Schweden und Ihre Erziehung

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Faxälva
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Re: Schweden und Ihre Erziehung

Beitragvon Faxälva » 2. Juli 2013 21:15

...viele Schweden sind der Meinung, es ist Aufgabe der Schule ihre Kinder zu erziehen.... ich hab die schwedischen Kinder oft als laut, fordernd, respekt- und rücksichtslos erlebt....jo, sie fragen auch höflich, ob sie das oder jenes bekommen können und sind dann fassungslos, wenn ein nein kommt....in mehr und mehr Gaststätten sind Kinder nicht mehr erwünscht, da die Eltern sich oft nicht um ihre Sprößlinge kümmern....und natürlich, es gibt auch positive Ausnahmen...
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Re: Schweden und Ihre Erziehung

Beitragvon HeikeBlekinge » 2. Juli 2013 22:00

Petergillarsverige hat geschrieben:Viele machen sich nicht mehr die Mühe ihre Kinder überhaupt zu erziehen. Das erfordert auch Konsequenz bei sich selber. Das ist in Schweden sicher nicht anders als in Tyskland.



Sehe ich auch so.
Wobei die Schweden das schwedische System sehr gut unbewusst (?) ausnutzen, so wie Faxälva es beschreibt.

Was ich hier unterstreichen kann ist, das Schweden relativ humorlos sind (in Gesellschaft wird nicht hemmungslos gelacht t.ex) und viele sehr darauf bedacht sind das äussere Erscheinungsbild allzeit positiv darbringen zu können.
Erst wenn man den Äusseren Kern durchbricht (den gesellschaftlichen) dringt man zum wahren Menschen vor...
... ich lebe nunmehr seit gut sieben Jahren hier und habe festgestellt, je besser man sich "anpasst", umso besser wird mit einem ehrlich gesprochen....
Fuer dieses Anpassen musste ich mich nicht verbiegen, geschweige denn mich selbst verleugnen. Es hat etwas mit Akzeptanz zu tun, etwas mit Beobachtung und ein wenig mit eigener Bereitschaft die eine oder andere Gewohnheit zu ändern oder anzupassen. Fuer mich ist das genau das, was wir mit Erziehung im Grunde genommen gleichsetzen: Respekt!
Respekt vor der Lebensweise anderer, Respekt vor Traditionen, Respekt vor der Kultur. Nicht zuletzt bin ich es, der in dieses Land eingewandert ist und der sich anpassen sollte...
Das stellt sich fuer uns persönlich so dar, das wir es als absolut natuerlich empfinden in Gegenwart von Schweden nicht laut zu lachen, laut loszulachen, laut zu sprechen, zu lamentieren, auszufragen, zu diskutieren, zu hinterfragen ...
Etwas, was wir in der Familie oder unter Deutschen sehr gut können, und dies auch geniessen können! Jaja- an Leidenschaft fehlt es den Schweden irgendwie schon ;-)
Dann gibt es da den einen oder anderen Schweden - zumeist sehr weltgewandt aus beruflichen oder familiären Gruenden - und der genau "unsere" Offenheit sucht...

... ich gebe zu, wenn wir "ihn" nicht irgendwann begegnet wären, man hätte in Verzweiflung versinken können ;-)

lg
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Re: Schweden und Ihre Erziehung

Beitragvon meckpommbi » 2. Juli 2013 22:46

Petergillarsverige hat geschrieben:Viele machen sich nicht mehr die Mühe ihre Kinder überhaupt zu erziehen. Das erfordert auch Konsequenz bei sich selber. Das ist in Schweden sicher nicht anders als in Tyskland.


ja frueher da war die welt noch in ordnung der rohrstock summte und fritzchen spurte mich graust es

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Re: Schweden und Ihre Erziehung

Beitragvon Azrael » 3. Juli 2013 07:00

Rohrstock hat nichts mit Konsequenz zutun, vielmehr mit brutaler Gewalt.

Speedy
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Re: Schweden und Ihre Erziehung

Beitragvon Speedy » 3. Juli 2013 08:58

Das stellt sich fuer uns persönlich so dar, das wir es als absolut natuerlich empfinden in Gegenwart von Schweden nicht laut zu lachen, laut loszulachen, laut zu sprechen, zu lamentieren, auszufragen, zu diskutieren, zu hinterfragen ...
Etwas, was wir in der Familie oder unter Deutschen sehr gut können, und dies auch geniessen können! Jaja- an Leidenschaft fehlt es den Schweden irgendwie schon ;-)

Hi Heike,

da sind die Unterschiede zwischen uns. Ich habe 7 Jahre versucht mich anzupassen aber habe es inzwischen aufgegeben. Wir haben Nachbarn aus Polen und mit denen macht mir das Zusammensein, lachen diskutieren etc. endlich wieder Spass und Freude und wenn Schweden dabei sind denen das nicht gefällt, dann können sie ja gehen. Also nach 10 Jahren bin ich dort wo ich in D aufgehört habe.
Ich versuche den Absprung vom Alkohol zu schaffen, auch etwas das ich mir in S angewöhnt habe, leider.

