Schwedische Küche: Fleischbällchen bekommt internationale

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janaquinn
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Re: Schwedische Küche: Fleischbällchen bekommt international

Beitragvon janaquinn » 18. Oktober 2010 12:41

diese Meldung wurde nur am Rande mitgenommen...ich muss ihn heute mal fragen, was er dazu sagt. Ich denke einfach, es ist wie in Deutschland...man kann in Schweden richtig gut und teuer oder richtig schlecht/teuer essen, oder aber auch richtig gut und günstig oder aus einem 5 Sternelokal rausfallen und in den nächsten McDreck damit man endlich was in den Magen bekommt.

Ich liebe gutes Essen, habe natürlich Heimvorteil, aber ich ziehe mir auch alle 6 Monate mal eine Kebap-Pizza mit Krautsalat rein...dann ist es auch lecker...für die nächsten 6 Monate.
Ich mag gehobene Küche, wenn man was auf dem Teller hat und davon satt wird und sich nicht hungrig isst. Wir schauen uns gerade zuhause einige Berichte über Heston Blumenthal an, der mit molekularer Küche arbeitet (sehr genial) und wo Essen nicht nur Nahrungsaufnahme ist, sondern ein Gesamtpaket aus Erlebniss und Geschmack. Das fehlt mir in der heutigen Zeit doch sehr, sowohl in Schweden als auch in Deutschland ect..man isst um satt zu werden, aber man sieht es nicht mehr als Erlebniss an....Schade eigentlich.

Ein guter Koch kocht nicht nur einfach, er spielt mit den Lebensmitteln ( in positiver Hinsicht) er experimentiert und kann selbst aus einer simplen Karotte ein Meisterstück machen. Aber dafür muss man ein guter Koch sein, dafür muss man mit Leib und Seele seinen Job lieben und dazu stehen...
Ansonsten steht man in der Lunchbude an der Ecke und bastelt Hamburger und Kebaptallrik zusammen.

Grüsse JANA
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der 2. von rechts ist mein "Meisterkoch"....
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Re: Schwedische Küche: Fleischbällchen bekommt international

Beitragvon Pink_Panther » 18. Oktober 2010 13:51

MMMMMmmmmmmmmuuuuuuuummmmmMMMMMMssssssss :D :D :D

Das ist natürlich eine ganz andere Klasse........;-)

/Paul

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Imrhien
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Re: Schwedische Küche: Fleischbällchen bekommt international

Beitragvon Imrhien » 19. Oktober 2010 08:58

Hej Jana,
die Küche Deines Göga (Grüsse anbei :) ) und anderer Köche mal aussen vor. Aber mal ehrlich, es geht doch nicht um gehobene Küche? Ich meine, die gibt es klar. Es gibt auch suuuper lecker Hausmansgerichte. Keine Frage. Ich kenne auch viele Schweden, die lecker kochen können. Aber wenn man so was liest, dann denkt man doch, dass sich das im Alltag der Schweden zeigen würde. Dass die täglich lecker und abwechslungsreich kochen. Und sorry, das erlebe ich eben nicht so.
Da kenne ich in Deutschland deutlich mehr Famiilen, die das machen. Natürlich, auch da kochen viele nur Fertigkram. Und natürlich,auch da gibts eklige Sachen. Aber ich sehe eben, dass hier "normalo" Familien, von denen ich in Deutschland weiss, dass sie anders kochen (weil Freunde und Bekannte), eben viel mehr zu Feritggerichten greifen oder Schnellküche praktizieren. Nicht mal weil sie es toll finden, sondern weil es praktisch ist und sich anders kaum mit dem Alltag vereinbaren lässt. Man ist eben müde, wenn man abends nach der Arbeit die Kinder abholt und dann noch kochen soll. Ich versteh auch nicht, dass man abends noch kochen muss, wenn man mittags schon Lunch hatte? und wenn man dann kocht, wieso so oft Pankaka oder pytt? Was ist daran bitte besonders ausgewogen??? Wir kochen selten, weil wir ja alle lunch bekommen. Wenn, dann ist es aber schon mal was aufwendigerers. AUch nicht immer. Natürlich essen auch wir mal einfach nur Spaghetti Bolognese. Wobei, die wird natürlich laaaange aufwendig gekocht und nicht fertig aus dem Glas...
Wie gesagt, man muss da doch unterscheiden. Es gibt super schwedische Küche. Aber für den Alltag nicht. Und wer kann schon täglich so teuer essen gehen?? Und selbst beim Lunch möchte ich ab und an mal ne Abwechslung.
Was ich aber schon schade finde, ist, dass sich viele Dinge wirklich ähneln. Es gibt weniger Auswahl und Unterschiede. Das liegt aber einfach an der Anzahl der Bewohner und das meine ich nicht mal böse.
Trotzdem finde ich es auch immer wieder spannend neues in der schwedischen Küche zu entdecken. Das sind dann eben die grossen und tollen Ausnahmen, die mir zeigen, dass es ein anderes Schweden gibt. Darüber freue ich mich dann besonders und ich geniesse das dann sehr. Dazu muss man sich aber die Zeit nehmen, mit den Freunden, Kollegen und Nachbarn. Zu Festen oder so.

Grüße
Wiebke

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Re: Schwedische Küche: Fleischbällchen bekommt international

Beitragvon Skogstroll » 19. Oktober 2010 10:36

Ein bisschen differenziert muss man das schon betrachten. Wurst ist wirklich nicht die starke Seite der schwedischen Küche, und Falukorv halte ich für eine Mischung aus Abraum aus dem Kupferbergbau, Sägespänen und abgelagertem Schmierfett. Kann Spuren von Fleisch enthalten. Es gibt ein paar kleine Hersteller, die recht akzeptable Ren- oder Elchwurst herstellen, aber auch da gibt es enorme Unterschiede. Manche schaffen es wirklich, selbst Ren ungeniessbar zu machen.

