Schwedisch für Kinder?

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Schwedisch für Kinder?

Beitragvon benclaxi » 15. April 2008 18:29

Hej,
wir haben gerade einen Schwedischkurs angefangen, suchen jetzt aber noch etwas für unsere Kinder. Kennt jemand vielleicht eine Software, wo Kinder spielerisch ein paar Wörter lernen können? Vielleicht gibt es ja auch Bücher oder so. Hat jemand einen Tipp für uns???
Vieleb Dank schon mal im voraus,
Grüße von HC und Co :smt006

blue

Re: Schwedisch für Kinder?

Beitragvon blue » 15. April 2008 18:43

Hej für welches Alter denn?

Unsere ist 4 und wir haben für uns beschlossen der Kleinen nicht zu versuchen schwedisch beizubringen, da wir ja nur unsere Fehler weitergeben.

Spielerisch machen wir es über Kinderlieder per CD.
Habe da eine ganz tolle Buchserie gefunden.
Nennt sich
"Baarnkammarböckerna" und es gibt verschiedene Altersstaffelungen nach Ausgabe .
Es ist ein dickes Buch mit CD mit vielen bekannten Kinderliedern

Das schöne ist, die Lieder sind von Kindern gesungen und animieren die Kleinen schnell zum mitsingen und prompt haben sie ein paar Brocken Schwedisch gelernt und vorallem die Aussprache.

Und die Erwachsenen können auch was lernen in dem sie versuchen den text mitzulesen :wink:

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Re: Schwedisch für Kinder?

Beitragvon benclaxi » 15. April 2008 19:40

hej blue,
danke für den tipp!
bekomme ich solch ein buch auch in deutschland? wir sind ja noch in deutschland. immer sommer sind wir 3 wochen in schweden, dann könnten wir natürlich auch dort gucken. unsere kinder sind 4 und fast 6.
wielange seid ihr schon schweden?
viele grüße
von hc und co
:danke:

blue

Re: Schwedisch für Kinder?

Beitragvon blue » 15. April 2008 20:51

Hej nach berlin,

stimmt, ob ihr die in D bestellen könnt, weiß ich ehrlich gesagt nicht.

Ich habe es hier halt gekauft.
´Vielleicht müßt ihr mal im Sommer in den Buchläden stöbern.
Hier ein Link zu unserer Ausgabe: http://www.z.lanbib.se/silvriga.htm

Mein Mann ist seit Juni letzten Jahres hier. Meine Tochter und ich leben erst seit Anf. Februar in Schweden.

Sie geht seit 4 Wochen in einen schwedischen Kindergarten. Natürlich habe ich sie noch kein Wort schwedisch reden hören. Aber ab und zu zeigt sie große Neugierde auf die Sprache. Dann fragt sie "Mama was heißt denn ..." dies oder das auf schwedisch. Und meistens muß ich verschämt das Dictonary heraussuchen.
:oops:

LG heike

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Re: Schwedisch für Kinder?

