein
Dazu fällt mir allerdings kein deutsches Pendant ein.

S-nina

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Re: Redensarten/Floskeln

Beitragvon Azmodea » 29. Mai 2008 16:27

Sehr schöner Thread!
S-nina hat geschrieben:In D: Glückspilz
in S: lyckoost = wörtlich Glückskäse

Gefällt mir, ist irgendwie niedlich :)
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Sabine

Re: Redensarten/Floskeln

Beitragvon Sabine » 29. Mai 2008 16:28

Lyckoost ist einfach genial!!!! :lol:

Das Zweite kenne ich auch (auf friesisch!)
Wird sogar fast gleich geschrieben!

hartmut
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Re: Redensarten/Floskeln

Beitragvon hartmut » 29. Mai 2008 16:38

Sabine hat geschrieben:Das Zweite kenne ich auch (auf friesisch!)
Wird sogar fast gleich geschrieben!

Haben die Ostfriesen sicherlich den Schweden beigebracht.
Kleine Rechtschreibfehler seien verziehen.

Mvh

Hartmut
Hejdå

Hartmut

Manty

Re: Redensarten/Floskeln

Beitragvon Manty » 29. Mai 2008 19:45

S-nina hat geschrieben:
Ha is i magen = wörtlich "Eis im Magen haben" sagt man, wenn gemeint ist abwarten können/ausdaurnd sein
Dazu fällt mir allerdings kein deutsches Pendant ein.

S-nina



Einen kühlen Kopf bewahren.

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Re: Redensarten/Floskeln

Beitragvon trollebjär » 29. Mai 2008 19:53

Skogstroll hat geschrieben:"som ett skållat troll."

Wörtlich: "wie ein gebrühter Troll". Also etwa "wie eine gesengte Sau" oder "wie ein geölter Blitz".

Skogstroll


kenne ich nur als "skållad råtta" , gleiche Bedeutung

wie wär's mit "vig som ett kylskåp"
wörtlich: geschmeidig/gelenkig wie ein Kühlschrank

ungefähr : graziös wie eine Gazelle (oder wie heisst das Tier mit dem Rüssel)

was mich immer verwirrt ist wenn die Redewendung fast wörtlich übersetz werden kann, aber nur fast:

"att köpa grisen i säcken"

heisst im deutschen ja die Katze im Sack kaufen (und nicht das Schwein!)

noch besser
"Ont krut förgås inte (så lätt)"
wörtlich kann man's nicht übersetzen, macht gar keinen Sinn

ist das deutsche
Unkraut vergeht nicht
ont krut wird wie Und krüt ausgesprochen, ist also nur lautmalerisch vom deutschen abgeleitet

bedeutung ist dieselbe wie im deutschen


M

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Re: Redensarten/Floskeln

Beitragvon Sápmi » 30. Mai 2008 20:27

Interessantes Thema. :D

Hier zwischendurch mal was aus dem hohen Norden. Hab mir vor 2 Jahren mal so'n Büchlein mit samischen Sprichwörtern gekauft ("Jođi lea buoret go oru – Sámi sátnevádjasiid vejolaš mearkkšupmi otne" von Harald Gaski und Aage Solbakk (ČálliidLágádus)) und ein paar daraus ins Deutsche übersetzt:

Jođi lea buoret go oru.
Reisen ist besser als Weilen.

Oahpes bahá lea buoret go amas buorri.
Ein bekannter Böser ist besser als ein fremder Guter.

Gal uhca balvvaš ge nagada beaivváža čiehkat.
Eine kleine Wolke schafft es auch, die Sonne zu verstecken.

Buoret lea eanet jurddašit ja unnit sárdnut.
Es ist besser, mehr zu denken und weniger zu predigen.

Rikkisvuođa sáhttá čiehkat, muhto geafivuođa ii.
Reichtum kann man verstecken, Armut nicht.

Hávskkes guoibmi oanida mátkki.
Ein netter Kamerad verkürzt die Reise.

Bahá beallji lea álo guldaleamen.
Ein böses Ohr hört immer zu.

Doppe gos buohkat háliidit stuorrán, ii háliit oktage suhkat fatnasa.
Dort wo alle groß sein wollen, will keiner das Boot rudern.

Guhte lea uhcán suhkan, sus leat rašis gieđat.
Wer wenig gerudert hat, hat schwache Hände.

Ii idja nu guhkki ahte beaivi ii boađe.
Keine Nacht ist so lang, dass der Tag nicht kommt.

Ii guhtege riegát ákšu gieđas.
Niemand wird mit der Axt in der Hand geboren.

Ii son dovdda heađi guhte ii leat dan gillán.
Die Not kennt nicht, wer sie nicht erlitten hat.

Son ii guliid fidne guhte ii julggiidis njuoskat.
Der fängt keine Fische, der sich die Füße nicht nass macht.

Go máŋga joga oktii golget, šaddá stuorra deatnu.
Wenn viele Flüsse zusammen fließen, entsteht ein großer Strom.

Bealjji gullá guhkibui go čalbmi oaidná.
Das Ohr hört weiter als das Auge sieht.

Ii boares beana ciela duššiid.
Ein alter Hund bellt nicht umsonst.

Beatnaga ii galgga gulgii geahččat.
Einem Hund soll man nicht aufs Haar schauen
(soll heißen, dass man nicht nach Äußerlichkeiten gehen soll)

Ii lihkku boađe vuordimiin.
Das Glück kommt nicht beim Warten.

Geahppaseamos lea gárvves bálgá čuovvot.
Am leichtesten ist es, fertigen Pfaden zu folgen.

Orru čáhci ii leat goassige buhtis.
Stilles Wasser ist niemals rein.

Son dahká jogaid jávrin.
Er/sie macht aus einem Fluss einen See.
(aus einer Mücken einen Elefanten)
"Keiner, der nur einen Sommer Lapplands Sonne trank, kann anderswo glücklich sein."
(aus A.O. Schwede: Lars Levi Laestadius - Der Lappenprophet)


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