Schwedenkrone

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Imrhien
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Re: Schwedenkrone

Beitragvon Imrhien » 21. Februar 2009 11:20

Autsch. Das klingt aber nicht schön. Entspricht aber leider meiner Beobachtung und meinem Gefühl...
Danke für die Infos.

Wiebke

hansbaer

Re: Schwedenkrone

Beitragvon hansbaer » 2. März 2009 09:06

Heute morgen war ein Bericht in der DN: http://dn.se/ekonomi/tuffare-krav-for-att-fa-bolan-1.810799

Dort ist ausgewiesen, was die Banken derzeit so erwarten. Mit Ausnahme der Skandia verlangen derzeit alle Banken mindestens 10 Prozent Eigenkapital. Die Zinsen sind um die 2,3%.
Im Bericht ist erwähnt, dass man bis vor einiger Zeit nur 5% verlangte.

Der Artikel hat den Titel "Härtere Anforderungen, um einen Immobilienkredit zu erhalten" - aus deutscher Sicht ist das ein Witz.

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Aelve
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Re: Schwedenkrone

Beitragvon Aelve » 2. März 2009 09:20

Hallo,

10 % Eigenkapital mögen bei in Schweden lebenden Personen richtig sein, aber von Deutschen, die sich in Schweden ein Haus kaufen wollen, werden eher um 25 -30 % Eigengeld von den Banken verlangt. Da hier ja viele Personen lesen, die aus Deutschland heraus ein Haus in Schweden kaufen wollen, ist es sicherlich genauer, wenn man dann nicht zu niedrige Eigengeldquoten annimmt. Und die Svedbank verlangt zur Zeit 2,43 % im Zweijahresbereich, im Fünfjahresbereich verlangen sie immer noch fast 4,5 % Zinsen. Gerade jetzt wo die Zinsen niedrig sind, wäre es unpraktisch, sich nur für 2 Jahre den zur Zeit doch relativ niedrigen Zinssatz zu sichern. Man weiß zwar nie, wo der Zinssatz hinwandert, aber viele Hauskäufer sind schon pleite gegangen, weil sie geglaubt haben, dass die niedrige Belastung immer so bleibt, sie wurden dann aber von hohen Zinssätzen schnell eingeholt, so dass sie dann ihre Häuser aufgrund zu hoher Zinsrate verkaufen mußten oder zwangsversteigern lassen mußten.

Grüße Aelve
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hansbaer

Re: Schwedenkrone

Beitragvon hansbaer » 2. März 2009 09:26

Leider nehmen die Schweden allzu oft an, dass sich die Zinssätze nur zu ihren Gunsten entwickeln.

Wenn man sich solche Zinssätze für einige Zeit sichern kann, sollte man das wohl zweifellos tun - Kreditzinsen unter 3% sind ja im Bereich der Inflation. Vom Aspekt der Kaufkraft her betrachtet macht die Bank also praktisch keinen Gewinn dabei. Niedriger als die derzeitigen Zinsen geht es wohl kaum.

nysn

Re: Schwedenkrone

Beitragvon nysn » 2. März 2009 09:26

Auf hemnet fängt es schon wieder an - "Budgivning pågar". Die DI jubelt:
"Vilken boräntemånad!".
Die Krone sinkt weiter: aktuell 11,48 SEK/Euro, 9,12 SEK/Dollar ...

Gleichzeitig kann man auch lesen, dass die kommerziellen "Fastigheter" - also Immobilien ständig an Wert verlieren und Investoren abziehen - Zwangsversteigerungen nicht auszuschließen sind ...

Marknaden för fastighetsaffärer har kollapsat.Bankerna har stoppat sin utlåning och de utländska köparna har övergett Sverige.
Om ett halvår kommer tvångsförsäljningarna, tror fastighetskonsulten Jones Lang Lasalle.


Die Parallelen zu den 90-Jahren sind mehr als gegeben: wenn sich der Arbeitsmarkt noch weiterhin verschlechtert - nun ja, dann kann sich jeder selbst ausdenken, wohin das geht.

Nomen est omen: Unser Tor zur Welt ist der Flughafen "Landvetter" ("Vetter vom Land") - von dort aus werden wir im April dann als die "armen Cousins aus dem Norden" in den reichen Euro-Süden fliegen ... :D

Aelve: Für europäische Ferienhausspekulanten sind das gute Nachrichten - auch wenn die Zinsen auf 5 % ansteigen würden, überwiegt der Vorteil der schwachen Krone - ein Ferienhaus, das mit Euro eingekauft wird, ist derzeit im Vergleich zum letzten Sommer bereits schon 30 % billiger geworden ...

Verlierer sind eher wir, die wir nach Schweden "ausgewandert" sind - doch wir können ja weiterhin die schöne frische Luft und die herrliche Natur genießen ... :wink:

nysn

Re: Schwedenkrone

Beitragvon nysn » 2. März 2009 09:33

Noch ein Nachtrag:

Zitat aus dem ARtikel der DN:
– Tidigare rekommenderade vi en kontantinsats på 5 procent, men under hösten ändrade vi rekom-mendationen till minst 10 procent. I ett läge med lågkonjunktur är det viktigt att vi är tydliga med att kunden inte tar mer lån än man behöver, säger Anna-Lena Wretman, bolånechef på Swedbank.


