Schwedische Eigenarten, Umgangsformen und Verhaltensweisen

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Drottningen

Re: Schwedische Eigenarten, Umgangsformen und Verhaltensweis

Beitragvon Drottningen » 21. April 2012 12:12

"Natürlich darf auch in Schweden die persönliche Meinung gesagt werden, aber eben ausgewogen unter Abwägung aller verschiedenen Güterinteressen, eben "lagom" ( http://de.wikipedia.org/wiki/Lagom ).

Das stimmt genau! Ich habe vor einigen Jahren kurz meine Nachbarin gefragt warum am Dorfeingang ( Sommerhausgebiet) eine Tafel steht auf der nicht nur die Lage mit Hausnummer sondern auch der Name des Eingentümers verzeichnet ist. Da fallen natürlich alle Ausländer ( in unserem Falle Deutsche, Dänen, Briten u. Finnen ) sofort auf und ist fast schon eine Einladung für Einbrecher.
Beim nächsten Schwedenbesuch waren die Namen entfernt und meine Nachbarin berichtete das das Komitee darüber beraten habe und mein "Vorschlag" für gut befunden wurde.
LG
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Re: Schwedische Eigenarten, Umgangsformen und Verhaltensweis

Beitragvon ellis » 21. April 2012 20:35

meckpommbi hat geschrieben:ich mache da eigentlich keine kompromisse mehr ich diskutiere wie ich es fuer richtig halte inzwischen haben sie sich auch schon dran gewöhnt und ich habe nicht den eindruck schief angesehen zu werden aber ich denke ich habe da als deutsche einen gewissen freifahrtsschein :D
das ruelpcen spucken oder an den eiern kratzen ist allerdings echt geohnheitsbeduerftig nun ja wenn sie meine eigenheiten akzeptieren muss ich das wohl auch
gruss birgit


Ein Schwede,der nicht weiß das man in Deutschland nicht schlürft,sich an den eiern kratzt und schmatzt und dann nach Deutschland kommt müsste hier doch recht schnell auffallen.
Die Sängerin einer international bekannten schwedischen Popband wurde mal gefragt,für welche Fehler sie verständnis hätte.Ihre Antwort lautete:Für schlechte Tischmanieren. :)

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Re: Schwedische Eigenarten, Umgangsformen und Verhaltensweis

Beitragvon dodge » 21. April 2012 21:06

"das ruelpcen spucken"
komme ja derzeit in der kompletten skane herum sämtliche dörfer und städte,aber auch bis jönköping .
das machen hier ja sogar die frauen :shock:
und nicht zu knapp,raus aus dem restaurant und ab in blumentopf damit.

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Re: Schwedische Eigenarten, Umgangsformen und Verhaltensweis

Beitragvon HeikeBlekinge » 22. April 2012 09:34

also.... ich will ja nu lieber nicht fragen mit was fuer Menschen ihr so persönlich Umgang habt ... duck :P

Aber ich habe das bei Schweden in dem Ausmass wie ihr es beschreibt noch nicht erlebt!!!
Nur die juengeren lassen manchmal eine, sagan wir mal, saloppe Haltung am Tisch erkennen. Als einer aus unserer Klasse (Kochschule!) mal wirklich unangenehm heftige Kau- und Schluerfgeräusche von sich gab hat jemand ihn darauf uunter zwei Augen mal darauf hingewiesen. Der Brtreffende war allerdings Thailänder :lol:

lg
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Re: Schwedische Eigenarten, Umgangsformen und Verhaltensweis

Beitragvon Kling » 22. April 2012 10:02

Ich kenne das von den schweden die ich kenne auch nicht. Das machen vielleicht die Jugendlichen aber von Erwachsenen habe ich so etwas noch nicht gesehen oder gehört. Selbst ihren ganzen Snuskram spucken sie nicht durch die Gegend sondern packen es wieder in die dafuer vorgesehenen Teil der Snuspackung zurueck.

