Schweden für Menschenhändler immer attraktiver

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GF.Skaraborg
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Re: Schweden für Menschenhändler immer attraktiver

Beitragvon GF.Skaraborg » 25. April 2013 09:44

Was ich damit meine: Halbwegs "anständige" Freier, die einfach nur Sex haben wollen, werden durch die Strafandrohung sicherlich eher abgeschreckt als solche, die ohnehin kriminelle Absichten haben.

Es gibt keine "anständigen" Freier, da der Sexkauf ja kriminalisiert ist. Wir diskutieren hier ueber ein Thema, dass Schweden betrifft, wir sollten deshalb die Begriffe nicht durcheinanderbringen. Jeder Sexkauf ist eine kriminelle Handlung und mit Strafe bedroht.
Ich verstand sehr wohl was du mit anständig und kriminell meintest. Nur ist der kriminelle Anteil der Freier wohl ziemlich gleich geblieben, Uebergriffe auf Sexarbeiter/innen hat sich nicht gross verändert.
Und ansonsten: Dunkelziffern gibt es natürlich immer und überall. Es gibt aber keinen Grund zu der Annahme, dass die Dunkelziffer beim Menschenhandel in Deutschland größer sei als in Schweden.

Man wird in DE auch kaum etwas ueber die Dunkelziffern erfahren können, da durch die Resignitation des Staates auch kaum Studien erfolgen, man wird sich wohl auf Mutmassungen beschränken muessen.
Was Spanien betrifft: Die Tatsache, dass in Spanien generell ein hohes Ausmaß an Menschenhandel registriert wird, mag mit der geographischen Nähe zu Afrika erklärbar sein. Die Tatsache des starken Anstiegs gerade während der Krisenjahre jedoch nicht. Auch in den übrigen Krisenstaaten Südeuropas ist zumindest keine Abnahme des Menschenhandels erkennbar. Die EU-Studie gibt also keinerlei Hinweise auf den von Per Hjort behaupteten Verlagerungseffekt.

Es mag nicht mit der geographischen Nähe zu Afrika erklärbar sein, es ist nun mal der am meisten genutzte Port um illegal nach Europa zu gelangen. Der starke Anstieg während der Krisenjahre ergibt sich durch die Globalisierung, die Krise ist ja nicht nur in der EU.

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Re: Schweden für Menschenhändler immer attraktiver

Beitragvon GF.Skaraborg » 25. April 2013 10:48

Auswanderer hat geschrieben:
Die meisten Prostituierten in Deutschland, fast alle, sind keine Zwangsprostituierten. Einfach Unsinn reden, wenn man von der Sache keine Ahnung hat, hilft nicht weiter. (Tatsächlich hilft es Leuten, die meiner Meinung sind, weil es die andere Seite entlarvt.) Es gibt in Deutschland einige Bordelle, die sich direkt neben Polizeistationen befinden. Glauben Sie wirklich, dass es sich hier um Zwangsprostituierten handelt? Glauben Sie, dass Prostituierte, die sich öffentlich dazu bekennen, lügen?


Nun, anderen Unsinn reden vorzuwerfen und dann solche Behauptungen aufstellen?
Die "meisten" oder "fast alle" sind keine Zwangsprostituierten, wo hast du diese Weisheit her? Witzlos ueber solche Behauptungen zu diskutieren. Im uebrigen diskutieren wir hier ueber die schwedischen Verhältnisse.

Ueber die Diskussion in Norwegen gibt es genug Beiträge im Internet, selber suchen macht doch auch Spass, oder?

Selbst wenn man das Ziel hat, die Prostitution abzuschaffen (wofür es aber keinen Grund gibt), sollte man sich mit der Prohibition (Alkoholverbot) in den USA auseinandersetzen und fragen, ob ein Verbot wirklich hilft. In den USA hat dies die organisierte Kriminalität erst richtig aufblühen lassen.


Und weshalb gibt es keinen Grund dafuer?

Petergillarsverige hat geschrieben:
Genau das ist es! Jeder Mann sollte sich in Grund und Boden schämen der die Not der Frauen ausgenutzt hat.

Ja, wenn er das getan hat. Das ist aber bei freiwilliger Prostitution nicht der Fall. Wer etwas anderes behauptet, lügt oder kennt sich nicht aus.


