Schweden als Option?

Von Auswanderern für Auswanderungswillige! Alle Fragen zu Planung und Durchführung, zu Umzug, Integration und Umgang mit den Behörden. Interessante Erlebnisse und Tipps der Expats.
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Gast

Schweden als Option?

Beitragvon Gast » 18. November 2018 17:16

Hej!

Ich habe mich die letzten Tage gefühlt einmal quer durch das Internet und seine Auswandererforen zum Thema Schweden gelesen und bin letztlich doch nicht recht schlauer als zuvor.

Ich umreiße mal unsere Situation:

Wir, dass sind zwei Erwachsene (30/32) und drei Kinder (3/5/7) und derzeit wohnhaft in der nördlichen Oberpfalz in Bayern auf einem Dorf mit 350 Seelen einer weitläufigen Gemeinde auf über 600hm. Kaltes, raues & windiges Wetter ist uns also nicht unbekannt. Eigentlich dachten wir ja, dass wir hier nun nach diversen Umzügen über die letzten 10 Jahre hier dauerhaft bleiben würden. Nur leider hat sich herausgestellt, dass der derzeit ca. 2,5km entfernte Steinbruch auf mindestens 535m vor unser Haustürchen heran erweitert werden soll über die kommenden 10 bis 20 Jahre. Das ist für uns einfach keine Option, d.h. wir werden so oder so das Haus wieder verkaufen und uns anderweitig umsehen müssen.

Nun kommen wir zu dem Punkt, an dem Schweden ins Spiel kam. Ich muss dazu sagen, dass ich nach meinem Abitur vor 10 Jahren 4 Semester Nordische Philologie studiert habe bis ich merkte, ich könne in Bayern auch günstiger an einen Taxischein kommen. Danach habe ich auf Lehramt Englisch/Geschichte gewechselt, kann aber halt durchaus noch ein paar Brocken schwedisch aus dieser Zeit und habe auch interkulturell sicher das eine oder andere mitgenommen. Derzeit haben wir hier ein Einfamilienhaus mit ca. 900qm Grund, was für Bayern nicht wenig ist. Die Preise hier sind über die letzten 15-20 Jahre regelrecht explodiert - gerade in Ballungsräumen wie dem unseren. Selbst 40km von Nürnberg entfernt haben wir nur mit jahrelanger Suche und viel Glück noch etwas knapp unter 300.000.-€ finden können. Mein eigentlicher Traum von einem Resthof in Alleinlage und genug Platz für Tierhaltung (Hühner, Enten, Schafe, Pferde) und einen großen Nutzgarten - Stichwort Selbstversorgung - war und ist hier regelrecht utopisch. Demnach wäre Schweden für uns einfach der Erfüllung eines Immobilientraums aufgrund der geringen Einwohnerdichte auf dem Land und den vergleichsweise bezahlbaren Immobilienpreisen. Sicher - perfekt gibt es nicht - das gibt es nirgends, aber es käme dem doch schon sehr nahe. Ach und bevor die Frage nach der Erfahrung kommt: wir bzw. eigentlich vor allem ich betreiben Selbstversorgung bereits seit einigen Jahren. Seit letztem Jahr auf knapp 80qm unseres Grundstücks und dazu noch rund 250qm mit Gartenhühnern und einem Laufentenpaar.

Mein Mann ist als Senior IT Consultant tätig, spricht genauso wie ich fließend Englisch und ist schon jetzt in der gesamten Bundesrepublik unterwegs bei diveresen Kunden. Soweit ich es auf dem schwedischen Arbeitsamt in Erfahrung bringen konnte, wäre er mit seiner Fachrichtung durchaus auch in Schweden gefragt. Wenngleich die Bezahlung im Vergleich zu Deutschland leider enttäuschend gering ausfällt. Allerdings ist halt die Frage wie die Statistiken hier die Realität widerspiegeln.

Ich arbeite derzeit Vollzeit als Tagesmutter um einerseits eigenes Geld zu verdienen und andererseits Zeit für die Kinder zu haben. Im Frühjahr plane ich "nebenbei" noch durch eine Externenprüfung den Abschluss als Kinderpflegerin zu erwerben, da ich mein Lehramtsstudium aufgrund von Präsenszeiten mit den Kindern nicht beenden konnte (fehlende Betreuungsmöglichkeiten). Und da kommen wir schon zu noch einem Knackpunkt: das deutsche Schulsystem - zumindest das bayerische - bereitet mir als Insider inzwischen mit seinem massiven Leistungsdruck massive moralisch-ethische sowie pädagogische Probleme. Da wäre Schweden ebenfalls einen Blick wert. Ich habe auch vor im kommenden Herbst weiter zu studieren - diesmal an der Fern Uni - und mir meine ECTS aus dem Lehramtsstudium anrechnen zu lassen für den Studiengang Bildungswissenschaften. Danach wäre ich in etwa in dem Bereich einsetzbar wie es früher mal für den nicht mehr vorhandenen Studiengang Sozialpädagogik wäre. Letztlich sollte dieses Studium auch in Schweden zu beenden sein.

Alles in allem wollen wir hier nichts übers Knie brechen, sehen uns aber eben nach Optionen um. Und da wäre das Angebot an passenden Immobilien gepaart mit atemberaubenden Natur, wenigen (entfernten) Nachbarn und der Möglichkeit uns in Form von einem Selbstversorgerleben zu verwirklichen eben eine dieser Optionen.

Dass Schwedisch vorab zu lernen ein Muss ist, um zumindest mit einem B1 bis B2 Level zu starten, ist ganz klar. Auch hätten wir ja noch einige Jahre Zeit für Planung und Vorbereitung. Familiär sind wir nicht wirklich gebunden - alle sind schon jetzt über ganz Deutschland verstreut und wir sehen uns nur an "hohen" Feiertagen. Alte Freunde haben wir wenige, die sind aber trotz 5 Umzügen in 10 Jahren und teilweise hunderten Kilometern Distanz treu geblieben. Ich habe immer wieder gelesen, dass Auswanderer nach dem ersten Jahr beklagt haben, sie hätten nur Bekanntschaften, aber bisher keine echten Freunde gefunden. Meiner Erfahrung nach ist das innerhalb Deutschlands nicht anders und echte Freunde findet man einfach nur sehr selten. Für mich tun es auch einige gute Bekannte, denn meiner Meinung nach trifft man doch eher selten Seelenverwandte - egal wo auf dieser Welt. Ich glaube aber auch, dass ich ein sehr spezieller Mensch bin, der noch nie recht fest irgendwo verwurzelt war und daher keine großen Probleme hat den Ort zu wechseln.

So und nun mal her mit euren Meinungen, Erfahrungen, Tipps etc.!

Hej då!

Kartoffel

Re: Schweden als Option?

Beitragvon Kartoffel » 2. Mai 2019 20:02

Hallo!
Wir sind eine deutsch-schwedische Familie (45,43,7,5,3) und wohnen ca 60 km außerhalb von Göteborg. Wir haben unseren Platz in Schweden noch nicht gefunden, träumen aber auch von einem eigenen Garten, ein paar Tieren und Nähe zur Natur. Besonders ich (die deutsche in unserer Familie) fände es schön, mit ein paar anderen so ein bisschen Gemeinschaft zu leben. Bullerbü oder so. Und ganz perfekt wäre es, wenn da auch eine andere deutsche Familie dabei wäre... Daher kann ich heute auf die Idee, mal im Internet zu suchen...
Dein Beitrag ist vom letzten Herbst- Seid ihr weitergekommen mit euren Plänen?


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