Schwedenkrone

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Steppenwolf
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Re: Schwedenkrone

Beitragvon Steppenwolf » 18. Februar 2009 22:54

Mir wird echt Angst und Bange wenn ich den Kronenkurs anschaue. :/

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sverige_aelg
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Re: Schwedenkrone

Beitragvon sverige_aelg » 19. Februar 2009 07:00

S-nina hat geschrieben:Wie sich dieser niedrige Zins auf die Immobilienpreise auswirken wird, ist noch nicht abzusehen. Der schwedische Finanzminister ruft lt. DI (Dagens Industri) die Leute dazu auf, bei den Banken anzurufen und zu fordern, sie mögen doch endlich auch die Darlehenszinsen senken, damit Häuserkreidite noch billiger werden (wir zahlen z. Zt. ca. 2,5 % !). Also noch mehr billiges Geld für wieder noch mehr Konsum ... und eventuell wieder ansteigenden Häuserpreisen ...

ob das ein guter Weg ist?

S-nina


Genau das hat 2000 den heutigen Gau ausgelöst. Wegen der DOT.COM-Blase und dem 11.09.2001 hatte die US-Notenbank die Zinsen radikal in den Keller geschickt. Folge war, dass dia Amerikaner zeitweise sogar eine negative Sparquote hatten! :smt021
Gerettet hat es uns eher nicht, wenn ich mir die heutige Wirtschaftslage so ansehe. und bei den Hauspreisen hier in Stockholm sind niedrige Zinsen auch nicht dass, was der Immobilienblase (die wir meiner Meinung nach haben) wieder etwas Luft entziehen würde. Die Zeitungen berichten in breiter Front von steigenden Imobilienpreisen und einer Masse von Spekulanten am Markt. Also obacht: Bald könnte es wieder günstigere Häuser geben.
Ein Optimist ist in der Regel ein Zeitgenosse der ungenügend informiert ist. (John B. Priestley)

Sachsbaer
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Re: Schwedenkrone

Beitragvon Sachsbaer » 19. Februar 2009 07:39

am Imobilienmarkt steckt immer noch zu viel Spekulation drinn. Langfristisch werden die Preise auf jedenfall fallen. Denn es wird immer noch neu gebaut bei gleichzeitigem Rückgang der Gesamtbevölkerung (das sind nicht nur paar Leute, sondern das Absinken in den nächsten Jahrzehnten geht im zweistelligen %-Bereich). Das immer "älter" werden bringt da auch nichts positives, da "älter werden" noch nicht bedeutet, das man dies auch "geniesen" kann, denn die meisten verbringen diese (dank moderner Medizin) "geschenkte Zeit" dann aber eher im Pflegeheim und weniger am "Stand auf den Bahamas". Das bedeutet Haus verkaufen um die Pflege zu finanzieren, da die Rente meist nicht reicht. Es werden in Zukunft mehr "Einzelkinder" heiraten und dann jeder von seinen Eltern ein (mögliches) Haus erben. Aber man kann nur in einem selbst wohnen, aber wer soll das "überzählige" kaufen. Die einzige Ecke in der Welt wo noch Bevölkerungswachstum herrscht, ist Afrika. Aber ein Buschmann wird sich wohl kaum ein Haus weder in Schweden noch in Deutschland leisten können. Also jeder Imobilienmensch der steigende Preise verspricht hat die Realitäten verkannt (oder nur seine Provision im Auge). Kann auch nicht funktionieren, denn wenn ich ein Haus finanzieren muss, zahlt man am Ende für ein 200.000,-€ Haus 350.000,-€ ab. Selbst wenn man 250.000,-€ bekommen würde, hat man nur einen scheinbaren "Gewinn" gemacht, sondern 100.000,-€ eingebüsst.