Lg Speedy

keks

Re: Schweden und Ihre Erziehung

Beitragvon keks » 3. Juli 2013 09:07

Hej

Zuerstmal HAHAHAHAHAHHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAH, Schweden und Kindererziehung? Das gibt es nicht! Selbst wenn die Gören kleinere Verbrechen begehen, werden sie nur nach Hause gebracht und die Eltern kuemmert das einen Schei..!

Das liegt auch mit daran das Kinder in Schweden micht mal einen Klapps kriegen duerfen. Und wenn doch können sie dich, als Elternteil, anzeigen und man kriegt richtig viel Ärger mit dem Richter.

Mal ehrlich, als wir klein waren und unsere Eltern mal verdroschen haben, hat es uns doch auch was gebracht, oder?

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Re: Schweden und Ihre Erziehung

Beitragvon knut245 » 3. Juli 2013 09:07

HeikeBlekinge hat geschrieben:Das stellt sich fuer uns persönlich so dar, das wir es als absolut natuerlich empfinden in Gegenwart von Schweden nicht laut zu lachen, laut loszulachen, laut zu sprechen, zu lamentieren, auszufragen, zu diskutieren, zu hinterfragen ...


Das würde mir vermutlich sehr schwer fallen. Und meiner Frau erst ;) Bei uns wird sehr viel gelacht, auch in Gesellschaft, und dass die Kinder jetzt anfangen, einen Sinn für Ironie zu entwickeln, freut mich sehr. Andere (elegant, ohne zu verletzen) auf die Schippe zu nehmen und auch über sich selbst lachen zu können, halte ich für elementar. Das gibts bei Schweden (normalerweise) nicht? Arme Menschen, für meinen Geschmack.

Ich besuche sie trotzdem gern wieder :flagge:
Hier könnte auch etwas sinnvolles stehen, zum Beispiel ein Bier.

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Re: Schweden und Ihre Erziehung

Beitragvon Petergillarsverige » 3. Juli 2013 09:26

Konsequenz in der Erziehung hat nichts mit Rohrstock zu tun. Der Rohrstock zeigt, dass du mit deinem Latein am Ende bist. Erziehung fängt bei dir selbst an, man muss ständig Vorbild sein. Wenn du willst, dass deine Kinder nicht lügen, kommt es nicht gut die Steuererklärung zu frisieren. Wenn du deine Zusagen nicht einhälst brauchst du dich nicht zu wundern wenn deine Kinder unverbindlich sind.
Bei der Erziehung muss man bereit sein den Kindern schon manchmal ziemlich viel Zeit zu opfern um Dinge klarzustellen.
Die Rohstockgeneration hat nie begriffen wie wertvoll Kinder sind.
Schweden ist nicht nur ein schönes Land - das ist ein Virus!

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Re: Schweden und Ihre Erziehung

Beitragvon Faxälva » 3. Juli 2013 09:48

...ich mag deine Antworten Petergillarsverige!
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Re: Schweden und Ihre Erziehung

Beitragvon Speedy » 3. Juli 2013 10:03

Das würde mir vermutlich sehr schwer fallen. Und meiner Frau erst ;) Bei uns wird sehr viel gelacht, auch in Gesellschaft, und dass die Kinder jetzt anfangen, einen Sinn für Ironie zu entwickeln, freut mich sehr. Andere (elegant, ohne zu verletzen) auf die Schippe zu nehmen und auch über sich selbst lachen zu können, halte ich für elementar. Das gibts bei Schweden (normalerweise) nicht? Arme Menschen, für meinen Geschmack.

Ich besuche sie trotzdem gern wieder :flagge:[/quote]

Hej Knut,
Ich finde es gut was Du da schreibst, kann ich nur voll unterschreiben und Auch das was Peter geschrieben hat. Disziplin und Órdnun, Respekt etc. kann man Kindern Auch ohne Rohrstock beibringen, es ist nur viel anstrengender und kostet Zeit.

LG Speedy


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