Schweden-Deutschland Kritik

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Re: Suche Ratschläge und Tipps bzw. Erfahrungswerte!

Beitragvon Sápmi » 18. September 2008 19:41

Wer lesen kann, ist klar im Vorteil:

skvs hat geschrieben:. Dass ein Kind sich in der Schule bewährt hat in erster Linie nämlich nix mit Schulsystem zu tun, sondern mit den Eltern!



Hier steht "in erster Linie", und dass die Basis der Kindererziehung immer noch in den Händen der Eltern liegt, dürfte doch unbestritten sein, oder?
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Re: Suche Ratschläge und Tipps bzw. Erfahrungswerte!

Beitragvon amarok » 18. September 2008 19:51

Die Dikussion geht jetzt doch ein bisschen vom Grundanliegen dieses Thread weg.
Das Thema Erziehung und Bildung ist ziemlich komplex, jedoch stimme ich skvs im wesentlichen zu. Suggeriert hat ihr Beitrag bei mir jedenfalls nichts. Gerade in Deutschland geht es doch wirklich zum Teil in Richtung des 2-Klassen-Bildungssystems.
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Re: Suche Ratschläge und Tipps bzw. Erfahrungswerte!

Beitragvon Aelve » 18. September 2008 20:23

Hallo,

dann ist das wohl auch die Schuld der Eltern, dass sie durch das 2. Klassensystem ihren Kindern keine Zukunft in Deutschland bieten können? Sie hätten ja zumindest reich sein müssen - oder wie ist das zu verstehen?

Skvs stellt nach meinem Empfinden die Sache der Auswanderer so hin, als ob deren Kinder aufgrund Schuld der Eltern nichts in Deutschland werden, deshalb wollen sie auwandern. Hat denn jemand sich die letzte Auswanderersoap zu Gemüte geführt, wo der Sohn mit einem Bein im Gefängnis stand oder wie kommt diese Theorie zustande?

Tatsache ist doch, dass viele Eltern mit ihren Kindern gerade deshalb auswandern wollen, um ihnen eine gerechtere Zukunft, eine bessere Bildungsmöglichkeit und eine Arbeitsaussicht bieten zu können. Wo stand in diesem Thread denn, dass jemand auswandern will, weil die Kinder nichts taugen? Ist da irgend etwas an mir vielleicht vorbei gegangen?

Hier in Deutschland wird systematisch der Mittelstand kaputt gemacht, kann es nicht sein, dass es auch Auswanderer aus dieser Kategorie gibt? Oder haben alle Auswanderer verkorkste Erziehungsstile walten lassen?

Wenn ich auswandern will, dann gehe ich in ein Land, welches meinem Ideal am nächsten kommt. Das denke ich auch von den Leuten, die auswandern wollen und hier deshalb nachfragen. Nicht mehr und nicht weniger. Ich kann doch nicht jeden Auswanderungswilligen vorverurteilen und ihm unterstellen, dass seine Kinder nichts geworden sind aufgrund falscher Erziehung und nun soll das Land Schweden dieses richten.

Hier gab es mal einen guten Spruch: wer sein Land liebt, der schimpft es. Wenn ich nicht mehr versuche, ein Land besser zu machen, dann habe ich das Land aufgegeben.

Grüße Aelve
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Re: Suche Ratschläge und Tipps bzw. Erfahrungswerte!

Beitragvon Sápmi » 18. September 2008 20:36

Aelve hat geschrieben:Skvs stellt nach meinem Empfinden die Sache der Auswanderer so hin, als ob deren Kinder aufgrund Schuld der Eltern nichts in Deutschland werden, deshalb wollen sie auwandern.


Diese Aussage kann ich nirgends rauslesen. Ich habe es so verstanden, dass es nur darum geht, dass man von einem anderen Land/System keine Wunder erwarten kann.

Aelve hat geschrieben:Hier in Deutschland wird systematisch der Mittelstand kaputt gemacht, kann es nicht sein, dass es auch Auswanderer aus dieser Kategorie gibt?


Das sehe ich allerdings auch so. Und sicher gibt es auch recht viele Auswanderer aus dieser Kategorie (mit oder ohne Kinder).
Die Frage ist natürlich, wie die Realität dann aussieht. Es scheint eben wirklich recht viele Auswanderer zu geben, die ziemlich blauäugig an die Sache rangehen, nach dem Motto: im anderen Land ist alles besser. Ich glaube, bei den nach Norwegen auswandernden Deutschen ist das noch krasser, wie man in so manchen Foren lesen kann. Manche scheinen echt zu glauben, dort würden ihnen die gebratenen Tauben in den Mund fliegen. Und dann kommen solche Fragen: "Wie, ich hab dort nur 5 Wochen Urlaub im Jahr?" :wink:
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Re: Suche Ratschläge und Tipps bzw. Erfahrungswerte!

