Schweden und Norwegen...

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Mark
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Re: Schweden und Norwegen...

Beitragvon Mark » 1. Februar 2008 17:32

Persoenlich fuehle ich mich mit der schwedischen Mentalität und Lebensart am wohlsten, seit dem ersten Mal als ich in Schweden war fuehlte ich mich gleich zuhause. Was ich an Schweden und Skandinaviern allgemein mag ist der freundlichere und hilfsbereite Umgangston (z.B. Ellenbogendenken ist fuer mich ein parasitäres Ausnahmeverhalten das im grossen Massstab nur allen schadet), ein geringeres hierachisches Denken und dafuer mehr Teamwork (z.B. kommt jeder bei uns mit zum gemeinsamen Fika). Ich finde es unwahrscheinlich erleichternd mit jedem per Du zu sein, man muss nicht erst Distanzen abbauen oder sich selbst hinter Floskeln verstecken.

Was ich an Deutschen mag ist die Effektivität im Tun und die Klarheit in der Sprache, die Fähigkeit Kritik zu äussern (Besserwisserei hat auch positives *grins*) ausserdem noch die grosse Vielfalt an leckerem Essen (in viele regionale Spezialitäten könnt ich mich reinlegen, wenn ich nur an Knödel und Sauerbraten denke bekomm ich Hunger).

Was die Norweger angeht haben sie einen leichten Minderwertigkeitskomplex zu ihren "grossem Bruder" Schweden, das scheint immer mal wieder durch zu wollen bei Gesprächen. Da ist auch eine kleine Verwandschaft zu den Deutschen die sich immer noch ihrer Vergangenheit schämen.... genauso nervig find ich das auch: Die Deutschen hatten ein paar Jahre einen ausgerasteten Diktator der Europa terrorisert hat, muss man akzeptieren "Scheisse" sagen und mit leben... und weiter gehts. In jedem Land gibt es Idioten, in Deutschland haben manche wohl nichts aus ihrer Vergangenheit gelernt (um so peinlicher), wer Fremdenfeindlichkeit heutzutage sieht (auch Rassismus gegen Deutsche) einfach Mund aufmachen aber bitte nicht betreten schämen. Wogegen man wenig machen kann ist die laute deutsche Art, ich weiss nicht wie es euch geht aber mir fallen Deutsche oft dadurch auf dass sie laut sind... aber mal ehrlich es gibt schlimmeres als laut zu sein. Vor allem wenn man Spass dabei hat :)

/M

Aurora

Re: Schweden und Norwegen...

Beitragvon Aurora » 1. Februar 2008 19:20

Skogstroll hat geschrieben: "bin nicht sonderlich stolz darauf, Deutscher zu sein" kann ich nur bestätigen.
Stolz bin ich nur auf meine eigenen Leistungen oder Dinge, die ich im Leben durch meine Arbeit geschafft habe. Z. B. reich geboren zu sein ,hat doch nichts mit einem fleißigen, tüchtigen, das Leben meisternden Menschen zu tun. Das können die größten Looser sein.
In Schweden allerdings schäme ich mich jedesmal erneut, dass ich immer noch kein Schwedisch spreche.Da man sich dort mit Englisch aber sehr gut verständigen kann, hat man nicht diesen Druck, sich mit der Sprache vertieft vertraut zu machen. Schlecht hin gesagt - ich bin zu faul eine dritte Fremdsprache zu lernen! Eigentlich sehr Schade!

nobse

Re: Schweden und Norwegen...

Beitragvon nobse » 1. Februar 2008 19:56

Liebe Aurora .Stolz gilt es zu differenzieren.In diesem Thread ging es weitesgehend um Nationalitäten Natürlich kann man Stolz auf das von sich erbrachte sein. Soll man auch.Aber man kann aber auch Stolz auf Dinge sein die ein anderer erbracht hat (ich meine jetzt um Gottes Willen nicht den 2. Weltkrieg) ,oder man kann Stolz sein Bürger einer Stadt ,einer Gemeinde oder einer Gesellschaft zu sein. Es wäre den Deutschen in ihrer 2. Weltkriegneurose zu wünschen , wieder etwas mehr Nationalstolz zu entwickeln und sich trotzdem der Vergangenheit nicht zu verschliessen. Es soll aber nicht darauf hin ausarten ,dass deutsche Soldaten wieder im Ausland kämpfen....