Beitragvon Imrhien » 15. April 2008 22:20

Hej,
aus meiner eigenen und noch ganz frischen Erfahrung kann ich auch gerne mal berichten.
Unsere Kinder werden in den nächsten Monaten 2 und 4 Jahre alt. Wir sind im Oktober nach Schweden gezogen. Bis dahin hatten wir mit den Kindern gar kein schwedisch gesprochen. Das einzige was wir gemacht hatten, war eine CD zu hören und ein paar Bücher über Schweden anzuschauen. Da gabs eins, Oma und Opa fahren nach Schweden oder so... Das mochte unser Sohn sehr.
Die CD ist Propaganda vom Feinsten :) Es ist die Reisemaus. Sie ist nett anzuhören und für die Kinder unterhaltsam. Die Lieder kann man eigentlich recht schnell mitträllern (irgendwie klingen sie alle entfernt nach Abba). Es ist nicht so, dass man dabei schwedisch lernt. Aber so haben wir unsere Kinder einfach auf die Veränderung positiv eingestimmt. Wir haben eben nur gute Sachen von Schweden erzählt.
Mein Sohn (bald vier) geht seit November in den Kindergarten. Dazwischen war ja Weihnachten und wir waren noch in Urlaub. Also geht er seit nicht ganz 4 Monaten. Er spricht vereinzelt schwedisch. Zu mir sagt er hin und wieder ein paar Dinge, das sind aber nie ganze Sätze. Eher Worte die ihm halt schneller auf schwedisch einfallen. So sagt er grundsätzlich nicht mehr "schau mal", sondern eben "titta". Ebenso fragt er nur noch auf schwedisch nach Hilfe und trinkt nur noch vatten. Er kennt viele Worte und auf dem Weg zum Kindergarten erklärt er mir Dinge. "Mama, Auto heisst auf schwedisch bil" :)
Da kommt schon recht viel, eben nur keine ganzen Sätze. Im Kindergarten und in der öppna förskola sagen alle, dass immer mehr kommt. Er redet mit denen mehr als mit mir. Klar, soll ja auch so sein, dass er mit mir deutsch redet. Es ist aber bemerkenswert wieviel da kommt. Dennoch, es ist auch eine ganz schön schwere Zeit. Und das sollte man nicht vergessen. Alle sagen immer, mach Dir keine Sorgen, Kinder lernen das soooo schnell. Das stimmt. Und es ist doch schwer. Man sieht das eigene Kind, wie es vielleicht grade streit hat und sich nicht mal wehren kann. Das ist manchmal echt hart. Er erfährt auch Ablehnung, die Kinder verstehen eben nicht was er auf deutsch sagt. Das macht es hin und wieder schwer für ihn und er spührt, dass sie damit nicht klar kommen. Die meisten sind sehr nett, noch in diesem Alter... Aber wie gesagt, es ist nicht nur einfach. Und da muss man eben mit dem Kind dran arbeiten, das Selbstbewusstein anders aufbauen und das Kind auffangen. Manchmal möchte man aber selber weinen...
Ich will Dir keine Angst machen. Das sind, in dem Alter und bei einer stabilen Familie (wo das Kind eben aufgefangen wird) Dinge die er vermutlich später nicht mehr so richtig oder nur diffus weiss. Er wird daran wachsen und es bald "vergessen" haben. Schön ist es aber trotzdem nicht immer. Ich mache mir um meinen Sohn da keine Sorgen. Er geht auch immer noch und trotzdem sehr sehr gerne in die förskola. Das zeigt mir, dass es nicht nur so sondern eben in der Mehrzahl anders, also schön ist.

Meine Tochter, sie wird zwei, geht seit Februar. Auch sie war zwischendurch 2 Wochen nicht aber ungefähr 2 Monate sind es nun. Sie spricht generell noch sehr wenig für ihr Alter. Sie ist faul, als 2. hat sie es da etwas leichter als ihr Bruder. Aber ich denke auch, dass ihre Sprachentwicklung im Deutschen einen Rückschritt, bzw. eine Pause gemacht hatte, als wir her kamen. Dann wurde das wieder besser und sie "sprach" mehr deutsch. Wie gesagt, sie ist auch sehr faul und wir weniger konsequent als bei dem Großen....
Jedenfalls fängt auch sie schon an schwedische Sachen zu sagen, bzw. sie ahmt Laute nach. Man kann verstehen was sie wohl meint. Sie singt auch viel, also Melodie sehr klar und Worte lautmalerisch. Lille Kat, Lilla snigel, Bäh bäh vita lam, imse vimse spindel... das kennt sie alles schon recht gut. Da alle in ihrer Gruppe noch so klein sind, fällt nicht auf, dass sie weniger schwedisch spricht. Die lernen alle grade. Das heisst, sie fühlt sich automatisch mehr angenommen, es gibt keinen Unterschied, keinen der für sie groß auffallen würde.

Bei beiden Kindern kann ich nur sagen, dass ich sehr erstaunt bin wie schnell sie die Erzieherinnen verstanden haben. Die einfachen Dinge, die sich jeden Tag wiederholen waren ganz schnell da. Und langsam kommt auch mehr. Man merkt, dass sie verstehen was gesprochen wird, zumindest wenn es um Dinge geht, die man mit Kindern spricht. Einfache Sachverhalte eben.
Ich schätze, dass im nächsten halben Jahr da noch viel passiert und dass wir nächstes Jahr um diese Zeit staunen werden wie gut die sind. Vermutlich werden sie dann weitausmehr wissen als ich :(

Als Fazit: Mach Dir nicht so viele Sorgen. Beobachte Dein Kind und schau wie es ihr geht. Wenn Ihr offen daran geht, dann wird sie es auch eher spannend empfinden. Und Ihr kennt es am Besten, Ihr merkt wann Hilfestellung nötig ist.

