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 Betreff des Beitrags: Re: Schweden = sozialistisch-totalitärer Überwachungsstaat?
BeitragVerfasst: 17. Juni 2010 12:21 
Schwedenfreund
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Registriert: 24. November 1999 14:54
Beiträge: 888
Wohnort: früher Schweden, jetzt Mittelfranken
scanvia hat geschrieben:
.....Also Leute, lasst den Druck vom Kessel .....


@Horst, das Feuer unter dem Kessel ist längst aus....
...äh...und auch "die Schweden" haben keine rosarote Brille auf.... :D


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_________________
Viele Grüsse

:smt024 Gottfried :smt024

Den Himmel überlassen wir den Engeln und den Spatzen. (Heinrich Heine)


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 Betreff des Beitrags: Re: Schweden = sozialistisch-totalitärer Überwachungsstaat?
BeitragVerfasst: 28. Juni 2010 11:33 
Selbst wenn Schweden ein sozialistischer Staat wäre, dann wäre es eben so und sicherlich kein Verbrechen oder irgendeine andere Abartigkeit.

Der Kapitalismus zersetzt den Menschen, physisch und psychisch ... Rücksicht auf menschliche Bedürfnisse wird nicht mehr genommen. Die Natur und Umwelt wird auch nur noch auf den Renditefaktor reduziert genauso wie das Humankapital wie man so schön sagt.

Abschöpfung der Schöpfung zwecks Wertschöpfung bis zur Erschöpfung.

Ich bin auch lieber in Schweden ein "fauler Gewerkschafter" mit sicherem Einkommen für meine Familie als zb. in Deutschland zum chinesischen Wanderarbeiter degradiert zu werden der keine Chance auf irgendwas hat, ... von Lebensqualität ganz zu schweigen.

In Schweden herrscht auch eine andere Mentalität, ein ganz anderes "Wir-Gefühl" als in Deutschland ...

Mir ist ein "sozialistisches" Wir-Gefühl/Gemeinschaftsdenken lieber als ein kapitalistisches Hauen und Stechen, ein kapitalistisches Misstrauen inkl. Neid und Abgrenzungs-/Ausgrenzungswahn.

Ich will nicht zum Wolf unter lauter Wölfen werden sondern leben ... in Friede, Freude, Eierkuchen und in Eintracht mit meinen Mitmenschen.

Nur weil man dieses Lebensgefühl in brutalkapitalistischen Ländern garnicht mehr kennt, weil es abtrainiert wurde via Propaganda und Co wird Schweden weder zum sozialistischen Staat noch herrscht da Sozialismus pur.

Sowas zu sagen zeigt einfach nur das man in einer eigenen Welt gefangen ist, nur Schwarz/Weiss kennt und jeden gemeinschaftlichen Strang an dem man ziehen kann, könnte und muss als sozialistische Untriebe verbeisst.


Ich mache hier im "Kapitalismus" eine Zeitung auf und lese nur Hass ... scheiss Arbeitslose, scheiss Sozialstaat, scheiss Gewerkschaften, scheiss Demos, scheiss Pazifisten, scheiss Naturschützer .... alles was dem Kapital im Wege steht ist scheisse laut Medienmacht und Politik in Deutschland.

Leider hält diese Hetzerei und Spalterei langsam auch in Schweden Einzug.



Aber wissen Sie was ?, in Schweden oder Norwegen wird das Volk noch befragt ... in diesem bösen Sozialismus ... zb. ob man in die EU will, den Euro will, ob ein A.Kraftwerk gebaut werden darf usw.


Hier im achso tollen Deutschland oder anderen "Musterländern" wird garnicht erst gefragt sondern das Volk für zu blöde gehalten weise entscheiden zu können weshalb man den Volk alle Mitbestimmungsrechte genommen hat.


Und zur Steuer, ich finde das System in Schweden und Skandinavien allgemein klasse. Es ist einfach und macht Steuerbetrug extrem schwer. Und genau das ist es was einigen Leuten in Deutschland mächtig stören würde ... das Schlupflöcher minimiert werden. Die Leute die nichts zu verbergen haben im finanziellen Sinne und auch keine unlauteren Methoden zur Steuerreduzierung nutzen berührt dieses System aber sowas von Null das es wie gesagt der Rede nicht wert ist.

Übrigens herrscht in Schweden der Konsens das Steuern nötigt und wichtig sind zum Wohle der Gemeinschaft ... wenn auch über die Höhe sicherlich gestritten werden kann ... in Deutschland werden Steuern im Umkehrschluß meistens als "sozialistischer Diebstahl" betrachtet und trotzdem greift man natürlich staatliche Leistungen und Subventionen rotzfrech ab/geniesst die staatlichen/gemeinschaftlichen Wohltaten. In Schweden weiss man das diese "Wohltaten" etwas kosten.

