Schwedische Offenheit beugt dem Krebs vor

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Schwedische Offenheit beugt dem Krebs vor

Beitragvon svenska-nyheter » 30. Januar 2013 15:14

Schwedische Offenherzigkeit beim Arztbesuch kann offenbar der Krebserkrankung vorbeugen.

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(Diese Schweden-Nachricht stammt von SR International. Nachdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung von Radio Schweden.)

Speedy
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Re: Schwedische Offenheit beugt dem Krebs vor

Beitragvon Speedy » 30. Januar 2013 15:34

was nuetzt die Offenheit wenn die Ärzte dann statt Krebs eine Guertelrose und ähnliches feststellen, wie jetzt gerade in Varberg geschehen

meint Speedy

vibackup
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Re: Schwedische Offenheit beugt dem Krebs vor

Beitragvon vibackup » 30. Januar 2013 19:12

Speedy hat geschrieben:was nuetzt die Offenheit wenn die Ärzte dann statt Krebs eine Guertelrose und ähnliches feststellen, wie jetzt gerade in Varberg geschehen


Gürtelrose ist unangenehm.
Aber zurück zum Thema: klar ist man offen, man ist ja froh, endlich einen Arzt zu treffen.
Schweden ist das Land mit den zweitlängsten offiziellen Wartezeiten unter den europäischen Ländern.
Und die gelten nur für 70% der Patienten...
Oder:
Another way of expressing the vital question: Why can Albania operate its healthcare services
with practically zero waiting times, and Sweden cannot?
(EHCI 2009)
Der Krebs, der wirklich seltener ist in Schweden, ist zugleich der häufigste: der Lungenkrebs.
Und dass der seltener ist, liegt schlicht an der anderen Haltung der Schweden zum Rauchen.

//M

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Re: Schwedische Offenheit beugt dem Krebs vor

Beitragvon GF.Skaraborg » 30. Januar 2013 20:18

[img]Schweden ist das Land mit den zweitlängsten offiziellen Wartezeiten unter den europäischen Ländern.
Und die gelten nur für 70% der Patienten...[/img]

Nur mal etwas naseweis gefragt, woher du diese Zahlen hast.

[img]Der Krebs, der wirklich seltener ist in Schweden, ist zugleich der häufigste: der Lungenkrebs.
Und dass der seltener ist, liegt schlicht an der anderen Haltung der Schweden zum Rauchen.[/img]

Die gleiche Frage hier, lt Statistik ist Brustkrebs bei Frauen der häufigst vorkommende, bei Männern Prostatakrebs.
Hier ein Link:
http://www.socialstyrelsen.se/Lists/Art ... 126127.pdf
1 Prostatakrebs 17,7%
2 Brustkrebs 14,1%
..
..
5 Lungenkrebs 6,7%

Die Statistik ist zwar von 2007, aber Lungenkrebs ist weiterhin rueckläufig. Ob Lungenkrebs "schlicht an der anderen Haltung der Schweden zum Rauchen" weniger wird, ist sehr zweifelhaft. Radon ist fast genauso oft der Auslöser wie rauchen.

vibackup
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Re: Schwedische Offenheit beugt dem Krebs vor

Beitragvon vibackup » 30. Januar 2013 21:52

GF.Skaraborg hat geschrieben:[img]Schweden ist das Land mit den zweitlängsten offiziellen Wartezeiten unter den europäischen Ländern.
Und die gelten nur für 70% der Patienten...[/img]

Nur mal etwas naseweis gefragt, woher du diese Zahlen hast.

Klar darfst du, aber ich hatte es geschrieben; du hast die Quelle nur nicht mitzitiert:
(EHCI 2009)

In Worten: Euro Health Consumer Index
Im 2012er Report übrigens dieselben Ziffern, nur dass sich jetzt Norwegen dazugesellt hat:
Da klingt es jetzt so:
The target for maximum wait in Sweden to see your primary care doctor (no more than 7 days) is
underachieved only by Portugal, where the corresponding figure is < 15 days. ... Another way of
expressing the vital question: Why can Albania operate its healthcare services
with practically zero waiting times, and wealthy countries such as Norway and Sweden
cannot?

GF.Skaraborg hat geschrieben:[img]Der Krebs, der wirklich seltener ist in Schweden, ist zugleich der häufigste: der Lungenkrebs.
Und dass der seltener ist, liegt schlicht an der anderen Haltung der Schweden zum Rauchen.[/img]

Die gleiche Frage hier, lt Statistik ist Brustkrebs bei Frauen der häufigst vorkommende, bei Männern Prostatakrebs.
Hier ein Link:
[gelöscht, da sonst die Maximalanzahl der Links überschritten werden, findet sich im Vorposting]
1 Prostatakrebs 17,7%
2 Brustkrebs 14,1%
..
..
5 Lungenkrebs 6,7%

Die Statistik ist zwar von 2007, aber Lungenkrebs ist weiterhin rueckläufig. Ob Lungenkrebs "schlicht an der anderen Haltung der Schweden zum Rauchen" weniger wird, ist sehr zweifelhaft. Radon ist fast genauso oft der Auslöser wie rauchen.


