Schweden mit Kindern!

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Berta
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Re: Schweden mit Kindern!

Beitragvon Berta » 21. Mai 2008 16:19

Hallo Ihr,

weil, wie wir es ja auch schon hier diskutiert haben, der Schulwechsel in höheren Klassenstufen wirklich schwierig ist, sollten m.E. größere Kinder

  1. mitbestimmen können, ob sie überhaupt auswandern möchten,
  2. Alternativen aufgezeigt bekommen, wenn Eltern zum Beispiel aus beruflichen Gründen definitiv auswandern müssen - zum Beispiel auch die Option "dableiben" und im Internat, bei Freunden, bei Verwandten oder alleine zu wohnen,
  3. keinen zu großen Druck verspüren, dass die Auswanderung auch für sie die richtigste Option ist,
  4. jederzeit (innerhalb eines vorher definierten Zeitraums - zum Beispiel eines Jahres) die Möglichkeit haben, zurückzukehren, ohne das als "scheitern" zu erleben.

Ich bin der Meinung, dass ein langfristiger Wechsel in ein anderes Land zu beinahe jedem anderen Zeitpunkt günstiger ist, als am Ende der Pflichtschulzeit: Kinder lernen die Sprache schnell und haben viel Zeit, ehe es zur schulischen Selektion kommt, Studienbeginner können gemeinsam mit den anderen "von vorne" anfangen und oft auch vom Englischen profitieren, ehe sie des Schwedischen richtig mächtig sind, Menschen, die schon im Berufsleben stehen (also bereits eine Ausbildung absolviert haben), können sich über ihre Fähigkeiten einbringen, die vielleicht ja sogar gefragt sind, und so sprachliche und kulturelle Defizite ausgleichen, Rentner müssen nicht mehr produktiv tätig sein und haben daher Zeit.

Für Jugendliche aber steht die gesamte Zukunft auf dem Spiel. Es kommt in unserer gemeinsamen europäischen Kultur darauf an, welche Schulbildung wir haben und vor allem, welchen Schulabschluss wir erreichen. Wenn in Schweden aufgrund sprachlicher Defizite oder anderem "nur" ein individuelles Programm besucht werden kann, im Heimatland aber auch andere Schulabschlüsse möglich wären, dann hat das Auswirkungen auf die Zukunft. Und das sollte bedacht werden.

Naja,
so weit,
Berta.

helden

Re: Schweden mit Kindern!

Beitragvon helden » 21. Mai 2008 16:28

Skogstroll hat geschrieben:
Ich denke, man kann erheblichen Schaden nicht nur bei den Kindern, sondern auch in der eigenen Beziehung zu ihnen anrichten. Und nicht zuletzt ist es eine der besseren schwedischen Eigenheiten, Kinder ernst zu nehmen.

Skogstroll


Klar skogtroll,

aber eigentlich möchte mein Leben nicht von meinen Kindern bestimmen lassen, von einem 4-Jährigen sicher nicht 8)

Klar Kompromisse sind drin und auf die Bedürfnisse eingehen aber den Weg geben wir vor.

Und ab ca. 11 Jahre, wo die UNSERE Einflußnahme abnimmt, würde ich klar SEINE Einflußnahme zu lassen und später auch ggf. hier bleiben lassen, falls es das Kind möchte. Mit z.b. 16 J. möchte ich auch niemanden zwingen, alles aufzugeben.

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Re: Schweden mit Kindern!

Beitragvon HeikeBlekinge » 21. Mai 2008 22:26

... manchmal muss man Kinder einfach an die Hand nehmen.
Um ihnen Vertrauen zu geben.
Um Verantwortung zu übernehmen.
Um ihnen Wege aufzuzeigen, Möglichkeiten.
Etwas, wofür Eltern schlichtweg da sind!

Was nicht heißt, ihnen das Wort zu nehmen.

Aber die Kinder solange sie Kinder sind wichtige Entscheidungen fällen zu lassen?
Denkt bitte mal darüber nach, was ihr da von ihnen verlangt!
Viel zu viel!

Sie werden früh genug lernen, ja darauf bestehen, ihren eigenen Weg zu gehen.
Und wenn sie genug Vertrauen, Verantwortungsgefühl und Möglichkeiten aufgezeigt bekommen haben, werden sie dies auch problemlos bewältigen.
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>Wer wenig weiß redet viel, wer Wissen hat wird neugierig, wer viel Wissen hat schweigt<

Sabine

Re: Schweden mit Kindern!