Schweden ist ein tolles Land mit tollen Menschen und einem Gefühl und einer Lebensart die Deutschland immer mehr verliert ... Deutschland ist nur noch ein Renditemoloch mit Nach-Unten-Tretern, Hetzern, Neidhammeln, Spaltern und wenigen standhaften Menschen die das nicht hinnehmen wollen aber auf verlorenem Posten kämpfen gegen dieses Übel der Entmenschlichung einer Geselslchaft.

Ein Hoch den Schweden/Skandinaviern ... lasst Euch nicht versauen. Goldene Paläste werden irgendwann abgerissen bzw. meist auf Leid und Elend aufgebaut ... lieber weniger Rendite und Leistungsschwachsinn aber dafür menschlich glücklich.


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 Betreff des Beitrags: Re: Schweden = sozialistisch-totalitärer Überwachungsstaat?
BeitragVerfasst: 28. Juni 2010 12:40 
Hej,

Wo in S ein anderes Wir-Gefühl herrscht, habe ich noch nicht gesehen. Auch hier gibt es Steuerbetrüger, Sozialschmarotzer und Nachuntentreter. Aber vielleicht lebe ich ja seid 25 Jahren in einem anderen Schweden als Manja.


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 Betreff des Beitrags: Re: Schweden = sozialistisch-totalitärer Überwachungsstaat?
BeitragVerfasst: 29. Juni 2010 09:07 
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Beiträge: 117
und ich lebe in einem anderen deutschland als von manja beschrieben.
lg
emily :smt006


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 Betreff des Beitrags: Re: Schweden = sozialistisch-totalitärer Überwachungsstaat?
BeitragVerfasst: 29. Juni 2010 10:00 
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Beiträge: 3143
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Inzwischen haben wir wohl alle bemerkt, dass es viele Deutschlands und viele Schwedens gibt. Welch ein Glück möchte ich fast sagen. So findet jeder für sich sein Fleckchen und sein Land in dem er glücklich werden kann. Es ist eben doch nicht jeder gleich!
Ich für meinen Teil habe eher das Problem, dass ich mich nicht entscheiden kann. Beide Länder haben so viel tolles und so viel doofes (für mich persönlich und aus meiner eigenen Sichtweise raus), dass ich echt nicht weiss wo ich glücklicher wäre. Ich vermisse Deutschland arg (Teile davon) und weiss genau, dass ich dort Schweden vermissen würde (wieder bestimmte Teile davon). Bin ich also gezwungen immer hin und her zu ziehen? Vermutlich wird irgendwann eine endgültige Entscheidung fallen. Und dann versuche ich einfach von beiden Ländern das zu geniessen was mir gefällt. Schlechtes gibt es überall und Gutes auch. Man muss nur die Augen aufmachen und nicht nur einseitig schauen.

Grüsse
Wiebke


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 Betreff des Beitrags: Re: Schweden = sozialistisch-totalitärer Überwachungsstaat?
BeitragVerfasst: 29. Juni 2010 13:34 
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Beiträge: 66
Manja hat geschrieben:
Ich mache hier im "Kapitalismus" eine Zeitung auf und lese nur Hass ... scheiss Arbeitslose, scheiss Sozialstaat, scheiss Gewerkschaften, scheiss Demos, scheiss Pazifisten, scheiss Naturschützer .... alles was dem Kapital im Wege steht ist scheisse laut Medienmacht und Politik in Deutschland.

Leider hält diese Hetzerei und Spalterei langsam auch in Schweden Einzug.

Ganz genau. Leider. Wenn man mit der jungen Generation redet (unter 30), sieht das schon ganz anders aus und viel mehr wie das was du oben beschreibst. Und deshalb werden die blauen auch die nächste Wahl gewinnen, oder zumindest aber der übernächsten Dauergewinner sein. Vieles von dem was wir an Schweden kennen und lieben (?) wird mittelfristig gehen, denn die jüngeren Generationen sehen nicht, was sie an ihrem Schweden tatsächlich haben. Das dauert noch eine Generation, aber dann wird sich Schweden Deutschland angepasst haben, genau so wie sich der rest Europas anpasst.