Du hast einen Punkt, ich hätte schreiben müssen:
"...weltweit der häufigste..."
Nachlesen kann man das in den meisten Epidemiologielehrbüchern, aber auch z.B. hier:
http://www.cancerresearchuk.org/cancer- ... l-picture/
Figur 1.2 ist da anschaulich.
Oder hier:
http://en.wikipedia.org/wiki/Lung_cancer#Epidemiology
http://www.cancerresearchuk.org/cancer- ... cer-world/
Dort wird auch der Zusammenhang mit dem Rauchen erklärt.
Das ist doch aber eigentlich etabliertes Lehrbuchwissen, seit die Tabakindustrie ihre
Fälschungsversuche eingestellt hat.
Radon ist nicht genauso oft der Auslöser, sondern vor allem im Zusammenspiel mit dem Rauchen ein das Risiko erhöhender Faktor.
Als Einzelfaktoren spricht man in der Regel von 90% der Fälle (Männer) bzw 80% (Frauen), die auf das Konto des Rauchens gehen und ca 10%-20%, bei denen andere Faktoren (z.B. Radon) eine wichtige Rolle spielen.
Vor allem aber ist Lungenkrebs in den meisten Ländern der tödlichste Krebs. Aber das war hier nicht die Frage, granted.
Aber du siehst vielleicht, dass du mit deinen Zahlen meine These belegst, oder?
Denn natürlich sinkt die relative Bedeutung eines Krebses, wenn er alleine seltener wird, während die anderen Formen sich weniger oder nicht verändern.
Der Lungenkrebs ist insgesamt rückläufig, das ist korrekt; wenn man das aber nach Geschlechtern aufteilt, steigt diese Krebsform bei den Frauen parallel mit deren erhöhten inhalativem Tabakkonsum (zeitlich verschoben), während sie bei den Männern, wo sie ja deutlich häufiger ist, sinkt, auch hier parallel zu diesen veränderten Tabakkonsumgewohnheiten.
Da aber bei den Männern immer noch viel mehr Fälle auftreten, sehen wir insgesamt eine rückläufige Tendenz.
Ich hoffe ich habe deine Fragen beantwortet?
Mvh

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Re: Schwedische Offenheit beugt dem Krebs vor

Beitragvon GF.Skaraborg » 30. Januar 2013 22:59

hej //M

Nun, der Bericht der EHCI kann gedeutet werden wie man eigentlich gerade Laune hat. Deshalb sollte man den Bericht auch nicht als das offizielle Statement heranziehen. Wenn Lobbyisten mit am Werk sind kann sehr leicht der Gedanke auftauchen, dass doch einiges nicht so dargestellt wird wie die tatsächliche Lage ist. Dass wir Wartezeiten haben, die in gewissen Gebieten auch nach meinem dafuerhalten nicht mehr tragbar sind, wird auch von mir nicht in Frage gestellt. Nur der Schlussatz: Warum hat Schweden als reiches Land so lange Wartezeiten und Albanien (arm) eben nicht, sagt doch mM nach nichts ueber die Qualität des gesamten aus.
Ich zitiere aus dem Bericht folgendes:
- Sverige har länge varit ledande i Europa inom behandlingsresultat. I toppen har vi nu fått sällskap av
Norge, säger dr Arne Bjornberg, operativ chef för HCP och ansvarig för EHCI-rankingen. Det svenska
systemet är bland de mest heltäckande i Europa och här konkurrerar Sverige med bara
Nederländerna. Det låter ofta som om svensk sjukvård skulle blivit mindre generös men EHCI pekar
snarare i motsatt riktning.
- Sverige stora svaghet är den usla tillgängligheten, ett annat gemensamt drag med Norge. Här är vi
ett av Europas bottenlag. Om Sverige kunde råda bot på kö-eländet skulle vi ligga i Europa-topp!

Solch ein Schlussatz sagt doch einiges aus, oder?

Zu der zweiten Frage. Wir sprechen doch hier in diesem Thread ueber die Verhältnisse in Schweden? Sicher ist es intressant zu wissen, wie Lungenkrebs weltweit auftritt. Aber dass ist nicht die Diskussionsgrundlage. Die Verhältnisse in Schweden sind eben nicht die gleichen wie weltweit. Radon und Rauchen erhöht das Risiko, man spricht von 500 Fällen von Lungenkrebserkrankungen jährlich, die durch Radon in Wohnungen verursacht worden sind, 10% der Erkrankten sind Nichtraucher. Leider ist es so wie du beschrieben hast, bei Männern ist die Erkrankung rueckläufig, bei Frauen ansteigend. Insgesamt, wenn auch als schwacher Trost, ist die Tendenz rueckläufig. Dass andere Krebsarten, wie z.B. Hautkrebse, in Schweden unverhältnismässig stark ansteigen, wird z.T. auf die "Sonnenhungrigkeit" der Schweden zurueckgefuehrt. Allerdings darf man aber auch nicht verschweigen, dass das oft gescholtene Gesundheitssystem gerade auf dem Gebiet der Krebserkrankungen sehr viele Krebse fruehzeitig entdeckt und behandelt, sehr oft mit grossem Erfolg. Aber wuenschenswert wäre es trotzdem, dass in allen Teilen Schwedens die gleichen Verhältnisse herrschen, kurze Wartezeiten, kompetentes und ausreichendes Personal usw. Aber bis dahin ist leider noch ein langer Weg.


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