Schwedenkrone

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Aelve
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Re: Schwedenkrone

Beitragvon Aelve » 19. Februar 2009 13:47

Liebe S-Nina,

natürlich gehe ich von meinen Verhältnissen aus, aber sie müssen deshalb nicht typisch deutsch sein. Ich weiß nicht, wie schwedische Banken bei schwedischen Bürgern auf die Kreditwürdigkeit schauen, ich weiß nur, wie sie bei ausländischen Bürgern vorgehen. Und da sind die schwedischen Banken eher vorsichtig. Zum einen gehen sie nach dem Wert des Hauses und Grundstücks, dieser Wert ist schon sehr niedrig angesetzt und dann finanzieren sie auch nur 60 oder 70 % des Werts. Der Rest muß als Eigenkapital vorhanden sein. Wenn die schwed. Banken bei schwedischen Bürgern dann 90 % finanzieren, dann werden sie auch verschieden hohe Zinssätze nehmen, nämlich für die 50 %ige Finanzierung einen einigermaßen günstigen Zinssatz und den Rest dann zum teureren Zinsniveau. Dadurch sichern sie sich das erhöhte Risiko ab. Man muß aber bedenken, dass die Banken ohnehin den Wert des Hauses sehr niedrig taxieren.
Dass in Ballungszentren die Häuser und die Grundstücke teurer sind als in ländlichen Gegenden oder weiter von Arbeitsmöglichkeiten entfernt, ist normal, da ist eben Angebot und Nachfrage entscheidend wie bei allen Dingen. In Frankfurt bezahlst Du für ein popeliges Reihenhaus sicher mehr als in Ostfriesland für eine große Villa, warum sollte das in Schweden anders sein. Auch hier in Deutschland muß man lange Fahrzeiten zur Arbeit in Kauf nehmen, wenn man sich ein günstiges Haus auf dem Lande kauft. Man bekommt eben nirgends alles Gute zusammen und das Angebot und die hohe Nachfrage nach guten Lagen bestimmt nun einmal den Preis - da muß man dann selber entscheiden, ob man das will und auch zahlen kann.

Grüße Aelve
Zuletzt geändert von Aelve am 19. Februar 2009 13:50, insgesamt 1-mal geändert.
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hansbaer

Re: Schwedenkrone

Beitragvon hansbaer » 19. Februar 2009 13:49

S-nina hat geschrieben:Seit der Finanzkrise ist man "vorsichtiger" und es hört sich so an, als würden die Banken jetzt 10-15 % Eigenleistung fordern - ob sie das tatsächlich auch tun?


Aus meinem persönlichen Umfeld würde ich sagen: ja.

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Re: Schwedenkrone

Beitragvon Aelve » 19. Februar 2009 13:51

Hallo Hansbaer,

eher noch mehr, nämlich 25 bis 30 % Eigenkapital.

Grüße Aelve
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hansbaer

Re: Schwedenkrone

Beitragvon hansbaer » 19. Februar 2009 13:55

Aelve hat geschrieben:auch nur 60 oder 70 % des Werts. Der Rest muß als Eigenkapital vorhanden sein. Wenn die schwed. Banken bei schwedischen Bürgern dann 90 % finanzieren, dann werden sie auch verschieden hohe Zinssätze nehmen, nämlich für die 50 %ige Finanzierung einen einigermaßen günstigen


Aelve, mir scheint ehrlich gesagt, dass du über den schwedischen Haus- und Wohnungskreditmarkt nicht so genau bescheid weißt. Schwedische Banken legen (leider) andere Standards an als deutsche.
Ich habe gerade beim SEB-Rechner nachgeschaut. Kauft man ein Haus, das älter als 10 Jahre ist, dann erhält man bis zu 85% als Bottenlån, d.h. ohne feste Tilgungsfrist. Die restlichen 15% sind dann teurer.
Von den 50%, die du da nennst, ist das weit entfernt.

nysn

Re: Schwedenkrone

Beitragvon nysn » 19. Februar 2009 13:59

Aus meinem persönlichen Umfeld würde ich sagen: ja.


