Schweden mein Traum

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Aelve
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Re: Schweden mein Traum

Beitragvon Aelve » 15. Januar 2009 09:53

Hallo Hansbaer,

das was Du wegen der Zahnbehandlung berichtest, haben die deutschen Bekannten, die ich in Schweden kenne, auch erzählt. Dem Mann mußte ein Weisheitszahn gezogen werden. Die Sache hätte ihm über 400 Euro gekostet. Er kam aber dadurch, dass Komplikationen auftraten, um die Zahlung drum herum, weil es dann zu einer OP kam. Das wurde von der Kasse dann übernommen. Kann man nicht in Schweden für Zahnbehandlungen extra eine Versicherung abschließen? Das würde sich meines Erachtens dann anbieten, wenn man weiß, dass das Gesundheitssystem - also die Gemeinschaft der Krankenversichten- die Kosten nicht mehr tragen kann. Schweden ist ja nicht das einzige Land, wo die Gesundheitsversorgung nicht mehr ohne finanzielle Zuzahlungen tragbar ist, wir haben hier in D auch extra eine Zusatzvers. für Zahnersatz und dergleichen laufen, da man sonst auch sehr viel zubezahlen muß, z.B. für Implantate, Kronen, Zahnersatz usw.

Grüße Aelve
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Re: Schweden mein Traum

Beitragvon SwedenSun » 15. Januar 2009 10:06

Hi Fabian,
wie ist überhaupt das Gesundheitssystem in Schweden? Und wollen wir so in Briefkontakt auch bleiben?

Liebe Grüße,

Christine

hansbaer

Re: Schweden mein Traum

Beitragvon hansbaer » 15. Januar 2009 10:08

Es gibt anscheinend Zusatzkrankenversicherungen verschiedener Art, mit denen man sich wohl auch einen besseren Wartelistenplatz erkaufen kann usw.. Ich weiß nicht, wieviel diese kosten, aber es kann wohl nicht so billig sind.
Soweit ich weiß, ist man in Sachen Zähne in Deutschland immer noch außerordentlich gut dran. Dass die normale Krankenversicherung auch die Zähne abdeckt, ist in Europa anscheinend nicht so üblich. Auch die Schweizer fahren zu französischen Zahnärzten, um Geld zu sparen.

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Re: Schweden mein Traum

Beitragvon SwedenSun » 15. Januar 2009 10:22

Fabian: Naja, wie ist überhaupt das Gesundheitssystem in Schweden? Studierst du Medizin? Bist du alleine nach Schweden ausgewandert? Was machst du in Schweden in deiner Freizeit?

Gruss, Christine

hansbaer

Re: Schweden mein Traum

Beitragvon hansbaer » 15. Januar 2009 10:33

Das ist ein viel zu weites Feld für einen Beitrag. Hier habe ich umfänglich zahlreiche Details beschrieben: http://delengkal.de/2008/08/auswandererguide-teil-xi-die-burokratie-krank-sein-und-gesund-werden/

nysn

Re: Schweden mein Traum

Beitragvon nysn » 15. Januar 2009 12:05

Meine Erfahrungen mit schwedischer Zahnbehandlung:

Einerseits teuer, weil der Eigenanteil doch ziemlich hoch ist, z. B. Wurzelbehandlung 500 Euro kann ich auch bestätigen.

Die jährliche Vorsorgeuntersuchung kostet derzeit ca. 60 Euro - da werden dann jedesmal Röntgenbilder gemacht und der Zahnarzt macht nur eine Untersuchung, also keine Reparaturen.

Wenn man dann eine zusätzliche Reinigung der Zähne (z. B. Entfernung von Zahnstein usw.) wünscht, macht das die sog. Zahn-Hygienistin (eine Art zusätzlich, eigens dafür ausgebildete Assistentin) - diese Behandlung kostet auch so ca. 60 Euro.

Andererseits finde ich aber die schwedische Gründlichkeit des Zahnarztes und die Qualität sehr gut. In Schweden gehe ich "relativ gerne" zum Zahnarzt - in Deutschland war mir dieser Besuch regelmäßig ein Graus.

Für Kinder ist die Zahnbehandlung bis zum 19. Lebensjahr kostenlos. Allerdings werden dann z. B. keine Eingriffe an Milchzähnen gemacht. Auch wenn man eine Zahnspange aus eher "kosmetischen Gründen" wünscht, dannn muss man das selber bezahlen.