Beitragvon Oli1975 » 18. September 2008 21:42

Hallo zusammen,

naja da haben wir ja wohl ein Fass ins rollen gebracht. War eigentlich nicht geplant in dieser Form!
Der ein oder andere hat ja ziemlich deutlich seine Meinung zum Ausdruck gebracht.
Dass in Deutschland alles Mist ist habe ich mit keiner Silbe erwähnt. Es gibt natürlich einiges was besser laufen könnte. Ich glaube gerne dass es viele Leute gibt die recht blauäugig in dieser Hinsicht sind.
Wir sitzen übrigens noch nicht auf gepackten Koffern und das Haus gehört auch noch uns. So viel dazu!
Mein Hauptanliegen bestand darin sich einfach mal zu erkundigen, vielleicht bei Leuten die ähnlich situiert sind, welche Möglichkeiten es in unseren Berufszweigen in diesem Land gibt! Ich denke das es einer logischen Reihenfolge entspricht sich als erstes dahingehend zu erkundigen! Um die Blauäugigkeit zu verhindern! Scheint hier das Lieblingswort zu sein!
Trotzdem an dieser Stelle vielen Dank für die Antworten bzw. Statements!
Gibt es denn hier jemanden der in Schweden LKW fährt? Wenn ja hätte ich noch ein paar Fragen!

Viele Grüsse Oli!

PS: Würde mich natürlich trotzdem weiterhin über Infos von Euch freuen!

nysn

Re: Suche Ratschläge und Tipps bzw. Erfahrungswerte!

Beitragvon nysn » 18. September 2008 22:12

Mein Hauptanliegen bestand darin sich einfach mal zu erkundigen, vielleicht bei Leuten die ähnlich situiert sind, welche Möglichkeiten es in unseren Berufszweigen in diesem Land gibt!


Zu Erzieherin: die werden gesucht - Voraussetzung: gute bis sehr gute Sprachkenntnisse. Generell, besteht in diesem Berufszweig kein Mangel, d. h. wenn es eine Schwedin/einen Schweden gibt, der sich auch fuer die Stelle bewirbt, wird dieser/diese wohl einem Ausländer vorgezogen. Also wuerde ich mal sagen, es kommt ganz darauf an, wo man in Schweden hinzieht und wie es in der jeweiligen Kommune aussieht.
Man/frau muss sich auf jeden Fall darauf einstellen, dass es nicht leicht sein wird, Arbeit zu finden.

Fahrlehrer: ist in Schweden ein recht "exotischer" Beruf - d. h. es gibt sehr wenige Fahrschulen und entsprechend wenige bis ueberhaupt keine offenen Stellen.
Wenn man als Berufskraftfahrer tätig sein möchte - dann sieht es besser aus - in diesem Berufszweig herrscht tatsächlich ein Mangel an qualifizierten Leuten - besonders beim Nachwuchs (dieser Eindruck entsteht zumindest, wenn man die Pressemitteilungen der grossen schwedischen Lkw-Hersteller so liest).

Allerdings wuerde ich mal sagen, dass du als Profi am Lenkrad dann auch in Schweden nicht unbedingt mehr Zeit mit deiner Familie verbringen kannst als jetzt in Deutschland als Fahrlehrer. Auch muesste deine Frau in Schweden wohl eher Vollzeit arbeiten, so hinter "mehr Zeit fuer die Familie" wuerde ich auch hier erst mal ein Fragezeichen setzen wollen.

Dann kommt es auch darauf an, wohin ihr in Schweden ziehen moechtet - da gibt es erhebliche Unterschiede.

Und selbstverständlich: Nichts ist unmöglich - es kommt immer auf den Einzelnen an.

S-nina

hansbaer

Re: Suche Ratschläge und Tipps bzw. Erfahrungswerte!

Beitragvon hansbaer » 19. September 2008 07:57

Es ist interessant, aber auch kontraproduktiv, dass wir hier mittlerweile beim Thema Pädagogik angelangt sind. Ursprünglich wollte ich den Eröffner dieses Threads nur darauf hinweisen, dass es ein paar nebulöse Vorstellungen von Schweden und ein ungemütliches Gefühl im Bauch beim Leben in Deutschland nicht tun, wenn man ein solches Projekt wirklich angehen möchten-

Ich verstehe den Themaschwenk seitens skvs nicht so ganz. Das schwedische System stellt die Kinder mehr in den Mittelpunkt, und das ist auch gut so, denn damit erreichen sie hier eine erhebliche höhere Geburtenrate als in Deutschland. Ich habe keine Kinder, und fühle mich auch in keinster Weise dazu gedrängt.
Aus Akademikersicht finde ich es aber wichtig, von den Denkmustern etwas abzuweichen, die man in Deutschland als Akademiker oft hat - nämlich, dass man sich zwischen Karriere und Kindern entscheiden muss. Das ist in Schweden in viel geringerem Maße der Fall.
Dass man als Deutscher in Schweden manchmal auch unterschwellig diskriminiert wird, ist aber ein Problem, das jeder Ausländer erleben muss - und ich glaube, wir Deutschen sind da nicht gerade die am härtesten betroffenen, zumal Schweden sich ja auch gerne als die tolerantesten Menschen sehen.