Wäre echt zu hoffen.
Am Sonntag schauen wir uns mein obiges Beispiel an - "Normalhaus" - 5 Mio. SEK Ausgangsgebot. Mal sehen, wie viele dort zur "Visning" kommen.
Laut Maklerin stehen die Spekulanten schon wieder Schlange.

Man bedenke: das Gehaltsniveau ist in Göteborg niedriger als im Vergleich zu Stockholm und auch in meiner Umgebung steht bei vielen "Volvo" auf dem Gehaltszettel ...

Mal sehen - ob sich dann wieder alle überbieten ...

S-nina
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Re: Schwedenkrone

Beitragvon janaquinn » 19. Februar 2009 14:08

Das Problem, was viele Schweden jetzt haben ist, dass sie in den wirtschaftsstarken Jahren Häuser zu vollkommen überteuerten Preisen gekauft haben und nun merken, dass ihnen das Geld ausgeht. Unser Noch-Vermieter versucht dieses Haus gerade los zu werden für 3.4 Millionen Sek bzw. sucht er verzweifelt Mieter die ihm seine Rate von 16.000sek monatlich als Miete zahlen....ihm geht der A...auf Grundeis, weil er die Raten nicht mehr zahlen kann, wenn wir ausgezogen sind.
Das Problem ist, er wird seinen geforderten Kaufpreis nicht bekommen, denn jeder vernünftige Gutachter wird das Haus auf max. 2 Millionen kronen schätzen, da erheblicher Reperaturbedarf besteht oder kurz beschrieben: abreissen und neu bauen...das ist billiger :roll: .

Wenn ich sowas mitbekomme, dann kann ich nur sagen...buhhh..Glück gehabt...ich zahle meine Miete, wenn es mir nicht mehr passt oder gefällt, dann suche ich mir was anderes.
Muss ich wirklich ein Eigenheim in Schweden haben um mich wohlzufühlen oder reicht es mir ein Haus zur Miete zu haben, aber mir kleine extra´s leisten zu können. Zumal mit einem Vermieter sprechen kann, wenn es mal einen Monat knapp wird, die Bank kennt da weniger Gnade, die will ihr Geld.


Mein Mann und ich können uns, für´s Alter, schon ein Appartment in Süden vorstellen, wenn die Kinder aus dem Haus sind...als Winterdomizil...zumal Ägypten wirklich ein wunderbares Land ist...für immer dort leben...Nein, aber im Alter zumindest die Hälfte des Jahre...JA...


LG JANA, die immer noch über die Kontoauszüge des Urlaubs weint und flucht, weil sie nicht in Euro getauscht hat :evil:
Gestern ist Vergangenheit. Der Morgen ist ein Geheimnis. Heute ist ein Geschenk

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Re: Schwedenkrone

Beitragvon Aelve » 19. Februar 2009 14:19

Hallo Hansbaer,

ich sagte ja, ich kann nur darüber berichten, wie die Banken bei deutschen Käufern finanzieren und nicht wie sie es bei schwedischen Bürgen handhaben. Denn ich wohne und lebe nicht in Schweden, deshalb kann ich nur aus meiner eigenen Situation berichten. Und bei Ausländern sind die schwed. Banken nun einmal recht vorsichtig, was ja auch normal und verständlich ist. Wenn sie schwed. Bürgern 85 % des eingeschätzten Werts des Hauses beleihen, mag das stimmen. Aber welchen Wert legen die Banken zugrunde? Bei den Häusern, die wir gekauft haben, war der Wert, den die Banken überhaupt ansetzten nur 50 % bis 60 % des Kaufpreises des Hauses. Und davon wurde dann nur 80 % beliehen, also nicht unvorsichtig sondern eher vorsichtig. Das ist auch für den Käufer von Vorteil, dass er keine Traumpreise eines Hausverkäufers finanziert bekommt sondern nur den reellen Wert eines Hauses. Man muß die Sachen immer von beiden Seiten sehen, es kann ja durchaus von Vorteil sein, dass jemand nicht jeden Schuppen hoch finanziert bekommt und sich damit dann überschuldet.