Das ist es, was sich "Globalisierung" nennt, ob man nun will oder nicht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Schweden = sozialistisch-totalitärer Überwachungsstaat?
BeitragVerfasst: 5. August 2010 15:23 
Stiller Beobachter

Registriert: 5. August 2010 12:40
Beiträge: 2
ûbrigens: Es passt meines Erachtens in das schwedische Bild. Der Staat sagt etwas und alle rennen. Wenn der Staat sagt, dass etwas gut ist, dann glauben sie es. Wenn er sagt, dass etwas gefährlich ist, dann glauben sie es. Eigene Meinungsbildung findet weniger statt als man es manchesmal erhoffen und erwarten sollte. Siehe Schweinepest. Es gibt kein so gut geimpftes Land Europas wie Schweden. Propaganda wirkt sag ich da nur. Ausnahmen gibt es natürlich auch hier. Trotzdem ist schon eine stärkere Gutgläubigkeit zu erkennen. Gerade was die Vorgaben von Staat und Kommune angeht.



Wie obrichkeitshörig und kritikunfähig das schwedische Volk ist, hat eine Bekannte, welche über 50 Jahre in Schweden lebt, (verheiratet) in folgende Worte gefasst:
Wenn morgen der Erlass rauskommt, das jeder Bürger mit einer blauen und einer gelben Socke rumlaufen soll, so kann man davon ausgehen, das die Bevölkerung dieses mehrheitlich auch tut. Immerhin hat man die Wahl, welche Farbe man links oder rechts trägt.
Nach Ihrer Meinung ist es politisch gewollt, das die Bevölkerung so unselbstständig ist.
Habe selbst recherchiert und einige politische Aussagen des ermordeten Herrn Palme gelesen. Daraus ging hervor, das die Bevölkerung noch viel mehr bevormundet werden sollte. "Diktatur durch die Hintertür"?
Nach meinen jetzigen Erfahrungen, ist Schweden der lächelnde Bruder der Stasi.
Jeder, der in Erwägung zieht, nach Schweden auszuwandern, sollte sich über das System eingehend informieren. Wer zudem noch Kinder hat, sollte dahingehend noch entsprechende Recherchen anstellen.
z.B.:

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14019042.html

Ist leider noch heute zutreffend.

Oder:

http://familjekampanjen.multiply.com/


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 Betreff des Beitrags: Re: Schweden = sozialistisch-totalitärer Überwachungsstaat?
BeitragVerfasst: 6. August 2010 19:27 
Alter Schwede
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Registriert: 6. Dezember 2006 10:31
Beiträge: 3143
Wohnort: Västerås
Hej,
ich habe mir den Spiegelartikel mal durchgelesen und finde ihn nur grausam. Er ist ja schon etwas älter und daher kann man davon ausgehen, dass sich da viel getan hat. Es erklärt doch einige Dinge. Denn, sooo lange ist das ja nun auhc nicht her. Viele der heutigen Eltern, haben das als Schreckensgespenst in ihrer Kindheit erlebt, oder haben es erleben können. Werden sicher auch nicht alle so gesehen oder bemerkt haben. Wobei... wenn man die Zahlen sieht und wenn die stimmen...
Jedenfalls wundert mich dann nicht, dass hier bei manchen Eltern wirklich so eine Sorge verbreitet ist, den Kindern mal lauter und deutlicher zu sagen wo die Grenze ist. Wenn sowas in den 80ern zu Kindesentzug führen konnte, ist es normal, dass viele vorsichtig sind. Eine Bekannte hier im Ort hat mir letztes Jahr eine Geschichte erzählt, die sich genau so abgespielt haben soll, vor etwa 10 Jahren erst. Das fand ich, klang sehr übertrieben. Nun finde ich aber, dass es vielleicht nicht ganz so übertrieben war wie gedacht. Jedenfalls klang es sehr nach der Praxis, die da in dem Artikel beschrieben wurde. Eine Familie wurde von Nachbarn angezeigt und das Sozialamt hat sie vorgeladen. Noch während die mutter in einem Zimmer mit denen redete, hat ein anderer die Kinder aus dem Nachbarzimmer raus und in eine Pflegeeinrichtung gebracht. Die Mutter wusste mehrere Wochen nicht wo ihre Kinder waren. Sie musste lange darum kämpfen, dass sie ihre Kinder sehen durfte. Der Psychiater, der ein Gutachten über die Kinder erstellen sollte, meinte, dass sie emotional durcheinander wären und nicht stabil. Ach??? Wenn meine Kinder von mir weggenommen werden, ohne dass sie wissen warum und wohin und nicht mit mir reden dürfen, sind die sicher auch emotional unausgeglichen. Und dass die mutter hysterisch war, ist auch verständlich, ich wärs auch.
Wie gesagt, ich weiss nicht obs stimmt, ich kenne den Fall nur vom hörensagen aber es klang nun doch verdächtig, dass sowas angeblich sehr gehäuft im kinderfreundlichen Land Schweden vorgefallen sein soll. Zum Glück vor langer Zeit und aus neuester Zeit ist mir nichts bekannt.