Beitragvon Sabine » 21. Mai 2008 22:27

:smt041
Sehr schön geschrieben!!!
Dem kann ich mich nur anschließen.
Grüße
Sabine

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Re: Schweden mit Kindern!

Beitragvon Aelve » 22. Mai 2008 07:47

Hallo Heike,

ja, Du sprichst mir auch aus der Seele. Oft können Kinder aufgrund mangelnder Erfahrung nicht einschätzen, was das Beste für sie ist. Es liegt an den Eltern, es den Kindern positiv rüberzubringen durch Erklärungen, warum und weshalb man sich in Schweden ein besseres Leben für die Familie erhofft. Bei den Kindern ist, nach meiner Ansicht, die Angst vor einer Veränderung (Freunde, andere Schule usw.) doch sehr stark. Sie können nicht wie wir Erwachsene einschätzen, dass das nur eine Gewöhnung ist und dass man zwar etwas aufgibt, aber auch etwas Neues und Interessantes bekommt.
Ich würde immer versuchen, die Kinder in die Gespräche mit einzubeziehen, die positiven Seiten Schwedens aufzählen und auch zulassen, dass Freunde nach Schweden eingeladen werden und alle Möglichkeiten der späteren Kontaktmöglichkeiten wie Internet, Telefon, Briefe usw. aufzählen. Wenn man den Kindern die guten Seiten Schwedens aufzählt, wie bessere Spielmöglichkeiten in der Natur, Abenteuerlust erweckt sowie eine stressfreiere Schulzeit avisiert, dann bin ich überzeugt, dass Kinder sich nicht gegen eine Auswanderung sperren.

Grüße Aelve
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Re: Schweden mit Kindern!

Beitragvon Skogstroll » 22. Mai 2008 08:31

Mal ganz ehrlich: Wenn ich sehe, höre oder lese, wie blauäugig und blindwütig manch einer nach Schweden oder einfach nur raus aus Deutschland will, dann zweifele ich eher an der Fähigkeit mancher Eltern, einzuschätzen, was das Beste für ihre Kinder ist.
Es sollen ja auch nicht die Kinder die Entscheidung über eine Auswanderung treffen, das wäre wohl genauso schlimm. Aber man sollte ihre Meinung sehr wohl berücksichtigen.
Ich würde ganz sicher nicht gegen den Willen meines Kindes irgendwo hinziehen, nur um einem persönlichen (Wunsch-) Traum nachzulaufen, der vielleicht schon ein halbes Jahr später in Trümmern liegt, das halte ich für grob verantwortungslos.

Und wie schon gesagt: Gerade diese Frage würden die allermeisten Schweden gerade anders behandeln. Kinder nimmt man hier viel ernster als in Deutschland. Die Einstellung "ich will jetzt auswandern und da kommen die Kinder eben mit" würde bei vielen Eltern hier mindestens Kopfschütteln auslösen.

Skogstroll

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Re: Schweden mit Kindern!

Beitragvon Aelve » 22. Mai 2008 08:51

Hallo Skogstroll,

glaubst Du, dass es Kindern besser geht, wenn die Eltern totunglücklich in Deutschland leben und nur wegen evtl. Bedenken der Kinder in Deutschland bleiben?
Wenn die Eltern, wie Du schreibst, nicht in der Lage sind einzuschätzen, was das Beste für die Familie ist, dann geht es den Kindern auch in Deutschland nicht besser, da die Eltern dann auch dort planlos sind.
Ich bin sehr dafür, dass man Kinder mit einbezieht in seine Planungen, deshalb schrieb ich ja, positive Darstellung der Auswanderung und Aufzählung der Auswanderungsgründe.

Grüße Aelve
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Re: Schweden mit Kindern!