Ich möchte davor warnen, gerade im Bildungsbereich holzschnittartig irgendwelche Ursachen zu benennen. Unfähige Eltern können auch das beste Bildungssystem sabotieren, und ein schlechtes Bildungssystem wird Talente ungefördert lassen. Es also auf das eine oder das andere zu schieben greift zu kurz.

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Re: Suche Ratschläge und Tipps bzw. Erfahrungswerte!

Beitragvon Aelve » 19. September 2008 08:12

Hallo Hansbaer bzw. Fabian, :danke:

das war nun einmal - aus meiner Sicht - ein sehr konstruktiver Beitrag.

Ich glaubte schon, dass ich im falschen Film bin, weil aus einer simplen Anfrage einer Familie mit zwei Kindern, die nicht im Schulalter sind, plötzlich auf Eltern eingedroschen wurde, die hier im Forum wahrscheinlich gar nicht vertreten sind.

Ich bin sogar der Meinung, dass manche Eltern sich gerade deshalb Gedanken um eine Auswanderung und damit besserer Zukunft machen, weil sie verantwortungsbewußt sind und sich mit den Kindern eine bessere Familienpolitik wünschen.

Dass nun in Schweden nicht alles Gute zusammen ist, dass für den einen ein Vorteil bedeutet und für den anderen einen Nachteil, liegt in der Natur der Sache.

Liebe Grüße Aelve
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Re: Suche Ratschläge und Tipps bzw. Erfahrungswerte!

Beitragvon Lapplandinfiziert » 19. September 2008 09:07

Aelve

Falscher Film / auf Eltern eingedroschen

Ich habe das ganz anders verstanden, es ist doch lediglich darauf hingewiesen worden, dass Eltern zunächst für den Lebensweg unserer Kinder verantwortlich sind. Wenn Eltern ihre Kinder vernachlässigen und nicht fördern, hat die Schule, sei es nun in Schweden oder Deutschland keine Chance.

Ich habe das eigentlich grundsätzlicher gesehen und hatte nicht den Eindruck dass hier auf Eltern eingedroschen wurde. Eine Diskriminierung von Foren – Mitgliedern konnte ich auch nicht erkennen.

Gruß
Wolfgang

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Re: Suche Ratschläge und Tipps bzw. Erfahrungswerte!

Beitragvon Aelve » 19. September 2008 09:32

Hallo Wolfgang,

vielleicht war ich deshalb so konstertiniert, weil der plötzliche Themenumschwenk nicht in den Threat paßte.

Das Thema Schule war ja vorher gar nicht aufgetaucht, deshalb verstand ich nicht, was damit seitens Skvs ausgedrückt werden sollte. Hier fragte ein junges Pärchen mit 2 Kleinkindern nach der Möglichkeit des Auswanderns nach Schweden und erbat sich Tipps. Die Gründe wurden eindeutig benannt, Grund für Scheitern der Kinder war überhaupt nicht erwähnt.
Warum dann auf einmal das in Deutschland nicht funktionierende Bildungssystem, was hier allerseits in Deutschland auch hinreichend bekannt ist und auch, dass es keine Chancengleichheit an deutschen Schulen gibt, angesprochen wurde mit gleichzeitiger Schuldzuweisung an irgendwelche Eltern, vermag ich nicht nachzuvollziehen.
Das Thema Bildung ist, genau wie Fabian es sehr gut erklärte, viel zu komplex, als dass man es hier so stehenlasen konnte, zumal es hierzu keinen Grund gab, es sei denn, man wollte bewußt jemanden angreifen.
Vielleicht kann skvs es ja näher erläutern. Ich wollte nur vermeiden, dass sich die Anfragenden falsch verstanden vorkommen, denn es kam ja gerade rüber, dass sie mit ihren Kindern eine bessere und kinderfreundliche Zukunft wünschen.

Wo wie gerade bei Erklärungen sind, kann ich auch kurz erläutern, warum ich die falsche Rechtschreibung angesprochen habe, ist üblicherweise gar nicht mein Ding, mich darüber zu mokieren.
Mir war nur die Diskrepanz zwischen einerseits vorhandener Akademikerlaufbahn und andererseits doch vielen vorhandenen Rechtschreibfehlern aufgefallen, die eigentlich einer studierten Person nicht so gut zu Gesicht stehen. Vielleicht habe ich deshalb etwas untypisch für micht reagiert, ich kann leider mit Überheblichkeit nicht so gut leben, daher wohl dieser kleine Seitenstich von mir, der mir in Nachherein leid tut.

Es grüßt Aelve
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