Auswanderer hat geschrieben:
Wer in Deutschland Angst hat, dass das Finanzamt zu viel weiß, will Steuern hinterziehen. Punkt.
Und wer auf der Toilette die Tür zuschließt, hat dort auch illegales vor?
Auswanderer hat geschrieben:
Drittens: man kann keinen Unrechtsstaat so vermeiden, in dem Bürger Information vom Staat verstecken.
Informationen verstecken?! Die Perspektive ist ja schonmal falsch. Es sind meine Daten, die gehen erstmal niemanden etwas an. Genauso wie Geld und anderes Gut erstmal meins ist und niemandem sonst gehört. In bestimmten Fällen gebe ich davon was ab (Steuern) oder preis (Informationen), aber nur in klar begründeten Fällen in denen das notwendig ist. Sonst ist alles meine Privatsache. Das billige ich allen zu und nehme es auch für mich in Anspruch.
Tommy3 hat geschrieben:
klar, weder D noch S ist im Moment ein Unrechtsstaat. Kann aber werden, wäre nicht das erste Mal.
Und sowas passiert nicht von einem Tag auf den anderen. Es gibt nicht "den Tag", nicht ab morgen sind wir ein Unrechtsstaat. Das geht Schritt für Schritt, die Freiheiten gehen Schritt für Schritt drauf. Je langsamer, desto gefährlicher, weil jeder kleine Schritt für sich niemandem aufstößt, bzw. die Aufregung einem kleinen Kreis von Außenseitern, die mal weiterdenken, vorbehalten bleibt. Jedes Mal.
Imrhien hat geschrieben:
Dass Daten in Deutschland sicherer seien, das glaube ich nicht. Aber es werden weniger Daten erlaubt zentralisiert. Das Zugang ist erschwert.
Und meine Haupt-These hier im Thread ist, dass der einzige (gefühlte?) Effekt ist, dass dies nur die Bürokratie verstärkt, jedoch keinesfalls zur Datensicherheit beiträgt.
Imrhien hat geschrieben:
Wie gesagt, ich kann darüber reden aber ich möchte eigentlich gerne wissen wer das weiss. Zumindest habe ich dann die Chance zu sehen warum der es wissen will und auch im Gegenzug selber Infos zu bekommen. Geht jemand in die Bibliothek um zu schauen was ich bekomme, weiss ich das nicht. Ich weiss nicht ob er einfach interessiert an so einem Job ist oder ob mein Nachbar arg neidig ist und mir mein Geld missgönnt. Das schafft argwohn auf anderer Ebene wo es doch eigentlich sowas vermeiden soll weil man ja keine Geheimnisse mehr hat.
Der (deutsche) Chaos Computer Club schlägt hierzu übrigens den Datenbrief vor:
http://www.ccc.de/datenbriefImrhien hat geschrieben:
Ich finde, dass der Datenschutz in Deutschland seinen Sinn hat. Da ist nicht alles hundertprozentig richtig und sauber aber blindlings einfach jedem alles anvertrauen und glauben, dass der Staat schon alles richtet... das finde ich blauäugig.
Und glaubst du, der deutsche Staat ist im Wissen über dich genug eingeschränkt?
Imrhien hat geschrieben:
ûbrigens: Es passt meines Erachtens in das schwedische Bild. Der Staat sagt etwas und alle rennen. Wenn der Staat sagt, dass etwas gut ist, dann glauben sie es. Wenn er sagt, dass etwas gefährlich ist, dann glauben sie es. Eigene Meinungsbildung findet weniger statt als man es manchesmal erhoffen und erwarten sollte. Siehe Schweinepest. Es gibt kein so gut geimpftes Land Europas wie Schweden. Propaganda wirkt sag ich da nur. Ausnahmen gibt es natürlich auch hier. Trotzdem ist schon eine stärkere Gutgläubigkeit zu erkennen. Gerade was die Vorgaben von Staat und Kommune angeht.
Ja, das beobachte ich auch. Jedoch beobachte ich auch, dass die Schweden damit ganz gut fahren. Und dass ihre Regierungskaste sich deutlich weniger durch Unfähigkeit auszuzeichnen scheint.
Vielleicht wirkt auf mich aber auch nur die "Propaganda"? Mir fällt allerdings keine auf. Mir fällt nur auf, was für unglaublicher Blödsinn in D so abläuft, da reicht ein Blick in ein x-beliebiges Nachrichtenformat.