Schweden führt Studiengebühren für Ausländer ein

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Schweden führt Studiengebühren für Ausländer ein

Beitragvon svenska-nyheter » 23. Juni 2008 08:32

Studenten aus Ländern außerhalb der Europäischen Union sollen in Schweden künftig Universitätsgebühren bezahlen. Hochschulminister Lars Leijonborg kündigte eine entsprechende Regelung für Januar 2010 an. Nach seinen Angaben sind Semestergebühren von umgerechnet etwa 3.000 Euro vorgesehen. Der Minister sagte weiter, da der Hochschulbesuch für schwedische Studenten kostenlos sei, müsse dies auch für Studenten aus anderen EU-Ländern gelten, nicht aber für Hochschüler von außerhalb der Union.  




(Mit freundlicher Genehmigung von Radio Schweden)

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Berta
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Re: Schweden führt Studiengebühren für Ausländer ein

Beitragvon Berta » 23. Juni 2008 17:24

Na,

ob das so produktiv ist?

Ich bin so ganz allgemein kein großer Fan von den Gebühren, die auch ich für mein Studium zu zahlen habe. Hundert Euro pro Monat - das ist, wenn man, wie ich, ganze 0,0 Euro von den Eltern erhält, und sein Leben durch Jobben und Bafög finanzieren muss, nicht gerade wenig. Aber für Studierende aus nicht-europäischen Staaten ist das teilweise unerschwinglich.

Ich kenne hier Studiengänge, in denen bis vor zwei, drei Jahren viele Menschen aus Staaten, in denen das Durchschnittsgehalt sehr gering ist, studiert haben. Diese Leute verließen die Uni als hochqualifizierte und insbesondere in einem Fall auch als hochspezialisierte (außergewöhnlicher und arbeitsmarktorientierter Studiengang) Leute und blieben teilweise auch in Deutschland - der Staat hat von ihnen als Vorzeige-Einwanderer profitiert. Diese Menschen bleiben jetzt schon weg. Manchmal gibt es in vormals internationalen Studiengängen nur noch deutsche Studenten.

Ich weiß ja nicht, ob das das ist, was man bezwecken will... Und 3000 Euro ist doch nochmal deutlich mehr als 600 Euro.

Naja,
Berta.

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Imrhien
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Re: Schweden führt Studiengebühren für Ausländer ein

Beitragvon Imrhien » 24. Juni 2008 09:02

Naja, die internationalen Firmen haben doch eh langsam Schwierigkeiten ihre offenen Stellen zu besetzen. Da passt das doch wunderbar ins Bild...
Im Osten haben wirklich viele Firmen Probleme international anerkannte Mitarbeiter zu finden, vielen sind die Bilder im Fernsehn, und seien sie auch teilweise ein paar Jahre alt, ein zu großer Hinderungsgrund. Kann man ja auch verstehen...
Leider gibt es in Deutschland nicht genug Fachkräfte. Ausserdem ist gerade in bestimmten Bereichen ein gemischtes Team von Vorteil. Man profitiert von unterschiedlichen Ausblidungen und Lebenshintergründen. Die Firmen wollen ja auch international tätig sein. Irgendwo hatte ich mal eine Zahl gelesen wieviele Ingenieursstellen in Deutschland frei sind und anscheinend findet sich kaum jemand...
Wobei man auch dazu sagen muss, dass es auch immer noch Firmen gibt, die am Liebsten einen einstellen der mit 28 einen Dr. und 10 Berufsjahre an Erfahung mitbringt :twisted:
Oder man ist schon über 40, da hat man wohl anscheinend auch just an dem Tag sofort alle Qualifikation verloren... :roll:
Ich bin aber auch gegen Studiengebühren und finde es sehr schade, dass Schweden nun welche einführt. Ob für Ausländer oder nicht, spielt dabei erst mal keine Rolle. Generell sind sie nicht gut. Bildung sollte niemals was kosten. Es reicht doch schon seinen Lebensunterhalt zu sichern. Damit sind viele Studenten schon genug gestresst.

Grüße
Wiebke

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Re: Schweden führt Studiengebühren für Ausländer ein

Beitragvon Gallagher » 24. Juni 2008 18:17

moin

das mit den studiengebühren ist so ne sache...
grundsätzlich bin ich auch dagegen, vor allem seit ich mal wieder merken hab müssen das von dem geld das ich zahle rein gar nix an der fh ankommt.
auf der anderen seite muß man aber auch sehen das viele ausländische stundenten nach d-land kommen um hier zu studieren und danach dann wieder nach pakistan, china oder wohin auch immer verschwinden, volkswirtschaftlich gesehen also überwiegend kosten verursahct haben, die ich als deutsch student zu tragen habe, seis durch studiengebühren oder sei es durch geld das für uns nicht mehr zur verfügung steht.

nächstes thema fachkräftemangel, ja den solls geben, vor allem wenn man unseren größeren deutschen firmen glaubt, man könnte aber auch mal drüber nachdenken ob die firmen den nicht auch selber verursachen um das dann als vorwand zu benutzen billigere ausländische ingenieure einwandern zu lassen.