Aurora

Re: Schweden und Norwegen...

Beitragvon Aurora » 1. Februar 2008 21:16

Hi Nobse,
deine Artikel fand ich ja meist sehr interessant und bereichernd, insbesondere die Aussagen über die Natur, gebe ja zu, dass ich da "Nachholebedarf" habe, aber diese letzte Aussage über "Stolz" , kann ich nicht vertreten.Evtl. - Stolz auf andere- ja, meine Mutti ist zu Recht stolz darauf, ihre Kinder so erzogen zu haben, wie schon erwähnt,als "Bauernkinder", dass beide Töchter ihren Weg gegangen sind, studiert haben und unabhängig von einer Unterstützung von den Eltern sind. Wann lösen sich die heutigen "Kids" von den Eltern und sind in der Lage, sich selbst zu finanzieren? Das ist doch erschreckend! Kein Wunder, dass alle "denkenden" Eltern keine Kinder mehr bekommen wollen?
Wer sorgt denn noch für die Arbeit der Lehrer? Bloß gut, dass es diese Menschen auch noch gibt! Aber was für Kinder!
Oh, ich glaube, jetzt bin ich aber vom Thema abgewichen. Sorry.

nobse

Re: Schweden und Norwegen...

Beitragvon nobse » 1. Februar 2008 21:25

Aurora hat geschrieben:Oh, ich glaube, jetzt bin ich aber vom Thema abgewichen. Sorry.



Der Bauer macht aus Ferkeln Säue,
so was nennt man Bauernschläue! :lol:


Wir sollten schleunigst zum Thema zurückkehren :!:

Aurora

Re: Schweden und Norwegen...

Beitragvon Aurora » 1. Februar 2008 21:37

Ich denke, Nobse hätte es nicht schlecht getan, auf einem Bauernhof aufzuwachsen, er weiß ja in Beziehung auf Natur ziemlich viel.
OK. Will keinen "Krieg" führen. Also nichts für Ungut. Dennoch stehe ich zu meiner Meinung.

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Sápmi
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Re: Schweden und Norwegen...

Beitragvon Sápmi » 1. Februar 2008 23:31

Ich bin hier auch ganz Auroras Meinung. Stolz auf andere nur, wenn man doch irgendwie selbst was dazu beigetragen hat, wie z. B. eben bei Eltern, die auf ihre Kinder stolz sind und damit indirekt auf ihre eigene Erziehungsarbeit.
Ich bin auch nicht stolz auf die Erfolge irgendwelcher Sportler, nur weil sie zufällig die gleiche Staatsbürgerschaft haben. Es sei denn, ich hätte sie in irgendeiner Weise beim Training unterstützt oder was auch immer.
Umgekehrt kann ich mich auch keiner Sache schuldig fühlen, auf die ich nicht den geringsten Einfluss habe oder hatte.
Und sich schämen...naja, das ist so 'ne Sache. Was Kriege (z. B. 2. WK, aber auch andere) und sonstige Grausamkeiten angeht, empfinde ich vielleicht schon mal so was ähnliches, d.h. wenn man z. B. mal wieder über TV-Reportagen, Literatur oder sonstige Berichte damit konfrontiert wird. Aber selbst wenn es konkret um die Greueltaten speziell von Deutschen geht, dann "schäme" ich mich für deren Verhalten nicht als Deutsche, sondern als Mensch! Ich meine, das waren/sind doch alle Lebewesen meiner Gattung, und "funktionier(t)en" doch so komplett anders - irgendwie unfassbar. Naja, vielleicht sollte man es eher Verzweiflung nennen als Scham. Oder irgendwas dazwischen.

nobse

Re: Schweden und Norwegen...

Beitragvon nobse » 1. Februar 2008 23:45

Sapmi,du triffst doch wie immer den Nagel auf den Kopf!

Aurora

Re: Schweden und Norwegen...

Beitragvon Aurora » 3. Februar 2008 20:21

Nobse schreibt:"Säpmi hat den Nagel auf den Kopf getroffen" , eigentlich habe ich in meinem Artikel verucht, das Gleiche auszudrücken, ist mir nur nicht so klar und deutlich gelungen wie Säpmi, weiß somit nicht, wie oder wo ich falsch lag? :roll:


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