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Aelve
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Re: Schwedenkrone

Beitragvon Aelve » 19. Februar 2009 09:12

Hallo Sachsbär,

dafür verschenkst Du mehrere hunderttausend Euro Miete in Deinem Leben. Denn wohnen muß ja nun jeder, es sei denn, Du nimmst mit einer Brücke vorlieb. Deine Rechnung kommt mir ein wenig wie eine Milchmädchenrechnung vor, tut mir leid, aber so kommt es bei mir rüber.
Gerade zur Zeit sind die Zinssätze für Hypotheken sehr günstig, da kann es sein, dass man beim eigenen erworbenen Haus weniger an Zinsen und Abtrag zahlt als man an Mietkosten zahlen würde.
Und ob nun die Häuser in Schweden billiger werden, wie Deine Rechnung es zeigt, ist auch die zweite Frage. Schweden ist als Einwandererland beliebter als je zuvor und der Traum von den meisten Leuten ist nun einmal, sein eigener Herr in eigenen vier Wänden zu sein, damit man nicht immer auf Vermieter angewiesen ist. Leider hast Du die Zuwanderung in Deiner Rechnung nicht mit einkalkuliert.

Grüße Aelve
Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.
( Goethe)
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Re: Schwedenkrone

Beitragvon janaquinn » 19. Februar 2009 09:57

Hej Hej,
soowieder gesund, nachdem ich mir, zum Abschluss unseres Urlaubes eine Bronchities eingefangen hatte. Ich habe nach unserem Urlaub und dem ersten Blick auf´s Konto erstmal einen Schock bekommen. Die Krone ist soo schwach, dass mir ungelogen für 300 LE (Ägyptische Pfund) 450(!!!!!!) SEK abgezogen PLUS 10,-sek gebühren. Und sowas nervt ungemein und kostet unnütz Geld, vorallem macht es nicht wirklich Spass, wenn das hart angesparte Urlaubsgeld so wenig wert ist, weil die Währung so schwach ist.

Für den nächsten Urlaub tausche ich wirklich meine Kronen in Euro und wechsle dann unten in Pfund um bzw. kann man Klein-Beträge auch in Euro zahlen.

Und auch wenn ich gesteinigt werde, aber ich hoffe immer mehr, dass die Schweden endlich zur Vernunft kommen und den Euro einführen, auch der Wirtschaft zu Liebe.


LG JANA
Gestern ist Vergangenheit. Der Morgen ist ein Geheimnis. Heute ist ein Geschenk

hansbaer

Re: Schwedenkrone

Beitragvon hansbaer » 19. Februar 2009 10:32

Sachsbaer hat geschrieben:am Imobilienmarkt steckt immer noch zu viel Spekulation drinn. Langfristisch werden die Preise auf jedenfall fallen. Denn es wird immer noch neu gebaut bei gleichzeitigem Rückgang der Gesamtbevölkerung (das sind nicht nur paar Leute, sondern das Absinken in den nächsten Jahrzehnten geht im zweistelligen %-Bereich).


Das würde ich aus schwedischer Sicht stark bezweifeln, denn

1. Schweden hat mit einer ziemlichen Landflucht zu kämpfen. Ich habe gerade bei SCB nachgeschaut. Jämtland hat in den Jahren 1995-2005 insgesamt 6,3% seiner Bevölkerung verloren. In Västernorrland waren es 5,6 %, in Norrbotten 5,4 %. Uppsala, Jönköping und Halland sind jedoch über 5 % gewachsen, Stockholm sogar über 9 %. Die Nachfrage nach Immobilien ist also sehr einseitig auf bestimmte Regionen verteilt.
2. Schweden hat eine deutlich höhere Geburtenrate. Pro tausend Einwohner und Jahr sieht der Bevölkerungstrend derzeit so aus:

Schweden:
Geburten: 10,18
Todesfälle: 10,24
Zuwanderung: 1,66
Zusammen: +1,6

Deutschland:
Geburten: 8,18
Todesfälle: 10,80
Zuwanderung: 2,19
Zusammen: -0,43

(Quelle: CIA Factbook, Schätzungen für 2008)

Die Bevölkerung mag in Schweden in den nächsten Jahrzehnten zurückgehen, aber dass dies in einem Ausmaß passiert, wie es in Deutschland erwartet wird, ist unwahrscheinlich.
Im Übrigen stammt ein beträchtlicher Teil des schwedischen Wohnraumes aus dem Miljonprogrammet: billig hingestellte Plattenbauten. Diese werden sicher noch eine Weile halten, aber irgendwann wird man diese Architektursünden auch abreißen müssen. Dass mit Neubauten der Wohnraum wächst, mag im Moment so sein, wird aber sicher nicht auf ewig so bleiben.