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Re: Schwedische Eigenarten, Umgangsformen und Verhaltensweis

Beitragvon unbekannt » 22. April 2012 10:25

Hallo zusammen,

es freut mich, dass noch auf gewisse Tischmanieren und andere Manieren geachtet wird. Man darf natürlich Menschen nicht nur nach ihren Manieren beurteilen. Meistens ist aber bei Menschen, die sich absichtlich oder aus Unwissenheit auffallend daneben benehmen, wirklich nicht viel dahinter.

Ich hatte mal vor vielen, vielen Jahren einen Schweden nach Deutschland eingeladen. Äußerlich machte er einen netten Eindruck, aber er hatte so laut im Lokal geschmatzt, dass schon die anderen Gäste zwei Tische weiter komisch geguckt hatten. Bei einem Spaziergang auf einem viel besuchten Straßenfest hat er in regelmäßigen Abständen einfach so in der Menschenmenge auf den Boden gespuckt. Ich habe ihn darauf hingewiesen, dass dies jedenfalls in Deutschland eine Ordnungswidrigkeit ist. Wegen dem Schmatzen hatte ich ihn vorsichtig gefragt, ob er Probleme mit eventuellen Zahnprothesen hätte. Seine Antwort war, er wüsste, dass er schmatzen würde. Ihm war überhaupt nicht klar, dass er sich unmöglich benimmt. In Schweden findet man das Schmatzen übrigens auch nicht gerade als erstrebenswert. In Schweden ist man in der Hinsicht nur toleranter und/oder traut sich nicht was zu sagen. Deshalb gibt es in Schweden eine Anzahl von Menschen, die nicht wissen, wie sie auf andere wirken. Solche Menschen gibt es natürlich auch in Deutschland.

Das Amüsante bei der Sache ist aber noch, dass Schweden mit unangemessenen Tischsitten trotzdem die Gabel wie in Schweden üblich verkehrt herum halten, so dass es eigentlich unmöglich ist Erbsen aufzugabeln. Erbsen sollten deshalb immer zusammen mit Kartoffelbrei als "Bindemittel" serviert werden.

Jedenfalls habe ich was daraus gelernt. Wenn sich jemand nicht halbwegs ordentlich benehmen kann, dann halte ich Abstand von solchen Menschen, weil es meistens nur Ärger bringt.

Nachtrag: Ich halte die Gabel auch in Schweden immer richtig herum wie dies in Deutschland, Frankreich und so weiter üblich ist. So viel interkulturelle Toleranz muss sein. Vielleicht kommt nach der Du-Reform irgendwann die "Gabel-richtigrum-Reform" :D .

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Re: Schwedische Eigenarten, Umgangsformen und Verhaltensweis

Beitragvon dodge » 22. April 2012 10:43

das mit dem spuken habe ich schon häufig erlebt.
da wir die ganzen M.donald machen.
da kommen einige frauen raus und spuken ins grüne.
die sind nicht jung 24-35j schätze ich mal.
ich war echt :shock:

bei jungendlich ja ok sieht man hindrüber weg,is in de auch nich anderst.
wenn sie in gruppen unterwegs sind.

ich muss aber sagen "wirklich alle" kunden die wir bis jetzt hatten durch die bank,sehr freundlich und zuvorkommend.
selbst die nachbaren kommen dann mal schnell aufn plausch rüber um mit uns zu reden.
finde ich sehr schön diese freundlichkeit.

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Re: Schwedische Eigenarten, Umgangsformen und Verhaltensweis

Beitragvon Rüdiger » 22. April 2012 18:08

dodge hat geschrieben:das mit dem spuken habe ich schon häufig erlebt.
da wir die ganzen M.donald machen.
Darf ich fragen, was es bedeutet, wenn du "M.donald" machst? Bist du Reinigungskraft bei Mc Donalds' in Schweden? Bist du bei McDonalds' in Schweden angestellt? Oder bei einem Subunternehmer? Zu welchem Zweck? Wer sind deine Kunden?