Grüße Aelve
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nysn

Re: Schwedenkrone

Beitragvon nysn » 19. Februar 2009 14:20

Das Problem, was viele Schweden jetzt haben ist, dass sie in den wirtschaftsstarken Jahren Häuser zu vollkommen überteuerten Preisen gekauft haben und nun merken, dass ihnen das Geld ausgeht. Unser Noch-Vermieter versucht dieses Haus gerade los zu werden für 3.4 Millionen Sek bzw. sucht er verzweifelt Mieter die ihm seine Rate von 16.000sek monatlich als Miete zahlen....


Puh, das finde ich schon echt viel "16.000 SEK" im Monat - ist das kalt?

Nun - ohne jetzt schadenfroh sein zu wollen - aber ich hoffe wirklich, dass es noch mehr solcher Leute gibt, wie euren Vermieter ...

Leider ist das Angebot an bezahlbaren Häusern zur Miete auch sehr begrenzt, sonst würden wir das ebenfalls tun - für ein paar Jahre mieten.

S-nina

hansbaer

Re: Schwedenkrone

Beitragvon hansbaer » 19. Februar 2009 14:24

Aelve hat geschrieben:Hallo Hansbaer,

ich sagte ja, ich kann nur darüber berichten, wie die Banken bei deutschen Käufern finanzieren und nicht wie sie es bei schwedischen Bürgen handhaben. Denn ich wohne und lebe nicht in Schweden, deshalb kann ich nur aus meiner eigenen Situation berichten. Und bei Ausländern sind die schwed. Banken nun einmal recht vorsichtig, was ja auch normal und verständlich ist. Wenn sie schwed. Bürgern 85 % des eingeschätzten Werts des Hauses beleihen, mag das stimmen. Aber welchen Wert legen die Banken zugrunde? Bei den Häusern, die wir gekauft haben, war der Wert, den die Banken überhaupt ansetzten nur 50 % bis 60 % des Kaufpreises des Hauses. Und davon wurde dann nur 80 % beliehen, also nicht unvorsichtig sondern eher vorsichtig. Das ist auch für den Käufer von Vorteil, dass er keine Traumpreise eines Hausverkäufers finanziert bekommt sondern nur den reellen Wert eines Hauses. Man muß die Sachen immer von beiden Seiten sehen, es kann ja durchaus von Vorteil sein, dass jemand nicht jeden Schuppen hoch finanziert bekommt und sich damit dann überschuldet.

Grüße Aelve


Weiter oben ging es aber um schwedische Banken und deren fragwürdiges Kreditvergabeverhalten, nicht um das der deutschen.

Die 10 bis 15 % gelten meines Wissens genauso für Ausländer. Bei dem Rechner, den ich oben erwähnt habe, wird der Kaufpreis, also der Marktwert zugrunde gelegt, was die Sache noch gefährlicher macht als sowieso schon.

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Re: Schwedenkrone

Beitragvon janaquinn » 19. Februar 2009 14:26

Hej Nina,
JAAAA, das war Kalt-Miete!!! Habe hier mal den Link von Blocket für dich, http://www.blocket.se/vi/20066662.htm?ca=11_s

unten schreibt er, dass es die Nebenkosten für das Haus sehr niedrig sind...was defintiv NICHT stimmt, da wir jeden Monat eine Stromrechnung von nahezu 4000 sek hatten, was auf veraltete Geräte und diese stromfressende Heizung zurück zu führen ist.

Achja, erwähnter Pool ist seit 3 (!!!!!) Jahren ein Loch und ob alle Teile des Bausatzes noch vorhanden sind, ist fraglich, da alles bunt durcheinander gewürftelt im Garten herumlag, als wir einzogen und ebenfalls seit Jahren im freien lagen.

Und den schönen Garten, der erwähnt wird, haben meine Schwester und ich erstmal von uralten Holzblanken und Monokultur befreien müssen.
Das ganze Haus ist eine Mogelpackung....so wie der Vermieter

LG JANA
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