Grüße
Wiebke


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 Betreff des Beitrags: Re: Schweden = sozialistisch-totalitärer Überwachungsstaat?
BeitragVerfasst: 7. August 2010 18:26 
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Registriert: 20. Februar 2010 18:37
Beiträge: 86
Wohnort: Dresden
Zitat:
Hier im achso tollen Deutschland oder anderen "Musterländern" wird garnicht erst gefragt sondern das Volk für zu blöde gehalten weise entscheiden zu können weshalb man den Volk alle Mitbestimmungsrechte genommen hat.


Um nur mal einen Punkt deiner Meinung aufzugreifen...

Volksentscheide sind sicherlich eine schöne Sache, nur wer hat beispielsweise Lust jeden Sonntag in eine Schule zu gehen und abzustimmen?

Das dirigiert lediglich die Extrema aller Richtungen und "die breite Masse" kümmert sich recht wenig, bzw. ist nicht weitsichtig genug um kluge Entscheidungen zu treffen.

Das wird dir ja schon bei jeder Wahl veranschaulicht.. Die wenigsten Bürger lesen sich ein genaues Wahlprogramm durch.. Wobei dies in den meisten Fällen ja eh nur als Werbung und nicht Wahrheit genutzt wird...

Welcher Jugendliche hat Lust Politiker zu werden?

In Deutschland herrscht eine Politikverdrossenheit und daran wird seitens der Regierung kaum etwas geändert.


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 Betreff des Beitrags: Re: Schweden = sozialistisch-totalitärer Überwachungsstaat?
BeitragVerfasst: 1. September 2010 10:57 
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Beiträge: 227
Wohnort: Jämtland
Imrhien hat geschrieben:
Hej,
ich habe mir den Spiegelartikel mal durchgelesen und finde ihn nur grausam. Er ist ja schon etwas älter und daher kann man davon ausgehen, dass sich da viel getan hat. Es erklärt doch einige Dinge. Denn, sooo lange ist das ja nun auhc nicht her. Viele der heutigen Eltern, haben das als Schreckensgespenst in ihrer Kindheit erlebt, oder haben es erleben können. Werden sicher auch nicht alle so gesehen oder bemerkt haben. Wobei... wenn man die Zahlen sieht und wenn die stimmen...
Jedenfalls wundert mich dann nicht, dass hier bei manchen Eltern wirklich so eine Sorge verbreitet ist, den Kindern mal lauter und deutlicher zu sagen wo die Grenze ist. Wenn sowas in den 80ern zu Kindesentzug führen konnte, ist es normal, dass viele vorsichtig sind. Eine Bekannte hier im Ort hat mir letztes Jahr eine Geschichte erzählt, die sich genau so abgespielt haben soll, vor etwa 10 Jahren erst. Das fand ich, klang sehr übertrieben. Nun finde ich aber, dass es vielleicht nicht ganz so übertrieben war wie gedacht. Jedenfalls klang es sehr nach der Praxis, die da in dem Artikel beschrieben wurde. Eine Familie wurde von Nachbarn angezeigt und das Sozialamt hat sie vorgeladen. Noch während die mutter in einem Zimmer mit denen redete, hat ein anderer die Kinder aus dem Nachbarzimmer raus und in eine Pflegeeinrichtung gebracht. Die Mutter wusste mehrere Wochen nicht wo ihre Kinder waren. Sie musste lange darum kämpfen, dass sie ihre Kinder sehen durfte. Der Psychiater, der ein Gutachten über die Kinder erstellen sollte, meinte, dass sie emotional durcheinander wären und nicht stabil. Ach??? Wenn meine Kinder von mir weggenommen werden, ohne dass sie wissen warum und wohin und nicht mit mir reden dürfen, sind die sicher auch emotional unausgeglichen. Und dass die mutter hysterisch war, ist auch verständlich, ich wärs auch.
Wie gesagt, ich weiss nicht obs stimmt, ich kenne den Fall nur vom hörensagen aber es klang nun doch verdächtig, dass sowas angeblich sehr gehäuft im kinderfreundlichen Land Schweden vorgefallen sein soll. Zum Glück vor langer Zeit und aus neuester Zeit ist mir nichts bekannt.