Oh man, das war jetzt viel... sorry. Klingt auch mal wieder nach "Oberpädagoge". Es ist halt gerade ein Thema mit dem ich mich sehr auseinandersetze. Das bewegt mich eben selber zu sehen wie es meinen Kindern dabei geht... Und wir haben nächste Woche die ersten Entwicklungsgespräche im Kindergarten (utveklingssamtal).

Liebe Grüße
Wiebke

P.S: Wenn ich ein Buch besorgen kann und es schicken soll, schreib mir ne PN. Über den Servicepreis werden wir uns schon einig :) :)

blue

Re: Schwedisch für Kinder?

Beitragvon blue » 15. April 2008 22:47

Hej Wiebke,

lang war dein Bericht aber er ist mir aus dem Herzen gesprochen.
Ich erkenne mich/uns in jedem Satz wieder.

Es ist ja nicht nur, dass die Kleinen einen Umzug verkraften müssen, also Verlust der Freunde und raus aus der gewohnten Umgebung. Ich glaube der Verlust der Sprache ist erstmal etwas sehr irritierendes für Kinder in dem Alter meiner Tochter.
Zu Beginn fand sie das alles gar nicht schlimm. Sie ist auf die Kinder zugegangen und hat mit Hilfe der kindereigenen Sprache deutlich gemacht das sie spielen will. Doch nun hat sie auch immer mehr realisiert...die verstehen mich nicht.... und so manche Momente der Frustration tauchen auf. Jetzt in dem Alter der Rollenspiele (Puppen, Kaufmannsladen) ist Sprache halt ein wichtiger Bestandteil der nun fehlt.
Und wie Dir Wiebke, zerreißt es mir das Herz, wenn ich sehe, dass meine Kleine bei dem Versuch ein Kind zum Spielen aufzufordern scheitert, weil das andere Kind sich irritiert durch die Sprache zurückzieht.
Oder wenn ich meine Tochter vom Kiga abhole und sie alleine in einer Ecke spielen sehe.....

In diesen Momenten muß ich mich immer wieder selber ermahnen, dass wir nun erst so kurz hier sind.
Auch habe ich bisher nicht die kleinste spur Heimweh oder negative Veränderung an ihr bemerkt.
Das gibt mir den Mut und Kraft zu sagen, ok das ist jetzt eine harte Nuss und manchmal wirklich schwer aber durch diese Schule müssen wir jetzt beide gehen.

Und solange die Familie die ganze Auswanderung positiv nimmt und das Leben in diesem Land optimistisch weitergestaltet, gibt man den Kindern genügend Rückhalt auch solche anfänglichen schweren Situaionen zu meistern.

LG
heike

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Re: Schwedisch für Kinder?

Beitragvon Imrhien » 16. April 2008 09:38

Ja Heike, Du hast recht. Diese harte Nuss muss man gemeinsam knacken. Man muss da eben durch. Und es zeigt sich dann wohl mit der Zeit ob man es kann oder nicht. Mancher hat eben mehr heimweh als andere. Bei uns ist es aber auch so, dass die Kinder gar kein Heimweh zeigen. Sie freuen sich so sehr auf das Haus, wenn wir woanders waren und auf den Kindergarten. Da denke ich immer, dass es nicht so schlimm sein kann.
Schön, dass es anderen auch so geht. Man fühlt sich nicht mehr so allein...
Und auch wenn es vielleicht grade anders klingt, wir sind sehr glücklich und ich bereue bisher keine Minute des letzten halben Jahres. Ich möchte die nächsten Jahre (wenns so bleibt) nicht an einen Umzug nach Deutschland denken. Hier sind wir zuhause. Und ich könnte mir vorstellen, dass es mal so bleiben könnte.

Grüße
WIebke

P.S: Wir haben nun ja die Gespräche im Kindergarten vor uns. Da bin ich gespannt wie die Erzieherinnen das sehen. Sie können ja mehr vom Tag berichten. Heute morgen habe ich aber mit Freude festgestellt, dass mein Sohn von anderen Kindern fröhlich und laut rufend begrüßt wurde. Sie haben sich gefreut, dass er wieder da ist. Das hat mich glücklihc gemacht. Er wird akzeptiert, auch wenn eben nicht immer verstanden.


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