Manche Gerichte der Hausmannskost wie Pitepalt oder Blodpalt sind auch bestimmt nicht jedermanns Sache. Diese Gerichte haben einfach ihren Ursprung in der Geschichte des Landes. Vor nicht sooo langer Zeit war die Mehrheit der Schweden arme Bauern, die mit wenig Mitteln die Energie für körperlich härteste Arbeit bereitstellen mussten. Als Folge davon sind viele dieser Gerichte ausgesprochen fettig und schwer, nicht umsonst gibt es den Begriff des Paltkomas.

Leider haben fast food (zu deutsch: fast was zu essen) und ähnliche Grausamkeiten auch Schweden erobert. Sämtliches Fleisch muss durch den Wolf gedreht werden und Hamburger gelten als vollwertiges Essen, leider auch Schulessen.

Die entschieden stärkere Seite hat die schwedische Küche bei den Milchprodukten. Käse (nicht die Industrieschmiermittel aus der Tube), Joghurt, Sauermilch - da gibt es wirklich leckere Sachen.

Wer an der schwedischen Küche verzweifelt, der sollte sich mal nach einem richtig guten julbord umsehen. Da gibt es auch viel zweit- und drittklassiges, aber eben auch richtige "godbitar". Gute Restaurants haben da selbst eingelegten (und selbstgefangenen) Fisch , selbstgejagtes Wild und dazu selbstgesammelte Preiselbeeren. Da läuft auch die traditionelle schwedische Küche zu Hochform auf. Hosen mit reichlich bemessener Bundweite sind zu empfehlen.

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Re: Schwedische Küche: Fleischbällchen bekommt international

Beitragvon Pink_Panther » 19. Oktober 2010 11:26

Skogstroll hat geschrieben:
Wer an der schwedischen Küche verzweifelt, der sollte sich mal nach einem richtig guten julbord umsehen. Da gibt es auch viel zweit- und drittklassiges, aber eben auch richtige "godbitar". Gute Restaurants haben da selbst eingelegten (und selbstgefangenen) Fisch , selbstgejagtes Wild und dazu selbstgesammelte Preiselbeeren. Da läuft auch die traditionelle schwedische Küche zu Hochform auf. Hosen mit reichlich bemessener Bundweite sind zu empfehlen.

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Bald ist es wieder soweit!!!! :D

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Re: Schwedische Küche: Fleischbällchen bekommt international

Beitragvon Sams83 » 19. Oktober 2010 15:38

Hallo,

muss gerade mal eine kleine Anekdote zum Besten geben :-)

Habe zum Abschied in Schweden meine Kollegen am letzten Freitagabend ans Institut eingeladen und ein bisschen was zu Essen (Pizzabrötchen, Salate, etc.) vorbereitet. Am Nachmittag desselben Tages waren auch externe Gäste zu Besuch am Institut, die per (recht gutem) Lieferservice dort ihr Mittagessen bekamen. Es waren noch Reste von dort übrig (z.B. Kartoffelsalat, etc.), welche (nach Absprache mit mir) dann einfach dort stehengelassen wurden für das kleine Buffet am frühen Abend. Unter anderem auch eine Preiselbeersoße, die meiner Meinung nach doch vorzüglich zu meinem (deutschen selbstgebackenen) Käsekuchen für's Dessert passen sollte :-)

Ich selber war noch nicht bis zum Dessert vorgedrungen, als mein Chef, der neben mir saß, meinte: "Was sind denn da für Gewürze im Lingonsylt? Schmeckt ein bisschen seltsam in Kombination mit dem Käsekuchen". Ich sagte dann, dass das von dem Lieferservice von mittags war und ich deswegen nicht genau wüsste, was alles drin sei. Die Kollegin von gegenüber, die auch schon gekostet hatte, meinte: "Das sind doch Zwiebeln, oder?" Meine Reaktion: "Zwiebeln? Ach du je! Ich dachte, das wäre "normaler" Lingonsylt" (hatte ich vorher noch nie gegessen, in Kantine und so gab's ja auch zum Fleisch nur den normalen, leicht süßen (die noble Küche mit Preiselbeer-Zwiebel-Sauce war mir bis dahin vorenthalten geblieben))
Musste laut loslachen und meine Kollegen natürlich mit. Das Beste war dann, als eine andere Kollegin (alles brav aufgegessen) meinte: "Ich fand', das hat gar nicht so schlecht geschmeckt. Dachte das wär vielleicht ne typisch deutsche Kombination" :-) Sooo lustig :-)

Soviel zu neuen Gewürzkombinationen....das nächste Mal also bitte Käsekuchen mit einer Preiselbeer-Zwiebel-Sauce zum Nachtisch kombinieren :-)

:smt006 Simone

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Re: Schwedische Küche: Fleischbällchen bekommt international

Beitragvon HeikeBlekinge » 19. Oktober 2010 17:06

Hihi, das war sicher lustig, Simone.
Aber Schweden mögen solch ausgefallene Sachen!
So läuft bei mir im Laden mein Tomatengelee mit Bourbonvanille oder meine Apfel-Tomaten-Kreation mit Pfefferminze (zu Käse oder kaltem Fleisch!) absolut super ;-)

Leckere Bilder, Jana! Wäre es möglich die Namen der Gerichte zu erfahren?

Hungrige Gruesse von Heike die jetzt probebacken wird fuer den schwedischen Seniorenabend in Kuerze (die haben unter anderem Paj mit Feta und Spinat bestellt, Frökex, Oststänger...alles eigentlich recht leckere Sachen)
www.lilla-koksgarden.se


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