bsp. großer europäischer flugzeugbauer mit sitz unter anderem in hh.
vor 2? jahren ungefähr haben die mehrere hundert ingenieure gesucht. unter anderem wollten die über nen headhunter nen bekannten von mir anwerben. der gute war zu der zeit 4 jahre am arbeiten, hatte nen sicheren und "durchschnittlich" bezahlten job in der nähe von stuttgart.
dann kommt der genannte flugzeugbauer bei ihm an, erwartet von ihm das er seinen kompletten freundeskreis verlässt, und nach hamburg zieht.
hörte sich wohl auch alles gut an, bis dann das thema gehalt auf den tisch kam...
er hätte in bei dem neuen arbeitgeber ungefähr soviel verdienen sollen wie er in seinem alten job 4 jahre vorher als einstiegsgehalt hatte.
wenn ich das richtig im kopf hab wär der jobwechsel ne einbuße beim gehalt von rund 25% für ihn gewesen.

das bsp mag jetzt nicht auf alle berufe und branchen übertragbar sein, aber seit der mir das erzählt hat zweifel ich doch nen bißchen an manchen unserer großen firmen

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Re: Schweden führt Studiengebühren für Ausländer ein

Beitragvon Imrhien » 24. Juni 2008 21:07

Gallagher hat geschrieben:man könnte aber auch mal drüber nachdenken ob die firmen den nicht auch selber verursachen um das dann als vorwand zu benutzen billigere ausländische ingenieure einwandern zu lassen.


Das mag in manchen Fällen gar stimmen. Merkwürdig ist dann nur, dass viele ausländische und auch deutsche Fachlräfte lieber ins Ausland wollen. Manchmal wegen höherem Gehalt, manchmal trotz Niedrigerem... es ist nicht immer nur das Geld das entscheidet. Für viele ist die Lebenssituation und die Arbeitssituation ebenfalls wichtig. Und in der Zeit gab es mal einen Artikel darüber, dass Firmen im Osten (Max Plank Institut und soweiter) Probleme haben, weil immer weniger ausländische hochqualifizierte Mitarbeiter bei ihnen arbeiten wollen, egal was sie zahlen. Die bekommen teilweise Taxifahrten zur Arbeit und zum Einkaufen von der Firma bezahlt, damit sie sich sicherer fühlen. Bleiben wollen sie trotzdem nicht...

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Re: Schweden führt Studiengebühren für Ausländer ein

Beitragvon Berta » 25. Juni 2008 17:10

Wiebke hat geschrieben:Und in der Zeit gab es mal einen Artikel darüber, dass Firmen im Osten (Max Plank Institut und soweiter) Probleme haben, weil immer weniger ausländische hochqualifizierte Mitarbeiter bei ihnen arbeiten wollen, egal was sie zahlen. Die bekommen teilweise Taxifahrten zur Arbeit und zum Einkaufen von der Firma bezahlt, damit sie sich sicherer fühlen. Bleiben wollen sie trotzdem nicht...
Das ist ja schrecklich!

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Re: Schweden führt Studiengebühren für Ausländer ein

Beitragvon Imrhien » 25. Juni 2008 20:46

[/quote] Das ist ja schrecklich![/quote]

Ja, das sehe ich genauso. Das Schlimme ist aber ja, dass das ein Kreislauf ist...
Diejenigen die Schuld daran sind, dass die Ausländer nicht bleiben wollen, sind ja nicht unbedingt geeignet für diese Berufe. Das heisst die Stellen bleiben unbesetzt, wenn es auch sonst wo in Deutschland niemanden dafür gibt. Und dann bedeutet das, dass die Firmen zum Teil auch schon überlegen ob sie ihre Standorte verlegen. Das wiederrum bedeutet, dass andere in der Region ihren Arbeitsplatz verlieren. Das erhöht die Arbeitslosigkeit und somit vielerorts auch Ausländerfeindlichkeit. Womit wir wieder beim Anfang wären. Statt dass die Deppen so schlau wären und merkten, dass die Firmen gut für die Region sind, gerade mit den ausländischen Mitarbeitern. Es ist ja ein Geben und Nehmen. Und oft macht gerade die Mischung den Fortschritt. Mein Mann hat lange in einem europäischen Projekt mitgearbeitet. Da waren so viele unterschiedliche Nationen beteiligt, dass man teilweise nicht mehr wusste wer woher kommt :)
Aber die Mischung wars. Jede Firma, jede Uni hat in ihrem Land geforscht, das Ergebnis war gut und sicherlich auch deshalb weil jeder einen anderen Blickwinkel auf etwas hat. Ausserdem ist das Arbeiten einfach spannender wenn man nach der Arbeit neue Kulturen kennenlernen kann. Und das war für uns der Beginn der Schwedenliebe. Ohne so ein mulii-kulitprojekt wären wir jetzt also nicht in Schweden :)


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