Wer Sex gegen Geld erwirbt sollte sich schämen, egal ob der/die Dienstanbieter/in freiwillig oder unfreiwillig den Dienst anbietet. Denn der Freier kann es nie beurteilen ob der Dienst freiwillig oder aufgrund von Zwang angeboten wird. Das hat mit Moral sehr wenig zu tun, sondern mit der eigenen Sicht auf Frauen.

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Re: Schweden für Menschenhändler immer attraktiver

Beitragvon Auswanderer » 25. April 2013 11:54

GF.Skaraborg hat geschrieben:Wer Sex gegen Geld erwirbt sollte sich schämen, egal ob der/die Dienstanbieter/in freiwillig oder unfreiwillig den Dienst anbietet. Denn der Freier kann es nie beurteilen ob der Dienst freiwillig oder aufgrund von Zwang angeboten wird. Das hat mit Moral sehr wenig zu tun, sondern mit der eigenen Sicht auf Frauen.


Dann darf ich nie irgend eine Arbeitsleistung kaufen, denn ich kann nicht beurteilen, ob es sich um einen Zwangsarbeiter handelt.
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Re: Schweden für Menschenhändler immer attraktiver

Beitragvon cadi » 25. April 2013 12:08

Auswanderer hat geschrieben:Dann darf ich nie irgend eine Arbeitsleistung kaufen, denn ich kann nicht beurteilen, ob es sich um einen Zwangsarbeiter handelt.

Wenn das aus Sicht des Kunden falsch wäre, dürfte man ja auch nichts kaufen, wofür Arbeiter ausgebeutet werden. Gibt es sowas überhaupt noch, abgesehen vom Biobauern im heimischen Nachbardorf?... :hmm:

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Re: Schweden für Menschenhändler immer attraktiver

Beitragvon vinbergssnäcka » 25. April 2013 13:27

tja, ich finde, das alle die die Prostitution als legale Arbeit ansehen dann auch damit rechnen müssten, das das Arbeitsamt zu ihnen sagt: naja, wenn Du nix anderes findest....dann geh doch anschaffen...(und bitte dann die Männer auch)
liebe Grüsse

Heike

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Re: Schweden für Menschenhändler immer attraktiver

Beitragvon Auswanderer » 25. April 2013 13:46

vinbergssnäcka hat geschrieben:tja, ich finde, das alle die die Prostitution als legale Arbeit ansehen dann auch damit rechnen müssten, das das Arbeitsamt zu ihnen sagt: naja, wenn Du nix anderes findest....dann geh doch anschaffen...(und bitte dann die Männer auch)


Das ist tatsächlich passiert, in Deutschland. Es ist nicht verboten. Allerdings soll es nicht geschehen. Grund: Für die Prostitution sind besondere Qualifikationen notwendig, die das Arbeitsamt in der Regel nicht selber beurteilen kann. Solche Leute würden die Probezeit nicht überstehen.

Was die Männer betrifft: viele würden gerne als Prostituierten arbeiten, wenn sie dafür Geld bekämen, aber meistens müssen sie selber Geld ausgeben.
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Re: Schweden für Menschenhändler immer attraktiver

Beitragvon Petergillarsverige » 25. April 2013 14:47

Eine relativ junge Frau sollte in einem Bordell lt. Arbeitsamt eine Tätigkeit als Bardame, Kellnerin annehmen. Das hat sie abgelehnt, was dann auch ok war.
Selbstverständlich darf niemand gezwungen werden in einem Bordell zu arbeiten.

Man sollte doch mal festhalten, dass dies keine "normale" Arbeit ist!
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Re: Schweden für Menschenhändler immer attraktiver

Beitragvon GF.Skaraborg » 25. April 2013 18:20

Auswanderer hat geschrieben:Wer Sex gegen Geld erwirbt sollte sich schämen, egal ob der/die Dienstanbieter/in freiwillig oder unfreiwillig den Dienst anbietet. Denn der Freier kann es nie beurteilen ob der Dienst freiwillig oder aufgrund von Zwang angeboten wird. Das hat mit Moral sehr wenig zu tun, sondern mit der eigenen Sicht auf Frauen.