Ich fände die Schilderung deiner Arbeitssituation interessant, weil es möglicherweise um Niedriglohnverhältnisse geht und ob es diese sowohl in D wie auch in S gibt und wie verbreitet sie sind.

LG, Rüdiger

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Re: Schwedische Eigenarten, Umgangsformen und Verhaltensweis

Beitragvon meckpommbi » 22. April 2012 18:14

Volker hat geschrieben:Das ist interessant. Nach genetischen Untersuchungen sind die Schweden hauptsächlich mit den Norddeutschen und nicht so sehr mit den Dänen und den Norwegern verwandt. Dies und der Einfluss des Plattdeutschen spricht für große Einwanderungswellen in vergangenen Jahrhunderten von Norddeutschland nach Schweden. Schweden war also schon sehr lange ein beliebtes Einwanderungsland für Deutsche, besonders aus Norddeutschland.

In Süddeutschland, wo ich aufgewachsen bin, ist Schweden ein weitgehend unbekanntes Land. Ich kann mich noch als Schüler an den Erdkundeuntericht erinnern. Ich hatte den Atlas vor der Nase und sah dieses riesige Land Schweden mit seinen Städten, Seen, Straßen und Eisenbahnlinien auf der Karte. Aber wie es dort aussieht und was die Leute dort machen, wurde nicht im Erdkundebuch oder im Unterricht behandelt. Die Lehrer hatten ja meistens selbst keine Ahnung, weil sie in der Regel noch nie in Skandinavien waren, hingegen oft von Frankreich und den Mittelmeerländern geschwärmt hatten. Das ist schon 40 Jahre her und damals war Schweden auch als Urlaubsland schon etwas exotisch.

Dass Schweden außer kühlen Sommern und vielen Mücken nichts zu bieten hat, ist in Süddeutschland immer noch ein beliebtes Vorurteil. Nun ja, zur Zeit haben wir Schneeregen, der als Schneematsch auf dem Rasen liegen bleibt.


vieleicht auch umgekehrt denn schliesslich waren grosse teile meckpomms lange genug unter der schwedischen krone der austausch war sicher beidseitig
gruss birgit

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Re: Schwedische Eigenarten, Umgangsformen und Verhaltensweis

Beitragvon HeikeBlekinge » 23. April 2012 08:49

Volker geschrieben:
Ich halte die Gabel auch in Schweden immer richtig herum wie dies in Deutschland, Frankreich und so weiter üblich ist. So viel interkulturelle Toleranz muss sein. Vielleicht kommt nach der Du-Reform irgendwann die "Gabel-richtigrum-Reform"


:lol: :lol: :lol: Neeeh, Volker!! Und das von dir :wink:

Die Schweden sin der Meinung das der Rest der Welt die Gabel falsch herum hält!
Und kulturgeschichtlich hat das Halten der Gabelzinken nach unten einen seeeehr gut nachvollziehbaren Grund:
Wird die Gabel so gehalten das die Zinken auf einen Tischgenossen zeigen wird dies als Bedrohung empfunden. Es entstammt der Zeit als die Nordmänner nur mit Messern gegessen haben, diese mussten natuerlich tunlichst auf unbedrohlichen Abstand gehalten werden - ansonsten war es vorbei mit Friede, Freude, Eierkuchen am Tisch ;-). Wenn jemand seine Messerspitze deutlich sichtbar auf eine Person zeigen liess, wusste dieser das er dran war. Dann ging es nur noch um Schnelligkeit...
... da fragt man sich natuerlich wer mehr Kultur am Tische hegt(e). Wenn die Franzosen und Deutschen mit ihrem Besteck so rumfuchteln, darf man sich nicht wundern wenn so mancher Schwede das Weite ergreift :P , denn er empfindet das wahrscheinlich als sehr unangenehm.

lg
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