Schweden will Frankreich als kulinarisches Spitzenland über

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svenska-nyheter
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Schweden will Frankreich als kulinarisches Spitzenland über

Beitragvon svenska-nyheter » 22. Juli 2008 13:42

Landwirtschaftsminister Eskil Erlandsson hat seine Agrarpolitik um ein ehrgeiziges Ziel bereichert. Der Minister kündigte in Stockholm an, Schweden solle den Spitzenplatz in Europa als Land mit den besten Delikatessen erobern. Wörtlich sagte Erlandsson: „Wir werden Schweden als Speiseland auf die Weltkarte setzen.“ Mit einer Mischung aus Lebensmittelsicherheit, Gesundheit, Reinheit, Frische , Einfachheit, Ethik, Kultur, guter Tierhaltung und sauberer Umwelt werde man das für seine Delikatessen berühmte Frankreich herausfordern und sogar überholen.  

Ob der Minister bei seinem kulinarischen Wettbewerb mit Frankreich neben den köttbullar genannten Hackfleischbällchen auch den in Schweden geliebten Surströmming, einen stark nach Kloake riechenden vergorenen Hering, auf die Speisekarte setzen will, ist bisher nicht bekannt.




(Mit freundlicher Genehmigung von Radio Schweden)

nysn

Re: Schweden will Frankreich als kulinarisches Spitzenland über

Beitragvon nysn » 22. Juli 2008 20:24

Na ja, auch wenn man in Schweden die "Frühkartoffeln" hier Anfang Juni zu Preisen anbietet, für die man in Frankreich schon "Trüffel" kaufen kann, dann bleiben die doch immer noch ganz einfach simple "KARTOFFELN" ...

Und wie süß und saftig sind eigentlich die echten schwedischen Erdbeeren (also nicht die aus Belgien oder der Tschechei, die man hier kurz vor Mittsommer im extra umgepakten Karton mit der Aufschrift "Svenska Jordgubbar" in der REgel so kauft)?

Und zu Erdbeeren soll ja bekanntlich Champagner am besten schmecken - wo liegen die typisch schwedischen Anbaugebiete?

Irgendwie "bescheiden" kommen mir die Schweden ja nicht vor - keine Herausforderung scheint groß genug zu sein .... und ach ja, ehe ich es vergesse - unsere Pizzabude, hier gleich um die Ecke hat diesen Sommer noch kurzfristig ihr "Sortiment" erweitert - von früher nur China-Pizza nun auch China-Thai-Pizza ...

.... man darf gespannt sein ... :D

S-nina

Manty

Re: Schweden will Frankreich als kulinarisches Spitzenland über

Beitragvon Manty » 23. Juli 2008 08:00

svenska-nyheter hat geschrieben:
„Wir werden Schweden als Speiseland auf die Weltkarte setzen.“



:smt082 :smt081 :smt043

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Mark
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Re: Schweden will Frankreich als kulinarisches Spitzenland über

Beitragvon Mark » 24. Juli 2008 23:04

LOL, Manager und Politiker sollte man alle 10 Jahre einfach erschiesen, bei dem Mist den die verzapfen. :D

Mal ueberlegen.... typische schwedische Gerichte die es europaweit schaffen könnten: kebabpizza, köttbullsbaguette, smörgåstårta und kladdkaka. Mums!

/M

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janaquinn
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Re: Schweden will Frankreich als kulinarisches Spitzenland über