Beitragvon Imrhien » 22. Mai 2008 09:53

Hej,
Ja, ich denke auch, dass Aelve recht hat. Eltern die in Schweden planlos sind, sind es woanders auch. Wer unvorbereitet auswandert und deshalb (mir fällt kein besseres Wort ein) scheitert, der hätte es auch in Deutschland nicht besser gemacht. Denke ich auch. Dort aber haben die Kinder wenigstens das gewohnte Umfeld und müssen nicht hin und her gezerrt werden.
Aber mal davon abgesehen: Kinder treffen doch keine Entscheidungen für die Familie!!! Sie sind Kinder. Natürlich wäre das eine Überforderung. Trotzdem hat Skogstroll absolut recht! Gegen den Willen eines Kindes so eine große Sache zu machen, das kann eine Familie zerbrechen und genau den Traum scheitern lassen. Wer die Meinung, Gefühle und Ängste seiner Kinder ernst nimmt, wird ihnen gerade nicht aufdrücken sie seien daran schuld, dass man den Traum nicht erfüllen kann. Wer das tut, der hat eh was falsch gemacht, meiner Meinung nach. Die Entscheidung treffen letztlich ganz alleine die Eltern, die Erwachsenen mit der Verantwortung für alle. Für alle bedeutet eben auch für die Kinder.
Hin und wieder muss man jemanden zu seinem Glück zwingen. Kinder die sich zuerst geweigert haben, können nachträglich danbar und glücklich sein. Aber Vorsicht! Das gilt nicht für alle. Man muss doch sehr von Situation zu Situation entscheiden. Eine Familie ist doch nicht wie eine andere. Und jeder Familie muss sich selbst die Frage stellen: "Was ist für unsere Familie gut und was, vor allem, ist für alle Mitglieder der Familie tragbar".
Die Antwort darauf muss ehrlich ausfallen. Manchmal muss man dann seinen eigenen Traum eben hintenan stellen. Sowas gehört auch dazu die Verantwortung für seine Kinder zu übernehmen. Es heisst aber nicht, dass die Kinder das entschieden haben und das darf man so auch niemals rüberbringen.
Man kann auch nicht urteilen ob es richtig ist was eine Familie macht oder nicht. Von der kurzen Darstellung hier im Forum kann man keine Rückschlüsse auf die ganze Familie ziehen. Man kann, darf und sollte (vielleicht) aber die eigene Meinung und vor allem die Bedenken äussern. Sozusagen als Warnung, da man selbst vielleicht schon in der Situation war oder welche kennt die es waren.
Was man draus macht, bleibt dann wieder jedem selbst überlassen.

Grüße
Wiebke

blueII
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Re: Schweden mit Kindern!

Beitragvon blueII » 22. Mai 2008 11:08

:smt038 :smt038, Wiebke, da gibt es nichts hinzuzufügen

Heike

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Re: Schweden mit Kindern!

Beitragvon fami » 22. Mai 2008 11:16

Skogstroll hat geschrieben:Mal ganz ehrlich: Wenn ich sehe, höre oder lese, wie blauäugig und blindwütig manch einer nach Schweden oder einfach nur raus aus Deutschland will, dann zweifele ich eher an der Fähigkeit mancher Eltern, einzuschätzen, was das Beste für ihre Kinder ist.

Skogstroll



Auch mal ganz ehrlich,

wo liest man den die die blauäugig blindwütig usw Auswandern.Wie kann man den unterscheiden was richtig und was falsch ist für den anderen den man gar nicht persönlich kennt?

Was für dich falsch ist ,ist für den anderen richtig und umgekehrt.


Meinen 20Jährigen kann ich auch nicht bewegen mitzukommen.Leider, meine kleinen sind aber schwer begeistert.
Mein 20Jähriger ,so hoffe ich, kommt irgendwann mal nach.


Ich weiß nicht, wenn man immer nach den Fernsehsendungen gehen würde dann währen sozusagen fast alle gescheitert.Klar gibt es die wirklich, aber das währe innerhalb D-Land dann auch passiert.
Und ob ich ein Kind in D rumzerre oder gleich ins Ausland( trotzt Sprachschwierigkeiten) macht für mich nicht viel aus.

Nochmal, ich bin schon dafür das Kinder mit einbezogen werden sollen.Aber manchmal ,und das ist auch die Pflicht der Eltern,sollten wichtige Entscheidungen nicht von Kindern manipuliert werden ,sondern von den Eltern abgewogen und entschieden werden.

Man kann Ihnen Ängste nehmen usw. das wurde hier auch schon öfter angesprochen.


LG


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