Gerade die Swedbank hat in der Vergangenheit auch überall hin großzügigst ausgeliehen - fast ohne Sicherheiten (100 % Darlehen - kein Problem) - es ist nur eine Frage der Zeit, wann die "Baltikum"-Bombe explodiert ....

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Re: Schwedenkrone

Beitragvon Aelve » 2. März 2009 09:53

Hallo S-Nina,

es ist immer ärgerlich, wenn der Kurs sich zum Nachteil für einen ändert. Ich habe auf meiner Arbeit täglich mit Kursen zu tun, da wir mit Japan und der Schweiz handeln. Das Kursrisiko kann auch Firmen ganz schön ins Schlingern bringen. Manchmal gewinnt die Firma durch die Kurse, aber oft genug verliert sie auch dadurch viel Geld, was sogar dazu führen kann, dass die Firma nicht weiter existieren kann. Als Privatmann steht man da nicht besser davor. Für uns sind die gefallenen Immobilienpreise auch schlecht, denn wenn man verkaufen will, ist ein Nachfragemarkt natürlich besser. Und wir wollen uns von einem oder sogar zwei Ferienhäusern in Schweden trennen, das wird noch schwer genug werden. Es wirkt sich die Finanzkrise eben bei sehr vielen Leuten aus und es ist noch nicht absehbar, wohin es läuft mit allem. Es ist immer noch besser, einen Arbeitsplatz zu haben und etwas weniger Geld beim Verreisen, als wenn man arbeitslos ist und sich überhaupt keinen Urlaub leisten kann. Ich habe festgestellt, dass wenn man denkt, dass gerade alles ganz gut läuft, etwas passiert, was einen wieder zurück wirft.

Man muß sich dann sagen, mir geht es ja noch soweit gut, sonst verzweifelt man.

Grüße Aelve
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hansbaer

Re: Schwedenkrone

Beitragvon hansbaer » 26. März 2009 15:25

Interessantes zur Preisentwicklung bei Lebensmitteln im letzten Jahr: http://blog.ninasteiner.de/?p=85

Das ist schon eine interessante Entwicklung. Es kommt wohl nicht von ungefähr, dass vor allem Import- und Gewächshausprodukte derart teurer geworden sind.

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Re: Schwedenkrone

Beitragvon Aelve » 26. März 2009 15:46

Hallo Hansbaer,

als wir 1977 in Schweden waren, da kostete ein Blumenkohl sage und schreibe 8 DM in Schweden. Selbstverständlich haben wir uns solch teures Gemüse dann verkniffen. Die Gurken in Deutschland kosten ebenfalls 1,50 - 1,60 Euro, vor Einführung des Euros hätte niemand eine grüne Gurke für über 3 DM gekauft.
Es hat alles zwei Seiten, wenn jetzt die Krone zum Euro verloren hat, dann steigt die Nachfrage nach schwedischen Produkten bzw. auch der Tourismus boomt. Man kann nicht nur eine Seite betrachten, es ist zwar für Leute, die ins Ausland fahren wollen schlecht, wenn der Kurs der Krone niedrig ist, aber andere Bereiche profitieren davon. Ist es richtig, dass sich die schwedische Krone am Dollar orientiert? Dass deshalb die SEK zur Zeit so niedrig ist?

Grüße Aelve
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nysn

Re: Schwedenkrone

Beitragvon nysn » 26. März 2009 15:56

dann steigt die Nachfrage nach schwedischen Produkten bzw. auch der Tourismus boomt.


... das ist ein beliebtes Argument, dass der niedrige Kronenkurs die Exporte begünstigen würde - im normalen Alltag für den normalen Schweden ist dies allerdings noch nicht bemerkbar.

Die meisten Produkte, die man in Schweden im Alltag benötigt, werden importiert - und der Verbraucher muss dann hierfür teuerer bezahlen. Die schwedischen, einheimischen Produkte, wie einige Lebensmittel (Kartoffeln, Wurzelgemüse, Milch usw.) sind aber auch nicht billiger geworden - im Gegenteil - so teuer wie seit 15 Jahren nicht mehr!

Ob der Tourismus boomt ist auch so eine Sache - Schweden ist ja vor allem ein Sommer-Ferienziel und der schwedische Sommer ist bekanntlich recht kurz. Da müssten schon recht viele Touristen kommen, damit das signifikante Auswirkungen für die Gesamtwirtschaft bringen würde.

Heute steht die Krone auf 10,88 SEK zum Euro und 8,04 zum Dollar - im Vergleich zum Monatsbeginn konnte sie sich also wieder etwas stärken.

Anfang April gibt die Reichsbank den neuen Leitzins bekannt - sinkt dieser noch weiter (auf Null) würde ich tippen, dass die Krone dann wieder etwas absinken wird ... mal sehen.


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