Beitragvon janaquinn » 25. Juli 2008 09:16

Hej,
sorry, aber so abwegig ist die Idee eigentlich nicht. Wenn ich sehe, was mein Mann im Hotel kocht und wen er alles bereits bekocht hat, zuletzt hatten sie die Irak-Konferenz mit Condoleezza Rice, dem UNO-Vorsitzenden ect.... braucht sich die schwedische Spitzengastronomie nicht hinter Frankreich oder Deutschland zu verstecken. Im Gegenteil, Schweden ist in vieler Hinsicht innovativer und fortschrittlicher als Deutschland. In den guten Hotels und Restaurants wird sich sehr an der amerikanischen Spitzengastronomie orientiert..als nicht Tacobell, McDoof ect..sondern Kalifornische Küche, in die ja viele unterschiedliche Richtungen eingeflossen sind. Deutschland kocht heute das, was mein Mann in den Staaten bereits vor 10(!!!) Jahren gekocht hat. Außerdem orientiert sich Deutschland noch sehr stark an der Französischen Küche, allerdings auch die, die schon lange nicht mehr gekocht wird, denn auch die hat sich weiter entwickelt.
Man sollte nicht, von Imbiss-Buden, Pizzerien oder Hamburgerläden, sowie die normale Hausmannskost auf die Allgemeinheit schliessen.
Mein Mann hat in Deutschland und Amerika für die grossen Konzerne gearbeitet, in Deutschland zuletzt in einem 5*+ Hotel in Düsseldorf und selbst dieses Hotel ist dem jetzigen Scandic küchentechnisch 10 Jahre hinterher.
Es ist vielleicht ein hochtrabendes Ziel, aber mit der Qualität der schwedischen Produkte, die unbestreitbar vorhanden ist, plus den aus dem Ausland importierten Sachen, was auch in Deutschland vorhanden ist, kann man es durchaus erreichen.Vorallem hat die schwedische gehobene Gastronomie einen Vorteil zu der Deutschen: Hier werden weniger Fertigprodukte genommen,es wird viel mehr mit Frischprodukten gearbeitet.
Ich kann euch aus eigner Erfahrungen sagen, ihr wollt keine Trockenlager in Deutschen Spitzenhotels sehen, da wird euch ganz anders: Rührei-Pulver, Trockenmilchpulver..ect..nicht alles was frisch und selbstgemacht aussieht ist es auch!!
Ähnlich sieht es in Frankreich übrigens auch aus, wir haben einige Freunde, die in den führenden Hotels in Frankreich arbeiten, meist rühren die auch nur irgendwelche Pulver an und arbeiten kaum mit Frischprodukten. Wenn ihr sowas haben wollt, müsst ihr in die kleinen Landhotels fahren, die Lieferverträge mit den Einheimischen Bauern haben. Ansonsten sind überall Fertigprodukte angesagt, weil die nämlich billiger sind und in allen Konzeren die Direktive rausgegeben wurde: Sparen, Sparen und die Food-Kost unten halten.
LG JANA
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Mark
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Re: Schweden will Frankreich als kulinarisches Spitzenland über

Beitragvon Mark » 25. Juli 2008 10:29

Wenn ich an kulinarische Spitzenländer denke dann denke ich an Italien, Spanien und Thailand. Frankreich, Amerika und England kommt bei mir persönlich unten auf die Liste. Ich verkehre nicht in den 5-Sternen Spitzenhotels und esse nicht mit dem CEO von grossen Firmen zu abend. Was ich damit sagen möchte ist dass mir als Normalsterblicher die Spitzenkochwelt gaenzlich verschlossen bleibt, aber ich bin an gutem Essen interessiert und in der etwas gehobenen Klasse zwischen Fertigpulver-Hausmanskost und Spitzenkoch ist Schweden nicht wirklich attraktiv. Wenn ich Reisen nach Stockholm vergleiche mit denen nach Italien oder Deutschland, dann bekommt man a) geschmacklich einfach weniger geboten fuers Geld und b) winzige Portionen c) hat man schlechtere Chancen bei einem "gutem Restaurant" leckeres Essen zu bekommen. Deutschland finde ich kulinarisch sehr solide, es gibt viele regionale Spezialitäten die man in der richtigen Saison frisch zubereitet bekommt. Wenn ich beruflich auf eine Fortbilding gehe und ich die Wahl zwischen Berlin und Stockholm habe, wuerde ich alleine wegen dem Essen immer Berlin bevorzugen. Okay, Italien wäre mir noch lieber. ;)

Ein Kollege sagte diese Woche dass die Schweden ihr eigene Hausmanskost nicht mehr so gerne mögen (es fehlt die Variation zu Kartoffeln, Fleisch und Lingonsylt) und sie deshalb experimentierfreudiger sind als andere Nationen. Da tut sich etwas... und was Per Morberg kocht finde ich auch ganz lecker!

/Mark der noch keinen Lieblingsitaliener in Suedschweden gefunden hat :)

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Re: Schweden will Frankreich als kulinarisches Spitzenland über

Beitragvon janaquinn » 25. Juli 2008 10:46

Ich verstehe, was du sagen willst. Allerdings ist Amerika in Sachen "Neue Trends und Neue Küche" nicht unter den Tisch zu kehren. England ist noch nicht so weit, allerdings macht Jamie Oliver sehr gute Anfänge, es wird aber dauern bis er sich gegen Fish n´Chips durchgesetzt hat.

Gerade Kalifornieren ist sehr innovativ, weil sich viele Stilrichtungen gemischt haben: Asiatisch, Mexikanisch ect..
die Kalifornierer kochen eine leichte Küche, ähnlich der Asiaten.
Und was heute in den grossen Häusern gekocht wird, wird in naher Zukunft auch seinen Weg in die kleineren Häuser finden.
Kochen ist Wandel und Veränderung..das geschieht eigentlich fast jährlich...ähnlich der Mode. Regionale Küche und Hausmannskost, die ich übrigens liebe, ist eine beständige Kochkunst, welche sich im laufe der Jahre nur geringfügig verändert hat, aber auch mit dem Strom der Zeit mitfliesst.