Aber auch hier habe ich mit meinem Sohn eher nur positive Erfahrungen gemacht - er hatte bisher noch keine Probleme und geht immer gern zu den jährlichen Vorsorgeuntersuchungen. Überhaupt finde ich, die Art und Weise wie Kinder bei Arztbesuchen behandelt werden in Schweden sehr gut. Der Arzt/die Ärztin wendet sich immer zuerst an das Kind, egal in welchem Alter - dass über den Kopf des Kindes hinweggeredet wird, habe ich eigentlich bisher noch nie erlebt. Das ist in Schweden wirklich außerordentlich positiv - der Respekt gegenüber Kindern.

S-nina

hansbaer

Re: Schweden mein Traum

Beitragvon hansbaer » 15. Januar 2009 12:19

S-nina hat geschrieben:Andererseits finde ich aber die schwedische Gründlichkeit des Zahnarztes und die Qualität sehr gut. In Schweden gehe ich "relativ gerne" zum Zahnarzt - in Deutschland war mir dieser Besuch regelmäßig ein Graus.


Das ist nicht durchgängig so. Meine Freundin war früher bei einer Zahnarztfirma (Gemeinschaftspraxis oder so) in Stockholm, die mit ihren günstigen Preisen Werbung machte. Später bekamen wir allerdings mit, dass ihre Zahnärztin grundsätzlich bei jedem Patienten Löcher fand, selbst wenn dieser keine hatte. Damit sollte wohl der Auftragsstrom nicht gleich nach der Voruntersuchung abbrechen. Auch die Behandlung selbst war anscheinend ziemlicher Pfusch, da meine Freundin bald wieder zum Arzt musste.

Im Allgemeinen sollte man von so etwas freilich nicht ausgehen. Das Zahnarztwesen ist schließlich der krasse Gegensatz zum Rest des Gesundheitswesens. Beim Zahnarzt regiert der Kapitalismus mit Konkurrenzdruck, überall sonst die Warteliste.

Ich war mit meinen deutschen Zahärzten immer zufrieden. Man kann ihn schließlich auch frei wählen. Hier in Schweden war ich aber noch nicht beim Zahnarzt - bei den Preisen werde ich erst gehen, wenn ich definitiv was habe.

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Re: Schweden mein Traum

Beitragvon Aelve » 15. Januar 2009 12:21

Liebe S-Nina,

da sprichst Du eine wichtige Sache an, dass Kinder dort in Schweden als Partner angesehen werden und als gleichberechtigt. Ich finde es furchtbar, wie z.B. in Deutschland - genau wie Du sagst - über die Kinder hinweg geredet wird, als wenn sie nur eine Statistenrolle innehaben.
Ich kann mich an ein Gespräch mit der Klassenlehrerin unserer Tochter auf dem Gymnasium, welchem wir nachher den Rücken gekehrt haben, erinnern. Die Lehrerin wollte nicht, dass unsere Tochter bei dem Gespräch anwesend war, worauf ich jedoch beharrte. Es ging aber gerade darum, dass Dinge zu klären waren, die meine Tochter mit aufklären sollte bzw. wo es ja um ihre Belange ging. Generell finden ja die Eltern-Lehrer-Gespräche in Deutschlands Schulen immer nur zwischen Eltern und Lehrer statt, das mag manchmal sinnvoll sein, aber ich kann es trotzdem nicht gutheißen. Ich habe gehört, dass bei den halbjährlichen Schulgesprächen in Schweden immer die Schüler dabei sind, das leuchtet mir ein, warum können Dinge der Schule nicht mit den Betroffenen gemeinsam besprochen werden, also Lehrkräfte, Schüler und Eltern, damit keine Mißverständnisse aufkommen.

Wie sieht es da bei Euch in der Schule Deines Sohnes aus?

Sei gegrüßt von Aelve
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Re: Schweden mein Traum

Beitragvon nysn » 15. Januar 2009 12:42

Im Allgemeinen sollte man von so etwas freilich nicht ausgehen. Das Zahnarztwesen ist schließlich der krasse Gegensatz zum Rest des Gesundheitswesens. Beim Zahnarzt regiert der Kapitalismus mit Konkurrenzdruck, überall sonst die Warteliste.


Ja, das stimmt natürlich auch.
Ich ging jetzt mehr von meinen persönlichen Erfahrungen aus.