[b]Dann darf ich nie irgend eine Arbeitsleistung kaufen, denn ich kann nicht beurteilen, ob es sich um einen Zwangsarbeiter handelt.[/b]


Das habe ich in einem vorherigen Beitrag bereits gesagt, dass dies ueberhaupt nicht vergleichbar ist. Nach deiner Einstellung bezeichnest du jede Arbeitsleistung als Zwangsarbeit, welches doch nichts anderes bedeutet, dass du auch als Zwangsarbeiter tätig bist. Mit dieser hirnrissigenAnsicht stehst du allerdings sehr alleine, ob eine weitere Diskussion auf dieser Basis ueberhaupt sinnvoll ist bezweifle ich doch sehr. Ich hatte bisher immer die Vorstellung, dass in Deutschland sowie in anderen EU Staaten die Zwangsarbeit offiziell abgeschafft wurde und verboten ist. Deshalb bin ich froh, nicht mehr in einem Land zu wohnen, in dem die Zwangsarbeit wieder eingefuehrt wurde.

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Re: Schweden für Menschenhändler immer attraktiver

Beitragvon EuraGerhard » 25. April 2013 20:29

GF.Skaraborg hat geschrieben:Das "schwedische Modell" oder besser ausgedrueckt "Sexköpslagen" wurde 1999 eingefuehrt. 2009 wurde von der Regierung eine Auswertung vorgenommen, die den vorgesehenen Effekt bestätigte.

Zu dieser "Auswertung" muss man allerdings sagen, dass sie erstens in keinster Weise wissenschaftlichen Ansprüchen genügt. Und zweitens wurde bereits bei der Auftragsvergabe festgelegt: ”En utgångspunkt för vårt arbete har varit att köp av sexuell tjänst fortfarande ska vara kriminaliserat.” Mit anderen Worten: Was auch immer die Auswertung an Resultaten erbringen würde, die Schlussfolgerung daraus stand schon fest, bevor die "Auswertung" auch nur begonnen hatte.

Aus diesen Gründen wurde die "Auswertung" auch von zahlreichen Sozialwissenschaftlern in Schweden und im Ausland heftig kritisiert und als unseriös zurückgewiesen.

Auch Socialstyrelsen hat in drei Reports, die 2000, 2004 und 2007 erschienen sind, als einzigen Effekt des Sexköpslagen einen vorübergehenden Rückgang der Straßenprostitution in den ersten Jahren nach Inkrafttreten des Gesetzes feststellen können. Der von der Regierung stets behauptete Rückgang der Prostitution insgesamt konnte niemals nachgewiesen werden.

MfG
Gerhard

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Re: Schweden für Menschenhändler immer attraktiver

Beitragvon GF.Skaraborg » 25. April 2013 21:04

Die Auswertung hat auch nie den Anspruch erhoben, wissenschaftlichen Anspruechen zu genuegen. Man sollte sie als Fazit sehen und entsprechende Schluesse daraus ziehen können. Es ist ja nun einmal so, dass Gegner des Gesetzes kaum anerkennen werden, dass dieses Gesetz etwas bewirkt hat, wogegen die Fuersprecher natuerlich die fuer sie genehmen Schluesse ziehen. Wobei den radikalen Fuersprechern das Gesetz noch zu lasch war.
Natuerlich stand bereits vor der Vergabe der Untersuchung fest, dass an dem Gesetz nichts verändert werden soll, man wollte nur eine Auswertung bekommen ob das Gesetz Wirkung gezeigt hat. Man hat doch von politischer Seite nicht die Ambition gehabt, den Ausgang der Studie zu einer Veränderung des Gesetzes heranzuziehen. Weshalb man von Sozialwissenschaftlern, ob in Schweden oder im Ausland, diese "Auswertung" als unseriös kritisiert ist nicht nachvollziehbar, da diese Personen den Zweck der Studie scheinbar ueberhaupt nicht verstanden haben bzw. verstehen wollten.

Ob und wie die Prostitution zurueckgegangen ist oder nicht ist im Zusammenhang auch unerheblich, da diese ja auch nicht verboten ist. Dass die Torsken weniger geworden sind duerfte dagegen von den Berichten die von den Behörden des öfteren mal publik gemacht werden, doch glaubhaft sein. Es gibt ja mittlerweilen auch doch einige verurteilte Sexkäufer, dass allein ist doch bereits ein Erfolg.


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