Ich denke, das Poblem ist nicht die schwedische Küche oder die Köche, die sie kochen (müssen), sondern viel mehr der Geschmack der Allgemeinheit. Wie heisst doch das schöne Sprichwort: "Was der Bauer nicht kennt, das isst er nicht!"
Ich liebe gutes Essen, habe Glück, dass eine nicht soo schlechte Köchin bin und auch mit einem Koch verheiratet bin, was wiederrum manchmal nicht soo einfach ist :roll: , aber genauso ziehe ich mir gerne mal eine Kebabpizza oder McDoof rein, was zwangsläufig bei einer 2,5jährigen ca. 1x im Monat auf der Speisekarte steht. Verglichen zu dem, was mein Mann manchmal auf den Tisch bringt, ist das natürlich nichts.
Man muss einfach das Interesse an guter Küche haben, dazu braucht man nichtmal in die teuren Restaurants zu gehen oder in einem 5* Hotel dinieren. Meist sind es die kleinen unscheinbaren Läden, die sich schnell an den Trends orientieren.

Ist aber nur meine Meinung dazu...
LG JANA
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nysn

Re: Schweden will Frankreich als kulinarisches Spitzenland über

Beitragvon nysn » 25. Juli 2008 12:26

Allerdings ist Amerika in Sachen "Neue Trends und Neue Küche" nicht unter den Tisch zu kehren.


Wir sind vor einer Woche von einer längeren Reise an der amerikanischen Ostküste zurück gekommen. Was uns dort vor allem verblüfft hat, war, wie vielseitig die angebotenen Speisen ÜBERALL waren und wie dort hauptsächlich auf frisches und gesundes Essen Wert gelegt wird. Also McDonalds - wirklich Fehlanzeige - wir haben einmal richtig danach gesucht - sogar in New York haben wir nur einen ganz kleinen in der Nähe von Times Square gefunden.

Schweden ist meiner Meinung nach das Land in Europa, das die amerikanischen Trends am schnellsten aufgreift und umsetzt. Leider wird es mir hier aber immer etwas "too much" - denn die Schweden wollen alles immer noch besser machen und mit ihrem Hang zu "Mainstream" - also alle tun am liebsten gerade das, was ALLE tun, wirds hier ziemlich schnell langweilig und einförmig. Ich bin z. B. in der Zwischenzeit hier schon einigermaßen müde auf alle Espresso/Capuccino-Stellen.

Sicher können Schweden genauso gut kochen wie französische oder amerikanische Spitzenköche - daran besteht kein Zweifel. Doch haben die Schweden wohl einen entscheidenden Nachteil - in Amerika und Frankreich haben die Köche Zugang zu absolut frischen und extrem vielseitigen Rohwaren - die, direkt und oft vor ihrer Haustüre angebaut werden. Also keine langen und sehr teueren Transporte mit Flug, Lkw usw.

Ein schwedischer Koch und sei er noch so genial - wird immer auf Importe angewiesen sein - und seien es nur die Gewürze, die er einführen muss.

Und daran hat der schwedische Landwirtschaftsminister wohl nicht gedacht, als er seinen Spruch losgelassen hat. Oder er ist sehr optimistisch, was den Klimawandel anbelangt, um mal meinen Sohn zu zitieren, der gestern sagte:

"Die Verlierer des Klimwandels sind chinesische Reisbauern und Bewohner von pazifischen Inseln, deren Lebensraum im Wasser versinkt - die Gewinner sind Winzer in Schweden und Kartoffelbauern auf Grönland." :D :(

S-nina

Steppenwolf
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Re: Schweden will Frankreich als kulinarisches Spitzenland über

Beitragvon Steppenwolf » 28. Juli 2008 11:36

Also wenn die Schweden amerikanisch kochen kann man das dann überhaupt schwedisch nennen?

Ich weiss nicht. Würde auch nicht unbedingt die Spitzenküche als Masstab hernehmen weil das eh nur einen ganz kleinen Teil der Bevölkerung betrifft.

Zur schwedischer Küche fallen mir eigentlich nur drei Dinge ein: Kötbullar, Kartoffelbrei und irgendwelche süsse Sauce. Als Gourmetküche ist mir die schwedische überhaupt noch nicht aufgefallen. Im Gegenteil ich meide sie so gut es geht, ist mir zu sehr fad oder süss schmeckende Hausmannskost. Bei schwedischen Delikatessen fällt mir als erstes surströmming ein :roll:

Also einen Vergleich mit Frankreich sehe ich nichtmal ansatzweise was die Esskultur und Delikatessen angeht.


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