Du kannst den Zahnarzt in Schweden allerdings auch frei wählen - ich war bisher nur bei der normalen "Folktandvård", also nie bei privaten, wie z. B. Praktikertjänst usw.

Mein bisher teuerster Eingriff war die Wurzelbehandlung. Da wurde ich aber vorher informiert, wie viel das kosten würde. Ich hatte dann auch ein bisschen angefangen, herumzutelefonieren und zu fragen, was das z. B. bei einem privaten Arzt kosten würde und Praktikertjänst wäre in der Tat so 2 bis 3 mal teuerer geworden.

Vielleicht haben wir hier einfach Glück mit just unserer Tandvardscentral, das kann ja auch sein.

Noch ein Unterschied zu Deutschland, was in Schweden z. B. auch nicht von der Krankenversicherung übernommen wird, sind Sehhilfen (Brille/Kontaktlinsen). Mein Sohn hat mit 12 eine Brille bekommen - bis 8 Jahre hätte man noch einen Großteil der Kosten vom Landsting erstattet bekommen, doch ab 9 und aufwärts muss man so ziemlich alles selber bezahlen - und das finde ich jetzt nicht unbedingt günstig. Er hatte z. B. gestern eine neue Sehuntersuchung und braucht neue Gläser - wir bekommen 450 SEK von Landstinget und den Rest 1.700 SEK müssen wir selber zahlen. Ich denke mal, dass das in Deutschland nicht der Fall wäre. Bin mir aber nicht sicher.

S-nina

P. S. Aelve: Das mit dem Respekt gegenüber Kindern ist mir schon aufgefallen, als ich meinen Sohn das erste Mal zum Dagis brachte (mit 18 Monaten) - er sagte noch kein Wort und trotzdem wurde er immer sehr nett, direkt mit seinem Namen angesprochen.
Bei den halbjährlichen sog. Entwicklungsgesprächen in der Schule ist mein Sohn auch immer mit dabei. Das ist hier normal.

Das finde ich schon positiv an Schweden - doch darfst du das jetzt auch nicht wieder so auslegen, als wäre hier alles nur "besser". Es gibt hier durchaus auch Nachteile, gerade was die Schule anbelangt.

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Re: Schweden mein Traum

Beitragvon Aelve » 15. Januar 2009 13:10

Liebe S-Nina,

danke für die rasche Antwort. Ich bin mir darüber klar, dass auch in Schweden jede Medaille zwei Seiten hat. Aber meistens vergleicht man ja gerade die Sachen, die man hier in Deutschland nun als sehr ungerecht oder sehr hinterwäldnerisch betrachtet, mit dem Ablauf in anderen Ländern. Man möchte ja was positiv verändern, also schaut man, wie es woanders funktioniert und wo es besser gehändelt wird. Sachen, die gut laufen, da braucht man ja nichts zu verändern, da sagt man doch, das läuft alles prima, ok. Das hat nichts damit zu tun, dass es nicht auch in Schweden Dinge gibt, die verbesserungswürdig sind, die überholt werden müßten, die besser organisiert werden könnten. Das kann ich von Deutschland aus ja leider nicht leisten, leider auch nicht die Dinge, die hier in D nicht laufen, da es hier in D zu verfahren ist die ganze Schulmisere oder auch die Kinderfeindlichkeit, da wird sich in meinem Leben nichts mehr verbessern. In Schweden war schon immer die Kinderfreundlichkeit größer, die Akzeptanz der Kinder größer, so weiß ich, dass es in Schweden bei Stafe verboten ist, sein Kind zu schlagen. Da unsere negativen Erfahrungen der vergangenen 20 Jahre hauptsächlich auf die deutsche Schulmisere zurückzuführen sind, bin ich natürlich besonders dafür empfänglich, welche Vorbildfunktion Schweden in Sachen Kindererziehung, Betreuung und Behandlung ausübt. Da liegen auch unsere und Deine unterschiedlichen Meinungen begründet, mir geht es um humane Bedingungen, denen die Kinder und Schüler ausgesetzt sind. Die Sache, dass sie genügend Wissen gelehrt bekommen, ist auch immens wichtig, aber in meinen Augen ist kaum etwas schlimmer als ein Kind durch falsche Behandlung lernunfähig zu machen. :shock:

Grüße Dich Aelve :smt006
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