Ich sehe eigentlich nur eine Möglichkeit für sinkende Immobilienpreise in Schweden: dass sich keine Käufer mehr finden. Sollte sich der Trend, der vor der Krise herrschte, wieder einstellen, dann werden irgendwann die Immobilienpreise so hoch sein, dass sie ein normaler Mensch nicht mehr bezahlen kann. Die Schweden sind sowieso viel höher verschuldet als die Deutschen, und Immobilienpreise, die schneller steigen als die Reallöhne, müssen irgendwann zum Einknicken des Marktes führen.

nysn

Re: Schwedenkrone

Beitragvon nysn » 19. Februar 2009 10:47

Die Schweden sind sowieso viel höher verschuldet als die Deutschen, und Immobilienpreise, die schneller steigen als die Reallöhne, müssen irgendwann zum Einknicken des Marktes führen.


Auf dieses "Einknicken" warten wir jetzt schon bald 5 Jahre - jedes Jahr haben wir gedacht, das geht so nicht weiter und es wurde immer teuerer - die Leute überbieten sich wie verrückt ...
ein "popeliges" kleines Häuschen - 130 m2 Wohnfläche - fast 10 Jahre alt - Ausgangspreis 5 Mio. SEK und jede Menge Spekulanten ...

Wir hatten tatsächlich gehofft (und hoffen immer noch ein bisschen), dass die Finanzkrise endlich auch hier mal eine Art von "Einsicht" verschafft, dass man nicht immer nur billig auf Kredit leben kann und seine Schulden niemals abbezahlen muss - doch das scheint in Schweden bisher auch noch nicht angekommen zu sein. Das gilt wohl für alle anderen Märkte, aber nicht für Schweden - hier jubeln die Leute, wenn die Zinsen für Darlehen gesenkt werden und sie wieder "mehr Geld" zur Verfügung haben (auf den Monat gesehen).

Keiner scheint sich hier aufzuregen, dass man fast keine Zinsen, z. B. für Spareinlagen bekommt.

Dass die Krone fällt, das kümmert hier anscheinend erst mal auch keinen. Es wird vermittelt, dass das nur positiv ist und der Export in Kürze dramatisch ansteigen wird. Anscheinend werden die Importe vergessen oder die sind tatsächlich nicht relevant.

Habe neulich einen Satz gelesen, den einer über das Verhalten seiner Landsleute geschrieben hat - in Zusammenhang mit künftigen Auslandsreisen in Euro-Länder:
Der "gemeine" Schwede wird dann im Euro-Land feststellen: "Oh, wie teuer hier alles ist - gut, dass wir keinen Euro haben!"

Steigende Inflation? Nein, nicht in Schweden .... dieses Land tickt anders!

:?
S-nina

hansbaer

Re: Schwedenkrone

Beitragvon hansbaer » 19. Februar 2009 11:08

S-nina hat geschrieben:Auf dieses "Einknicken" warten wir jetzt schon bald 5 Jahre - jedes Jahr haben wir gedacht, das geht so nicht weiter und es wurde immer teuerer - die Leute überbieten sich wie verrückt ...
ein "popeliges" kleines Häuschen - 130 m2 Wohnfläche - fast 10 Jahre alt - Ausgangspreis 5 Mio. SEK und jede Menge Spekulanten ...

Wir hatten tatsächlich gehofft (und hoffen immer noch ein bisschen), dass die Finanzkrise endlich auch hier mal eine Art von "Einsicht" verschafft, dass man nicht immer nur billig auf Kredit leben kann und seine Schulden niemals abbezahlen muss - doch das scheint in Schweden bisher auch noch nicht angekommen zu sein. Das gilt wohl für alle anderen Märkte, aber nicht für Schweden - hier jubeln die Leute, wenn die Zinsen für Darlehen gesenkt werden und sie wieder "mehr Geld" zur Verfügung haben (auf den Monat gesehen).

Keiner scheint sich hier aufzuregen, dass man fast keine Zinsen, z. B. für Spareinlagen bekommt.

Dass die Krone fällt, das kümmert hier anscheinend erst mal auch keinen. Es wird vermittelt, dass das nur positiv ist und der Export in Kürze dramatisch ansteigen wird. Anscheinend werden die Importe vergessen oder die sind tatsächlich nicht relevant.

Habe neulich einen Satz gelesen, den einer über das Verhalten seiner Landsleute geschrieben hat - in Zusammenhang mit künftigen Auslandsreisen in Euro-Länder:
Der "gemeine" Schwede wird dann im Euro-Land feststellen: "Oh, wie teuer hier alles ist - gut, dass wir keinen Euro haben!"