Grüße
Wiebke


Ja, das klingt schon ziemlich schwedisch. Als frisch Eingewanderter hatte ich auch einige Diskussionen mit meiner Frau, über Dinge, die mir sehr fremd vorkamen. Zum Beispiel, dass Kinder im Kindergarten systematisch ausgehorcht wurden, wie es denn zuhause zugeht. Um auch nur den kleinsten Hinweis auf unerlaubte Züchtigungen usw zu finden. Meine Frau erklärte mir dann, das Kinder in Schweden eher dem Staat gehören, als den Eltern. Vielleicht übertrieben, aber es erklärt jedenfalls die Tendenz, warum immer mehr Eltern die Erziehung ihrer Kinder den staatlichen Institutionen wie Kindergarten und Schule überlassen.
Zur Diskussion um den lockeren Datenschutz in Schweden:
1984 lässt grüßen! Big Brother is watching you! Ich habe nichts zu verbergen, aber möchte trotzdem meine Privatsphäre haben!
Was ich verdiene, ob mein Auto finanziert ist, oder ob ich in Scheidung lebe oder in wilder Ehe, das geht keinen was an, verstanden?
Und schon gar nicht den Nachbarn, der sich hinter meinem Rücken über mich das Maul verreissen möchte. Die Schweden sind in vieler Hinsicht völlig naiv. Diesen Exhibitionismus im Internet, wo bereits Jugendliche alle ihre Daten preisgeben, kann ich weder verstehen noch gutheissen. Der Fall Schürrer (deutsche Hammermörderin in Schweden) gibt einen kleinen Fingerzeig, wohin so etwas führen kann.
Was würde geschehen, wenn alle anhand der Autonummer den Fahrzeughalter ausfindig machen könnten. Die kleinste Nötigung auf der Autobahn könnte zu Mord und Totschlag führen. Und keiner soll jetzt kommen und sagen, dass die Schweden soetwas nicht machen. Hier gibt es genauso viel Durchgeknallte wie in Deutschland (oder sogar mehr, im Verhältnis zur Bevölkerungsdichte), man liest jeden Tag in der Zeitung die unglaublichsten Sachen. Nein Danke!

Eine weitere interessante Sache: Wenn man gegen staatliche Einrichtungen (aktuellstes Beispiel: Försäkringskassan!) prozessiert, bekommt man selbst wenn man gewinnt, seine Prozess- und Anwaltskosten NICHT erstattet. Noch Fragen? Kein Wunder, dass sich viele Ämter aufführen wie der liebe Herrgott. Ärztliche Atteste werden nicht anerkannt, Leute mit gebrochenen Beinen werden zum Arbeiten geschickt, und, und, und .....
Als ich bei passender Gelegenheit diesen Umstand bei einem Anwalt zur Sprache brachte (war nicht ich selbst der gegen die Försäkringskassan prozessierte) antwortete dieser mir, dass er dies auch für völlig falsch hält, und sogar eine Abhandlung darüber geschrieben hat. Als Grund dafür, dass der Staat keine Prozesskosten gegen ihn erstattet sagte er sinngemäß:
"Mann meint in Schweden, dass der Staat eine fürsorgende Rolle hat, und die Interessen seiner Bürger wahrnimmt. Daher denkt der Staat, dass er den Bürger nicht entschädigen muss, wenn er gegen Ihn klagt. Dies führt natürlich zu einem völligen Ungleichgewicht."

Und letztlich spiegelt sich die Rolle des Staates auch im Strafmass wieder:
Man kann nachdem man ein Kind vergewaltigt oder jemanden umgebracht hat, nach wenigen Jahren wieder auf freiem Fuß sein, aber wehe man legt sich mit dem Staat an ... besonders in Steuerangelegenheiten. Und das Beispiel Anna Lindh hat schon gezeigt, dass ein Mord an einem Politiker viel strenger bestraft wird, als der Mord an einem unschuldigen Kind.

Ich weiss, dass das alles nun etwas polemisch klingt, besonders das Letztgesagte, aber es ist leider nunmal so.

Ich bitte bei dieser Gelegenheit auch, mir nachzusehen, wenn ich mich vielleicht in Euren Augen sehr negativ über Schweden äußere. Aber das ist nur mein Versuch, die rosarote Schwedenbrille, die man als Deutscher nun einmal hat, etwas zurechtzurücken. Schweden hat eine wunderbare Landschaft. Aber viele andere Sachen sind nicht mehr so, wie sie mal waren, und andere Dinge gehören in die Welt der Fabeln.
Wenn ich hier so im Forum lese, glaube ich ein gewisses Muster erkennen zu können: Die meisten Auswanderer (wie ich auch) sind so die ersten 5 Jahre zufrieden bis euphorisch über ihre neue Heimat. Danach beginnt für viele die Fassade zu bröckeln und man merkt, dass das Gras auf der anderen Seite auch nicht grüner war ;-)


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