Steigende Inflation? Nein, nicht in Schweden .... dieses Land tickt anders!

:?
S-nina


Das ist ohne Frage eine Mentalitätsgeschichte. Geliehenes Geld als sein eigenes zu betrachten geht dem deutschen Wesen doch ziemlich zuwider, dem schwedischen offenkundig aber gar nicht. Eine (deutsche) Freundin von mir hat kürzlich bei Kreditverhandlungen versucht, die Möglichkeit zur Sondertilgung einzuräumen. Mit sowas konnte der Bankmensch gar nichts anfangen.

Die Schweden sind irgendwie auch ziemlich inflationsignorant. Ich habe vor kurzem auf meiner Homepage mal die Inflationsraten von Schweden und Deutschland über die letzten Jahrzehnte verglichen (http://delengkal.de/2009/02/inflation-schweden-vs-deutschland/): Über viele Jahre hatte Schweden Inflationsraten in einer Höhe, bei der die Deutschen in Panik verfallen wären.

Die alte Idee, man könne durch eine Abwertung der eigenen Währung den Export ankurbeln, wird hierzulande auch ernsthaft wieder diskutiert, obwohl man eigentlich genau weiß, dass sie nicht funktioniert.
Meine Erwartung: irgendwann gegen Ende dieses Jahres schlägt die Kronenschwäche knallhart zu. Dann werden Produkte aus dem Dollar- und Euroraum massiv im Preis steigen.

nysn

Re: Schwedenkrone

Beitragvon nysn » 19. Februar 2009 11:20

Eine (deutsche) Freundin von mir hat kürzlich bei Kreditverhandlungen versucht, die Möglichkeit zur Sondertilgung einzuräumen. Mit sowas konnte der Bankmensch gar nichts anfangen.


Das gibt es auch gar nicht - wenn du das Darlehen "rörlig" hast - dann kannst du eigentlich jederzeit tilgen. Es reicht, kurz vorher bei der Bank anzurufen und zu sagen, jetzt komme ich und "bringe euch Geld" ... der Bankmensch ist bei mir immer sehr freundlich und äusserst verwundert - bekomme dann immer schöne Komplimente und immer die Frage, ob ich nicht was Schönes in meinem Leben machen möchte, eine neue Küche, ein neues Auto oder vielleicht eine Urlaubsreise ... :wink:

Ich habe vor kurzem auf meiner Homepage mal die Inflationsraten von Schweden und Deutschland über die letzten Jahrzehnte verglichen (http://delengkal.de/2009/02/inflation-s ... utschland/): Über viele Jahre hatte Schweden Inflationsraten in einer Höhe, bei der die Deutschen in Panik verfallen wären.


Hatte ich gesehen - wirklich sehr schön gemacht! Überhaupt dein ganzer Weblog - sehr gut!

Meine Erwartung: irgendwann gegen Ende dieses Jahres schlägt die Kronenschwäche knallhart zu.


Mal schauen, ob das eintrifft ...

Ich habe auch angefangen, dem "Wirtschafts-Blättle" - Dagens Industri - untreu zu werden, nachdem ich gesehen hatte, dass die DN etwas gründlichere Journalisten zu haben scheint. Es gab da kürzlich ein Bericht von einem Hans Palmstierna - der vertritt auch eine andere Ansicht (und scheint so ziemlich alleine damit zu stehen) ...

http://www.newsmill.se/artikel/2009/02/ ... nanskriser

S-nina

nysn

Re: Schwedenkrone

Beitragvon nysn » 19. Februar 2009 11:31

Räntor och valutor: Kronan vinner mark
Uppdaterad 2009-02-19 11:22

De svenska och norska kronorna stärktes mot andra valutor på torsdagsförmiddagen efter att svensk januariinflation och norsk BNP för fjärde kvartalet överraskat på uppsidan.


Hier ein "Schmankerl" aus dem "Rus och ras"-Blättchen DI:

Gestern "rekordschwache Krone" - heute gewinnt sie schon wieder an Boden - (z. Zt. 10,89 SEK/1 Euro) .... um morgen wieder zu fallen ...

aber das alles kommt natürlich wie immer "GANZ ÜERRASCHEND" ???? :roll: :roll:


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